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Mythen der Arbeit: Roboter machen uns arbeitslos - stimmt's?
DPA

Je schlauer und vernetzter Maschinen werden, desto mehr Arbeitsplätze fallen weg. Klingt logisch, stimmt aber nicht, meint Arbeitsforscher Joachim Möller. Das Gegenteil ist der Fall.

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Olaf 05.08.2015, 16:03
10.

Zitat von johannes.gebhart
wenn man einen gravierenden Fehler ausblendet: es wird mehr und billiger produziert, mehr konsumiert. Wer konsumiert das denn alles? Nimmt man den heutigen weltweiten Absatz an Produkten und steigert die Effizienz in der Herstellung, dann werden insgesamt weniger Arbeitskräfte benötigt. Wäre es anders, könnte man nicht preiswerter werden - logisch. Die Menschen könnten sich das Produzierte nicht mehr leisten, sie haben keinen Job mehr :-)
Nein, Produkte werden individueller. Das wurde in dem Artikel ja auch schon richtig beschrieben.

Mit einem hohen Grad an Vernetzung und Automatisierung werden z.B. maßgeschneiderte Schuhe oder Kleidung für jeden erschwinglich, was eine wesentliche Verbesserung für viele Menschen sein wird, die sonst Probleme haben passende Größen zu finden.

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info121 05.08.2015, 16:05
11. Zu kurzsichtig

Naja das ist schon eine ziemlich kursichtige Sichtweise:
Nur ein Beispiel: Was ist passiert denn wohl wenn autonome Fahrzeuge erstmal wirklich alltagstauglich sind? Wieviele Jobs im Transportgewerbe werden dann wohl ersatzlos entfallen? Sicher werden hier auch neue Jobs entstehen... nur sind das eben Jobs für qualifiziertes Wartungspersonal.

Und das ist nur ein Bereich der von autonomen Systemen mittel- bis langfristig ersetzt werden könnte. In Zukunft werden vor allem geringqualifizierte Arbeitskräfte erhebliche Probleme bei der jobsuche bekommen.

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infoseek 05.08.2015, 16:06
12. Klingt logisch, stimmt aber nicht?

Diese Aussage gibt der Artikel nicht her. Möller nennt so viele Randbedingungen, die nötig sind, um diese "Logik" zu vermeiden, dass Optimismus absolut fehl am Platze ist.

Ein ganz wesentliches Element dieses unangebrachten Optimismus ist die dafür notwendige, aber nachweislich irrige Annahme, dass mit verstärkter Aus- und Weiterbildung auch die intellektuelle Kapazität der Betroffenen stiege. Der heute grassierende Ansatz der Produktion nützlicher Mitglieder einer expressis verbis angestrebten "wirtschaftskonformen Demokratie" ist sicher nicht geeignet, eventuell noch schlummernde Potentiale nutzbar zu machen.

Außerdem müssten die Produktivitätszuwächse an die Menschen weitergegeben werden. Aber da sei INSM & Co. vor. Bislang zumindest landen diese Zuwächse - von Preissenkungen bei einigen Konsumgütern abgesehen - im Finanzsektor und verleihen dort dem Spielgeld den Anschein von Werthaltigkeit.

Daher wächst das Heer der prekär Beschäftigten und Niedrigstlöhner kontinuierlich, und mit der nächsten Absatzkrise in der Wirtschaft wird dann genau diese Beschäftigtengruppe vorrangig massenhaft freigesetzt. Aber immer neue, kreative Statistiktricks werden die Arbeitslosenzahl rechtzeitig wieder "sozialverträglich" aufhübschen.

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wb99 05.08.2015, 16:17
13.

Zitat von johannes.gebhart
wenn man einen gravierenden Fehler ausblendet: es wird mehr und billiger produziert, mehr konsumiert. Wer konsumiert das denn alles? Nimmt man den heutigen weltweiten Absatz an Produkten und steigert die Effizienz in der Herstellung, dann werden insgesamt weniger Arbeitskräfte benötigt. Wäre es anders, könnte man nicht preiswerter werden - logisch. Die Menschen könnten sich das Produzierte nicht mehr leisten, sie haben keinen Job mehr :-)
Dieser Leserbrief hätte genausogut im Jahr 1900 erscheinen können. "Durch die Maschinen wird eine riesige Arbeitslosigkeit entstehen!", "Niemand wird jemals mehr konsumieren als heute!" Stellen Sie sich mal die Lächerlichkeit vor.

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DMenakker 05.08.2015, 16:17
14.

Zitat von johannes.gebhart
wenn man einen gravierenden Fehler ausblendet: es wird mehr und billiger produziert, mehr konsumiert. Wer konsumiert das denn alles? Nimmt man den heutigen weltweiten Absatz an Produkten und steigert die Effizienz in der Herstellung, dann werden insgesamt weniger Arbeitskräfte benötigt. Wäre es anders, könnte man nicht preiswerter werden - logisch. Die Menschen könnten sich das Produzierte nicht mehr leisten, sie haben keinen Job mehr :-)
Falscher geht es gar nicht mehr. Oder wie kann es sein, dass die immer noch stärkste Volkswirtschaft der Welt so gut wie gar nichts mehr selbst produziert?

Nehmen Sie doch einmal ein ganz einfaches Beispiel. Früher gab es bei adidas in Herzogenaurach ein paar Hundert Näherinnen, die Trainingsanzüge und Fussbälle zusammengenäht hat. Wenn die Näherin 2 Monate feste gespart hat, konnte sie ihrem Sohnemann auch tatsächlich einen Fussball kaufen.

Nicht nur, dass adidas heute ein vielfaches an Mitarbeitern hat und unendlich mehr Fussbälle etc. verkauft, und obwohl der BProduktionskostenanteil am Produkt extrem in den Keller gerauscht ist ( Kosten wohl unter 5 EUR irgendwo in Asien ), sind die Preise für das Endprodukt auch im Verhältnis stark gestiegen, es können sich aber trotzdem viel mehr Mitarbeiter die eigenen Produkte leisten, weil Designer, Controller, Logistiker, Kaufleute etc. eben DEUTLICH besser verdienen als die Näherinnen früher.

Eines muss man allerdings ehrlicherweise dazusagen. Je geringer die Fähigkeiten des Einzelnen, je geringer seine Ausbildung und je austauschbarer er ist, desto schwieriger wird er es auf Dauer haben, und desto mehr wird er/sie in schlechter bezahlte Jobs abgedrängt. Allerings ist die Bezahlung und die Existenz dieser schlechter bezahlten Jobs oft genug vom Einkommen der Normalverdiener abhängig. Das Einkommen einer Friseurin steht nunmal im direkten Verhältnis zur Einkommen ihrer Kunden. Aber die Angst, uns würde die Arbeit ausgehen, oder es würden nur niedrig bezahlte Handlangerjobs übrig bleiben ist nicht nur falsch, es ist das glatte Gegenteil der bisherigen Erfahrung.

Zum Trost bleibt übrigens die simple Tatsache, dass sich mit den gestiegenen Anforderungen unserer Arbeitswelt auch das Ausbildungsniveau der Gesamtbevölkerung dramatisch verbessert hat. DAS muss so weitergehen, und da sehe ich speziell bei "sozialen" Bildungsverantwortilichen die allergrössten Risiken.

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roby 05.08.2015, 16:19
15. Wieder ein Plädoyer für mehr Ausbeutung.....

..... in den 50er hoffte man auf Arbeitserleichterung durch die Mechanisierung, auf15 Wochenstunden Arbeit und mehr Lebensqualität. Stattdessen bekamen wir Dauerstress, Abdrängung weiter Bevölkerungsschichten in den Billiglohnbereich und sinnlosen Arbeitszwang für schwächere Milieus... bis hin zum Ein-Euro-Jobber....
So kann und so darf die Zukunft nicht aussehen. Schafft die Zukunft es nicht eine lebenswerte Welt für Alle zu schaffen, dann überholt sich unser Gesellschaftssystem... ob das Ende gewaltätig oder mit Totalverweigerung einher geht, ist offen.......

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turbi 05.08.2015, 16:21
16. Wirklichkeits-fremde Behauptungen

Eine Frage an Univ.-Prof. Dr. rer. soc. Dr. h.c. Joachim Möller: Haben sie (in jüngster Vergangenheit) schon einmal in einem börsen-notierten Unternehmen gearbeitet? Und zwar NICHT als sogenannter Consultant, sondern bspw. als Ingenieur, der NUR an seinem betriebswirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen gemessen wird?
Ich behaupte: Sie unterliegen in 'Ihrem' Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA)" nicht annähernd dem Druck, dem die Beschäftigten in der sogenannten 'freien Wirtschaft' tagtäglich erleben!

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DMenakker 05.08.2015, 16:22
17.

Zitat von wb99
Dieser Leserbrief hätte genausogut im Jahr 1900 erscheinen können. "Durch die Maschinen wird eine riesige Arbeitslosigkeit entstehen!", "Niemand wird jemals mehr konsumieren als heute!" Stellen Sie sich mal die Lächerlichkeit vor.
Und wenn man tatsächlich einmal einen realistischen Vergleich zwischen den ach so goldenen 70-ern zieht ( als man noch auch in der Industrie für Samstage als Freitage demonstrieren musste ), heisst es man würde den Arbeiterkindern das iphone oder den Flachbildfernseher neiden. Die ganze Argumentation ist doch verlogen bis zum geht nicht mehr.

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wermoe 05.08.2015, 16:34
18. Die Zahl der industriellen

Arbeitsplätze sank in Deutschland im Rahmen der industriellen Revolution von 15 auf jetzt 8 Millionen. Glaubt man ernst zu nehmenden Ökonomen, werden weitere 4 Millionen Arbeitsplätze der digitalen Revolution zum Opfer fallen. Der Dienstleistungssektor ist aber jetzt schon übersättigt.

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ich2010 05.08.2015, 16:41
19.

Zitat von hwdtrier
für unqualifizierte. Das heißt: stärkerer Wettbeweb zwischen deutschen Hilsarbeitern und Flüchtlinge. Lohnsöirakenach unten.
ja. und somit ein anreiz sich eine qualifikation anzueignen.

genaugenommen sollte ein schulabschluss und eine abgeschlossene ausbildung der standard sein. und hier muss angesetzt werden.anstatt über niedriglohnsektor und die ausbeutung unqualifizierter arbeitskräfte zu schwadronieren und z.b. grundeinkommen zu fordern (und damit das problem der mangelnden qualifikation zu zementieren) sollte man lieber maßnahmen ergreifen die leute auszubilden und wieder in qualifizierte arbeit zu bringen.

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