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Mythen der Arbeit: Roboter machen uns arbeitslos - stimmt's?
DPA

Je schlauer und vernetzter Maschinen werden, desto mehr Arbeitsplätze fallen weg. Klingt logisch, stimmt aber nicht, meint Arbeitsforscher Joachim Möller. Das Gegenteil ist der Fall.

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info121 05.08.2015, 17:24
30.

Zitat von ich2010
es wird keinen lkw fahrer mehr im herkömmlichen sinne brauchen, aber jemanden, der die systeme überwacht und im notfall eingreift. autonomes steuern gibt es schon längst - autopilot beim flugzeug. soweit mir bekannt ist sollen in kürze auch tests mit selbstfahrenden lkw's auf den autobahnen stattfinden.
Aber genau da steckt ja das eigentliche Problem.
Für die Überwachung und Wartung solcher Systeme braucht man dann in der Regel Fachkräfte (und davon deutlich weniger als LKW Fahrer).

Was also tun mit den niedrig qualifizierten Arbeitskräften?
Egal wie viel Geld man in Bildung steckt es wird immer einen Arbeiter geben die- auch ohne eigene Verschuldung- einfach nicht zu hochqualifizierten Fachkräften werden.

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Rainer Helmbrecht 05.08.2015, 17:45
31.

Ich möchte vorschlagen diesen Robotern einfach Menschenrechte zuzugestehen und Personalpapiere geben, dann kann man sie doch ausweisen, oder im Mittelmeer ersäufen.

Wir machen uns doch sonst auch nicht so einen Kopp.

MfG. Rainer

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Anhaltiner 05.08.2015, 17:59
32.

Zitat von _thilo_
Wenn es um künstliche Intelligent geht, sollte man nicht einen Volkswirt sondern einen Wissenschaftler fragen. Bisher(!) haben Technik und Robotik vorwiegend die Effizienz in der Produktion gesteigert. Zukünftige (sogenannte) intelligente Systeme werden aber _Dienstliestungen_ erbringen - z.B. Beratung - und in Berufe eindringen, die bisher eine hohe Qualifikation erfordern. Es geht längst nicht mehr um Veränderungen in der Produktion sondern um eine neue Gestaltung der Dienstleistungsgesellschaft.
Diesen Wandel gab es auch schon immer. Wenn früher 98% in der Landwirtschaft tätig waren und heute nur 2-3% heißt das entweder 95% sind arbeitslos oder es gab einen Wandel. Solange gibt es ja den Sektor "Dienstleistungen" noch nicht. Die Frage ist nur welche neuen Arbeitsbereiche/Branchen wird es geben, "Roboter-Designer"?

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Kryszmopompas 05.08.2015, 18:04
33. So ein Unsinn

Natürlich wird es Gewinner-Branchen geben, mit mehr kreativen und spannenden statt eintönigen Arbeitsplätzen.

Aber in den anderen werden Arbeitsplätze wegfallen wie schon jetzt: selbstfahrende Autos werden sicherlich nicht alle Berufskraftfahrer überflüssig machen aber viele. Uber und solche Systeme nicht alle Taxifahrer aber viele. Und der Rest "arbeitet" entspannt mit seinem Privatwagen für einen Hungerlohn... Wie schon jetzt viele Paketfahrer und andere prekarisierte (Schein-)Selbständige, Ausgegliederte und Minijobber.

Deren Masse wird die Masse Produkte nicht kaufen können, die wir immer günstiger produzieren können.
Und ohne Wachstum funktioniert die ganze Rechnung nicht.

In Verwaltungen, Versicherungen usw. gibt es für die dortigen durchaus sehr gut standardisier- und automatisierbaren Prozesse noch ein riesiges Potential.
Und bei Ikea und real werden ja schon die Kassiererinnen wegrationalisiert.

Unsere (eh geschönten) Arbeitsmarktzahlen täuschen - in einer Wirtschaftsunion müssen wir auch die Zahlen in den Ländern betrachten, denen wir in D schon mit Rationalisierung und Minilöhnen die Arbeitsplätze weggenommen haben: Spanien, Portugal, Griechenland...
Arbeitslosigkeiten von mehr als 25%. bei Jugendlichen mehr als 50% deuten an, wo es hingeht, wenn die ihrerseits in diesen Lohndumpingwettbewerb noch mehr einsteigen. Oder eben wenn die Arbeitslosen freizügig eben nach Deutschland wandern und dort preiswerter die Jobs machen.

Nein: es werden die zusätzlichen Produkte keinen Markt mehr finden, soviel Wachstum kann es gar nicht geben und ich wüsste auch nicht, was man noch als Produkt erfinden können sollte. Und ohne Schulden (Schuldenbremse) funktioniert sp ein Wachstum schon mal rein gar nicht.

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moistvonlipwik 05.08.2015, 18:15
34.

Der klassische Fehler: Der Autor verwechselt die Begriffe "jeder" und "alle".
Unternehmen, die mehr automatisieren, wachsen schneller als ihre Konkurrenten und stellen am Ende m mehr Leute ein. Mag sein.
Aber das sagt nichts über die Gesamtzahl der Beschäftigten (und die gezahlten Löhne!) aus.
Es mag auch sein, dass jedes Unternehmen die Chance hat, so zu wachsen. Aber bestimmt nicht alle gleichzeitig. Denn wenn man bei der Tour de France das Doping frei gibt, werden alle schneller - aber immer noch nur einer das Gelbe Trikot tragen (dafür gibt es mehr Tote).

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DMenakker 05.08.2015, 18:16
35.

Zitat von wermoe
Der Dienstleistungssektor ist aber jetzt schon übersättigt.
Wie bitte? Alleine Transport ( Personen und Güter ) sowie Logistik ewarten locker eine Verdoppung in den nächsten 15 Jahren. Im IT Bereich fehlen Fachkräfte. In der Pflege bahnt sich eine Katastrophe an. Dienstleistungssektor übersättigt? Im Leben nicht. Dort hat die Musik noch nicht mal richtig angefangen zu spielen.

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Crom 05.08.2015, 18:29
36.

Wenn durch die Effizienzsteigerung die Produkte letztendlich im Vergleich zum Einkommen günstiger werden (man schau sich mal an, wie lange man früher für ein Stück Butter, ein Leib Brot oder ähnliches gearbeitet hat), dann werden beim Endkunden zwangsläufig entsprechende finanzielle Spielräume frei, wodurch Arbeitsplätze in Sektoren entstehen, die man sich teilweise heute gar nicht mehr vorstellen kann.

Beispiel Maßanfertigung, früher konnte sich das nur eine sehr kleine betuchte Oberschicht leisten, jetzt bekommt man Maßanzügen, Hemden etc. zu Preisen, bei denen auch schon die Schicht darunter zugreifen kann.

Wie viel Menschen konnten sich früher ein Computer leisten? Heute hat man gleich mehrere Geräte mit Smartphone, Tablet, Laptop und sogar der Fernseher ist ein kleiner Computer mit Internetanschluss.

... und so geht's weiter. Wir werden in Zukunft Produkte konsumieren, die wir heute noch nicht einmal kennen und das deswegen, weil durch größere Effizienz dafür überhaupt erst Ressourcen in Form von Mensch und Material zur Verfügung stehen.

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wertzuwachs2307 05.08.2015, 18:47
37. Keynes meinte auch,

das wir mittlerweile nur noch 15 Wochenstunden haben müssten - und damit disqualifiziert er sich noch im Nachhinein, denn die kapitalistische Verwertungslogik zwingt die Leute, die Arbeit haben, zu immer höherer Effizienz und stempelt den Rest als wertlos ab. Und das war schon immer so! Wobei nicht der Unternehmer Schuld hat, sondern das System Ihn dazu zwingt.
In der zinsfreien Zeit des Hochmittelalters (1150 - 1450 ) hat man die Produktivgewinne tatsächlich benutzt um weniger zu arbeiten. Um genau zu sein 25 Stunden / Woche. Als aber der Kapitalismus sich um 1500 durchsetzte, war das vorbei. Und ist so bis heute.

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klaus meucht 05.08.2015, 19:07
38. Vorurteil

Zitat von hwdtrier
für unqualifizierte. Das heißt: stärkerer Wettbeweb zwischen deutschen Hilsarbeitern und Flüchtlinge. Lohnsöirakenach unten.
Ich befürchte eher dass die qualifizierten Arbeiten automatisiert werden. Ich glaube der qualifizierte Facharzt wird eher durch ein Expertensystem ersetzt, als die Pflegekraft durch Roboter.

Was Roboter nicht übernehmen können, ist menschliche Zuwendung und Wärme.

Nebenbei bemerkt: Der Flüchtlingsstatus sagt übrigens nichts über die Qualifikation aus.

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DMenakker 05.08.2015, 19:13
39.

Zitat von Kryszmopompas
Natürlich wird es Gewinner-Branchen geben, mit mehr kreativen und spannenden statt eintönigen Arbeitsplätzen. ... Wie schon jetzt viele Paketfahrer und andere prekarisierte (Schein-)Selbständige, Ausgegliederte und Minijobber.
Die Erfahrungen der letzten 100 Jahre zeigt allerdings, dass es der Masse der Leute auf Dauer besser geht und nicht schlechter. Warum sollte sich das diesmal ändern?

Hat mir noch keiner nachvollziehbar erklären können, warum es diesmal anders sein soll. Das einzige was ich immer höre ist eine totale Verdrehung der Tatsachen, wenn es um die Beurteilung der "guten alten Zeiten" geht, die im Nachhinein immer in rosaroten Farben gemalt werden.

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