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Nach Diktat verreist: Der Chef der Zukunft

Blumen zum Geburtstag, goldene Uhr zum Jubiläum: Die Mitarbeiter zu motivieren, ist vornehmste Aufgabe von Vorgesetzten, muss Marketing-Manager Achtenmeyer lernen. Neue Technik eröffnet dabei fantastische Möglichkeiten, wie Klaus Werle in seiner Karriere-Kolumne zeigt.

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Newspeak 06.09.2011, 09:16
1. ...

Fakt ist, daß fast niemand freiwillig arbeitet, jedenfalls von den abhängig Beschäftigten. Das widerspricht in seinem ganzen Umfeld (Zeiteinteilungen, Machtstrukturen) wahrscheinlich sogar schon der menschlichen Biologie. Insofern ist das mit der Motivation der Mitarbeiter nur ein Bonus. In Wirklichkeit müsste man mal zu der Erkenntnis gelangen, daß in dieser hochtechnologisierten und reichen Gesellschaft viel zu viel gearbeitet wird. Arbeit ohne Notwendigkeit, nur um absurde Gewinne zu erzielen. Für wen eigentlich? Der Chef der Zukunft muß nicht wissen, was seine Mitarbeiter gerne in ihrer Freizeit tun, was sie begeistert, er muß ihnen einfach nur die Zeit geben, das zu tun.

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OlafKoeln 06.09.2011, 09:47
2. ....

Zitat von sysop
Blumen zum Geburtstag, goldene Uhr zum Jubiläum: Die Mitarbeiter zu motivieren, ist vornehmste Aufgabe von Vorgesetzten, muss Marketing-Manager Achtenmeyer lernen. Neue Technik eröffnet dabei fantastische Möglichkeiten, wie Klaus Werle in seiner Karriere-Kolumne zeigt.
1. Mitarbeiter (Human Ressourcen, Schwerpunkt auf
Resourcen) sind Kostenfaktoren
2. Mitarbeiter haben am Abend oder am WE nichts vorzuhaben,
da sie flexibel sein müssen. Von daher muss der Chef
auch nicht Wissen, was sie nicht vorhaben.
3. Träumen tun die Mitarbeiter von Nestwärme, die sie
empfinden, wenn sie mal wieder gaaanz schnell über den
Tisch gezogen werden.


Zugegeben etwas überspitzt, aber sicher näher an der Realität als die goldenen Uhr, die es heute nicht mehr gibt, es sei denn sie ein Schnäppchen vom türkischen Basar.

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Blueser 06.09.2011, 10:00
3. ...

Zitat von Newspeak
...er muß ihnen einfach nur die Zeit geben, das zu tun.
Auch dieses Rezept greift etwas zu kurz, denn in erster Linie ist Motivation nicht nur an einem Grund festzumachen.
Richtig ist, dass Geld nur ein Hygienefaktor (unter mehreren) ist, der aber mit Vorsicht zu genießen ist, wenn man den Bereich Bonus betritt, denn hier kann ein Gewöhnungseffekt einsetzen, der sogar kontraproduktiv sein kann: immer mehr, damit Bonus überhaupt noch einen Effekt erzielt. Oder man erreicht genau das Gegenteil.
Wichtig sind Faktoren wie Kommunikation & Feedback, Information, Mitwirkung, das Gefühl etwas erreicht zu haben und noch einige Faktoren mehr. Sehr interessant ist hier das Buch von Daniel Pink (Drive), das gute Anregungen zum Nachdenken gibt.
Die Misere in den Chefetagen ist aber immer noch der Managementstil 'Anweisung und Kontrolle' (command & control) und der Gedanke, dass alleine Geld (und vielleicht noch Freizeit) die Mitarbeiter motiviert. Genau das ist der falsche Ansatz - nur diesen aus den Köpfen zu bekommen ist sehr schwierig, zumal nachrückende Manager, die vielleicht frische Ideen und Einstellungen mitbringen, sehr schnell durch die reale Umwelt (Eric Parsloe: the law of visible reward) 'umgepolt' werden.
Ich versuche immer wieder mit kurzen Workshops zum Thema Kommunikation, Motivation, Führung etwas die Köpfe der Führungskreise zu öffnen, gestaltet sich aber sehr schwierig.
Also Vorsicht vor kurzen Patentrezepten und lieber mal ein richtiges und gutes Mitarbeitergespräch führen (und auch mal zuhören!!) und den Mitarbeiter auch als Mensch und nicht als Produktionsfaktor zu betrachten.

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kdshp 06.09.2011, 11:04
4. Blumen find ich gut1

Zitat von sysop
Blumen zum Geburtstag, goldene Uhr zum Jubiläum: Die Mitarbeiter zu motivieren, ist vornehmste Aufgabe von Vorgesetzten, muss Marketing-Manager Achtenmeyer lernen. Neue Technik eröffnet dabei fantastische Möglichkeiten, wie Klaus Werle in seiner Karriere-Kolumne zeigt.
Hallo,

der artikel zeigt doch das deutsche unternehmen bzw. deren chef´s es eben nicht drauf haben ihre mitarbeiter zu motivieren oder mehr zu motivieren. Ist auch meine erfahrung so in der arbeitswelt da wird sehr oft eher genau das gegenteil erreicht wo dann mitarbeiter krank feiern, die arbeit sabotieren, gezielt mist bauen usw. aber das empfinde ich als etwas "typisch deutsches"!

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Quagmyre 06.09.2011, 13:47
5. Firmen

Zitat von sysop
Blumen zum Geburtstag, goldene Uhr zum Jubiläum: Die Mitarbeiter zu motivieren, ist vornehmste Aufgabe von Vorgesetzten, muss Marketing-Manager Achtenmeyer lernen. Neue Technik eröffnet dabei fantastische Möglichkeiten, wie Klaus Werle in seiner Karriere-Kolumne zeigt.
Ein scheint in den Chefetagen von Firmen zunehmend die Idee zu grassieren, die Mitarbeiter würden arbeiten, weil es ihnen gefällt, und monetäre Vergütungsbestandteile könnten doch mehr und mehr durch ein freundliches Klopfen auf die Schulter ersetzt werden.
So erlebt und artikuliert in der Firma, für die ich arbeite.

Komisch nur, dass es in den oberen Etagen nur und ausschließlich um Kohle geht, während man dem Fußvolk einreden will, dass Geld nicht alles sei.

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eigene_meinung 06.09.2011, 14:05
6. früher - heute

Als ich angefangen habe zu arbeiten, war es nicht nötig mich mit irgendwelchem Schnickschnack zu motivieren. Die Arbeit hat Spaß gemacht, die Bezahlung war angemessen, und meine Chefs haben mich nicht am Arbeiten gehindert. Der Firma ging es gut und es wurden keine Extremrenditen gefordert.

Inzwischen haben Betriebswirte ("wer nichts wird, wird Wirt, und wenn er Betriebswirt wird") die Macht übernommen, die keine Ahnung von den Produkten und deren Entwicklung haben, sondern nur ständig von Sanierung und Restrukturierung reden. Durch deren Maßnahmen (Cost Cutting, Großraumbüros, ständige Drohung mit Massenentlassungen, ...) wird eine qualitativ hochwertige Arbeit weitgehend umöglich gemacht und der Gesundheit nachhaltig geschadet. Da hilft auch keine Motivation aus dem Lehrbuch mehr.

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thelix 06.09.2011, 15:40
7. ...

Zitat von Quagmyre
Ein scheint in den Chefetagen von Firmen zunehmend die Idee zu grassieren, die Mitarbeiter würden arbeiten, weil es ihnen gefällt, und monetäre Vergütungsbestandteile könnten doch mehr und mehr durch ein freundliches Klopfen auf die Schulter ersetzt werden. So erlebt und artikuliert in der Firma, für die ich arbeite. Komisch nur, dass es in den oberen Etagen nur und ausschließlich um Kohle geht, während man dem Fußvolk einreden will, dass Geld nicht alles sei.
Nana, schließen Sie nicht zu sehr von sich auf andere! ;o) Sicher, wenn man eine Arbeit gewählt hat, die einem keinen Spaß macht, mag das durchaus so sein. Ich streite auch nicht ab, daß die Mehrheit nur arbeitet, um Geld zu verdienen. Es gibt allerdings einen riesigen Haufen von Menschen, die bewußt z. B. in den kreativen Bereich gehen und dabei ganz genau wissen, daß sie damit höchstens die Grundbedürfnisse befriedigen können - und das auch nur, wenn das Geschäft gut läuft.

Ich selber bin Grafiker, und in den Jahren, in denen ich arbeitslos war, hätte ich dafür bezahlt, meinen Job machen zu dürfen, so sehr liebe ich diese Arbeit. :o)

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#Nachgedacht 06.09.2011, 17:02
8. Kontraproduktive Chefs

Leider sind viele Chefs in der heutigen Zeit kontraproduktiv. Da sie Prozesse nicht kennen und sich nicht dafür interessieren, können sie auch keine reale Leistungseinschätzung geben. Wer die bezahlung seienr Mitarbeiter als Schmälerung des eigenen Gewinns ansieht wird keine Mitarbeiter motivieren können, wer seinen Mitarbeitern das Mitdenken und selbständiges Handeln untersagt aus Angst ihm entgeht etwas wir keine langfristigen Erfolge erzielen. Demotivation ist so ziemlich der größte Verlustfaktor in einer Firma und ein großer Kostenfaktor für die Gesellschaft.

Es gab eine Zeit in diesem Land, da konnten fähige Leute ihr Hobby zum Beruf machen, da konnte man ohne Belege von Bildungseinrichtung xyz Aufgaben übernehmen und an und mit diesen Wachsen.
Heute ist dies undenkbar. Traurig und Schade um den verlust, der dadurch entsteht, den verlust an innovativen und krativen Ideen und damit dem verlust an Gewinnen.

Wer nur kurzfristig auf den gewinn schielt, nach mir die Sinflut, wenns schief geht und wem Ressourcen jeglicher Art egal sind, der wird auch nicht begreifen das Langlebigkeit ein Erfolgsgarant ist.

Es gab eine Zeit da hat ma verstanden das Erfahrung der Alten und ungestüm der Jungen zusammengehören um voran zu kommen, das war eine Zeit, als noch alle vom Wohlstand profitiert haben und die Mehrung jenes sich nicht auf wenige beschränkte.

Man kann sich kaputt sparen sagt der Volksmund, dies trifft erst recht im Zusammnehang mit Belegschaften zu.

"Wir" besitzen die Technik und das Wissen um körperliche Arbeit zu reduzieren, "Wir" besitzen die Technik und das Wissen um Ressourcen effektiv und schonend zu nutzen aber "Wir" besitzen nicht die geistigen Fähigkeiten um dies zu erkennen und umzusetzen.

Nicht der Wunsch nach mehr Bildung und Freizeit, besserer Gesundheitsvorsorge und kulturell bezahlbaren Erlebnissen wird dieses Land ruinieren, sondern die Gier und der Neid.

Menschen arbeiten heute oft weil sie müssen, sie arbeiten nach Vorschrift, nicht nach Notwendigkeit. Die schlechte Bezahlung (Beamte der höheren Gehaltsstufen darf man ausschließen) ist ein Grund das nur das erbracht wird was "nötig" ist. Auskömmliche Bezahlung und Motivation sind Erfolgsgeheimnisse aus einer Zeit ... es war einmal. Als man noch träumte von Homeoffice und die Kontrolle der Mitarbeiter nicht solche Ausmaße hatte wie heute, wo so mancher Chef bis in die Privatsphäre seine Mitarbeiter überwacht und gängelt.
#Nachgedacht

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Alzheimer 06.09.2011, 17:20
9. ...

Privates und Berufliches habe ich gerne getrennt. Wertschätzung drückt sich in entsprechendem Gehalt aus und nicht in irgendwelchen Kinkerlitzchen.

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