Forum: Karriere
Nach Diskriminierungs-Hinweis: Personalberater muss an Firma zahlen
Corbis

Wir wollen keine Frau - ein klarer Fall von Diskriminierung. Von diesem Absagegrund erzählte ein Personalberater der Bewerberin, sie erhielt 8500 Euro von der Firma. Das verblüffende Ende vor Gericht: Jetzt muss der Headhunter Schadenersatz zahlen.

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scharfekante 10.05.2014, 09:03
1.

Ich würde dem Personalberater dringend raten, noch vors Bundesverfassungsgericht zu gehen.

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doc.nemo 10.05.2014, 09:08
2. Richtig so!

Das völlig überzogene Antidiskriminierungsgesetz hat ein Klima des Misstrauens, der Verunsicherung und der Angst geschaffen. Kein Arbeitgeber kann noch offen über die Anforderungen reden, die er an Bewerber stellt, denn irgendein Verstoß gegen das ADG lässt sich immer finden. Absagen dürfen aus Angst vor Klagen keinerlei Hinweis auf die Ablehnungsgründe mehr enthalten, und letztlich hat ein Arbeitgeber die Hoheit über seine Personalpolitik fast verloren. Selbst vertrauliche Gespräche, mit wem auch immer, über Bewerber oder Mitarbeiter sind nicht mehr möglich, denn es besteht immer die Gefahr, etwas zu sagen, was im Maulkorbland Deutschland verboten ist.
Leider wird das Urteil in den höheren Instanzen keinen Bestand haben. Spätestens der BGH wird den Kotau vor dem politisch korrekten Zeitgeist machen.

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jojocw 10.05.2014, 09:12
3. Schlechte Aussichten

Ich denk in der Branche wird sich das schnell herumsprechen, und der Headhunter wird dürfte wohl kaum mehr mit Aufträgen überhäuft werden.

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Nilsemann 10.05.2014, 09:13
4. Naiv!

Ich habe lange als Personalberater oder "Headhunter" gearbeitet. Aussagen von Klienten bei Beauftragung dass diese keine Frau fuer eine Position wollen, waren nicht selten. Wie daemlich ist der hier beschriebene Berater dass er erstens nicht seinen Mund haelt und zweitens meint dass Personalbesetzungen in der Realitaet gemaess dem AGG erfolgen.

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Criticz 10.05.2014, 09:22
5. Einfach mal den Stellenmarkt

Zitat von sysop
Wir wollen keine Frau - ein klarer Fall von Diskriminierung. Von diesem Absagegrund erzählte ein Personalberater der Bewerberin, sie erhielt 8500 Euro von der Firma. Das verblüffende Ende vor Gericht: Jetzt muss der Headhunter Schadenersatz zahlen.
..in Tageszeitungen aufschlagen. Da findet man en masse Stellenanzeigen die "Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt" u.ä. lauten.

Das ist Männerdiskriminierung in offensichtlichster Form, schwarz auf weiss, Woche für Woche wird das Geschlecht zum Auswahlkritierum gemacht.

Wird höchste Zeit dass hier mal jemand klagt und das Gericht - nur das wäre konseqent - dann auch zu Schadenersatz verurteilt.

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herkurius 10.05.2014, 09:23
6. Vertrauen

Tja, die eigene politische Meinung und sogar die Zivilcourage in nicht unbedingt lebenswichtigen Fällen rechtfertigt eben noch nicht einmal heutzutage einen groben Vertragsbruch.

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Peter Werner 10.05.2014, 09:32
7.

Zitat von Nilsemann
Ich habe lange als Personalberater oder "Headhunter" gearbeitet. Aussagen von Klienten bei Beauftragung dass diese keine Frau fuer eine Position wollen, waren nicht selten. Wie daemlich ist der hier beschriebene Berater dass er erstens nicht seinen Mund haelt und zweitens meint dass Personalbesetzungen in der Realitaet gemaess dem AGG erfolgen.
Und was ist mit der Vorgabe "wir wollen keinen Mann" (z.B. um eine Quote zu erfüllen); kann ich als Mann dann ebenfalls wegen Diskriminierung vors Verfassungsgericht ziehen?

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W. v. Ockham 10.05.2014, 09:34
8. Konsequent geht anders

Leider typisch für unsere Rechtsprechung.

Erst wird das AGG als "Vorzeigegesetz" in Kraft gesetzt, dann wird jemand zu einer Schadensersatzzahlung verurteilt, der zur Einhaltung dieses Gesetzes beigetragen hat.

Frei nach Ludwig Thoma: "Er war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande."

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jagehtsnoch 10.05.2014, 09:41
9. Müllfrau gesucht.. mal sehen was passiert

Mal umgekehrt gedacht: In der Annonce steht "Die Firmen suchen ab jetzt nur Frauen für die Müllabfuhr, die Abwasserreinigung etc" ...und wenn es keine Bewerberinnen gibt... ist das dann auch Diskriminierung der Frauen gegenüber diesem Berufsstand, weil keine Frau diesen Job machen will?
Die Quote, das Thema Diskriminierung und der Versuch, sich in bestimmte Jobs einzuklagen scheint nämlich nur dort ein Thema zu sein, wo man sonst nur mit Leistung und Qualifikation reinkommt...
"Ich bin eine Frau, damit hab ich automatisch ein Recht darauf überall mit offenen Armen empfangen zu werden..."

Im Bereich der Beziehungsanbahnung sind es die Frauen ja
gewohnt, sich aufzuhübschen und dafür zu sorgen, daß ja der Mann den ersten Schritt tut und die Frau anspricht. Und die Frau dann entscheidet, ob sie ihm eine Chance gibt oder eine Abfuhr.

Kann es sein, daß Frauen im Berufsleben einfach ein Problem damit haben, auch mal eine Abfuhr zu bekommen? Kratzt ja schließlich ganz schön an der eigenen Einschätzung und am Prinzessinnenimage...

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