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Nach EuGH-Urteil: Altmaier warnt vor "Schnellschüssen" zur Arbeitszeiterfassung
OMER MESSINGER/ EPA-EFE/ REX

Vor Kurzem verkündete der Europäische Gerichtshof, Arbeitgeber müssten die Arbeitszeit ihrer Angestellten genau erfassen. Bundeswirtschaftsminister Altmaier sieht jedoch Auslegungsspielraum - und warnt vor Bürokratie.

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misterknowitall2 22.05.2019, 13:14
1. Schnellschüsse?

Kann es sein, dass sich Altmeier ein weiteres Mal disqualifiziert hat? Es geht in dem Urteil darum, dass man die Arbeitnehmer nicht abzockt. Das hat der gute Mann scheinbar nicht verstanden, wie so oft. Da gibt es auch keinen "auslegungsspielraum" oder zu viel Bürokratie. Ein Arbeitgeber sollte schon wissen, was er seinen Arbeitnehmern zumutet......und dafür dann auch bezahlen.

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Armutsrentner2032 22.05.2019, 13:25
2. Mal ne Frage...

Ist Herr Altmeier Bundeswirtschaftsminister unseres Landes, und somit dem Wohle des Deutschen Volkes verpflichtet?, oder ist er ein reiner Bundesirtschaftslobbyist?
So manche Äusserung Altmeiers mach mich schon Nachdenklich.
Viele Millionen Arbeitnehmer haben seit dem Urteil des EUGH ein Recht darauf, dass der Arbeitgeber die Arbeitszeiten genau erfassen müssen.
Den befürchteten "Schnellschuss" steht für Altmeier eher im Sinne von einem langen "vor sich her schieben", in der hoffnung das dass herauszögern noch ein paar Jahre dauert.
Als Beispiel: Verkäufer/Innen - Ich kenne viele, die jetzt schon (eher unfreiwillig) morgens eine Stunde kostenlose Mehrarbeit leisten (Bestückung der Kassen etc.) und Abends (Kassensturz) wieder mindestens eine Stunde nochmal drannhängen dürfen...ebenfalls ohne dafür eine Vergütung bzw. Überstunden zu bekommen.
Auch in vielen anderen bereichen ist das so...und das Spart den Arbeitgebern Milliarden...und die übern jetzt Druck auf unseren Bundeswirtschaftslobbyismusminister.
Die Wirtschaft bracuht keinen "Kückenschutz", sondern muss sich wie unser Herr Altmeier auch den Gesetzen des EUGH unterordnen, und schnell Umsetzen!

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Nordlicht1 22.05.2019, 13:27
3. Liebe Arbeitgeber, lieber Herr Altmaier,

im 21. Jahrhundert braucht man für eine Zeiterfassung keine Stechuhr mehr. Das geht auch mit einem Browser (das ist das Internetanzeigeprogramm auf dem Mobiltelefon oder dem Tablet oder dem PC oder Mac) - vielleicht schon mal gehört? In fast jeder abendlichen tagesschau wird ja von den Segnungen der Digitalisierung berichtet. Einfach mal einschalten: 20:00 täglich in der ARD (erstes Fernsehprogramm). Oder mal die Maus fragen...

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Marut 22.05.2019, 13:36
4. Minister für die Arbeitgeber

Es ist schon peinlich, wie sich Altmaier (und nicht nur der) inzwischen völlig ungeniert als Vertreter der Industrieinteressen darstellt.
Die genaue und lückenlose Erfassung der Arbeitszeiten dient in erster Linie dazu, im Zweifel die Ansprüche von Arbeitnehmern auf ihren Lohn sicher zu stellen, nachweisen zu können.
Dadurch wird der inzwischen verbreitete unausgesprochene Anspruch auch unbezahlte Überstunden in vielen Firmen genauso nachweisbar, wie das Umgehen des Mindestlohnes, indem der Lohn für eine offizielle kürzere Arbeitszeit berechnet wird. So wird offiziell der Mindestlohn eingehalten, obwohl der Lohn berechnet auf die wirklich geleistete Arbeitszeit oft weit darunter liegt.
Und hier geht das EUGH-Urteil direkt an die Möglichkeit, durch betrügerisches Verhalten Extraprofite zu erwirtschaften. Und da muß Altmaier natürlich sofort eingreifen, denn der Profit ist in Deutschland heilig und muß auf jeden Fall verteidigt werden. Es war ja auch der Hintergrund, warum der Mindestlohn für die Arbeitgeber-Parteien doch zustimmungsfähig war, denn es war ihnen natürlich klar, dass er durch betrügerische Berechnungsverfahren der Arbeitgeber problemlos umgangen werden kann.
Und dann kommen da diese EU-Richter, die sich um ein Einkommen aus der "Gefälligkeits-Lohnliste" der Arbeitgeber keine Sorge machen müssen, und zerstören dieses schöne Konstrukt.
Da muß Altmaier natürlich eingreifen, denn er wird spätestens bei der Suche nach einen neuem Job nach der Ministertätigkeit auf das Wohlwollen der Industrie angewiesen sein.

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micspiegelforum 22.05.2019, 14:07
5. Erinnerungen

Ich kann mich an Zeiten erinnern, da wollten die Arbeitgeber, dass man immer "Stempelt" auch beim Gang in die Kantine. Pause Start/Ende sowieso. Dann wurden die Überstunden immer mehr, die Gespräche mit dem Betriebsrat immer länger und kontroverser. Es gab Vorschläge auszustempeln und weiter zu arbeiten damit das Projekt nicht gefährdet wird.
Dann kam irgendwer auf die geniale Idee und erfand die VERTRAUESARBEITSZEIT. Jeder arbeitet nur soviel wie er für seine Aufgaben benötigt. Zeiterfassung wurde abgeschafft. Schwupp war das mit den Überstunden erledigt. Ein Wunder.
Ich denke der Vorschlag der EU ist mehr als berechtigt! Richtig! Notwendig! Hilfreich! Arbeit muss sich lohnen (nicht nur für die Arbeitgeber) und bezahlt (an die Arbeitnehmer) werden.

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MichaelundNilma 22.05.2019, 14:09
6. Erstaunlich

Da haben wir eine Bundesregierung welche die Digitalisierung verschlafen hat, deswegen Industrie 4.0 aus der Taufe hob und ausgerechnet der Wirtschaftsminister hat das nicht mitbekommen oder verstanden. Arbeitszeiterfassung funktioniert heutzutage nicht mehr mit Zeitstempel auf einer Arbeitszeitkarte sondern „to go“ als Anlehnung an eine Bekannte Restaurantkette. Da gibt es die RFDI Karte die dem Computer mitteilt wer und wann seine Arbeitsstätte zu welcher Zeit betreten oder verlassen hat. Eine solches Arbeitszeiterfassungssystem für 20 Mitarbeiter kostet gerade einmal 593,81 E, ohne RFDI Karten. Auch mit dem Smartphone kann man die Arbeitszeit erfassen. Zur Auswertung benutzt man nicht mehr Papier und Bleistift, sondern eine Auswertesoftware, welche auf Knopfdruck alle relevanten Daten fix und fertig bearbeitet ausspuckt. Als Jurist mag Altmaier von der Technik wenig Ahnung haben, aber bei der Verhinderung von Arbeitszeitbetrug darf es keine Zeitverzögerung geben. Warum Altmaier Firmen, welche Lohnbetrug begehen, durch seine Verzögerungstaktik schützen möchte und nicht die um ihren Lohn Betrogenen macht schon betroffen. Letztendlich werden auch die Sozialkassen betrogen und der Staat um seine Steuereinnahmen gebracht. Was denkt sich der Mann dabei Arbeitnehmerschutz zum Schnellschuß zu degradieren?

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Spiegel-Sepp 22.05.2019, 14:59
7. Urteil richtig - Altmaier irrt ...

Eine saubere Arbeitszeiterfassung ist zwingend notwendig! Nur so kann der Arbeitnehmer seine Arbeitszeit nachweisen und entsprechend entlohnt werden. Er wird geschützt und nicht ausgebeutet. Warum lassen wohl verantwortungsbewusste und moderne Betriebe ihre Mitarbeiter in bestimmten Zeitfenstern nicht mehr arbeiten (Zugriff auf berufliches MailPostfach oder Datenlaufwerke zwischen 20:00 und 6:00 Uhr gesperrt)?

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watch15 22.05.2019, 15:06
8. Unglaublich der Typ

"Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs sollen Arbeitgeber verpflichtet werden,die gesamte Arbeitszeit ihrer Beschäftigten systematisch zu erfassen." ... wo ist denn da bitte der Auslegungsspielraum? Wie wäre es denn zur Abwechslung mal einfach das umzusetzen, was der EuGH entscheidet. Klar, eine Arbeitszeiterfassung mit "Stechuhr" (in welchem Jahrtausend lebt der Mann eigentlich) in Zeiten von PC und IT in unserem sogenannten "Hochtechnologieland" ist schon ein sehr schwieriges Unterfangen. Es geht darum, dass Arbeitnehmer nicht abgezockt und ausgenutzt werden ... aber auch darum, dass Arbeitnehmer ihre Vertragsarbeitszeit erfüllen. Eine Win-Win-Situation also.

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arr68 22.05.2019, 15:42
9. Herr Altmaier

ein solches Vorgehen würde nur bei Ihnen als Diener des Volkes wahrscheinlich schlecht aussehen, bei unzähligen Arbeitnehmern wird es zur einzigen Waffe gegen Mindestlohnverstöße, Verstöße gegen Lenkzeiten und bei der sogenanntn Vertrauensarbeit auch als Beweismittel bei vielen auf Arbeit begründeten Krankheiten. Es geht nicht um mehr Geld, sondern um angemessene Bezahlung für nach oben begrenzte Arbeitszeit.

Aber wie ich schon immer gern sage, Diäten sollten wie Hartz4 mit den sonstigen Einkommen verrechnet werden, denn Arbeit für andere beeinflußt Arbeit für das Volk, dessen Vertreter sie sein sollen.

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