Forum: Karriere
Neue Arbeit: Wer nicht mitspielt, fliegt
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Die Arbeitswelt der Zukunft ist demokratisch. Jeder kann mitreden, Führungskräfte verlieren Macht. Alles nicht echt, sagt Professor Christian Scholz: Bei Amazon & Co. gehe es um knallharte Kontrolle und die Jagd auf "Minderleister".

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londoneye 16.09.2015, 19:51
40. Demokratie hat im Unternehmen nichts verloren

Die Frage nach optimalen Formen der Zusammenarbeit in großen Unternehmen ist zweifelsohne komplex. Die Idee jedoch, daß basisdemokratische Prozesse irgendetwas verbessern würden, scheint mir recht schlicht. Unternehmen müssen wettbewerbsfähig bleiben und brauchen klare, schnelle Entscheidungen gerade bei komplexen und unpopulären Themen. Welcher Mitarbeiter würde je seinen unprofitablen, veralteten Unternehmensbereich schließen?

Mitarbeitermotivation ist eine große Herausforderung, aber eines sollte man nicht vergessen: letztendlich zahlen die aktiven, motivierten Mitarbeiter die Rechnung für ihre faulen, demotivierten oder inkompetenten Kollegen, entweder über Mehrarbeit oder sogar den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes, falls die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig leidet. Insofern scheint es mir nicht herzlos, sondern im Gegenteil fair allen anderen gegenüber, wenn auf diese „Underperformer“ sanfter Druck aufgebaut wird, ihre Leistung zu steigern oder sich einen anderen Job zu suchen. De facto ist es in Deutschland heute jedoch unmöglich, Mitarbeiter aufgrund mangelnder Leistung zu entlassen.

Der hier dargestellte technikgetriebene Ansatz von Amazon „Underperformer“ zu identifizieren oder zu motivieren ist aus meiner Sicht völlig fehlgeleitet. Amazon schafft eine Misstrauenskultur, die über kurz oder lang ganz erhebliche negative Effekte haben wird. Ein anonymes Anschwärzprogramm in Kombination mit einer automatisierten Auswertung ist für ein Technikunternehmen sicher eine spannende Idee, ist aus meiner Sicht aber eher ein Brandbeschleuniger für die in den meisten Unternehmen ohnehin gängigen politischen Machtspielchen, die im Extremfall eine kooperative Zusammenarbeit im Unternehmen verhindern. Das wird irgendwann auch Amazon lernen; daher würde ich das Thema eher unter „nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll“ abhaken.

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alsi 16.09.2015, 20:06
41. Demokratisch ?

Ich glaub nicht das ein demokratisch organisiertes Unternehmen überlebensfähig wäre.

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firefox34 16.09.2015, 22:18
42. Soziopath

"Zumal ja Führungskraft sein nicht heißt, ein Soziopath zu sein und sich wie die Axt im Walde aufzuführen."
Sie kommen nicht viel rum, oder? Als Dienstleister für viel verschiedene Unternehmen kann ich ihnen sagen; Die meisten Führungskräfte sind Soziopathen... Entweder weil die Geschäftsführung das vorlebt oder sie mit dem Druck anders nicht mehr klar kommen. Führungskräfte die "Mensch bleiben wollen" werden keine Führungskräfte. Die sind nicht da oben, weil sie Menschenfreunde sind. Der soziale Anstrich gehört oft nur zum aufgebauten Image, mehr nicht. Was da hinter verschlossenen Türen vor sich geht... man will es gar nicht wissen.

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mobbing 17.09.2015, 00:01
43. Lieber gaga007

Da ich in Ihrem Statement keine Ironie erkennen müssen Sie es meinen wie Sie es dort geschrieben habe.
Sie scheinen ja sehr kompetent bei der Wahrnehmung Ihrer eigenen demokratisch im Betriebsverfassungsgesetz verbrieften Rechte zu sein. Die Arbeitgeberseite scheint an Ihnen schon einen vollen Erfolg im Rahmen der Desinformation vollzogen zu haben.
Stehen Sie auf und run Sie was. Mit zunehmendem Alter werden auch Sie sich nicht mehr alles gefallen lassen.

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Sabin Chen 17.09.2015, 03:46
44. oops das kommt mir bekannt vor

Zitat;" Ich wäre allerdings vorsichtig bei Firmen, in denen die Gründerpersönlichkeit sehr stark im Vordergrund steht. Da wird nicht selten etwas überkompensiert, hinter einer vermeintlich demokratischen Unternehmenskultur steht manchmal sogar ein extremes Kontrollsystem." Hoppla, also wenn er da nicht mal auf Ikea anspielt?! Da hängen riesige Ingvar Kamprad Bilder im Aufenthaltsraum und er wird als Gründer regelrecht vergöttert. Ich fand es befremdlich zu sehen, wie sich Kollegen bei ihm Autogramme geholt haben.. Wahrscheinlich habe ich ohn noch nicht mal richtig geschrieben -_-

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Osservatore 17.09.2015, 21:15
45. TTIP und Co. werden es schon richten

Zitat von uventrix
Ich kann nur jedem raten, der nicht das große Geld verdienen will aber gesund alt werden möchte und schon vor dem Ruhestand sein Leben genießen will, beim Staat anzufangen. Diese Ausbeuterei hat es glücklicherweise noch nicht in den Staatsdienst geschafft und ausnahmsweise zeigt der Staat hier mal seine Vorbildfunktion als fairer Arbeitgeber.
Die Betonung muss auf "noch" liegen, denn die neoliberalen "Menschenfreunde" blasen mit TTIP, CETA und Co. schon auf die staatliche Bastion und wollen diese regelrecht ausbeinen...Demokratie ist für diese Leute nur ein Marketingbegriff, nicht mehr, der ab und zu aus Imagegründen in Sonntagsreden beschwört wird. Wer an diese "Commercials" noch ernsthaft glaubt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche schreitet voran.

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keksguru 17.09.2015, 21:24
46. Lowperformer nerven

die raffen nix, merken sich nix, jeden Tag muß man denen die Arbeit neu erklären... leider stecke ich mit meinen Talenten in der Old Economy fest, aber bei Google&Co gibts ja nicht nur eine Geschlechterdiskriminierung, sondern auch eine Altersdiskriminierung... ab 40 ist man nur noch als Wachmann qualifiziert... daß man 13 Fremdsprachen spricht, blind Autos zerlegen und zusammenbauen kann und vor allem IT-Themen brilliant durchschaut ist dann egal... dabei hase ich 40-Stunden-Wochen für die man 81.000 Euro p.a. kriegt aber für 60 Stunden gibts in good old Germany auch nicht mehr wenn man mehr arbeitet.

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newteaser 18.09.2015, 10:17
47. Amazon in D ist alles andere....

als ein schlechter Arbeitgeber. Die Kultur ist offen, konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge von jedem Level erwünscht und gern gesehen, die Bezahlung und die Sozialleistungen ist besser als bei der Konkurrenz, es wird nach Leistung befördert und nicht nach Kumpelei, und und und und.
Mich ärgern die Schwätzer, die meinen sie könnten sich ein Urteil erlauben, nur weil sie fragwürdige Infos aus Quellen aus dritter Hand haben.

Ich bekomme regelmäßig Feedback, na und? Genau das will ich doch! Ich will wissen wo ich stehe und was die nächsten Projekte sein sollten. Das ist doch genau was alle nervt. Jahrelang im Hamsterrad, aber wehe ein Unternehmen machts anders, dann ists auch wieder nicht recht,weil ungemütlich.
Ich bekomme regelmäßig leistungsbezogen kleine Gehaltserhöhungen, Aufgaben und Aktien. Und ja, das Unternehmen achtet darauf, dass die underperformer nicht zu lange bleiben, aber auch diese bekommen Warnungen, Ziele und Feedback vorher.

Warum denn auch nicht?? Würdet ihr als Unternehmen jeden mitschleppen? Ich finde es ok, und wenn am Ende wirklich die Trennung steht, dann ist Amazon nicht der schlechteste Name im Lebenslauf. Und selbst die unteren 10% sind immernoch gute Arbeitnehmer auf dem Markt ab einem gewissen Level.
Ich bleibe da noch ein Weilchen

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