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Neue Management-Unsitte: Der Chef ist der Typ aus den E-Mails
plainpicture/Westend61/Uwe Umstätter

Immer öfter verschicken Chefs E-Mails an ihre Mitarbeiter, statt mit ihnen zu sprechen. Das führt zu Frust und Katastrophen, schreibt Karrierecoach Martin Wehrle.

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allessuper 14.11.2016, 14:14
1. Dies ist der Grund, warum Unternehmen wie Zappos

zu einer anderen Form von Organisation und Führung übergegangen sind: Holacracy.
http://www.businessinsider.com/how-zappos-self-management-system-holacracy-works-2015-6?op=1&IR=T
Manager sind am Aussterben. Sie kosten viel Geld und behindern eher kluge Entwicklungen, wenn sie diese nicht als ihre eigenen nach oben verkaufen können. Die wenigsten Manager sind auf langfristige Erfolgsziele eingestimmt, da man ihnen überall klar macht, dass man für eine erfolgreiche Karriere alle paar Jahre die Firma wechseln soll. Vertrauen im Arbeitgeber ist Mangelware, also schnell weg und immer auf dem Sprung.
Im Wort "Verantwortung" steckt "Antwort geben", und das ist in fast allen Sprachen der Welt so. Es geht aber längst nicht mehr darum, eine Antwort zu geben, sondern eine brennende Fackel möglichst schnell weiterzuwerfen, damit man selbst nicht verbrannt wird, und dann lückenlos nachzuweisen, dass man schuldfrei sei. Also Verantwortung möglichst weit weg von sich zu weisen, davor, währenddessen und auch danach.
So lange es nur um Gewinn und schnelle Dividende geht, braucht man sich also über diese Art der Kommunikation nicht zu wundern. An der Schraube drehen alle, die Geld "arbeiten lassen" statt selbst zu arbeiten. Ja, es gibt keine Arbeit mehr. usw. Inzwischen hat sich der Hund so lange in den eigenen Schwanz verbissen, dass er nicht mehr weiß wo ihm der Kopf steht. Zu unser aller Belustigung.

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gruebi01 14.11.2016, 14:25
2. Tja, warum so kommuniziert wird, steht ja gleich am Beginn des Artikels

Mitarbeiter und Geschäftspartner haben eben häufig ein schlechtes Gedächtnis, insbesondere, wenn es um Absprachen und Zusagen geht. Wenn man das Spielchen ein paarmal mitgemacht hat, ist man schlauer und kommuniziert eben schriftlich.
Auf:
„Ich kann mich nicht erinnern, Ihnen KW 12 als Lieferdatum zugesagt zu haben“
Kommt:
„Als Anhang füge ich Ihnen die Kopie Ihrer email mit dem von Ihnen zugesagten Lieferdatum in KW 12 bei“ besser, als: „Doch, haben Sie. Ich erinnere mich genau.“

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JBond 14.11.2016, 14:49
3. kein Allheilmittel

Zitat von gruebi01
Mitarbeiter und Geschäftspartner haben eben häufig ein schlechtes Gedächtnis, insbesondere, wenn es um Absprachen und Zusagen geht. Wenn man das Spielchen ein paarmal mitgemacht hat, ist man schlauer und kommuniziert eben schriftlich.
Korrekt - es sagt ja auch niemand etwas gegen eine Mail die bereits Besprochenes nochmal zusammenfasst damit beide Seiten das gleiche Verständnis haben...man sollte sich halt nur auf keinen Kommunikationsweg ausschließlich festlegen - sondern die Vorteile aller bestmöglich nutzen.

Und sämtliche Personal-Themen gehen generell nur über das persönliche Gespräch - zur Not halt zumindest per Skype oder Videokonferenz.

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brüggebrecht 14.11.2016, 14:51
4.

Diese Unsitte, die viel Unruhe und Unfrieden stiftet, ist auch im Öffentlichen Dienst zu beobachten. Die neuen Chefs haben Berührungsängste und verlangen Gehorsam. Es entstehen Kommandostrukturen, die mit Drohungen und Abmahnungen durchgepeitscht werden. Das Ergebnis sind verunsicherte und frustrierte Mitarbeiter, die sich innerlich von ihrer Arbeit abwenden. Manchmal habe ich Stunden mit dem lesen bon E-Mails verbracht, während meine Arbeit liegen blieb oder von genervten Kollegen übernommen werden mußte. Dieser neu Führungsstil ist erbärmlich.

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Ringmodulation 14.11.2016, 14:55
5. Der Autor scheint ausschließlich mit Verkäufern zu tun zu haben

Wenn die Angestellte mit ihrem Chef über "Zielvereinbarungen" und "Jahresziele" sprechen möchte, klingt das nicht nach einem produktiven Unternehmen, eher nach Marketing/Verkauf -- jedenfalls eine Branche, in der am Ende des Jahres der Chef festlegt, wer für den Erfolg verantwortlich war.
Wer produktiv arbeitet, etwa in der Softwareentwicklung, der weiß es zu schätzen, wenn er die Anforderungen jederzeit noch einmal nachlesen kann. Auch die Verantwortung für Fehler lässt sich viel besser klären, wenn dokumentiert ist, wer wann was geäußert hat.
Und welchen Sinn soll es haben, die Mail vom Management zu löschen? Glaubt da jemand, die Zustellung der Mail sei nicht dokumentiert, der Löschvorgang nicht geloggt? Da könnte man auch die Empfehlung aussprechen, sich im Mitarbeitergespräch die Ohren zuzuhalten.

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Poco Loco 14.11.2016, 15:03
6. Was ist schlecht an eMail`s?

Die Kommunikation mit eMail`s ist ja per se nichts schlechtes. Beschränkt man sich so doch auf das wesentliche, der Empfänger kann es lesen und beantworten wann immer er Zeit dazu hat und man kann auch Wochen später noch genau nachlesen und dokumentieren was beschrieben bzw. vereinbart wurde. Die Missverständnisse und event. "Katastrophen" entstehen doch nur dadurch, dass viele Mitarbeiter wie auch Vorgesetzte oder auch Kunden usw. zu oberflächlich und nachlässig damit umgehen. Zu spät oder gar nicht antworten, nicht aufmerksam und im Detail lesen, vorhergehende Fragen nicht beantworten oder an falsche Mailadr. senden usw. Da kann das Medium eMail nun wirklich nichts dafür, wenn die Menschen nicht richtig damit umgehen. Im Geschäftsbereich, auch zwischen Firma und Kunden ist das eMail nach wie vor unersetzlich.

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Freidenker10 14.11.2016, 15:27
7.

Keine Sorge, wenn die heutigen Jugendlichen in 10 jahren mal Führungspositionen erreichen sollten wird die Kommunikation über Whatsapp laufen, das wird dann viel persönlicher... ;-)

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htapk 14.11.2016, 15:28
8.

Der Autor scheint noch nie in der freien Wirtschaft gearbeitet zu haben, sonst würde er diesen Unsinn nicht schreiben.

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acitapple 14.11.2016, 15:44
9.

Zitat von gruebi01
Mitarbeiter und Geschäftspartner haben eben häufig ein schlechtes Gedächtnis, insbesondere, wenn es um Absprachen und Zusagen geht. Wenn man das Spielchen ein paarmal mitgemacht hat, ist man schlauer und kommuniziert eben schriftlich. Auf: „Ich kann mich nicht erinnern, Ihnen KW 12 als Lieferdatum zugesagt zu haben“ Kommt: „Als Anhang füge ich Ihnen die Kopie Ihrer email mit dem von Ihnen zugesagten Lieferdatum in KW 12 bei“ besser, als: „Doch, haben Sie. Ich erinnere mich genau.“
Ganz genau, mein erster Gedanke. Schade, da wollte man doch nur gegen die böse IT, Mail. Internet wettern und nebenbei noch alle Manager und Unternehmen als Handlanger Satans darstellen, und hat dabei ein klitzekleines Detail übersehen (wollen?).

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