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Neue Management-Unsitte: Der Chef ist der Typ aus den E-Mails
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Immer öfter verschicken Chefs E-Mails an ihre Mitarbeiter, statt mit ihnen zu sprechen. Das führt zu Frust und Katastrophen, schreibt Karrierecoach Martin Wehrle.

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matthyk 14.11.2016, 15:45
10. Eher das Gegenteil ist richtig

Natürlich darf es nicht so sein, dass man als Vorgesetzter nicht mehr persönlich ansprechbar ist. Der persönliche Kontakt ist essentiell, um auch subjektive Eindrücke wie die Stimmung im Team kommuniziert zu bekommen. Dazu muss man aber auch nicht unbedingt ständig verfügbar sein, sondern es reicht, hierzu feste Besprechungstermine oder Sprechzeiten einzurichten und diszipliniert genug zu sein, diese auch einzuhalten.
...aber: Es krankt viel öfter daran, dass Arbeitsanweisungen und -(Zwischen)ergebnisse zu selten schriftlich kommuniziert werden und man meistens die zeitsparendste Form der Kommunikation wählt (Telefon). Je mehr interdisziplinär, abteilungs- und unternehmensübergreifend gearbeitet wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass das früher oder später zu Problemen führt. Die E-Mail hat hier nunmal den riesigen Vorteil, dass sie auch im Nachhinein noch nachvollziehbar und teilbar ist.
Vorgesetzte müssen meiner Meinung nach aber darauf achten, dass solche Arbeits-Mails immer neutral geschrieben sind und persönliches da nix verloren hat (alles andere bietet einen zu großen Raum für Fehlinterpretationen) und Mitarbeiter sollten das Fehlen jedweder persönlicher Ansprache nicht in irgendeiner Weise interpretieren.

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wasistlosnix 14.11.2016, 15:51
11. Wer schreibt der bleibt

Das war doch schon früher so!

Mein persönlicher running Gag "Wir haben informiert! Wir haben eine Email geschrieben"
Das ist ganz altes Beamtentum.

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eigene_meinung 14.11.2016, 15:55
12.

Leider ist es noch viel schlimmer. In "modernen" Großkonzernen gibt es virtuelle "Teams" mit einem Chef z.B. in USA, Mitarbeitern in China, Deutschland, Polen, ... Kommunikation findet dann nur noch per E-Mails und seltenen Telefonkonferenzen statt. Einmal jährlich gibt es dann die von der Firmenleitung geforderte "Zielvereinbarung", "Performance Evaluation" und sonstigen Quatsch, bei dem der Chef meistens nicht den Ansatz von einer Ahnung hat, was sein Mitarbeiter erzählt, was er geleistet hat. Ansonsten werden E-Mails der Mitarbeiter nur sporadisch beantwortet, meistens inhaltlich nichtssagend oder mit hunderten Seiten belanglosem Text in Anhängen.

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Olaf 14.11.2016, 16:01
13.

Zitat von gruebi01
„Ich kann mich nicht erinnern, Ihnen KW 12 als Lieferdatum zugesagt zu haben“ Kommt: „Als Anhang füge ich Ihnen die Kopie Ihrer email mit dem von Ihnen zugesagten Lieferdatum in KW 12 bei“ besser, als: „Doch, haben Sie. Ich erinnere mich genau.“
Das ist zwar richtig, führt aber dazu, dass immer mehr Zeit damit verbracht wird sich abzusichern, anstatt Probleme zu lösen.

Der Kunde hat zwar immer noch nicht sein Bestellung, aber das macht nichts, wir haben ja einen Schuldigen.

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aeni 14.11.2016, 16:56
14. Autor benötigt auch Nachhilfe

Lieber Herr Wehrle, ein Graus, wenn man diesen Text liest. Inhaltlich solala und dann noch die Orthografie... Man o man! E-Mails, Anführungszeichen beginnen unten und dann oben... blöd wenn alles auf american english eingestellt ist! Und die Leichte Sprache wird nun auch in Artikeln für den Durchschnitts-Spiegel-Online-Leser verwendet?? Die deutsche Sprache ist so wunderbar, online hin oder her, auch wenn es zügig gehen muss in den Redaktionen: Bitte bewahrt sie!

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adamk 14.11.2016, 17:26
15.

Zitat von Olaf
Das ist zwar richtig, führt aber dazu, dass immer mehr Zeit damit verbracht wird sich abzusichern, anstatt Probleme zu lösen. Der Kunde hat zwar immer noch nicht sein Bestellung, aber das macht nichts, wir haben ja einen Schuldigen.
Sie zitieren hier eine Kunden-Lieferanten-Beziehung. Selbstverständlich macht man da solche Dinge per Mail fix.
Im Artikel geht es aber um das Chef-Mitarbeiter-Verhältnis. Das ist etwas völlig anderes.
(OffTopic: Was ist das eigentlich mit den Zielvereinbarungen? Ich kenne das gar nicht. Ich hatte als ich noch angestellt war, immer einen Arbeitsvertrag in dem stand was meine Aufgaben sind. .. Seltsamme Welt :)

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peterbruells 14.11.2016, 17:32
16.

Zitat von aeni
Lieber Herr Wehrle, ein Graus, wenn man diesen Text liest. Inhaltlich solala und dann noch die Orthografie…
„so lala“

„…“ , nicht „…“

„Mannomann“ oder „Mann, o Mann“

„E-Mails“ schreibt er doch korrekt, Mail ist eine übliche und nachvollziehbare Form.

„leichte Sprache“, nicht „Leichte Sprache“

Ein Satzzeichen pro Satz muss reichen.

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monotrom 14.11.2016, 17:36
17. Jope

Beim meinen Noch(....)-Arbeitgeber macht diese Unsitte seit einigen Monaten auch die Runde. Der sachlich-fachliche Respekt vorm Vorgesetzten geht dann vollends in den Keller, wenn diese "Arbeitsaufträge" noch nicht mal per semi-professioneller Aufgabenverteilung des Mailprogramms erfolgt. Sondern mit Clipart-umkränzenden (zum Ausmalen?!) Textdateianhängen eintrudeln. Da fühlt man sich einfach nur noch verhohnepipelt, um es milde auszudrücken.

Nicht der ausschließliche Grund für meine Kündigung (und zahlreicher Kollegen, seit 12 Monaten ist ein gutes Viertel der Fachabteilung "Auf der Flucht").
Aber doch ein nicht wirklich unwesentlicher. Btw.: Öffentlicher Dienst....
21 Tage noch - and counting :).

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skyeye 14.11.2016, 18:14
18. pers. Gespräch vs. Telefonat

Persönliche Gespräche zwischen Mitarbeiter und Vorgesetze/m/r sind ausgesprochen wichtig. Wenn man als Chef aber Teams und Mitarbeiter über die ganze Welt verteilt hat, sind persönliche f-2-f-Gespräche nur, wenn überhaupt, einmal jährlich möglich. Ein bewährtes Mittel ist allemal ein Telefonat oder auch eine Videokonferenz. Voraussetzung für eine erfolgreiche Führung mittels Telefon ist aber das uneingeschränkte Commitment aller Beteiligten. Nach meinen bisherigen sehr positiven Erfahrungen funktioniert das auch in vielen Kulturen - bis auf die D-A-CH - Region. Ein persönliches Gespräch pro Jahr sollte aber irgendwie immer drin sein.

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spontanistin 14.11.2016, 18:24
19. Gutes Fallbeispiel!

Mit Diffamierungen (sorry: Potential-Beurteilungen) speziell von erfahrenen Mitarbeitern halten sich insbesondere neue Topmanager mit scheinbar aktuellem Wissen locker drei Jahre bevor sie dann wegen offensichtlicher Erfolglosigkeit geschasst und mit besten Zeugnissen beim nächsten Unternehmen den weiteren und nun allein zeitlich überfälligen Karriereschritt machen. Und so zieht die Karawane weiter!

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