Forum: Karriere
Neuer Auskunftsanspruch: So erfahren Sie vielleicht, was Ihre Kollegen verdienen
Daly and Newton / Getty Images

Wenn Sie in einer größeren Firma arbeiten, muss die Ihnen künftig mitteilen, was Ihre Kollegen verdienen. Denn ab 6. Januar haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Auskunft. So geht es. In der Theorie.

Seite 3 von 9
mwroer 06.01.2018, 12:54
20.

Zitat von So Nebenbei
Es soll Menschen geben, die können nicht den Wert ihrer Arbeit so genau beziffern wie Sie. Oder Menschen, die unter dem Druck einenJob zu finden, nicht bestmöglich verhandeln können. Oder einfach Menschen, die zu schüchtern sind, nach mehr Gehalt zu fragen. Mich ärgert viel mehr, das man nur ein Geschlecht benachteiligt sieht. Wer findet es denn fair, das der Überflieger im Büro das doppelte verdient, nur weil er mit dem Chef im Sportverein einen hebt? Das daran was geregelt werden muss, ist OK. Nur, man spricht ja nicht über Geld, wie das dem Deutschen seit Jahrzehnten eingetrichtert wird. Also wird solch ein Gesetz auch so verhunzt. Man spricht ja nicht offen darüber, nur über irgendwelche Medianwerte. Schwachsinn.
Sie haben lediglich ein Auskunftsrecht - will meinen: Der Kollege im Sportverein des Chefs verdient immer noch das doppelte. Daraus entsteht kein Anspruch für Sie mehr zu verdienen.

Also - was genau soll das Gesetz? Letztlich, wenn man Ihnen jetzt mal Böses unterstellt, dient es dazu dass Sie im Büro tratschen und erzählen 'Ja der kriegt doch nur mehr weil er beim Chef im Sportverein ist'.

Das man im selben Sportverein sein kann und trotzdem besser als Sie scheint keine Option zu sein? In größeren Betrieben erfährt man den Durchschnittslohn ohnehin vom Betriebsrat (wenn Ihrer das nicht macht haben Sie einen schlechten).

Das ganze Gesetz ist komplett überflüssig. In der vorliegenden Form sowieso.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
josifi 06.01.2018, 12:57
21.

Zitat von n.a.max
... und habe keine abgeschlossene Berufsausbildung und triste mein dasein in einem Call-Center mit c.a. 600 Mitarbeitern. Natürlich haben wir kein Betriebsrat und verdienen die Stunde 9.10 EUR obwohl das Unternehmen Jahr für Jahr gewinn macht und der Chef munter Jahr für Jahr einen neuen Porsche least. Seis drum. Was mich stört ist die Tatsache, dass einige Mitarbeiter mehr verdienen, wir sprechen von 10-30 Cent mehr, als andere und auch bevorzugt werden - was eventuelle Weiterbildungen betrifft. Wenn man ein Jahr nicht Krank wird zahlt der Arbeitgeber einmalig Brutto c.a. 4 EUR. Mitarbeiter werden unter Druck gesetzt doch Krank zur Arbeit zu kommen. Arbeitsrecht wird mit den Füssen getreten und wir wiseen nicht an wen wir uns wenden können. Hier sollte Vater Staat ein Auge drauf werfen.
Der Staat? Warum der? Die entsprechenden Gesetze hat der Staat längst erlassen, zum Beispiel dad Betriebsverfassungsgesetz.
Sie können doch einen Betriebsrat gründen! Bei der Betriebsgröße haben Sie jedes Recht dazu. Machen Sie sich mal schlau!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fördeanwohner 06.01.2018, 12:59
22. -

Dann eben nochmal ...
http://www.spiegel.de/karriere/gehaelter-in-schweden-maximale-transparenz-a-881340.html
In Schweden ist das alles kein Problem und die Leute hauen sich auch nicht die Köppe ein. Da sind es zwar die Finanzämter, die die Auskünfte erteilen, aber der Effekt ist ähnlich. Zum anderen gibt es in Schweden viel weniger Schwarzarbeit, weil diese Transparenz die Menschen diszipliniert.
----------------------------------
Für die SPD sollte die Aushöhlung auch dieses Gesetzes von Unionsseite ein weiterer Grund dafür sein, die GroKo nicht fortzusetzen.
Wenn man sich überlegt, wer eigentlich etwas davon hat, dass niemand weiß, was die Kollegen so verdienen, kommt man ganz schnell auf den - genau - Arbeitgeber. Da hat sich die ganze Lobbyarbeit doch mal wieder ausgezahlt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
t.gehrmann 06.01.2018, 13:02
23.

Zitat von girge
bedeutet das, dass man einen Durchschnittswert erhält. Wenn ich als Frau genau im Schnitt liege, kann es immer noch sein, das alle männlichen Kollegen darüber liegen und alle weiblichen darunter. Deshalb müsste man den Durchschnitt nah Geschlecht ermitteln. Nur so können Frauen erfahren ob Männer in Schnitt mehr verdienen. Kleine Voraussage: Dieses Gesetz ist unbrauchbar und unbenutzbar. Der reale Nutzen ist gleich null. Oder sehe ich das falsch?
Das ist typisch für sogenannte Feministinnen ("sogenannt" weil redliche Feministinnen so nicht argumentieren). Es geht nicht um Chancengleichheit, sondern um die Durchsetzung von Sonderprivilegien. Es ist egal, ob es Männer gibt, die unterdurchschnittlich bezahlt werden, aber wehe es gibt auch nur eine Frau im Kollegium, die weniger bekommt als die Gruppe der Männer.

Was ist, wenn die am wenigsten leistungsfähige Person eine Frau ist? Muss sie höheres Gehalt bekommen, weil es nicht sein darf, dass die Männer mehr verdienen?

Die Idee, unabhängig von Leistung Güter gleich zu verteilen ist nicht neu. Ein solcher Feminismus ist Marxismus - nur mit anderen Kampfbegriffen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hundini 06.01.2018, 13:02
24. ^^

Wie sagte Andrea Nahles: "Jetzt gibt es was auf die Fresse"^^

Solch ein Gesetzt kann nur aus irgendwelchen SPD-Hirnen kommen,
das dann von CDU Lobbyisten zusammengestrichen wird.

SPD jetzt schafft Ihr die 20%! Aber darunter...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wi_hartmann@t-online.de 06.01.2018, 13:07
25. Was "verdient" der Kollege/in

Eine neue Neiddebatte wird jetzt auch in Firmen losgetreten.
Den Betriebsfrieden störend und im leistungsmindernd.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fördeanwohner 06.01.2018, 13:08
26. -

Zitat von aktiverbeobachter
Volle Zustimmung. Genau so sehe ich das auch. Ich finde auch, jeder sollte sich mehr mit sich selbst beschäftigen, als ständig nach anderen zu gucken. Sich heutzutage zu informieren über Gehälter und den Wert einer Ausbildung und Berufserfahrung ist ja im Internet nicht wirklich aufwendig. Und wenn individuell der Einzelnen mit seinem mit dem Arbeitgeber verhandelten Gehalt zufrieden ist, ist es doch OK. Mich interessiert es überhaupt nicht, was meine Kollegen/innen bekommen. Im amerikanischen sagt man :"When the other man's grass looks greener. Water your own Yard"
Der Blick nach Schweden sagt uns, dass das alles gar kein Problem ist. Es geht dabei auch nicht um Neid, sondern um Gerechtigkeit.
Der Arbeitgeber muss nämlich auch rechtfertigen können, weshalb jemand, der dieselbe Tätigkeit ausübt, ggf. mehr verdient.
Im Prinzip hat nur der Arbeitgeber einen Vorteil von dieser Intransparenz, die bei uns herrscht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
freddygrant 06.01.2018, 13:08
27. Es ist doch längst ...

... überfällig und schon durch Unternehmens- und Arbeitsethik
gefordert, daß durch Geschäfts- und Personalleitungen in den
Firmen und Unternehmen bei Interesse bzw. auf Antrag die
die Arbeits- und Leistungsrelationen bekannt gemacht werden.
Haben wir nicht schon genug Spekulanten in unserer Gesellschaft
und System, daß wir die Un- und Ausbeutungsmoral auch noch
am Arbeitsplatz weiter manifestieren müssen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
josifi 06.01.2018, 13:11
28.

Zitat von n.a.max
... und habe keine abgeschlossene Berufsausbildung und triste mein dasein in einem Call-Center mit c.a. 600 Mitarbeitern. Natürlich haben wir kein Betriebsrat und verdienen die Stunde 9.10 EUR obwohl das Unternehmen Jahr für Jahr gewinn macht und der Chef munter Jahr für Jahr einen neuen Porsche least. Seis drum. Was mich stört ist die Tatsache, dass einige Mitarbeiter mehr verdienen, wir sprechen von 10-30 Cent mehr, als andere und auch bevorzugt werden - was eventuelle Weiterbildungen betrifft. Wenn man ein Jahr nicht Krank wird zahlt der Arbeitgeber einmalig Brutto c.a. 4 EUR. Mitarbeiter werden unter Druck gesetzt doch Krank zur Arbeit zu kommen. Arbeitsrecht wird mit den Füssen getreten und wir wiseen nicht an wen wir uns wenden können. Hier sollte Vater Staat ein Auge drauf werfen.
Der Staat? Warum der? Die entsprechenden Gesetze hat der Staat längst erlassen, zum Beispiel dad Betriebsverfassungsgesetz.
Sie können doch einen Betriebsrat gründen! Bei der Betriebsgröße haben Sie jedes Recht dazu. Machen Sie sich mal schlau!
Apropos Studienabbrecher... d.h. Sie haben Abitur. Das finde ich bei Ihrer Orthografie recht erstaunlich...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
power.piefke 06.01.2018, 13:20
29. Geheimhaltung ist schädlich,

und zwar für die Mitarbeiter. Insbesondere die Arbeitgeber haben kein Interesse an Transparenz. Daher wird einem von Anfang an eingeimpft, bloß Stillschweigen zu bewahren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 9