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Neuer Auskunftsanspruch: So erfahren Sie vielleicht, was Ihre Kollegen verdienen
Daly and Newton / Getty Images

Wenn Sie in einer größeren Firma arbeiten, muss die Ihnen künftig mitteilen, was Ihre Kollegen verdienen. Denn ab 6. Januar haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Auskunft. So geht es. In der Theorie.

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griaseich 06.01.2018, 13:20
30. Dummheit

wenn es nur irgendwie geht, wird ein Arbeitgeber dieses Land verlassen. Warum sollte er sich vorschreiben lassen, wem er wieviel bezahlt und warum sollte er sich vorschreiben lassen, wem er das auch noch mitzuteilen hat

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Bürger Icks 06.01.2018, 13:20
31. Genau darum geht es doch

Zitat von Stuenzel
Und stört den Betriebsfrieden. Das ist Wasser auf den Mühlen der Intriganten, die sich mehr für die Löhne der anderen interessieren, als um die schnelle und präzise Erledigung Ihrer Arbeit. Das Unternehmen als Kaffeekränzchen. Und die ewigen (und längst bekannten) Opfer werden ihre Arbeit nicht besser erledigen, sondern nur noch untereinander tratschen. Mit Gerechtigkeit hat das wenig zu tun, dafür mehr mit der Förderung des Denunziatentums. Ich weiss, was mein Arbeit wert ist und habe entsprechend verhandelt. Was die anderen verdienen, interessiert mich nicht. Ich bin kein Neidhammel.
Alles und jeden gegeneinander aufzuhetzen, Neid und Missgunst zu erzeugen usw.

Damit das mit offenen Augen schlafende Wahlvolk damit beschäftigt ist sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen, statt gemeinsam die wirklichen Probleme zu erkennen, zu benennen und diesem von Gier und Neid gesteuertem Ausbeutersystem zu Gunsten derer, die schon mehr als genug haben, den Garaus zu machen.

Transparenz wäre an anderen Stellen im Staate Deutschland viel eher und dringender angebracht, als unbedingt Neid und Missgunst mit Gehältertransparenz bei den "kleinen Fischen" auszulösen!

Das Volk wird, wo es nur geht, gegeneinander aufgehetzt. Arbeiter gegen Arbeitslos, Privatpatienten gegen gesetzlich Versicherte, Alt gegen Jung, Frau gegen Mann, Dunkelhaarig gegen Blond, Veg-irgendwas gegen Fleischesser, Bio gegen Nicht-Bio-Käufer, Dick gegen Dünn, "Rechts" gegen "Links", Apple-User gegen Android-User, usw.

Wir sollten uns durch solch billige Propaganda und Spielchen der nur durch Reichtum aber dadurch in Wahrheit Herrschenden einfach nicht mehr gegeneinander aufhetzen lassen, doch da ist der Wunsch wohl Vater des Gedankens!

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kongo090 06.01.2018, 13:32
32. Transparenz sieht anders aus

in unserem Unternehmen mit über 1000 Mitarbeitern haben wir schon länger Gehaltstransparenz eingeführt. Wir haben alle Jobs und Job Rollen eingeteilt und nach Seniorität unterschieden. Sobald es mehr als sechs Mitarbeiter pro Gruppe gibt, werden alle Gehälter als Punktewolke auf einer Skala allen Mitarbeitern gezeigt. Bei Führungskräften wird die Rollen Einteilung gröber, von einem Manager erwarten wir ja auch breitere Einsetzbarkeit. Die Transparenz wird nach jeder Gehaltsrunde aktualisiert und es gibt regelmäßige Gespräche der Mitarbeiter mit ihrer Führungskraft zum eigenen Punkt. Ein Anspruch auf Gleichheit gibt es hier auch nicht, aber einen Anspruch auf ein qualifiziertes Gespräch mit der Chefin. Geschlecht spielt keine Rolle, aber Leistung. das haben wir übrigens eingeführt ohne einen Betriebsrat zu haben. Unsere Mitarbeiter haben sich vor Jahren schon gegen einen Betriebsrat entschieden und einen eigenen Vertretungsvertrag mit dem Vorstand ausgehandelt. So sieht unsere Zukunft der Arbeit aus m

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wolle0601 06.01.2018, 13:47
33. Nehmen wir mal an,

jemand hat die Fähigkeiten und wäre auch bereit, eine Firma zu gründen oder seine Selbstständigkeit um ein paar Mitarbeiter zu erweitern. Vielleicht hat dieser Jemand aber in einem gesetzlich durchregulierten Umfeld einfach keine Lust, ständig irgendwelche Geßlerhüte zu grüßen, all das Anspruchsdenken zu befriedigen, und sich für alles zu rechtfertigen, was er/sie tut. Und am Ende dann noch alles Risiko selbst zu tragen, aber von Gewinnen den Löwenanteil abzugeben. Verbieten und regulieren kann man so ziemlich alles. Davon entstehen aber noch keine produktiven Jobs.

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mens 06.01.2018, 13:49
34. Niederste Instinkte

Bei den angeblichen Transparenz-Regeln (hochgelobtes Schweden) werden einfach die schlechtesten Eigenschaften der Menschen bedient. Missgunst und Neugier. Und darin sind wir Weltmeister. Die faulsten Säcke wollen hier Rundumversorgung und 9 to viertel vor 5 arbeiten. Und sie bekommen es! Da wo (ohne Betriebsrat oder Gewerkschaft) unbezahlte und nie ausgeglichene Überstunden malocht werden (Medien, Gastro, Transport etc. ) wird aber NIE kontrolliert oder bestraft. Was interessiert mich dort ob der andere auch einen besch... Stundenlohn hat? Damit soll Lohngerechtigkeit geschaffen werden? Augenwischerei.

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CobCom 06.01.2018, 13:50
35.

Woran machen Sie das fest? Decken Sie z.B. hochwertige Aufgabenportfolios ab, wie sieht es mit der Bereitschaft aus, in Notfällen kurzfristig flexibel zu sein, wie ist das Standing?
Da sie keinen Betriebsrat haben, gehe ich davon aus, dass Gehälter verhandelt werden. Sind Sie in einer starken Nachfragephase eingestiegen? Haben Sie genug gefordert? Wie oft sprechen Sie das Thema an? Wie und mit welchen Argumenten bereiten Sie sich vor?
Seniorität alleine kann einen Wert haben, muss es aber nicht. Gerade die Eingangsqualifikation ist nach ein, zwei Karriereschritten doch im höherwertigen Umfeld nicht mehr von Bedeutung. Daher wundert es mich, dass Sie gerade diese Punkte betonen.
Wenn Sie sich am oberen Ende des Gehaltsspektrums sehen, klappt das nur, wenn sie die relevanten Personen überzeugen, dass sie das auch wert sind. Da würde Ihnen eine Durchschnittswertangabe aber maximal in echt krassen Fällen helfen...

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mikn1000 06.01.2018, 13:53
36. Transparenz geht ganz schnell

In meinen Bereich gab es auch mal sehr viel Unruhe bezüglich angeblich stark unterschiedlicher Bezahlung. Also hat jeder sein Gehalt in einer Standardisierten Officevorlage eingetragen und ausgedruckt und in einen Kiste geworfen. Anschließend waren die Gehälter bei 20 Kollegen ermittelt. Die Unruhe war weg, es gab in der Tat 3 Kollegen mit stark abweichenden Gehältern (2 deutlich nach unten und einer deutlich nach oben), der Rest bewegte sich einem nahen Korridor (von 300-500 €). Damit war klar, was man noch in dem Laden erreichen kann. Der Topverdiener ahnte warum er keine Gehaltsanpassungen mehr bekam, die unteren versuchten es mit Verhandlungsgeschick. Nach gut 2-3 Jahren arbeiteten nun alle in anderen Unternehmen und sind nun deutlich zufriedener; was aber nicht nur mit dem Gehalt zusammen hängt. Danach gab es dann auch offenere Gespräche. Es war ersichtlich, dass z.B. neue Arbeitnehmer häufig ähnlich gut verdienen, wie altgediente Arbeitnehmer; sofern diese sich aus einer ungekündigten Position heraus beworben haben. Daher kann auch die Empfehlung nur lauten, regelmäßig bei einen neuen Arbeitgeber anzuheuern.

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bold_ 06.01.2018, 13:53
37. Wenn ich schon das Wort Leitfaden lese,

sträuben sich mir meine leitenden Nackenhaare!

Das Volumen-Verhältnis von "Erläuterungen" zu Gesetzestexten - oder auch Formularen für Steuererklärungen - bewegt sich immer mehr in Richtung in Richtung 10:1.
Das KISS-Prinzip ist bei den Bürokraten noch lange nicht bekannt, geschweige denn eingeführt.
Sie suhlen sich weiterhin seitenlang in ihrem Geschreibsel und glauben in ihrer Einfalt daran, daß das gemeine Volk dieses begierig aufsaugt...

WÄREN Gesetze, Vorschriften & Co. eindeutig und verständlich, bedürfte es überhaupt keiner "Erläuterungen"!
Das System ist aber, wie es ist, und eines Tages werden wir bei 20:1 landen, fürchte ich.

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t.gehrmann 06.01.2018, 13:54
38. Feministische Kampfbegriffe

Es ist löblich, dass hier nicht die üblicherweise genannte Zahl von 20 + x Prozent für einen Gender-Pay-Gap herangezogen wird. Aber leider wird die Verwendung dieser Metrik auch mit realistischeren Zahlen nicht weniger widersinnig. Ich kann mir beliebige gesellschaftskritische Metriken stricken:

Ethnien-Pay-Gap, Behinderungs-Pay-Gap, Gesundheitszustands-Pay-Gap, Alters-Pay-Gap, Attraktivitäts-Pay-Gap, Migrationshintergrund-Pay-Gap, Ossi-Pay-Gap, etc. etc.

Aber was mache ich damit?

3rd wave Feministinnen ziehen den Schluss aus dem Gender-Pay-Gap, dass dieser eine Manifestation der Diskriminierung durch das Patriarchat sei. Eine steile These, die sie leider nie belegen konnten. Um das am Kollektiv der Frauen verübte Unrecht zu heilen, werden dann Sonderprivilegien für Frauen eingefordert, die in letzter Konsequenz nichts anderes sind als eine - nun nicht nur gefühlte sondern reale - Diskriminierung gegenüber der Gruppe, gegen die man sich abgrenzt.

Man darf nicht einfach die Begriffe Nachteil und Diskriminierung vertauschen. Wenn z.B. jemand schlechtere Jobchancen hat, weil er eine Behinderung hat, einen Nachteil, ist das nicht automatisch eine Diskriminierung durch die Gruppe der Nichtbehinderten. Es ist vielleicht einfach so, dass man als Blinder einfach viele Berufe gar nicht ausüben kann. Soll die Gesellschaft einem Blinden zur Bereinigung dieses Nachteils ungeachtet seiner Qualifikation ein Durchschnittseinkommen zahlen? Was ist mit Mitfünfzigern, was ist mit Asiaten, was ist mit Fettleibigen, was ist mit Kindern Alleinerziehender?

Wir beobachten die Auswüchse einer Opfer/Anspruchshaltungs-Kultur, die versucht, die Verantwortung für sich selbst anderen zuzuschieben.

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hausfeen 06.01.2018, 13:57
39. Klar, mehrheitlich werden Frauen lohndiskriminiert.

Aber eben nur mehrheitlich. Der Willkür der Chefetage etwas entgegenzusetzen, ist generell ein hoffnungsloses Unterfangen. Wenn Cheffe Buddys hat oder nur einfach eine Idee, ein Muster davon, wie ein Sympath daherkommen muss, dann ist Diskriminierung möglich. In Bezug auf Frauen ist die Gefahr der selektiven Diskriminierung groß. "Normale" Frauen mit guter Arbeitseinstellung haben oft keine Chance, wenn Chef ein bestimmtes Frauenbild bevorzugt, oder Chefferin ein bestimmtes Männerbild oder alles auch gerne gleich- und mixgeschlechtlich. Und je kleiner der Betrieb, desto schlimmer ist es, desto größer ist das Schild am Eingang: "Sie verlassen den demokratischen Sektor der Bundesrepublik Deutschland".

Durfte es live erleben. Mein Ex-Chef hatte drei Lehrlinge aufgeniommen. Einen Mann für die Arbeit und zwei Frauen fürs Auge. Auf den ersten Blick wurde der Mann diskriminiert, auf den zweiten, genaueren Blick die beiden Frauen, die nie eine Chance für berufliches Weiterkommen bekamen.

Gesetze können kaum ausbügeln, was in unser aller Köpfen schief läuft. Das ist die traurige Wahrheit.

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