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Neuer Auskunftsanspruch: So erfahren Sie vielleicht, was Ihre Kollegen verdienen
Daly and Newton / Getty Images

Wenn Sie in einer größeren Firma arbeiten, muss die Ihnen künftig mitteilen, was Ihre Kollegen verdienen. Denn ab 6. Januar haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Auskunft. So geht es. In der Theorie.

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lamblies 06.01.2018, 14:04
40. Mein Titel

Zitat von n.a.max
... und habe keine abgeschlossene Berufsausbildung und triste mein dasein in einem Call-Center mit c.a. 600 Mitarbeitern. Natürlich haben wir kein Betriebsrat und verdienen die Stunde 9.10 EUR obwohl das Unternehmen Jahr für Jahr gewinn macht und der Chef munter Jahr für Jahr einen neuen Porsche least. Seis drum. Was mich stört ist die Tatsache, dass einige Mitarbeiter mehr verdienen, wir sprechen von 10-30 Cent mehr, als andere und auch bevorzugt werden - was eventuelle Weiterbildungen betrifft. Wenn man ein Jahr nicht Krank wird zahlt der Arbeitgeber einmalig Brutto c.a. 4 EUR. Mitarbeiter werden unter Druck gesetzt doch Krank zur Arbeit zu kommen. Arbeitsrecht wird mit den Füssen getreten und wir wiseen nicht an wen wir uns wenden können. Hier sollte Vater Staat ein Auge drauf werfen.
Da verdient meine Flurputze aber das dreifache.

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fördeanwohner 06.01.2018, 14:13
41. -

Zitat von griaseich
wenn es nur irgendwie geht, wird ein Arbeitgeber dieses Land verlassen. Warum sollte er sich vorschreiben lassen, wem er wieviel bezahlt und warum sollte er sich vorschreiben lassen, wem er das auch noch mitzuteilen hat
Ich kann mir nicht vorstellen, dass schwedische Arbeitgeber größere Menschenfreunde sind. Warum soll etwas, das in Schweden funktioniert, nicht auch hier bei uns funktionieren?
Sicher, man kann nicht immer alles vergleichen. Aber das Abwandern von Firmen ins Ausland ist ja immer das Totschlagargument in Deutschland. Hat auch damals vor der Einführung des Mindeslohnes als Drohmittel gedient. Und sind die Firmen ins Ausland abgewandert?
Daher sehe ich keinerlei Hindernisse für eine größere Transparenz in Deutschland.

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CobCom 06.01.2018, 14:14
42.

Zitat von fördeanwohner
Der Blick nach Schweden sagt uns, dass das alles gar kein Problem ist. Es geht dabei auch nicht um Neid, sondern um Gerechtigkeit. Der Arbeitgeber muss nämlich auch rechtfertigen können, weshalb jemand, der dieselbe Tätigkeit ausübt, ggf. mehr verdient. Im Prinzip hat nur der Arbeitgeber einen Vorteil von dieser Intransparenz, die bei uns herrscht.
Welche Intransparenz denn?
Ich weiß ziemlich genau, was meine Kollegen verdienen, teilweise weil ich sie gefragt habe, teilweise weil ich mindestens ahne wie der Hase läuft, teilweise weil ich häufiger im Vorfeld der Gehaltsverhandlungen nach Einschätzungen oder Rat gefragt werde. Interessanterweise sowohl von Kollegen als auch manchmal von den Managern. Beide wissen, dass ich zwar im Einzelfall schweige wie ein Grab, aber generelle Hinweise wie das jemand krass unter Wert eingestuft ist (Aufgaben und damit letztlich auch Cash) werden durchaus aufgenommen.
Nebenbei übrigens eine tolle Basis für die eigenen Verhandlungen, WENN das Portfolio und die Fähigkeiten passen. Und dann muss man das immer noch dem Partner klarmachen, der das letztlich zu verantworten hat. Mit das hilfreichste sind da interne und externe Referenzen. Wenn einen drei andere sofort einstellen würden, schafft das immer Eindruck. Dieses komische Gesetz funktioniert aber nicht, weil ich jederzeit begründen könnte, warum zwei beliebige Kollegen eben nicht gleiche Arbeit leisten.

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romeov 06.01.2018, 14:19
43. Das ist mir so was von egal, was meine Kollegen verdienen.

Wer nicht das richtige Gehalt bekommt, hat schlecht verhandelt. Für mich ist das wieder ein Weg zurück zur alten "DDR". In einer boomenden Wirtschaft sollte das alles kein Problem sein.

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CobCom 06.01.2018, 14:19
44.

Wer blöd ist oder sich in einer sehr schwachen Position wähnt oder befindet, hält sich daran...
Aber demjenigen fehlt dann eben auch das Wissen und oft auch die Stärke für Gehaltsverhandlungen. Und das zieht sich dann durch.

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mintie 06.01.2018, 14:22
45.

@n.a.max

Wenden Sie sich als erste Anlaufstelle erstmal an an eine große Gewerkschaft, z.B. Verdi. Die wissen, wie man da vorgeht, z.B. wie man einen Betriebsrat gründet und unterstützen Ihre Mitglieder auch darin.

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Yves Martin 06.01.2018, 14:36
46.

Zitat von aktiverbeobachter
Volle Zustimmung. Genau so sehe ich das auch. Ich finde auch, jeder sollte sich mehr mit sich selbst beschäftigen, als ständig nach anderen zu gucken. Sich heutzutage zu informieren über Gehälter und den Wert einer Ausbildung und Berufserfahrung ist ja im Internet nicht wirklich aufwendig. Und wenn individuell der Einzelnen mit seinem mit dem Arbeitgeber verhandelten Gehalt zufrieden ist, ist es doch OK. Mich interessiert es überhaupt nicht, was meine Kollegen/innen bekommen. Im amerikanischen sagt man :"When the other man's grass looks greener. Water your own Yard"
Da bin ich vollkommen bei Ihnen. Wäre ich Arbeitgeber, würde ich die Aufgabenbeschreiung eines Mitarbeiters, den ich beim Gehalt bevorzugen möchte, eben so gestalten, dass niemand reklamieren kann, er würde zur gleichen Gruppe gehören.

Ein engagierter Abteilungsleiter ist für ein Unternehmen wertvoller als die - nominal gleichgestellte - Schnarchnase, die Weiterbildungen verweigert und jeden Tag pünktlichst Feierabend macht. Sollte es zu einer gerichtlichen Klärung der Einkommenshöhe kommen, muss man eben vor Gericht solche Leistungsunterschiede klarstellen. Ob das das Standing der Schnarchnase in der Firma befördert?

Die dauernden Versuche unserer Neidgesellschaft, alles gleichmachen zu wollen, sind öde. Warum sollte - neben dem Können und persönlichen Leistungswillen - nicht auch weiterhin persönliches Verhandlungsgeschick die Einkommenshöhe bestimmen? Anderswo gilt es als pfiffig, einen persönlichen Vorteil für sich herauszuschlagen: Im Flugzeug haben nur die Dummies den vollen Preis bezahlt und die Cleveren ein Schnäppchen gemacht. Im Erwerbsleben ist es genauso.

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lofeu 06.01.2018, 14:37
47. Transparenz bei der Besoldung

gibt's schon immer. Da stört sich auch keiner dran. Die Besoldungstabellen kann man online abrufen. Eine Transparenz in der Privatwirtschaftliche schadet nicht.

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Socialmen 06.01.2018, 14:42
48. Ein muss....

...sollte es für jedes Unternehmen und den Betrieben in Deutschland sein, und nicht nur bei den größeren Firmen.
Lohnungleichheit besteht in der kleinsten Klitsche, und ist kein Phänomen von den großen Unternehmen.
Bei uns in der Branche hat man es sich da einfach gemacht. Lohnungerechtigkeit wurde durch einen nicht vor Altersarmut schützenden Mindestlohn ersetzt, der leistungsunabhängig für jeden gezahlt wird.
Dazu wurde die Unternehmensform geändert...eine EV. wurde eine gGmbH...bei 80 Prozent der Angestellten wurden die Zeitverträge nicht verlängert...und bei wiedereinstellung gabs dann neue viel schlechter Bezahlte Verträge!
Enweder oder....entweder man hat es angenommen, oder ist seitdem Arbeitslos....denn "was ein Unternehmen erst einmal angefangen hat, machen andere Unternehmen dann gerne mit"
So ging der Verdienst mit einem Schlag um die 45 Prozent runter...und da war es egal ob Männlein oder Weiblein...egal wie deine Aufgaben sich gestallten....aber ...wow...seit dem gab es Lohnerhöhungen um die 3 - 5 Prozent!!!
Der Auskunftanspruch ist eine reine psydo - gerechtigkeit die da erlassen wurde, und soll uns tatsächlich überzeugen, dass die Politik etwas für die Arbeitnehmer tut.
Dem ist mitnichten so, wenn sich der größte Teil der Unternehmen und Betrieben dem entziehen können.

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siviha 06.01.2018, 14:43
49. Na klasse

Super, das sind doch genug Fallstricke, um eben keine Auskunft geben zu müssen.
Alle 'kleinen Betriebe' fallen raus.. und wie viele gibts denn wohl, die eben nicht mind.200 MA haben?
Dazu mindestens 6 Kollegen in vergleichbarer Stellung..
Ja gute Nacht.

Bei uns sinds bundesweit 210 MA, alles in allem.
Vermutlich käme da aber sofort: nur x % sind angestellt, viele sind selbständig für die Firma eingekauft.
Wetten, die fallen dann sofort raus und schon hats sich was mit der Mindestzahl?

Hört sich schwer nach nem Pro-Firma-Gesetz an: wir tun mal so als ob..aber in Wirklichkeit für 'n A*.

Lächerlich.

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