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Neuer Auskunftsanspruch: So erfahren Sie vielleicht, was Ihre Kollegen verdienen
Daly and Newton / Getty Images

Wenn Sie in einer größeren Firma arbeiten, muss die Ihnen künftig mitteilen, was Ihre Kollegen verdienen. Denn ab 6. Januar haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Auskunft. So geht es. In der Theorie.

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loesungen77 06.01.2018, 14:48
50. Typisch Frau,

Zitat von fördeanwohner
Dann eben nochmal ... http://www.spiegel.de/karriere/gehaelter-in-schweden-maximale-transparenz-a-881340.html In Schweden ist das alles kein Problem und die Leute hauen sich auch nicht die Köppe ein. Da sind es zwar die Finanzämter, die die Auskünfte erteilen, aber der Effekt ist ähnlich. Zum anderen gibt es in Schweden viel weniger Schwarzarbeit, weil diese Transparenz die Menschen diszipliniert. ---------------------------------- Für die SPD sollte die Aushöhlung auch dieses Gesetzes von Unionsseite ein weiterer Grund dafür sein, die GroKo nicht fortzusetzen. Wenn man sich überlegt, wer eigentlich etwas davon hat, dass niemand weiß, was die Kollegen so verdienen, kommt man ganz schnell auf den - genau - Arbeitgeber. Da hat sich die ganze Lobbyarbeit doch mal wieder ausgezahlt!
erst einmal mit dem tollen Beispiel Schweden kommen und vorher nicht nachsehen, dass der unbereinigte Pay-Gap in Schweden auch 15% beträgt und Schweden somit im Mittelfeld der angeblichen genderbedingten Bezahllücke liegt.

http://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php/Gender_pay_gap_statistics

Geht man nach dieser Statistik müssten wir das Auskunftsgesetz Italiens anwenden, aber hauptsache mal trommeln....

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premstar_pill 06.01.2018, 14:59
51.

Zitat von fördeanwohner
(... :. Aber das Abwandern von Firmen ins Ausland ist ja immer das Totschlagargument in Deutschland. Hat auch damals vor der Einführung des Mindeslohnes als Drohmittel gedient. Und sind die Firmen ins Ausland abgewandert? (...)
Ja. Massenhaft. Zudem werden Abermillionen Arbeitsplätze an Zeitarbeitsfirmen ausgelagert. Werkverträge, befristete Arbeitsverhtnisse und Minijobs sind heute die Regel und nicht mehr die Ausnahme.
Dann kommt noch hinzu dass pro Jahr weit über eine million meist gut ausgebildete und hochmotovierte Menschen Deutschland dauerhaft verlassen.

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jjcamera 06.01.2018, 15:30
52. Gegenseitige Überwachung

So erzieht man eine Gesellschaft zu Neid und Missgunst. Ein bisschen "Schnüffelei" nach Stasi-Methodik ist auch dabei. Warum hat die ein größeres Auto und macht eine Fernreise, wo sie doch weniger verdient als ich? Da ist 'was faul, vielleicht mit der Steuererklärung? Da gehe ich gleich mal zum Betriebsrat und mache Anzeige...

Nächster Schritt: Einheitslohn flächendeckend, egal welche Tätigkeit, egal wie gut der Einzelne seinen Job macht. Hauptsache die Sättigungsbeilage ist noch drin...

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betonklotz 06.01.2018, 15:53
53. Was meinen Sie?

Zitat von premstar_pill
Ja. Massenhaft. Zudem werden Abermillionen Arbeitsplätze an Zeitarbeitsfirmen ausgelagert. Werkverträge, befristete Arbeitsverhtnisse und Minijobs sind heute die Regel und nicht mehr die Ausnahme. Dann kommt noch hinzu dass pro Jahr weit über eine million meist gut ausgebildete und hochmotovierte Menschen Deutschland dauerhaft verlassen.
Wie ist da Ihrer Meinung nach der Kausalzusammenhang? Meinen Sie, die Leute wandern aus weil in DE der Mindestlohn zu hoch ist?

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Champagnerschorle 06.01.2018, 15:59
54. klar

Zitat von kongo090
in unserem Unternehmen mit über 1000 Mitarbeitern haben wir schon länger Gehaltstransparenz eingeführt. Wir haben alle Jobs und Job Rollen eingeteilt und nach Seniorität unterschieden. Sobald es mehr als sechs Mitarbeiter pro Gruppe gibt, werden alle Gehälter als Punktewolke auf einer Skala allen Mitarbeitern gezeigt. Bei Führungskräften wird die Rollen Einteilung gröber, von einem Manager erwarten wir ja auch breitere Einsetzbarkeit. Die Transparenz wird nach jeder Gehaltsrunde aktualisiert und es gibt regelmäßige Gespräche der Mitarbeiter mit ihrer Führungskraft zum eigenen Punkt. Ein Anspruch auf Gleichheit gibt es hier auch nicht, aber einen Anspruch auf ein qualifiziertes Gespräch mit der Chefin. Geschlecht spielt keine Rolle, aber Leistung. das haben wir übrigens eingeführt ohne einen Betriebsrat zu haben. Unsere Mitarbeiter haben sich vor Jahren schon gegen einen Betriebsrat entschieden und einen eigenen Vertretungsvertrag mit dem Vorstand ausgehandelt. So sieht unsere Zukunft der Arbeit aus m
Natürlich sieht, zumindest in akademischen Berufsbildern, so die Zukunft aus. Eigenverantwortlich statt fremd (Betriebsrat) gesteuert.

Wir müssen aber auch bedenken - und das sieht man an den Forenbeiträgen - dass nicht jede(r) in der Lage ist sich selbst zu vertreten, da ist der BR dann ganz hilfreich.
Hier bin ich dann auch dafür, dass die, die den BR benötigen auch in der Gewerkschaft sind. Eine Hand wäscht die Andere!

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GyrosPita 06.01.2018, 16:06
55.

Zitat von n.a.max
... und habe keine abgeschlossene Berufsausbildung und triste mein dasein in einem Call-Center mit c.a. 600 Mitarbeitern. Natürlich haben wir kein Betriebsrat und verdienen die Stunde 9.10 EUR obwohl das Unternehmen Jahr für Jahr gewinn macht und der Chef munter Jahr für Jahr einen neuen Porsche least. Seis drum. Was mich stört ist die Tatsache, dass einige Mitarbeiter mehr verdienen, wir sprechen von 10-30 Cent mehr, als andere und auch bevorzugt werden - was eventuelle Weiterbildungen betrifft. Wenn man ein Jahr nicht Krank wird zahlt der Arbeitgeber einmalig Brutto c.a. 4 EUR. Mitarbeiter werden unter Druck gesetzt doch Krank zur Arbeit zu kommen. Arbeitsrecht wird mit den Füssen getreten und wir wiseen nicht an wen wir uns wenden können. Hier sollte Vater Staat ein Auge drauf werfen.
Warum haben Sie denn keine abgeschlossene Ausbildung? Was hindert Sie daran noch eine Berufsausbildung anzufangen? Fast alle Unternehmen klagen darüber keine geeigneten Bewerber zu finden, da sollte für jemanden der mindestens Fachhochschulreife besitzt (sonst hätten Sie ja nicht studieren können) doch etwas zu finden sein. Merke: Je geringer die Qualifikation, desto beschxxxener der Job und desto mieser die Bezahlung.

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chico 76 06.01.2018, 16:21
56. Ja, das sehen Sie "falsch",

Zitat von girge
[.............]Dieses Gesetz ist unbrauchbar und unbenutzbar. Der reale Nutzen ist gleich null. Oder sehe ich das falsch?
das Gesetz schadet, denn es erzeugt mehr Bürokratie und Misstrauen in der Belegschaft.
Ein klassisches Gleichmachergesetz.

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jeanremy 06.01.2018, 16:33
57. Nehmt es selbst in die Hand!

Ja, das Gesetz mag in vielen Fällen nicht praktikabel sein. Warum nehmt ihr die Sache nicht alle selbst in die Hand und tauscht euch mit euren KollegInnen nicht einfach über die Höhe eures Gehalts aus? Mag am Anfang ungewohnt sein, aber ihr könnt alle davon profitieren. Euer Arbeitgeber wird unter Umständen nicht angetan sein davon. Aber von der Handhabe der Geheimhaltung profitiert in erster Linie er, da schlecht verhandelnde ArbeitnehmerInnen unter Umständen unterbezahlt werden.

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upalatus 06.01.2018, 16:34
58. Firmen sind eigene Welten mit eigenen Gesetzen

Jede Arbeitsplatzbeschreibung und Jahresbewertung lässt sich nach Belieben aufblasen, es prüft sie auch niemand nach, nicht die Personalabteilung, auch nicht ein BR. Besonders in Zeiten, in denen etliche neue Tätigkeitfelder in Arbeitsprozesse einzubinden sind, gibts öfter mal den Anlass zur APB. Diese sehr ungeliebte Arbeit macht meist nicht der Abteilungsleiter, sondern wird an jemanden, der sonst nur rumsitzt, delegiert. Dieser kann damit einen riesigen Einfluss weit jenseits von Realität, Firmennotwendigkeit und Wirtschaftlichkeit ausüben. Meine bisherigen Erfahrungen damit sind, dass das auch übel passiert, und die Erkenntis reift, dass es um völlig andere betriebsferne bis sogar justitiable Belange geht.

Das wären erst mal die 'soliden' Grundlagen für das bezahlte Gehalt.

'Zeig nie jemanden deinen Gehaltszettel, lass ihn nie rumliegen!': solche sehr betonten Anweisungen machen einen erstaunt und dann misstraurisch. In einem Betrieb mit weit >>1000MA mit der dauernd verkündetem 'vertrauensvollen und wertschätzenden Umgangskultur' klingen solche Anweisungen auch eigenartig. Wenn man sich die Zettel zeigen will, vielleicht auch die APBs, ist das meine/unsere Sache, und ohnehin doch niemand irgendwas zu befürchten haben müsste.

Dass man dann zb seinen original verschlossenen Gehaltszettelumschlag auch mal geöffnet vorfindet, zeugt von einem hohen internen gegenseitigen Misstrauen bzw. Neidgedanken. Sei's drum. Verlässt man mal den angewiesenen Pfad der gegenseitigen Verschwiegenheit, bekommt man Einblick in fast schon unverschämte Diskrepanzen innerhalb von MA-Einheiten desselben Arbeitsbereiches. Weibliche Kollegen scheinen dabei einen besonders ungünstigen Stand zu haben.

1+1+1 zusammenzählen und sich was denken; anwendbar ist solch Wissen keinesfalls, da vor allem die desaströse Wahrnehmung als Strukturstörer/Unruhestifter und folgend Verhungernlassen droht. Gleiches dräut, würde man gemäß eines Auskunftsgesetzes nachfragen (es wird sich ohnehin auf die APB berufen, und wer will die schon prüfen, fertig). Würde helfen eine konzertierte Nachfrageaktion der Mehrheit der Kollegen, aber dafür ist die 'Angst' und Verdrückheit ein einfach zu dominierender Bestandteil der Denke. Dann kann man schon mal auf den Vergleich zu Zuständen verfallen, wie man sie in verängstigten hasigen Drückerkolonnenmannschaften vermutet.

Es gibt vergleichbare Betriebe, in denen die Gehaltsstruktur für jeden einsehbar aushängt. Wenn alles so wie es sein soll koscher ist, steht einem solchen Vorgang ja auch nichts im Wege und ist begrüssenswerter als ein zahnloses Auskunftsgesetz.

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Oskaraus der Tonne 06.01.2018, 17:18
59. Seltsam

Ich frage einfach die Kollegen und kriege die entsprechende Antwort. Was mache ich falsch?!

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