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Neuer Auskunftsanspruch: So erfahren Sie vielleicht, was Ihre Kollegen verdienen
Daly and Newton / Getty Images

Wenn Sie in einer größeren Firma arbeiten, muss die Ihnen künftig mitteilen, was Ihre Kollegen verdienen. Denn ab 6. Januar haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Auskunft. So geht es. In der Theorie.

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grabenkaempfer 08.01.2018, 12:14
80.

Zitat von thompopp
echte Transparenz ist möglich und gut, siehe Schweden: "15.08.2017 - Schweden greift in Sachen Geld auf ein umfängliches Transparenzmodell zurück. Jeder kann dort die Gehälter und Schulden anderer einsehen und abfragen. --> https://mobil.wochenblatt.de/deutschland-welt/artikel/195621/gehaelter-und-schulden-sind-in-schweden-oeffentlich-einsehbar".
Was soll daran gut sein das jeder! ohne jegliche Verbindung zu Ihnen ihre kompletten Vermögensverhältnisse kennt?
Meinen Nachbar zum Beispiel geht es einen ***dreck an was ich verdiene und was ich möglicherweise für Schulden habe.

Dieses Transparenzgetue hilft nur denen die nicht mittels Leistung mehr verdienen wollen und stattdessen rechtliche Regelungen brauchen.

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matt.k.84 08.01.2018, 14:07
81.

Zitat von grabenkaempfer
Was soll daran gut sein das jeder! ohne jegliche Verbindung zu Ihnen ihre kompletten Vermögensverhältnisse kennt? Meinen Nachbar zum Beispiel geht es einen ***dreck an was ich verdiene und was ich möglicherweise für Schulden habe.
Ich halte das auch für sehr bedenklich. Sofern die Ausgaben nicht bekannt sind, sorgt das nur für falschen Neid in der Nachbarschaft.

Mein Nachbar hat mal mitbekommen was ich verdiene, zum Glück weiß er nicht, dass meine Frau mehr als verdient als ich. Aber alleine bei meinem Gehalt hat er schon große Augen gemacht und war der Meinung wir schwimmen nur so im Geld, dabei hat er dann vergessen, dass er seit 30 Jahren Mietfrei in dem geerbten Haus lebt, wird die Hütte aber erst vor 4 Jahren gekauft haben und wir locker noch die nächsten 20 Jahre um die 1500€ im Monat an Zins und Tilgung abdrücken müssen.

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th.enz 08.01.2018, 18:45
82. Über Geld reden

"In Deutschland redet man nicht übers Geld" -- warum eigentlich nicht? Meiner Erfahrung nach gibt es selbst in der deutschen Neidkultur quasi kaum Mitarbeiter, Kollegen etc. die nicht akzeptieren, wenn jemand für gute Arbeit und/oder erfolgreiche Betriebszugehörigkeit gutes Geld bekommt. Daß niemand übers Geld reden will, hilft einzig den Arbeitgebern. Ich habe mehrere Jahre auch im Ausland gearbeitet und gelebt und muß sagen: Der deutsche Affenzirkus ist UNVERSTÄNDLICH. Warum soll denn jemand nicht wütend werden, wenn er für vergleichbare Arbeit ein Drittel oder die Hälfte weniger bekommt? Dabei ist es egal, ob das Mann oder Frau betrifft. Arbeit ist zu bezahlen. Und die Unternehmen nutzen die Einkommens-Omerta, um Arbeitnehmer gegeneinander auszuspielen, ein Unding insbesondere in den KMU. In den USA wurde offen über Gehälter gesprochen. Der Arbeitgeber fand das natürlich scheiße...halt...um genau zu sein, fanden es nur die Arbeitgeber scheiße, die brutale "Oktavsprünge" in der Gehaltsstruktur der Mitarbeiter pflegten. Erfuhren die ausgebeuteten Sklaven von ihrer immensen Unterbezahlung, gab es natürlich Stunk und Forderungen. Miese Firmen reagierten daraufhin nicht ausreichend und verloren gute Mitarbeiter. Selbst Schuld.
Über Gehälter müßte in Deutschland offen geredet werden und die Unternehmen müßten gezwungen werden, die Informationen offenzulegen.
Interessant wäre auch, statt des Mittelwertes den Zentralwert nennen zu müssen. Man kann problemlos um den Mittelwert liegen, obwohl viele andere Kollegen wesentlichen mehr kriegen. Der Zentralwert (Median) zeigt jedoch den Wert, bei dem 50% drüber und 50% drunter liegen...und das sagt SEHR VIEL aus über die Kohle, die man kriegt. Deutschlands lächerliche Bürokratiemonster. Viel Aufhebens um eine Lapalie.

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lobro 08.01.2018, 20:29
83. fristlose Kündigung

Zitat von aktiverbeobachter
Ich bin schockiert. Wenn ich Sie also richtig verstehe haben Sie sich illegal und unbefugt durch Ihre Möglichkeiten als Netzwerkadministrator Zugriff auf geschützte Daten verschafft. Das ist arbeitsrechtlich (fristlose Kündigung) und zivilrechtlich strafbar. Ich hoffe ihr Arbeitgeber hat das entsprechend geanhdet.
Zum Glück nicht mehr möglich, da ich bereits im Ruhestand bin. Ich frage mich allerdings, wie ich als Systemadministrator und Programmierer den Einblick in solche Daten verhindern kann. Arbeiten mit geschlossenen Augen war leider nicht möglich.

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CobCom 09.01.2018, 03:49
84.

Zitat von caliper
Mit dem neuen Gesetz wird es vielleicht in Einzelfällen doch was mit dem "Mimimi" und dem Betriebsrat als Geleitschutz. Das könnte sich aber als Pyrrhussieg herausstellen, wenn die Geschäftslage schlechter wird und die überbewerteten Mitarbeiter auf der Sparliste ganz oben stehen oder wenn der Vorgesetzte die schwache Position des Mitarbeiters an anderer Stelle ausnützt.
Mal ehrlich:
Welcher leitende Angestellte oder Manager, der nicht völlig unfähig ist, bekommt es nicht hin, die Differenzen im Gehaltsgefüge seines Bereichs (immer vorausgesetzt, er hat ihn eine gewisse Zeit entwickelt) schlüssig zu begründen? Portfolio, Leistungsbewertungen, Zielvereinbarungen, Leistungsbereitschaft im Krisenfall etc. pp., ich könnte problemlos völlig objektivierte Kataloge aufziehen, die jede Differenz begründen und gleichzeitig eine Vergleichbarkeit praktisch negieren. Nicht um jemanden kurz zu halten, sondern weil Menschen nicht wirklich in Raster passen. Im gehobenen Umfeld kann kaum ein Kollege so ohne weiteres mal eben einen anderen ersetzen und die paar, die es können, sind wieder eine eigene Liga.
Ich bin in einem Laden mit wirklich starker Position des BR. Aber mit reinem "aber der da hat..." ohne inhaltliche Begründung läuft über die Schiene nichts ... zum Glück!
Was immer sein kann (völlig unabhängig vom Geschlecht), ist natürlich, dass ein MA sein Gehaltspotential, z.B. wenn er ein besseres Portfolio gerade erst übernommen hat, über eine gewisse Zeit erschließen muss und daher in den ersten Jahren "zu billig" ist, unabhängig vom Geschlecht, aber durchaus in Abhängigkeit von der Differenz zur neuen Position und dem alten Gehaltsbereich. Dies deckt aber in gewisser Weise das Risiko ab, dass diese Person trotz sorgfältiger Auswahl die neue Funktion nicht abdecken kann oder will, z.B. weil zu Workload und Verantwortung doch nicht alles wie erwartet lief.

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matt.k.84 09.01.2018, 07:06
85.

Zitat von lobro
Zum Glück nicht mehr möglich, da ich bereits im Ruhestand bin. Ich frage mich allerdings, wie ich als Systemadministrator und Programmierer den Einblick in solche Daten verhindern kann. Arbeiten mit geschlossenen Augen war leider nicht möglich.
Also als Administrator lese ich solche Daten nicht, maximal sichere ich die Datenbank. Als Entwickler arbeite ich nicht mit Echdaten, sofern es sich bei der Bugsuche nicht verhindern lässt, bekomme ich maximale einzelne Datensätze zu sehen und sicher keine Auswertung darüber welche Abteilung im Durchschnitt die höchste Einstufung hat.

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bauigel 09.01.2018, 08:51
86. @ Sibylle1969

Wenn sie Softwareentwicklerin sind, sollten sie mit Google umgehen können.
Dort gibt es zig Seiten in denen Gehaltsvergleiche und Analysen gemacht werden - und diese sind relativ genau.
Außerdem können sie bei Bekannten in ähnlichen Positionen fragen und sich so ein sehr genauesBild machen.

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bauigel 09.01.2018, 09:05
87. Nochmals an Alle

Heutzutage kann man alles und jedes über das Internet in Erfahrung bringen. Notfalls auch was der Freund in Australien gerade gefrühstückt hat. :-))
Es gibt zig Seiten auf denen Gehaltsvergleiche aufgeführt sind... nach Branchen... Betriebsgrößen..... Standort.... teilweise auch nach Berufserfahrung.
Wo liegt also das Problem sich hier zu erkundigen?
Natürlich gibt es Leute die besser verhandeln können während andee dies nicht können. Aber gerade denen kann eine solche Auswertung eine Übersicht geben. Und wenn man die entsprechende Leistung bringt, hat man auch Verhandlungsmasse.
Das Gesetz ist völlig überflüssig.
Obwohl eine komplette Veröffentlichung auch der Chefgehälter vielen eine Erleuchtung bringen würde - nämlich dass der Chef nicht die Millionen verdient die die meisten annehmen.
Die meisten GF mittelständischer Unternehmen liegen je nach Branche und Betriebsgröße bei 60.000 - 200.000 € brutto. Aber jetzte werden wiedr einige aufschreien, das dies gar nicht sein kann (viel mehr).... weil sie zu viel die Geissens schauen.

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PolitBarometer 10.07.2019, 10:45
88. Geht auch einfacher

Einfach den Kollegen oder die Kollegin bei passender Gelegenheit fragen, was er/sie so im Vergleich verdient.
Das ist keinesfalls strafbar und bereits seit 2003 höchstrichterlich (Bundearbeitsgericht) so festgestellt worden. Anderslautende Zusätze im Arbeitsvertrag oder mündliche Nebenabsprachen hierzu sind ungültig. Da kann also der Arbeitgeber noch so murren oder mit Kündigung drohen. Die einzigen, die einen echten Mauklkorb in der Sache haben sind HR und FiBu. Die dürfen "von Amts wegen" weder über die Gehälter von anderen, noch über ihr eigenes reden.

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