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Neues System in Österreich: Computer sollen Arbeitslose bewerten
REUTERS

Ein Algorithmus soll in Österreich künftig eine Prognose liefern, wie gut die Chancen von Arbeitslose sind. Ganz abgeschafft werden die menschlichen Berater aber nicht.

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gg aus s 11.10.2018, 19:18
1. Arbeitslose Arbeitsberater

"Die persönlichen Berater sollen durch das System nicht vollständig ersetzt werden." Aber zum Teil aber doch....dann gibt's noch ein paar Arbeitslose mehr....genial.

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knok 11.10.2018, 19:21
2.

Kritisch. Da fehlen irgendwie Mitgefühl und gute Gespräche, die aber auch so wahrscheinlich viel zu selten stattfinden. Menschen sind denke ich immer noch am besten darin, andere einzuschätzen. Außerdem stellt sich immer die Frage nach Datenschutz und Manipulierbarkeit (letzteres aber auch beim Menschen). Andererseits dürften Vorurteile, Rassismus/Sexismus usw. vom Computer wohl seltener ausgehen als vom Menschen, man kann wenigstens einer Maschine nicht unsympathisch sein.

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deacon0815 11.10.2018, 19:23
3.

Und Statistiken und Forschungsergebnisse sind nicht in den Algorithmus geflossen?

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neoleo99 11.10.2018, 19:26
4.

Besser wäre es, die Motivation und Lebenseinstellung der 'Berater' zu überprüfen, samt Vorgesetzte und Entscheider (Politiker). Das wäre wesentlich aufschlussreicher.

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Puri 11.10.2018, 19:34
5.

"In Deutschland werden laut Bundesagentur für Arbeit derzeit keine Algorithmen zur Arbeitsvermittlung oder Potenzialeinschätzung genutzt. Stattdessen kämen eher statistische Erkenntnisse und Forschungsergebnisse zum Einsatz."

Also genau das Gleiche auf dem die Algorithmen basieren, nur etwas subjektiver ohne Nachvollziehbarkeit mit einem Schuß Bauchgefühl des Sachbearbeiters.

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legeips62 11.10.2018, 19:36
6. Computer an sich

bewerten diese Menschen nicht. Es sind die Daten und Algorithmen, die Firmen/Menschen in den Computer eingeben und dann eine Auswertung erhalten. Lustig wäre es, wenn sich diese Gruppe auch einer Bewertung unterziehen müssten.. Da wäre aber das Erstaunen über die eigene Unfähigkeit aber groß.

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lord-crumb 11.10.2018, 19:47
7. Auch bei uns

Auch in Deutschland wird eine ähnliche Software in den Jobcentern teilweise eingesetzt. Die Arbeitslosen werden hierbei nach Ihren Fähigkeiten etc. "vermessen". Die Software soll helfen gezielter zu vermitteln. Wenn es Arbeitslose von der Straße bringt, dann ist das ok.

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Horst aus Wien 11.10.2018, 20:04
8. *

Wenn ein Arbeitsmarkt-Mitarbeiter gekündigt wird, sitzt er am nächsten Morgen schon wieder im Arbeitsamt.

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st.esser 11.10.2018, 20:05
9. Big Data angewandt auf Menschen?

Der Einsatz vom "Big Data" (die Analyse immenser Datenmengen um versteckte Abhängigkeiten und Korrelationen zu finden) ist eine für die Wirtschaft sinnvolle Strategie.

Damit entscheidet Amazon, wem welcher zusätzliche Artikel gefallen könnte, es ist möglich Zielgruppen in der Werbung anzusprechen und oft auch statistisch signifikant bessere Voraussagen zu treffen, als mit anderen Verfahren.

Es gibt da nur ein Problem: Die Ergebnisse von sind nur statistisch gut (also besser als eine Zufallsentscheidung oder eine anders ausgeführte Berechnung), aber dafür genügt es, wenn man in 60% der Fälle richtig liegt während eine zufällige Wahl nur 50% Treffer ergäbe.

Ein Unternehmen, dass mit seiner Werbung damit 2% statt 1% potentielle Käufer erreicht, wird die Methode für nützlich halten, auch wenn 98% der angesprochenen trotz Big-Data-Analyse kein Interesse haben. Die Methode muss also gar nicht "gut" funktionieren, um wirtschaftlich sinnvoll zu sein ...

Wenn die Entscheidung dieses Systems eine Genauigkeit von 90% bei der Einteilung in die verschiedenen Gruppen hat, dann bedeutet das, dass zig- oder hunderttausende (in Deutschland wäre es das 10-fache) falsch einsortiert werden. Und zwar jedesmal aufs neue, wenn der Algorithmus von den gleiche Daten ausgeht, während bei einem menschlichen Sachbearbeiter jedesmal ein Zufallsfaktor hineinkommt.

Eine perfekte Entscheidung wird weder einem Menschen noch einem Algorithmus jemals gelingen können. Und wenn die Konsequenz einer negativen Prognose eine besondere Betreuung oder Förderung ist, dann wird diese Gruppe sich auch kaum beschweren können. Aber wer faktisch schlechte Chancen hat und immer als gut vermittelbar eingeschätzt wird, dem würde man dann genau diese Betreuung verwehren - und zwar immer wieder, solange der gleiche Algorithmus auf den gleichen Daten arbeitet.

Wie gesagt: Der Unterschied ist nicht, dass ein Mensch perfekte Entscheidungen treffen könnte. Die Maschine kann ihn vielleicht sogar statistisch betrachtet übertreffen. Aber wenn das die Konsequenz hat, dass ein gewisser Prozentsatz der Menschen (5%, 10%, 20%???) immer falsch "einsortiert" wird und keine Chance besteht, das in Frage zu stellen, dann nimmt man diesen Menschen Chancen, die ihnen zustehen würden.

Ich hoffe, dass das System die Prüfung von "Härtefällen" und allen, die sich ungerecht behandelt fühlen, durch kompetente Sachbearbeiter vorsieht. Eine Zufallskomponente könnte auch dazu führen, dass man bei falscher Berechnung nicht auf immer chancenlos bleibt.

Aber dem System zu vertrauen, dass es sinnvolle Ergebnisse im Einzelfall liefert, nur weil man berechnen kann, dass die Werte im statistischen Mittel zufriedenstellend sind, wäre ein großer Fehler.

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