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New-Work-Experte Frédéric Laloux: "Was Chefs von oben entscheiden, bewirkt oft wenig"
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Chefs sollten in Firmen nicht alles allein entscheiden, sagt Frédéric Laloux. Hier erklärt der Experte für New Work, warum Unternehmen erfolgreicher sind, wenn Mitarbeiter mehr mitreden können.

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Lykanthrop_ 27.03.2019, 09:16
1.

Ich halte das schleifen der Hieachien für ein guten Ansatz, aber die Eitelkeit der Besserwisserei, der oberen Etagen steht dem oft im Weg. Eine weitere Gefahr ist, dass fremde Verantwortung nach unten delegiert wird. Der Chef baut dann ein Bock und verantwortlich sind immer andere, die es wieder gerade biegen müssen, kenn das. Zudem trägt jeder die Verantwortung und Motivation für die er bezahlt wird.

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Rechnungsleger 27.03.2019, 09:39
2. Neue Führungskultur

Diese Ansätze sind absolut zu begrüßen. Dies wird theoretisch bereits seit über 50 Jahren in der Bundeswehr vorgelebt. Innerhalb seines Auftrages entscheidet der Soldat selbstständig über dessen Umsetzung. Der Vorgesetzte bestimmt nur den Rahmen. Dies zieht sich vom General bis zum hauptgefreiten so durch und der detaillierungsgrad nimmt von oben nach unten zu. Dass es dabei auf den einzelnen ankommt und nicht alle Vorgesetzte das vorleben ist klar.

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unaufgeregter 27.03.2019, 09:56
3. Zu schön...

Oftmals haben die falschen Leute Führungspositionen innerhalb von Firmen/Behörden. Die Folgen sind dramatisch. Sinkende Effektivität, unmotivierte Mitarbeiter, hohe Fluktuation. Es herrscht quasi eine Regierung innerhalb der jeweiligen Organisation. Demokratisch ist das nicht und es führt dazu, dass die Mitarbeiter permantent infantilisiert werden.
Das sind sehr interessante Denkansätze. Ich fürchte nur, dass zu viele Führungskräfte befürchten, nicht gewählt zu werden.

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pantanea 27.03.2019, 10:14
4. (R)evolutionär

Danke für das Interview (das 08/15 Stock-Titelbild zum Artikel ist allerdings auffällig banal). Es ist immer inspirierend von Frederic Laloux zu lesen, zum erwähnten Buch gibt es auch eine neue Videoserie auf seiner Website. Habe viel für meine Arbeit als Berater für Existenzgründer und Solopreneure gelernt, u.a. über die Evolutionsstufen des Bewusstseins.

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eisbaer68 27.03.2019, 10:45
5. Spannende Idee,

aber ich denke, dass gerade die klassischen Industrieunternehmen sich diesen Ideen verweigern werden. Hier geht es ja nicht nur um den möglichen Verlust von Macht und Einfluss, nein Geld ist der treibende Faktor. Das mittlere Management wird sich nicht selbst abschaffen und das obere Management braucht das mittlere, weil ihre Macht so definiert ist. Diese konservativen Strukturen werden solche Ansätze niemals zulassen.

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dasfred 27.03.2019, 11:37
6. Das muss Zukunft werden

Diese Unternehmenskultur bietet auch Frauen bedeutend mehr Einfluss. Dort wo die Arbeit gemacht wird, sitzt auch die Expertise. Nicht auf der nächst höheren Ebene. Unternehmensberater machen es sich schon lange zu Nutze, dass sie der Geschäftsführung im Grunde nur die Ideen des Personals verkaufen, die die Führungsebene bisher blockiert hat. Ich habe selbst schon die positive Erfahrung machen dürfen, dass sich die einzelnen Abteilungen selbst organisieren durften. Das mindert Stress und Mobbing und führt zu höherer Effizienz.

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sabinaz 27.03.2019, 13:59
7. Ach, das wäre so schön

Herrliche Theorie, bereits seit Jahrzehnten in etwa so proklamiert, Durchsatzkraft: 0. Chefs brauchen ihre Sous-Chefs ("mittleres Management"), die ihre Anweisungen weitergeben. Was Chefs gar nicht schätzen: Mitarbeiter, die pausenlos ihre eigenen Ideen einbringen, denn das verlangsamt erstens den Arbeitsablauf, und stellt zweitens die Expertise der Chefs in Frage, was deren Ego nicht erträgt.
Ohne Chefs wird's wiederum anarchisch, weil jede/r völlig unterschiedlliche Auffassung von Richtigkeit und Sinnhaftigkeit etwaigen Tuns hat. (Ist so ähnlich wie mit den vielen sinnlosen Unterrichtssexperimenten - letztens beerdigt: Lesen nach Hören, nächstes überflüssiges Projekt: Digitalisierung - statt endlich mehr Lehrer einzustellen und die Ganztagesschule flächendeckend einzuführen).
Was aber stimmt: Je mehr sich Chefs aus der Exekutive raushalten und nur die letzten Entscheidungen absegnen oder eben nicht, desto reibungsloser funktioniert ein Unternehmen. Chefs, die alles kontrollieren, zerstören jeden Rest an Eigeninitiative.

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latimer 27.03.2019, 14:32
8. Schön, aber wirklich nicht genug!

Prima, wenn ein Unternehmen in einer guten Situation ist oder wächst. Denn dann wollen alle mitmachen und bringen sich entsprechend proaktiv ein.
Wenn es aber unangenehme Entscheidungen zu fällen gilt, wie zum Beispiel Entlassungen, Umstrukturierungen oder vielleicht gar die Stilllegung problematischer Unternehmensbereiche, was passiert dann? Da will dann plötzlich kaum einer mehr mitmachen und dann sind alle Mitarbeiter froh, wenn da einer ist, der auch die Drecksarbeit macht.
Daher wird zumindest diese dafür notwendige Hierarchie nicht aussterben.

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sarang he 27.03.2019, 15:28
9.

Zitat von dasfred
Diese Unternehmenskultur bietet auch Frauen bedeutend mehr Einfluss. Dort wo die Arbeit gemacht wird, sitzt auch die Expertise. Nicht auf der nächst höheren Ebene. Unternehmensberater machen es sich schon lange zu Nutze, dass sie der Geschäftsführung im Grunde nur die Ideen des Personals verkaufen, die die Führungsebene bisher blockiert hat. Ich habe selbst schon die positive Erfahrung machen dürfen, dass sich die einzelnen Abteilungen selbst organisieren durften. Das mindert Stress und Mobbing und führt zu höherer Effizienz.
Da bin ich mir nicht so sicher, meiner Erfahrung versichern sich Frauen viele häufiger als Männer proaktiv in mittleren und oberen Führungspositionen in der Entscheidungsfindung gerne der Zustimmung der jeweils nächst höheren Ebene.
Dem Rest kann ich zustimmen.

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