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OECD-Szenario für 2050: Auf 100 Erwerbstätige kommen 58 Ruheständler
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Auf immer weniger Beschäftigte in den OECD-Ländern kommen immer mehr Rentner und Arbeitslose über 50. Die Organisation warnt vor schwerwiegenden Folgen - und gibt Tipps, wie Ältere im Betrieb gehalten werden können.

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Sleeper_in_Metropolis 30.08.2019, 19:07
1.

Die meisten Menschen sind doch froh, das sie nach ca. 40 Berufsjahren endlich in den Ruhestand gehen können und eben nicht mehr arbeiten müssen. Dagegen wird man auch mit den tollsten Methoden in der Masse nur wenig machen können. Anders sieht es natürlich in Fällen von Altersarmut aus.

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Sibylle1969 30.08.2019, 20:42
2.

Ich werde in Kürze 50, und mein Job macht mir eigentlich viel Spaß. Aber in ein paar Jahren will ich unbedingt weniger arbeiten. Weniger Wochenarbeitszeit, also 3-4-Tage-Woche, und vor allem mehr Urlaubstage, damit ich genug Zeit für meine zahlreichen anderen Interessen habe. Nach fast 25 Jahren in der IT-Branche mit permanent 45-50 Wochenstunden will ich bald kürzer treten. Ich hoffe, mein Arbeitgeber macht da mit. Wenn mir diese Flexibilität gewährt wird, dann kann ich mir gut vorstellen, noch ein paar Jährchen zu arbeiten. Ansonsten würde ich mich aus dem Arbeitsleben verabschieden, sobald ich es mir leisten kann.

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Leonia Bavariensis 30.08.2019, 20:48
3. Da fehlt etwas Wesentliches!

Trotz körperlicher und geistiger Fitness, häufig sogar mehr als bei deutlich jüngeren Kolleg(inn)en, war ich froh, als ich es mir mit 64 leisten konnte, mit meinem mit engem Terminkorsett versehenen Job aufhören konnte. Zwar ermöglichte es mir meine jahrzehntelange Routine ebenso wie noch immer mindestens ein Ass im Ärmel, wenn es eng wurde, mit den Aufgaben zur allerbesten Zufriedenheit fertig zu werden. Auch neue Aufgaben konnten mich nicht schrecken, Weiterbildungsmaßnahmen, die etwas brachten, habe ich immer gern mitgemacht, oder aber mit entsprechenden Fragen dafür gesorgt, dass sie einem was brachten.
Aber abends und am Wochenende war ich zu nichts mehr zu gebrauchen, und die freie Zeit reichte kaum für die notwendige Regeneration. Also ziehe ich den Schluss, dass das längere Arbeiten zwar möglicherweise notwendig ist, die Rentenkasse stabil zu halten, dass aber die Kehrseite sein wird, dass die älteren Arbeitnehmer wegen chronischer Erschöpfung sehr viel früher als die vorherige Generation in die Kiste springen werden. Ich hoffe, dass das nicht der unausgesprochene Hintergedanke ist. Denn eines sollte klar sein: das derzeitige Arbeitstempo ist mindestens doppelt, wenn nicht dreifach so hoch, wie noch vor ca. 20-25 Jahren! Das kann man langfristig gar nicht so viel länger durchhalten, selbst in Bürojobs, von den körperlich anstrengenderen ganz zu schweigen.

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tsuru 30.08.2019, 21:57
4. Können vor wollen

Bei mir in der Firma ist es immer noch so, dass alles getan wird, teure alte Leute loszuwerden.
Mit über 50 noch einen Job bekommen? Geht doch gar nicht!
Und dann...
Ich bin jetzt grad mal 40. Aber in besonders stressigen Wochen, besonders wenn der letzte Urlaub länger her ist, kann ich mich ab Donnerstag Mittag schon wegschmeissen.
Freizeitaktivitäten an Abenden in der 2. Wochenhälfte kannst vergessen, die Arbeit braucht alle Energie, die ich aufbringen kann.
Und ich arbeite nun nicht mal körperlich.

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malesara 30.08.2019, 22:38
5. die Praxis sieht anders aus ...

... ich war 25 Jahre bei der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beschäftigt. Gerne wäre ich länger tätig gewesen, doch mit 65 Jahren und 4 Monaten hat man mich ungeachtet meines Antrages auf Weiterbeschäftigung in die Rente hinaus komplementiert. Ich wollte bleiben, die Bereichsleitung wollte das auch, doch in der zentralen Personalabteilung meinte man, ich wäre nach so vielen Dienstjahren zu teuer, neues Personal gäbe es für ein erheblich kleineres Gehalt ... so sieht die Praxis in einem Großunternehmen aus ...

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clkr 30.08.2019, 22:42
6. @tsuru, #4

Zitat von tsuru
Bei mir in der Firma ist es immer noch so, dass alles getan wird, teure alte Leute loszuwerden. Mit über 50 noch einen Job bekommen? Geht doch gar nicht! Und dann... Ich bin jetzt grad mal 40. Aber in besonders stressigen Wochen, besonders wenn der letzte Urlaub länger her ist, kann ich mich ab Donnerstag Mittag schon wegschmeissen. Freizeitaktivitäten an Abenden in der 2. Wochenhälfte kannst vergessen, die Arbeit braucht alle Energie, die ich aufbringen kann. Und ich arbeite nun nicht mal körperlich.
Immerhin müssen sich die Personaler bei Ihnen anscheinend anstrengen, die Ü50 loszuwerden. Mein Ü50-Bekannter mit seinen Kettenarbeitsverträgen, die wegen Verdauerungsanspruchsgefahr nicht mehr verlängert wurden, durfte danach seine Arbeitskraft wie sauer Bier anbieten, "bestens" von der sog. Agentur begleitet. Er meldete sich auch nach dem Ende des Stützebezugs dort weitere 3 Jahre "arbeitssuchend". Ergebnis: Mehr als 100 Bewerbungen, davon gefühlt 90% ZAF, die gar nicht an ihm, sondern nur am Befüllen ihrer Datenbank Interesse hatten, 2 Vorstellungen. Bei einer balgten sich neben ihm 70 andere darum (öD), bei der anderen wollte der Anbieter sein unternehmerisches Risiko auf ihn abkicken mit als "Honorartätigkeit" auf Abruf getarnter Scheinselbständigkeit. Wenn er nur sein Auto ständig bereit halten wolle...
Wohlgemerkt, MINT-Berufler. Fachkräftemangel, *händering*.
Mein Fazit: Das beste Mittel, um Ältere qualifikationsadäquat im Job zu behalten, ist, in den Personalabteilungen die dem U40-Wahn anheimgefallenen Knallköppe zu entsorgen

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atze66 30.08.2019, 22:46
7. fast 51 Jahre arbeiten

nach heutigen Rentenrecht muss ich bis 67 arbeiten. Wenn ich das schaffe, habe ich fast 51 Jahre gearbeitet. Ich denke, dass das reichen muss. Habe gleich nach der 10. Klasse angefangen zu lernen. Nicht wie heute üblich: erstmal chillen und dann schauen was man machen kann.

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mark.muc 30.08.2019, 23:32
8.

Die Altersdiskriminierung ist die häufigste Form der Diskriminierung in D und sie wird nur eher gelegentlich in den Medien erwähnt und diskutiert. Ein fataler Fehler. Wer kennt sie nicht die Stellenanzeigen, welche das junge Team betonen? Auch politisch wird nichts dagegen unternommen. Wohl auch weil viele von der Dauerberieselung mit den sog. Genderthemen bereits in Agonie dahin dösen.

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jjkoeln 30.08.2019, 23:58
9. 30% der heutigen Arbeitplätze obsolet in 10-15 Jahren

Der Fortschritt der Digitalisierung und AI macht in den nächsten Jahren etwa 30% der heutigen Arbeitsplätze obsolet. Da trifft insbesondere die Älteren, deren Anpassung aufwändig sein wird.
Wenn wir die Produktivitätsgewinne gerecht verteilen, ist alles kein Problem - ohne längere Arbeitszeiten.

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