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Online-Marktplatz für Selbstgemachtes: Warum Dawanda-Händler sich vor Etsy fürchten
Johannes Leitner

Dawanda, der bekannteste deutsche Marktplatz für Selbstgemachtes, wird Ende August eingestellt - und viele Händler fürchten um ihre Zukunft. Wo sollen sie nun verkaufen? Bei Etsy? Sechs Verkäufer berichten.

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BrunoH17 03.07.2018, 14:15
10. Es sind längst Alternativen im Aufbau

Für Schmuckdesigner gibt es Dinky-Donkey.com, lustigerweise kürzlich vorgestellt auf Deutsche-Startups.de als "Angriff" auf Dawanda. Während die Großen in Richtung Monopol expandieren, gehen anscheinend Nischen auf, in die junge Spezialisten reingehen. Es bleibt spannend.

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fehleinschätzung 03.07.2018, 14:31
11. da wird das Problem sein

"Wären Sie jung, weiblich, Mutter und bastelten gerne würden Sie Dawanda kennen." - wenn der potentielle Käufer nix davon weiß, gibt es keinen Umsatz und auch keinen Gewinn....

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TS_Alien 03.07.2018, 14:46
12.

Es ist nicht nachvollziehbar, wovor sich Dawanda-Händler fürchten. Die Konkurrenz aus dem Ausland ist bei Etsy zwar groß, aber die Versandkosten und Versandzeiten machen es wieder wett. Deutsche Händler sind immer noch die erste Wahl, wenn es um den Versand geht.

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Nahkampfschaf 03.07.2018, 15:08
13. Etsy kannte ich, Dawanda nicht, selbst als deutscher

Dawanda höre ich momentan zum ersten Mal. Bei etsy hab ich regelmäßig Artikel im Warenkorb, bestelle dann aufgrund der Versandkosten meist doch nicht. Auch abseits vom "Strickzeug" findet man dort ne Menge. Gerade was die verschiedenen Fandoms (fanbasen von allem möglichen) angeht.

Komplett handgefertigte Deadpool Kostüme? Kein Problem. Gibt's sonst nur als Faschingskostüm für Kids. Handgefertigte Skulpturen aus Altmetall? Kein Problem. Sonst bisher nur auf der Gamescom gesehen. Höherwertiges Portemonnaie im Doctor Who Stil? Kein Problem. Gibt's sonst nur 1-2 von der BBC.

Sicher, alles Nische, aber darum geht es ja gerade. Für alles abseits von der Massenproduktion gibt es da haufenweise skurrile, einzigartige Sachen. Man muss nur teilweise etwas suchen, denn die Auswahl ist recht groß.

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HP2234 03.07.2018, 15:12
14.

@vaikl: Vielen Dank für Ihre scharfe Analyse und die guten Tipps. Wir würden auch gerne wirklich anfangen, richtig zu schuften, so wie die anderen Online Händler auch, aber leider ruhen sich gerade alle Mitarbeiter in unser Garage am Breitscheider Kreuz aus. Liebe Grüße und einen schönen Tag :)

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bigkahoona 03.07.2018, 15:33
15. Das Etsy-Problem

Das Problem mit Etsy kann ich bestätigen. Ich habe ebenfalls auf beiden Plattformen bis vor einer Weile selbstgefertigten Schmuck und anderes Kunsthandwerk verkauft, bzw. es versucht. Bei Dawanda lief es ganz ansehnlich, bei Etsy habe ich in 1 1/2 Jahren genau 2 Sachen verkauft. Es gibt zwar sehr viele User, aber die sind überwiegend in Nordamerika ansässig, genau wie die Händler. Wer schon mal bei Ebay etwas gekauft hat wird es kennen: man kauft auch online bevorzugt beim heimischen Händler, selbst wenn es ein paar Euro mehr kostet. Wegen der Unsicherheiten bei Einfuhrumsatzsteuern, Zöllen und nicht zuletzt Gewährleistung und Garantie.
Wenn jetzt alle User und Shops zu Etsy "umgezogen" werden, dann werden sie sich schnell in den weiten von Etsy verlieren.
Meine Prognose: wessen Existenz bisher überwiegend vom Dawanda-Auftritt abhing, dem bricht es das Genick.
Etsy ist keine Alternative. Eine lokale, zumindest aber EU-weite Plattform (ich habe auf Dawanda auch ins benachbarte Ausland verkauft) könnte das viel besser leisten. Man hätte Dawanda also nicht einstellen, sondern umstrukturieren und mithilfe von europäischen Kooperationspartnern ausbauen sollen.
So wie es jetzt geplant ist können sie auch einfach die Stecker an den Servern ziehen.

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sammilch 03.07.2018, 15:55
16.

Zitat von fehleinschätzung
"Wären Sie jung, weiblich, Mutter und bastelten gerne würden Sie Dawanda kennen." - wenn der potentielle Käufer nix davon weiß, gibt es keinen Umsatz und auch keinen Gewinn....
Die Käufergruppe entspricht der Verkäufergruppe.
Und die kennen Dawanda auch. Nur ist diese Zielgruppe eben nicht für permantentes Wachstum zu gebauchen.

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derboesewolfzdf 03.07.2018, 16:12
17. willkommen in der richtigen Welt

wenn Dawanda eine Million Euro Verlust gemacht hat, haben entweder zu viele Händler zu wenig verkauft oder die Betreiber konnten nicht wirtschaften. Ich tippe da mal auf ersteres.
Wenn die Produkte gut sind, werden die Händler auch einen Markt dafür finden. Wenn nicht, dann nicht.
Allerdings habe ich dort auch schon mal gekauft und der Händler hatte nicht mal eine eigene Homepage..... das hat mich wirklich irritiert.
Auf der anderen Seite muss es ja einen Grund dafür geben, dass jedes Jahr etwa 20000 Unternehmen in die Insolvenz gehen. dazu kommen dann noch die Schließungen die nicht in der Pleite bzw. vorher endeten.
Wer Angst wegen der Schließung von Dawanda haben, empfehle ich kaufmännische Lehrgänge bei der IHK. Dort lernt man dann, wie man ein Unternehmen gründet und führt, so dass es nicht pleite geht.

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monro 03.07.2018, 16:13
18. Schluss mit Kuschlig

Ich habe vor Jahren mal eine Keynote der Etsy-Geschäftsführerin gesehen, die dort gesagt hat, der Großteil der Verkäufer habe keine Ahnung, wie sie Produkte am Besten vermarkten und müssen an die Hand genommen werden. Das trifft wohl auch auf die Dawanda-Verkäufer zu.
Dabei wird der Übergang doch eigentlich sehr Verkäuferfreundlich gestaltet, Produkte und vor allem wertvolle Bewertungen werden übernommen, so dass keiner von vorne anfangen muss.
Die Schließung von Dawanda sollte eigentlich als Möglichkeit statt als Bedrohung wahrgenommen werden.

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derboesewolfzdf 03.07.2018, 16:15
19.

Zitat von bigkahoona
Das Problem mit Etsy kann ich bestätigen. Ich habe ebenfalls auf beiden Plattformen bis vor einer Weile selbstgefertigten Schmuck und anderes Kunsthandwerk verkauft, bzw. es versucht. Bei Dawanda lief es ganz ansehnlich, bei Etsy habe ich in 1 1/2 Jahren genau 2 Sachen verkauft. Es gibt zwar sehr viele User, aber die sind überwiegend in Nordamerika ansässig, genau wie die Händler. Wer schon mal bei Ebay etwas gekauft hat wird es kennen: man kauft auch online bevorzugt beim heimischen Händler, selbst wenn es ein paar Euro mehr kostet. Wegen der Unsicherheiten bei Einfuhrumsatzsteuern, Zöllen und nicht zuletzt Gewährleistung und Garantie. Wenn jetzt alle User und Shops zu Etsy "umgezogen" werden, dann werden sie sich schnell in den weiten von Etsy verlieren. Meine Prognose: wessen Existenz bisher überwiegend vom Dawanda-Auftritt abhing, dem bricht es das Genick. Etsy ist keine Alternative. Eine lokale, zumindest aber EU-weite Plattform (ich habe auf Dawanda auch ins benachbarte Ausland verkauft) könnte das viel besser leisten. Man hätte Dawanda also nicht einstellen, sondern umstrukturieren und mithilfe von europäischen Kooperationspartnern ausbauen sollen. So wie es jetzt geplant ist können sie auch einfach die Stecker an den Servern ziehen.
Eine sensationelle Geschäftsidee: Gründen/Übernehmen SIE doch einfach Dawanda 2.0. Warten und hoffen sie einfach nicht darauf, dass jemand anderes das für Sie macht. Denn Warten führt schnurstracks in die Pleite. Machen.....nicht reden oder jammern. Machen!!!

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