Forum: Karriere
Personalführung: Wie kritisiere ich unmotivierte Mitarbeiter?
Getty Images

Sehr gut oder ungenügend? Einmal im Jahr werden SAP-Mitarbeiter benotet - und sind danach häufig frustriert. Nun soll damit Schluss sein. Wie man besser bewertet und fördert, erklärt Personalexperte Adrian Schimpf.

Seite 1 von 4
yaster 18.08.2016, 11:51
1. 40 Jahre Beurteilung

Vom Durchschnitt bis zur Bestnote habe ich in meiner Beamtenlaufbahn alle Noten irgendwann erteilt bekommen. Ernst habe ich das nie genommen, da die Benotung von Menschen durch Menschen immer subjektiv sein muss, solange keinen harten Fakten vorliegen. Das gilt sicher auch, für die Noten, die ich vergeben habe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gutes_essen 18.08.2016, 11:55
2.

Adrian Schimpf hat die Lösung bereits im Namen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Butenkieler 18.08.2016, 11:57
3. Vorgesetzte tun alles um selbst gut dazustehen

Als Arbeitnehmer wird man zu immer mehr Überstunden angetrieben. Und am Liebsten würde der Arbeitgeber auch noch den Wohnort bestimmen, damit die Angestellten schnell zum Arbeitsplatz kommen. Wohnt man dagegen mehr als 20 km vom Arbeitsplatz entfernt, wird die Anfahrtzeit bei einem Nachteinsatz nicht als Fahrzeit angerechnet. Wir haben sie darauf hingewiesen, das sie ihr Haus auch verkaufen könnten und nach Hamburg ziehen könnten. Das wäre günstiger für sie. Und wenn sie zuviel Überstunden auf ihrem Konto haben (>150), sollten sie auf diese verzichten. Wenn das alles zutrifft und man seine Gesundheit zerschlissen hat, wird man hinausbefördert. Es gibt bestimmt Arbeitssuchende die günstiger einzukaufen sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
torflut 18.08.2016, 12:06
4. Leistungsbewertung ?

Wo gibt es in unserer Arbeitswelt noch wirklich reale Leistungsbewertungen? Selbst im Verkauf oder Vertrieb müssen neben den nackten Zahlen eigentlich jede Menge Einflussfaktoren beachtet werden. Kundenstruktur, Wettbewerb, regionales- und kultures Umfeld, Grad der Selbstbestimmtheit der eigenen Entscheidungen und Vieles mehr! Mein Fazit nach 40 Arbeitsjahren: Der subjektive Faktor von Bewertungen oder Beurteilungen führt nach wie vor häufig zu mehr Frust als Lust bei den Beschäftigten!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
C-Hochwald 18.08.2016, 12:07
5. Es gibt Noten!

Was erzählt der selbsternannte Experte da? Im Jahresgespräch meines Konzerns werden für jeden Mitarbeiter in fünf (5) Kategorien Erfüllungspunkte vergeben, von 1 - 20. Danach wird die übertarifliche Leistungszulage gemäß Tabelle festgelegt. Was soll das sonst sein, wenn nicht eine Benotung?!
Festzuhalten ist, dass es trotz aller Bemühungen immer auch subjektiv ist, denn viele der Bewertungshilfen orientieren sich an nicht physikalisch messbaren Kriterien, also bleibt nur die Hoffnung, dass der Vorgesetzte sachlich, fair, mit Überblick und fachlich-sozialer Kompetenz agiert - und das ist in allen Firmen welche derartige Systeme nutzen das Problem!

Vielleicht kann ein Abteilungsleiter noch einigermaßen gerecht bei seinen direkten Mitarbeiter die Bewertungen durchführen. Dann sieht es aber spätestens zwischen den Abteilungen wieder unterschiedlich aus, weil das Messsystem Mensch eben den Unterschied macht.

Daher wären klare Arbeitsprozessleistungsfaktoren gerechter. Die wären physikalisch messbar. Hier könnte man mit den Mitarbeitern besser kommunizieren und motivieren, um Ziele zu vereinbaren und den Weg zur Erfüllung gemeinsam gehen. Ziel erreicht = voller Bonus, Abweichungen in Plus oder Minus = Anpassung des Bonus. Dazu noch der gewinnabhängige Anteil. Das würde auch dem Gerechtigkeitsempfinden der Menschen mehr entsprechen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wauz 18.08.2016, 12:26
6. Das andere Ende der Leine

Die Hundeflüsterer im Fernsehen sagen immer: Das Problem ist bei der Schlaufe der Leine, nicht am Haken.Auch in diesem Fall ist es so. Zunächst einmal muss es für eine Abteilung klare Ziele und Vorstellungen geben, wie es zu laufen hat. Realistische Ziele. Das ruft nach einer S.M.A.R.T.-Zielfindung.
Das ist die Voraussetzung. Dann kommt noch ein ganz wichtiges Ding dazu. Die Führungsperson muss sich über ihre eigenen Erwartungen, Haltungen, Vorlieben und Abneigungen im Klaren sein. Muss sich selbst einordnen können ind die Strategie der Abteilung.
Dann muss sich die Führungsperson darüber klar werden, ob die Erwartungen, die an die Nachgeordneten gestellt werden, überhaupt realistisch sind. Und darüber muss auch geredet werden.
Es hat wenig Sinn, einen ausgewiesenen Morgenmuffel dazu zu bringen, sich "freiwillig" für einen Frühdienst zu melden, bei dem der dann wenig bis garnichts zu Stande bringt. Es ist auch die Frage zu stellen: sind die Meetings, in der, nach Beispiel vom Text, der Betreffende nichts sagt, überhaupt sinnvoll?
Es ist keineswegs immer so, dass die Gruppe, die Mehrheit "recht hat". In solchen Mitarbeitergesprächen, und natürlich durch allgemeine Beobachtung,kann man herausfinden, ob sich vielleicht ein informeller "Teamleiter" aufschwingt, der versucht, die Abteilung nach seinem Gusto umzuformen.
Führungsmittel wie Mitarbeitergespräche müssen eingeordnet sein in eine klare, definierte Strategi. Die Strategie muss man nicht notwendigerweise allen MA offenbaren (obwohl es sinnvoll sit, wenn die die Richtung kennen), aber man muss die klare Strategie haben, um führen zu können. "Ich weiß nicht, wo es lang geht, alle mir nach!" funktioniert eben nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
g0r3 18.08.2016, 13:37
7.

Die Leistungsbewertung im Beruf ist sowieso Hohn und dient dazu, das Bewusstsein zu schaffen, dass alleine der Arbeitnehmer in der Pflicht steht. Er soll zu überdurchschnittlichen Leistungen genötigt werden, die sich in weiten Teilen der Wirtschaft leider gar nicht bis kaum auf die Gegenleistungen seitens des Arbeitgebers auswirken.

Man stelle sich vor, man würde dasselbe ungeniert in die andere Richtung machen. "Arbeitsbedingungen: 4-, Gehalt: 3. Ja, lieber Herr Arbeitgeber, da hätten Sie sich mal mehr anstrengen müssen, so muss ich meine Arbeitsleistung leider zurückfahren."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
_citizen_ 18.08.2016, 13:54
8.

Wer für SAP arbeitet ist schon bemitleidesnwert, denn einen Mehrwert schafft diese Firma nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derjonny 18.08.2016, 14:15
9. Genau daran scheiterts

Zitat von C-Hochwald
Daher wären klare Arbeitsprozessleistungsfaktoren gerechter. Die wären physikalisch messbar. Hier könnte man mit den Mitarbeitern besser kommunizieren und motivieren, um Ziele zu vereinbaren und den Weg zur Erfüllung gemeinsam gehen. Ziel erreicht = voller Bonus, Abweichungen in Plus oder Minus = Anpassung des Bonus. Dazu noch der gewinnabhängige Anteil. Das würde auch dem Gerechtigkeitsempfinden der Menschen mehr entsprechen.
Der klare "Arbeitsprozessleistungsfaktor" (was genau ist das eigentlich?), ich vermute sie meinen so etwas wie Kennzahlen für Arbeitsleistung sind das Riesenproblem für eine faire Bewertung. Anders als im Sport wo es Wettkampf und klare Regeln gibt und der Erstplatzierte auch tatsächlich der Beste ist, gibt es in den allermeisten Berufen nicht. Selbst bei sehr ähnlichen Aufgaben, wie z.B. Gebäudereinigung kommt es zu unterschiedlichen Arbeitsbewertungen. Lege ich hier mehr Wert auf Sorgfalt, oder ist die Hauptsache möglichst viele Quadratkilometer abzuarbeiten? Kann ich Sorgfalt messen? Kann ich die Quadratmeter (z.b. Flur, Sanitäre Anlagen, Teppichboden, etc.) ohne weiteres gleich setzen? Kriegt man vielleicht noch hin, aber bei komplizierteren Berufen, geprägt durch viele unterschiedliche Aufgaben kann man das direkt sein lassen.

Kurz: Das Ideal einer objektiven Leistungsbeurteilung ist gleichzeitig utopisch.

Außerdem steigt der notwendige Controllingaufwand, je differenzierter man beurteilt. Je mehr Kennzahlen man da definiert um so mehr Effizienz geht verloren. Es mag nicht jedem gefallen, aber die subjektive Leistungsbeurteilung ist die bedeutend bessere Methode. Die hat auch den Vorteil, dass nicht messbare Seiteneffekte, wie z.B. Ausfallzeiten, Konflikte oder Zwischenmenschliches in die Beurteilung mit einfließen können. (Nicht vergessen: Jeder sucht sich seinen Chef immer noch selbst aus, zumindest in D)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4