Forum: Karriere
Personalmangel: Die unfreiwillige Feuerwehr von Grömitz
Andreas Arnold/ dpa

Freiwillige Feuerwehr? Funktioniert - wie der Name sagt - nur mit Freiwilligen. Weil die fehlen, verpflichtet ein Ort in Schleswig-Holstein jetzt seine Bürger.

Seite 1 von 12
Andre V 01.06.2019, 20:42
1. Schreiben, was ist...

Ja, im Ehrenamt findet man Menschen, die etwas fürs Gemeinwohl tun wollen, und eher weniger solche, die nur Fordern können und Privilegien verlangen.
"...die fehlende Diversität in der Feuerwehr [...] In Feuerwehren sind derzeit vor allem weiße Männer."
Und ich dachte schon, es würde im Artikel drum herum relotiert. Offensichtlich hat SPON erkannt, dass man endlich wieder schreiben muss, was ist, und nicht, widdewiddewi die Welt gefällt. Jetzt müsste man nur noch diesen Kommentar veröffentlichen, gell?
Generell ist es schade, wie diese Vereine (ganz egal welche) immer weniger werden. Sie haben für den Zusammenhalt der Gesellschaft gesorgt, ja, auch für Integration, wenn auch nur für die, die sich auch integrieren wollten und das auch durften, und für ein soziales Miteinander. Klar kann alles "der Staat" machen, zur Not mit einer Berufsfeuerwehr, einem Berufs-Rotkreuz, einem Berufs-THW, für die dann schön brav Steuern gezahlt werden müssen - noch mehr Steuern zahlen ist heute ja im Zweifel links. Dabei war das Vereinsleben einmal "links" und oft genug von der Obrigkeit verboten. Turnvereine galten mal als umstürzlerisch!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ttrotzi 01.06.2019, 20:49
2.

Freiwillige Feuerwehren ein internationales Unikum? Wohl kaum, wie z.B. USA: “NFPA estimates there were approximately 1,056,200 local firefighters in the US in 2017. Of the total number of firefighters 373,600 (35%) were career firefighters and 682,600 (65%) were volunteer firefighters.” Quelle https://www.nfpa.org/News-and-Research/Data-research-and-tools/Emergency-Responders/US-fire-department-profile

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nimby 01.06.2019, 20:54
3. Ich habe Hochachtung

vor der Leistung von freiwilligen Feuerwehren. Unsere Wehr muss regelmäßig bei großen Autobahn-Unfällen helfen und darf sich dann noch von Gaffern blöd anmachen lassen. Vielen Dank auch!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nordstadtbewohner 01.06.2019, 20:57
4. Zwangsdienst als "Ehrenamt"

Ich bin froh, in einer Stadt mit einer Berufsfeuerwehr zu leben. Dafür zahle ich auch entsprechend Steuern und Abgaben. Zwangsdienst im Rahmen einer Pflichtfeuerwehr als "Ehrenamt" zu bezeichnen, halte ich für einen krassen Euphemismus. Ich durfte bereits Zwangsdienst für die Bundeswehr leisten und habe außerdem 3 Kinder, da muss ich nicht noch zur Pflichtfeuerwehr. Dazu kommt, dass man bei der Freiwilligen- und Pflichtfeuerwehr auch während der Arbeitszeit zum Einsatz muss, was wie im Artikel richtig erwähnt wird, nicht zur Kündigung führen darf. Wer aber beruflich vorankommen und Karriere machen will, der wird da so seine Probleme bekommen. Dazu kommt, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht durch eine Pflichtfeuerwehr erzwungen werden kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
p-touch 01.06.2019, 21:06
5. In dem Artikel wurd es schon

angesproche, die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr ist in denn letzten 20 Jahren immer umfangreicher geworden. Da geht sehr viel Freizeit drauf, nicht nur für die eigentliche Einsätze, sondern auf für Lehrgänge und Übungen. Da kommt eine FFW schnell an seine Grenzen, wenn dann noch, wie an in diesen Ostseeort, die Wehr als Mädchen für Alles eingesetzt wird, bleiben irgentwann die Leute weg. Schlicht und einfach weil die Belastung zu groß ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bluraypower 01.06.2019, 21:15
6. Wenn bei uns in der Kleinstadt...

... eine Pflicht gegen mich erlassen würde bei der Feuerwehr teilzunehmen dann würde ich sofort umziehen und weg aus der Kleinstadt gehen. Ich zahle Steuern und Abgaben und damit ist meine Schuld getilgt und wenn der Bürgermeister nicht richtig haushalten kann mit unseren Gebühren und Abgaben dann ist das nicht mein Problem. Ende!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
M. Vikings 01.06.2019, 21:28
7. Erstaunlich.

"Bundeskanzlerin Merkel hat Menschen gewürdigt,
die sich ehrenamtlich engagieren."
"Über 30 Millionen Menschen seien in Deutschland
ehrenamtlich aktiv und setzten ihre Freizeit für andere ein –
etwa in der Freiwilligen Feuerwehr,
im Sportverein oder bei der Hilfe für kranke oder ältere Menschen."
Heute, 01.06.2019
https://www.deutschlandfunk.de/video-podcast-merkel-wuerdigt-ehrenamt.1939.de.html?drn:news_id=1013173


Aber vielleicht trifft ja p-touch, mit seinem Beitrag Nr. 5,
den Kern des Problems.
Und wenn die Feuerwehr tatsächlich an einem Ort so eingesetzt wird,
wie dort beschrieben, kann es natürlich nicht sein,
dass Zwangsverpflichtungen die Lösung des Problems sein sollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
meimei 01.06.2019, 21:37
8.

bei dem Artikel fehlt mir noch, was die Folgen einer Verweigerung sind. Es wird geschrieben, dass man nicht raus kommt. Aber was sind die Folgen, etwas mir Infos (die ich mir gleich durch google holen werde) wären schön.

Zweites, werde ich beim Lesen ärgerlich, wie kann so etwas existieren. Das geht weit über Zwangswahlurnenaufseher hinaus, mehr sogar als Schöffe.

Und sehr wohl hat so etwas Folgen für, ja, das Opfer. Der AG mag zwar rechtlich nichts machen können, aber die Person kann schlechter bezahlten werden (weniger Überstunden, weniger Flexibel) und wenn man den AG wechselt, welcher Grund auch immer, wird so eine "Freiwilligkeit" sicher eine Rolle spielen - im Guten wie im Schlechten.

Was schulden wir diesem Staat/Bundesland eigentlich? So etwas sehe ich nicht ein. Ich zahle Steuern und Beiträge schon genügend. Mehr bin ich persönlich nicht bereit.

Wenn es nicht freiwillig ist, ist es nicht Freiwillige Feuerwehr. Das hat etwas von Laibeigenschaften.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
michidharky 01.06.2019, 21:47
9.

Auch das ist ein Resultat völlig verrückter Bundespolitik der Ära Merkel. Steht auch im Artikel. Die Aussetzung der Wehrpflicht war ein großer Fehler. Nicht nur die Freiwilligen Feuerwehren auch THW und Pflegekräfte sind davon betroffen weil halt nicht nur der Wehr- sondern auch die Ersatzdienste ausgesetzt sind.
Das war wieder richtig schlau. Ausbaden müssen es die Gemeinden und Patienten. Glückwunsch dazu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 12