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Personalmangel: Die unfreiwillige Feuerwehr von Grömitz
Andreas Arnold/ dpa

Freiwillige Feuerwehr? Funktioniert - wie der Name sagt - nur mit Freiwilligen. Weil die fehlen, verpflichtet ein Ort in Schleswig-Holstein jetzt seine Bürger.

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laermgegner 01.06.2019, 21:51
10. DAs muß man sich auf der Zunge zergehen lassen - Melkkuh Bürger

Wer auf dem Land wohnt, wird nun für endgültig für bölde verkauft. Ich wurde nie auf die Idee kommen, für diese miese Politik in die freiwillige Feuerwehr einzutreten, die bei uns auch noch das Kindermädchen für den Skandalflughafen BER bzw. jetzt SXF ist. ( Bei jedem SOS von einem Flugzeug - müssen die FFW raus ). Wenn das Land mit den FFW so großzügig umgeht, dann miuß eben eine BFW her, denn die Aufgaben, die die FFW kostpflchtig für den Verursacher leistet, bringt Geld in die Gemeindekasse und bei den Leuten kommt nichts an.

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quark2@mailinator.com 01.06.2019, 21:51
11.

Das scheint mir eine fortschreitende Entwicklung zu sein. Als Schüler habe ich für die Schule Papier und Flaschen gesammelt, Pflanzen gesetzt, Räume gereinigt, als Student dann Ernteeinsätze und Rettungsschwimmer. Als Soldat hat man auch nicht viel bekommen. Und so gab es viele solche Dinge, wo Menschen für wenig oder kein Geld Leistungen erbrachten, die Assistenzärzte, bzw. Ärzte im Praktikum, die Feuerwehrleute, wenn sie auf einen Einsatz warteten, die Liste würde endlos. Nach und nach hat man das alles in den letzten Jahren unter Arbeitszeiterfassung, Mindestlohn, etc. gestellt. Mitunter finde ich das auch gut. So wie man Wege sucht, familiäre Pflege oder Erziehungszeiten finanziell zu entgelten, geht der Trend zu maximaler Vereinzelung, jeder soll für jede Leistung bezahlt werden. Da ist es dann aber eben auch nur konsequent, die freiwilligen Feuerwehren in Berufswehren zu überführen. Wenn niemand mehr was für die anderen tun will, warum sollten es dann allein die Feuerwehrleute tun ? Und das ist für mich eben die Kehrseite - man selbst hat was für die Gemeinsschaft erbracht und war Teil, heute macht jeder seins. Was sagt einem das über die Gemeinschaft und ihre Ideale ? Dann wiederum - man kann nur großzügig sein, wenn man auch Luft hat. Je mehr Menschen finanziell unter Druck sind, desto weniger können "mal eben" großzügig sein.

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räbbi 01.06.2019, 22:01
12.

Es ist schlicht lächerlich, wenn ein Ort, der scheinbar rein vom Tourismus lebt und in der Saison auf doppelte Größe anschwillt, hier auf solche Maßnahmen setzen muß.
Dann zieht doch erstmal die Profiteure zum Dienst ran. Hoteliers, Gaststättenbetreiber usw. usw.
...oder macht es ganz einfach professionell. Im Geld verdienen seid ihr das ja auch.

Allgemein:
Die Probleme sind bekannt. Es geht schon damit los, dass es die 20 oder so Jungbauern, die früher jedes Kaff hatte und die Jederzeit alles stehen und liegen lassen konnten, eben kaum noch gibt.
...und danach eben gleich all die Ausbildungshürden von Führerschein über Atemschutz und hast du nicht gesehen, auf die du erstmal Bock haben mußt.
Auf der anderen Seite sehe ich hier aber auch die Gier der Wehren selbst. Da brauchst du ein neues Fahrzeug um ein neues Gerätehaus zu rechtfertigen. Wenn die Hütte dann aber steht, brauchst du wieder mehr Krempel, damit sie voll wird. Also bemühst du dich um irgendeine Sonderrolle, Spezialfahrzeug usw. usw.
und dann jammerst du, weil keine Leute da sind für all der Gerät. Dabei wolltest du mit den ganzen Modernisierungen ja eigentlich Leuten was bieten.
Nur was ich hier vor Ort so bisschen beobachten kann.

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emil_erpel8 01.06.2019, 22:02
13.

Zitat von michidharky
Auch das ist ein Resultat völlig verrückter Bundespolitik der Ära Merkel. Steht auch im Artikel. Die Aussetzung der Wehrpflicht war ein großer Fehler. Nicht nur die Freiwilligen Feuerwehren auch THW und Pflegekräfte sind davon betroffen weil halt nicht nur der Wehr- sondern auch die Ersatzdienste ausgesetzt sind.
[...] Wenn die Regierung die Wehrpflicht nicht abgeschafft hätte, hätte das Verfassungsgericht dafür früher oder später gesorgt. Man kann aus Gleichbehandlungsgründen nicht auf Dauer bloß einen Bruchteil der "Pflichtigen" einberufen.

Im übrigen ist das nur konsequent. Nachdem die gesamte Gesellschaft dem Kapitalismus und der Willkür der Märkte unterworfen wurde, kann der Staat nicht dauerhaft hingehen und Zwangsfreiwillige rekrutieren. Das paßt nicht ins System und ist eine kreischende Benachteiligung der "Freiwilligen" gegenüber der Verschonten Bevölkerung.

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twacorbies 01.06.2019, 22:08
14. An alle die denken, dass mit Steuern ihre Schuldigkeit getan ist

Wenn man Kommentare wie von 4) oder 6) ließt: Erstens haben auch Großstädte mit Berufsfeuerwehren zustzliche Freiwillige Feuerwehren, denn Einsätze passieren leider nicht immer schön nach einander und da werden die Freiwilligen dann trotzdem dringend gebraucht. Und zweitens sollen sich die, die der Meinung sind, dass ihre Leistung mit ihren gezahlten Steuern beglichen ist und die Politik doch bitte auch für Kleinstädte Berufsfeuerwehren einführen sollen, überlegen was das kostet: Mindestens 8 Berufsfeuerwehrleute in drei Schichten (plus Wochenendversorgung und Urlaubsvertretung), da ist man da locker bei 40 - 50 Vollzeitstellen. Glaubt jemand, dass sich das jede kleine Gemeinde einfach so leisten kann? Dann dürften die Kommentaren aber ihre Steuern mal deutlich nach oben korrigieren.

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christoph.d 01.06.2019, 22:09
15. Frauenquote ist die Lösung

Wenn in der freiwilligen Feuerwehr hauptsächlich weiße Männer sind, sollten doch auch Frauen die "Chance" bekommen sich zu engagieren. Frauen werden doch generell als eine Verbesserung gesehen, dann sollte der Bürgermeister nur Frauen einziehen, bis die 50% erreicht sind.

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luebsch 01.06.2019, 22:10
16. Geld müsste doch da sein...

"Grömitz hat 7300 Einwohner, im Sommer schwillt der Ort an, rund 260.000 Übernachtungsgäste und 550.000 Tagesgäste kommen jedes Jahr als Besucher. " --- Bei diesen Zahlen kann ich nicht nachvollziehen, dass ggf. auch im Verbund mit Nachbarorten keine Berufsfeuerwehr betrieben werden kann. Wer den Strand bis zur Oberkante füllt und regelmäßig große Events veranstaltet, wird ja wohl ausreichend Kurtaxe und Steuern/Abgaben vereinnahmen, um die Sicherheit seiner Gäste zu gewährleisten.

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Violator 01.06.2019, 22:16
17. Ehrenamt in allen Ehren

Wie schon im Artikel geschrieben werden die Verpflichtungen immer umfangreicher und Einsätze dauern besonders bei Umweltereignissen immer länger und werden immer aufwändiger. So schön und sinnvoll unsere Freiwilligen Feuerwehren und das THW auch sind, müssen da viel mehr Vollprofis und bessere Ausrüstung ran. Dass wir noch nicht mal Löschhubschrauber zur Hand haben um die in Zukunft garantiert häufiger auftretenden Waldbrände zu bekämpfen, ist ein Armutszeugnis. Der Katastrophenschutz sollte über solches Gerät dann sowieso selber verfügen, anstatt dass Polizei und Bundeswehr ran müssen.

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meimei 01.06.2019, 22:22
18.

Zitat von michidharky
Auch das ist ein Resultat völlig verrückter Bundespolitik der Ära Merkel. Steht auch im Artikel. Die Aussetzung der Wehrpflicht war ein großer Fehler. Nicht nur die Freiwilligen Feuerwehren auch THW und Pflegekräfte sind davon betroffen weil halt nicht nur der Wehr- sondern auch die Ersatzdienste ausgesetzt sind. Das war wieder richtig schlau. Ausbaden müssen es die Gemeinden und Patienten. Glückwunsch dazu.
"LOL" Sie meinen also, die Ungerechtigkeit der Wehrpflicht (~20% der männliches Bevölkerung?) ist besser als die Ungerechtigkeit der Laibeigenschaft/Zwangsverfreiwilligung wie im Artikel beschrieben?

Ich würde sagen, beides gehört eingestellt. Soll es eine Berufsfeuerwehr geben, überall. Gerade wenn eine "Freiweillige Feuerwehr" für Bundesstraßen oder Touri-Orte zwangsverpflichtet wird. Das wird ja nur erforderlich, weil diese Orte einiges an Geld durch den Tourismuss bekommen, Stichwort Sylt. (auf der Suche dem Rechtichen auf u.a. Sylt gestoßen) Dann soll das der Tourismus tragen. Hotels und Gemeinde und und finanzieren dann einfach eine Berufsfeuerwehr.

Unglauchlich, dass es so etwas gibt.

Und Merkel (weiter oben) hat ja nun wirklich nichts damit zu tun. Das sind §§ aus der Vergangenheit - die natürlich nicht angerührt werden. Klar. Ist ja genehm, muss man nichts machen.

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meimei 01.06.2019, 22:28
19.

Zitat von twacorbies
Wenn man Kommentare wie von 4) oder 6) ließt: Erstens haben auch Großstädte mit Berufsfeuerwehren zustzliche Freiwillige Feuerwehren, denn Einsätze passieren leider nicht immer schön nach einander und da werden die Freiwilligen dann trotzdem dringend gebraucht. Und zweitens sollen sich die, die der Meinung sind, dass ihre Leistung mit ihren gezahlten Steuern beglichen ist und die Politik doch bitte auch für Kleinstädte Berufsfeuerwehren einführen sollen, überlegen was das kostet: Mindestens 8 Berufsfeuerwehrleute in drei Schichten (plus Wochenendversorgung und Urlaubsvertretung), da ist man da locker bei 40 - 50 Vollzeitstellen. Glaubt jemand, dass sich das jede kleine Gemeinde einfach so leisten kann? Dann dürften die Kommentaren aber ihre Steuern mal deutlich nach oben korrigieren.
Ihr Argument ist ja wunderbar. Es sollen wenige gezwungen werden, damit der Rest nicht die tatsächlichen Kosten zu tragen hat.

"Super" - dann zahlen wir eben alle ein Teil mehr, aber so etwas geht gar nicht. PUNKT.

Sylt als Beispiel, wie kann es sein, dass da Anwohner rangezogen werden? Wenn das hauptsächlich wegen der Touri-Saison ist? Das ist doch mal Hohn schlecht hin.

Warum sollen hier nicht die Hotels und Gaststädtenbetreiber zahlen, und die Gemeine von den Steuereinnahmen?

Oder wenn eine Bundesstraße in der Nähe ist.

Warum sollte es hier nicht der Steuerzahler sein? Bundesstraßen, Autobahnen?

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