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Personalmangel: Die unfreiwillige Feuerwehr von Grömitz
Andreas Arnold/ dpa

Freiwillige Feuerwehr? Funktioniert - wie der Name sagt - nur mit Freiwilligen. Weil die fehlen, verpflichtet ein Ort in Schleswig-Holstein jetzt seine Bürger.

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loox 02.06.2019, 06:54
50. Unendliche Gier

Eine 8.000 Eineohner Stadt lädt über 200.000 Touristen ein, organisiert Festivals und nimmt dadurch Millionen ein. Aber anstatt von dem Gewinn Sicherheitspersonal anzustellen, werden die Bürger verpflichtet, unentgeltlich für diesen Massentourismus zu schuften.

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ede_wolf 02.06.2019, 07:15
51. Geld. Geld, Geld, Geld. Und vor allem: Ich!

Ich sitze zwei Kilometer von der Grenze nach Deutschland entfernt. Es gibt hier in der Schweiz keine freiwillige Feuerwehr, aber es gibt die „Milizfeuerwehren“. Je nach Gemeinde besteht Dienstpflicht - je Haushalt. Damit befreit man sich von einer zusätzlichen Abgabe von (in unserem Fall) 0,8% des Gesamthaushaltseinkommens.

Ja, wir haben einige Kameraden in der Wehr, für die das Geld die Motivation ist. Da werden dann halt die Übungen so besucht, dass das Minimum erreicht ist. Das sind aber auf Dauer wenige.

Irgendwie tut mir diese Egoismusdebatte im Land meiner Geburt weh. Alles und Jedes wird nach „sollen doch die Anderen“ und „wofür zahl ich Steuern“ sortiert. Ihr dürft mir eins glauben - wenn ich (oder einer meiner Kameraden) Euch mal aus dem zerfetzten Wrack Eures Autos schneiden oder Euch mit einem Pacer aus Eurem verqualmten Haus retten muss, gelten zwei Dinge.

1.: wir tun das. Mit vollem Einsatz, ungeachtet Eurer charakterlichen Qualitäten. Unter Einsatz unseres eigenen Lebens. Ist vielleicht dumm, aber so sind wir nunmal. So leben wir.
2.: Ihr singt ein anderes Lied. Glaubt mir.

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Martuk 02.06.2019, 07:17
52.

Es gibt eine Möglichkeit wie man sicherstellen kann, dass die Feuerwehrmänner/frauen/divers innerhalb von wenigen Minuten zur Verfügung stehen: Man bezahlt sie. - Da wird man über kurz oder lang wohl nicht dran vorbei kommen.

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HerrPeterlein 02.06.2019, 07:34
53. Brände trotz Steuern

Auch wenn sie regelmäßig ihre Steuern bezahlen, dass schützt sie nicht vor einem Brand bei dem sie auf die (freiwillige) Feuerwehr angewiesen sind.
Vielleicht wird das Ehrenamt so aufgewertet und mehr Menschen sind dazu bereit.

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dasfred 02.06.2019, 07:40
54. Feuerwehr war mal gegenseitige Hilfe im Brandfall

Darum, und weil freiwillige Feuerwehrmänner vom Wehrdienst befreit wurden, fanden sich auf dem Land auch immer genug Mitglieder. Außerdem gab es in den meisten Dörfern mehr Übung und Feuerwehrfeste als Einsätze. Heute, bei dem Straßenverkehr, ist quasi ständig was los. Die Feuerwehr wird für alles Mögliche gerufen. Sind ja sowieso da und kosten die Gemeinde nichts extra. Das ganze bei immer höherer Mobilität. Immer weniger Männer arbeiten auf dem Lande noch vor Ort. Die Landwirtschaft wird von immer weniger Menschen betrieben, die anderen pendeln zur Arbeit. Wo Dörfer nur noch zum schlafen da sind, muss man neue Lösungen finden. Das Beispiele hier, ist besonders krass. Die ganze Sommersaison ist die freiwillige Feuerwehr quasi nur für fremde Leute da, an denen ein kleiner Teil der Gemeinde sehr gut verdient. Also muss für alles außerhalb der lokalen Brandbekämpfung ein kommunaler gewerblicher Rettungsdienst und Sicherheitsdienst errichtet werden. Man sollte dazu dann auch Mal die Einsätze der vergangenen dreißig Jahre vergleichen.

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der_sinnlose 02.06.2019, 07:48
55. das geht gut bis sie an den Falschen geraten

ich bin mir sehr sicher wer da wieder raus will kommt das auch. Gegen Dienstpläne mit dem Rechtsanwalt vorgehen. Eine grundsätzliche Renitenzhaltung an den Tag legen, seinen Kameraden dort das Leben zur Hölle machen und versehentliche Fehlbedienung von sündhaftem Ausrüstungsmaterial mit Folgeschäden in zigtausend Euro Höhe. Ich denke wenn man will hat man nach weniger als 4 Wochen seine Entlassungsurkunde in der Hand. Die Frage ist ob man sich dann noch in dem dörflichen Umfeld in dem man wohnt bewegen kqann oder von allen geschnitten wird. Aber irgendwann kommt der erste dem das egal ist.

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Circular 02.06.2019, 07:56
56. Man kann ja im Brandfall einfach die Häuser

der Nichtmitglieder der FFW einfach abbrennen lassen. Es gibt in Deutschland kein Recht auf Feuerlöschen.

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vitalik 02.06.2019, 08:09
57.

Zitat von michidharky
Auch das ist ein Resultat völlig verrückter Bundespolitik der Ära Merkel. Steht auch im Artikel. Die Aussetzung der Wehrpflicht war ein großer Fehler. Nicht nur die Freiwilligen Feuerwehren auch THW und Pflegekräfte sind davon betroffen weil halt nicht nur der Wehr- sondern auch die Ersatzdienste ausgesetzt sind. Das war wieder richtig schlau. Ausbaden müssen es die Gemeinden und Patienten. Glückwunsch dazu.
Patienten? Ungelernte Kräfte des Ersatzdienstes haben Pflege von Patienten übernommen? Sind Sie da sicher?

Mit Ihrer Argumentation könnte man glatt die Abschaffung der Sklaverei relativieren. Vor allem jetzt, wo nicht einmal die polnischen oder rumänischen Arbeiter als Pflücker auf den deutschen Feldern arbeiten wollen.

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abcd63 02.06.2019, 08:13
58.

„Toller“ Artikel. Soll man sich noch rechtfertigen weil man als „weisser Mann“ ehrenamtlich tätig ist? Jede Feuerwehr steht jedem Migranten und jeder Frau offen. Wenn die Damen und Herren Migranten keine Lust haben für die „Kuffar“ tätig zu werden, tja, was soll man machen? Ich bin übrigens mit 54 aufs Land gezogen und in die FFW gegangen. Wer soll sonst helfen wenn nicht wir uns selbst?

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vitalik 02.06.2019, 08:21
59.

Zitat von twacorbies
Wenn man Kommentare wie von 4) oder 6) ließt: Erstens haben auch Großstädte mit Berufsfeuerwehren zustzliche Freiwillige Feuerwehren, denn Einsätze passieren leider nicht immer schön nach einander und da werden die Freiwilligen dann trotzdem dringend gebraucht. Und zweitens sollen sich die, die der Meinung sind, dass ihre Leistung mit ihren gezahlten Steuern beglichen ist und die Politik doch bitte auch für Kleinstädte Berufsfeuerwehren einführen sollen, überlegen was das kostet: Mindestens 8 Berufsfeuerwehrleute in drei Schichten (plus Wochenendversorgung und Urlaubsvertretung), da ist man da locker bei 40 - 50 Vollzeitstellen. Glaubt jemand, dass sich das jede kleine Gemeinde einfach so leisten kann? Dann dürften die Kommentaren aber ihre Steuern mal deutlich nach oben korrigieren.
Milchmädchenrechnung. Eine Gemeinde mit 100 Häusern braucht keine 50 Feuerwehrmänner. Wäre es so, dann wäre jede freiwillige Feuerwehr maßlos unterbesetzt. Und in einer Stadt hätte man 5000 Feuerwehrkräfte versammeln müssen.
Dann gibt es noch Bereitschaftszeit und 24 Stunden Dienste.
Ich wette, dass es da einen Berechnungsschlüssel gibt und nicht Ihre Pi Mal Daumen Methode.

Sollten die Steuereinnahmen der Gemeinden nicht für eine Berufsfeuer ausreichen, müsste man halt die gesetzlichen Regelungen ändern, sodass der Bund für diese aufkommt.

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