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Personalmangel: Die unfreiwillige Feuerwehr von Grömitz
Andreas Arnold/ dpa

Freiwillige Feuerwehr? Funktioniert - wie der Name sagt - nur mit Freiwilligen. Weil die fehlen, verpflichtet ein Ort in Schleswig-Holstein jetzt seine Bürger.

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denkdochmalmit 02.06.2019, 11:15
70. Europa

Zitat von HevoHo
Es überrascht mich wie viele der Kommentatoren generell Berufsfeuerwehren statt einer freiwilligen Feuerwehren fordern (vl. weil die meisten nur in Großstädten gelebt haben und es so gewöhnt sind oder einfach ein Schnellschuss, wer weiß). Jedenfalls vermute ich, dass sich die wenigsten die Folgen dieser Forderung klar gemacht haben. Es würden mit Sicherheit sehr viele Gemeinden vl. sogar ganze Teile eines Landkreises zusammen legen um eine Feuerwache zu betreiben (es gibt nun mal Gegenden in denen sich im Umkreis von 100km oder mehr keine einzige Berufsfeuerwehr befindet, dann wird man wohl kaum in jedem Dorf eine eröffnen). Beim nächsten Notruf könnte man sich, während man 45min Anfahrt abwartet, nochmal überlegen ob das so eine kluge Forderung war. Wer das anzweifelt: Vergleiche Polizei, dort gibt es auch heute schon Gegenden mit horrenden Warte-/Anfahrtszeiten von einer Stunde und mehr.
..Was meinen sie denn wie das in anderen Ländern Europas aussieht, z.B. in Frankreich auf dem platten Land.
Das Problem ist , das gerade die Leutchen die hier rumheulen als erste Klagen wenn die Hilfsfristen hierzulande nicht eingehalten werden..
So was nennt man im Allgemeinen Sprachgebrauch " Asozial"

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denkdochmalmit 02.06.2019, 11:31
71.

Zitat von lareluna
Es ist albern zu sagen „Ich Zahl steuern damit hab ich meine Schuldigkeit getan“ Nein haben Sie nicht. Vielmehr müsste endlich herausgestellt werden, dass der Feuerschutz in Deutschland ohne die FFW gar nicht möglich wäre. Berufsfeuerwehren sind da nicht die Lösung um z.B. Großschadenslagen zu bearbeiten. Wer soll den bitte in einer Stadt wie Castrop Rauxel als Beispiel eine Feuerwehr mit, sagen wir mal 100 Feuerwehrleuten pro Schicht, um es klein anzusetzen bezahlt werden ? Vielleicht sollte auch der „ich Zahl steuern und bin fertig“ Gedanke mal überdacht werden. Nicht was kann der Staat für mich tun, sondern was kann ich für mein Land tun. Aber es ist ja oft einfacher AFD zu wählen und über Merkel zu jammern. Ich kann es nicht mehr hören. Hauptsache ich, der Rest soll zusehen. Bekommt den Arsch hoch und beteiligt Euch an der Solidargemeinschaft.
Also ich denke mal das es bei der Feuerwehr mehr AFD Wähler als Grünen Wähler gibt.
Ich bin fast 30 Jahre bei der Feuerwehr, ein Lehrer z.B. ist mir dort noch nie begegnet ...

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three-horses 02.06.2019, 11:34
72. Die unfähige/faule Verwaltung.

Zitat von spmc-12355639674612
kann man ja nur hoffen, dass es bei Ihnen nie brennt. Ja, so ist das nun einmal: Es gibt Bürgerrechte, aber auch Bürgerpflichten. Wissen Sie aber, was so eine Drehleiter kostet? Oder braucht Ihr Ort keine, weil da nur Bungalows stehen? Was würden Sie sagen, wenn man bei Ihnen in der Kleinstadt die Kosten für die Feuerwehr einfach als "Feuerwehrsteuer" einkassieren würde? Coole Idee, oder? In der Großstadt mit Berufsfeuerwehr zahlen Sie dann halt mehr für's Wohnen, auch gut. Aber Hauptsache, hier mal wieder einen arroganten Kommentar vom Stapel gelassen zu haben ...
"Es gibt Bürgerrechte, aber auch Bürgerpflichten"...oder dem Bürger gegenüber...nur die VdL Truppe, 100-120 Tausend Beamte liegen da auf der faule Haut, es gibt eine Menge Beamte die "nicht mehr können"...das wäre eine gute Therapie, endlich auch für die Allgemeinheit was zu tun. Dann haben wir so um die ab 2 Millionen Junges aus dem Übersee und so und in dem besten Alter vor Ort. Und so auch das Recht zu sagen...die Steuern die ich zahle...das reicht. Allemal.

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denkdochmalmit 02.06.2019, 11:37
73. Schweiz

Zitat von Checkmate
In der Schweiz besteht grundsätzlich die Feuerwehrdienstpflicht für jedermann, egal ob Mann oder Frau – Schweizer oder nicht. Derzeitgibt es ca. 1'500 Feuerwehrkorps und ca. 95'000 Feuerwehrleute, davon dienen nur ca. 1'200 Personen in Berufsfeuerwehren.Die Feuerwehrpflicht beginnt mit dem 21. Lebensjahr und endet mit 42 Jahren. Wer sich weigert seinen Dienst anzutreten wird beim Friedensrichter anzeigt und muss sich dafür verantworten. Ich denke das ist ein gutes System, weil es auch den Gemeinschaftssinn fördert. Das wäre auch für Deutschland ratsam.
...die Schweiz mit ihren z.B. Volksabstimmungen , dem fortschrittlichen Waffenrecht, gerechten Steuerrecht mit Deutschland zu vergleichen hinkt etwas...
Wir haben die höchste Steuerquote der Welt und in einem reichen Touristenort (555.000 Tagesgäste), an dem wenige viel verdienen soll eine Pflichtfeuerwehr eingerichtet werden .
Die Menschen sind es satt sich auspressen zu lassen wie Zitronen ( aber leider auch hirngewaschen weil sie dann dummerweise Grün wählen)
Es ist Aufgabe der Gemeinde eine funktionsfähige Feuerwehr vorzuhalten, diese Pflicht hat der Bürgermeister hier nicht erfüllt.

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meimei 02.06.2019, 11:46
74. angemessene Vergütung für Freiwillige und mehr Berufsfeuerwehr!

Es geht nicht darum den Freiwilligen die Leistung abzusprechen, das Gegenteil ist der Fall.

Es kann aber nicht sein, dass per Zufallslos wenige Zwangsverpflichtet werden.

Wenn und überhaupt ist dieser Ansatz widerlich.

Im Beispiel, der Touristikort, der den Bedarf ja nur wegen der Urlaubssaison benötigt.

Wenn diese sich nicht eine Pflichtfeuerwehr leisten wollen...

Und im Fall der Feuerwehr, sind die Aufgaben und Anforderungen so hoch geworden.

Sie als Freiwilige bei der Feuerwehr werden den Einsatz, oder die Bereitschaft nicht als zu große Einschränkung sehen. Aber stellen Sie sich mal vor, wie es für einen Zwangsverfplichteten ist, der für Aufgaben herangezogen werden soll, welche weit über Feuerlöschen im Ernstfall in der Gemeinde gehen. Nicht jeder ist für Bereitschaft geeignet. Und das für immer mehr Aufgaben, die mit "Löschen" wenig zu tun haben!

Ich habe schon mehrfach geschrieben, erhöhter Bedarf durch Bundesstraßen, Autobahnen und ähnliches sollte der Staat bezahlen. Privatwirtschaftliche Gründe wie die Touristik, dann die Hotels und Gäste.

Und es kann auch eine Kombination sein, Freiwillige Feuerwehr, aber mit einer angemessenen Vergütung der Bereitschafts- und Einsatzzeit. Die Finanzierung kommt dann über Gemeinde, Land- und Bundesregierung. Und Privatwirtschaft, anteilig.

Ich müsste mich nicht aufregen, die Wahrscheinlichkeit bei mir ist ziemlich klein. In einer Großstadt lebend, mein Alter... da ist es unwahrscheinlich, dass ich noch im Alterskorridor fallen werde.

Selbst habe ich fast zwei Jahre (inklusive direkte Folgen) meines Lebens durch die Bundeswehr verloren. Draufgezahlt, was damals finanziell wirklich für mich schwer war, später, auch mangels Berufserfahrung Nachteile gehabt. Und auch damals war es schon ziemlich ungerecht, nur Männer, viele kamen raus.

Ich bin gespannt, wie die Gerichte bis zum EUGH hoch urteilen werden. Die Bundesländer und Regierung werden sicher nichts unternehmen. Es gibt nur wenige Beispiele - und diese sind wie dieser Artikel schnell aus der "Startseite" weg/runter gerutscht.

So wird es häufiger zu Zwang kommen. Gerade weil die Anforderungen und Ausnutzung der freiwilligen Feuerwehr weiter zunehmen wird.

Irgendwann kommt dann eine Gemeinde an die falsche Person, und diese zieht es bis ganz nach oben durch.

Wobei sicher Ansätze existieren. Wer kommt in die Auswahl, männlich, weiblich und diverse... Altersdiskriminierung? "die Jungen sollen es machen" usw.; Was sind die anerkannten Gründe, nicht zwangsverpflichtet zu werden? (beim Staat oder Kirche arbeiten)

Kann eine kleine Gemeinde das überhaupt juristisch sicherstellen?

Muss die Gemeinde Schadensersatz ggü. Arbeitgebern leisten?

Eine valide Antwort auf eine Zwangsverpflichtung/die Einberufung wäre vermutlich dann "Ihnen ist schon klar, dass ich 150.000 Euro im Jahr verdiene und häufig Dienstreisen ins Ausland vor buche" und schon ist die Person aus der Auswahl draußen (oder gar nicht reingekommen).

Und ist das einfach gehalten, und per Gesetz gibt’s keinen Ersatz? Dann hat es für den Betroffenen aber natürlich überhaupt keinen Karrierenachteil ;)

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meimei 02.06.2019, 11:46
75. Teil 2

Kann ein "Glückspils" Schadensersatz fordern, für berufliche Einschränkungen? In der Realität gibt es nämlich durchaus Probleme für die Person. (Gilt natürlich auch für Freiwillige) Weniger Überstunden machen können, Termine durch Einsätze nicht gehalten.

Das führt zwangsläufig zu weniger Leistungsfähigkeit und wird mehr oder weniger offensichtlich in die Bewertung einfließen. Für Tarif-Berufe vielleicht weniger, für Dienstleister und internationale Unternehmen vermutlich schon. Oder kleine Betriebe, die gegebenenfalls ja noch mit dem Ort verbunden sind, den Ausfall einer Arbeitskraft aber viel schwerer trifft.

Krankheit durch Stress, Verlust von Erholungszeiten (Bereitschaft) oder wie sieht es mit Folgeschäden mit oder ohne Unterstützung der Psyche aus? Berufsunfähigkeit als Folge?! Ob die Berufsunfallgenossenschaften das dann für Lau übernehmen möchten, oder die privaten Versicherer? (Oder noch schlimmer, die Person allein gelassen wird?)

Und das unter der Prämisse Zwang - das verschärft diesen Teil vermutlich, da die Person sich vermutlich nicht so leicht "aufraffen" kann, etwas "Gutes" getan zu haben.

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three-horses 02.06.2019, 11:48
76. Die Ursachen so kleinlich.

Zitat von modellflieger
In ganz Europa gibt es freiwillige Feuerwehren. Beispiel: In Frankreich sind 78 % der Feuerwehrleute Freiwillige.
Die Tendenz ist aber fallend. Die junge Frauen meiden das "freiwillige" wie die Pest. Ist auch recht und auch falsch so. Immerhin spenden gerade die Reichen in Fr. viel an die Feuerwehr. Wenn ich mich an der Fall, wo ein Feuerwehrmann die rote Ampel zum Einsatz überfuhr und die 500 Euro zahlen musste, wo die Verwaltung nicht in der Lage war es zu annulliern, dann kann nur vor Wut rot werden.
So ist Germany, seine Beamten.

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etaoin 02.06.2019, 12:01
77. Keine Frage des Geldes

Zitat von frank.huebner
Inzwischen gibt es ja viele Gemeinden, die zusätzliche Anreize schaffen ,Vergünstigungen, Aufwandsenschädigungen etc. Ist halt alles eine Frage des Geldes.
FF ist ein Ehrenamt, das in seinen Verpflichtungen, Engagement und Risiko weit über das anderer Ehrenämter hinausgeht, und im Kontrast zu vergleichsweise risikoarmen und zeitlich selbst organisierten Ehrenämtern in sozialen oder sportlichen Aufgabenbereichen mit u.U. deutlichen Nachteilen für den betroffenen Ehrenamtlichen verbunden ist:
* zurückstecken im Beruf
* erhebliche Einbußen bei der Freizeit, sowohl geplant (Schulungen, Übungen) als auch ungeplant (Einsätze).
* gesundheitliches Risiko, bis zu Tod, Invalidität und Frührente.

Hier ist der Gesetzgeber gefordert weit mehr als bisher vorgesehen für einen angemessenen Nachteilsausgleich zu sorgen.

Es ist keine Frage des Geldes - aber die Freiwilligen, die ihre Arbeitskraft, ihre Gesundheit, und ihre berufliche Entwicklung opfern fühlen sich mehr als nur benachteiligt, wenn sie die Folgen ihres Einsatzes auch noch nahezu komplett selbst abfangen müssen, während unsere Solidargemeinschaft, der sie weitaus mehr als andere, “nur Beitragszahler” dienen, ihre Mittel vergleichsweise großzügig an jene verteilt, die zu solchem Einsatz nicht bereit oder in der Lage sind.

Dringend notwendig wären angemessene, anlassbezogene Nachteilsausgleiche. Mir kommen da spontan in den Sinn:
* Ausblildung als Währung und Nachteilsausgleich - Führerschein, Einstieg in medizinische/technische/handwerkliche Ausbildungsketten, Anrechnung und Bescheinigung von Kenntniserwerb und Tätigkeiten auf entsprechende Berufsausbildungen - gerade für die begehrten jungen Leute an der Schwelle zur beruflichen Orientierung gäbe es hier einige Anreize, die die späteren Karrierebremse der Dauerbereitschaft kompensieren können.
* Rentenpunkte als Währung, die die beruflichen Nachteile ausgleichen kann.
* Bei gesundheitlichen Problemen Frühverrentung ohne Strafabschläge
* Bundesweit kostenlfreier Zugang zu öffentlchen Verkehrsmitteln
* Bundesweit freier Eintritt zu Einrichtungen und Veranstaltungen der öffentlichen Hand oder subventionierter Einrichtungen - dies ist keine besondere Vergünstigung, wohl jeder Veranstalter ist froh um Besucher, die im Fall eines Notfalls im Publikum in der Lage sind geistesgegenwärtig und ausgebildet einzugreifen. Hinzu kommt, dass Rufbereitschaft nicht am Freibadeingang endet und so manche Freizeitaktivität vorzeitig abgebrochen werden muss - (mit)-betroffene Familien haben da ihre eigenen Erinnerungen.

Was aber jeder einzelne von uns leisten kann, ist die Arbeit und den Einsatz dieser Mitmenschen bei jeder nur möglichen Gelegenheit zu achten und zu unterstützen. Das fängt in der Schlange am Supermarkt an, wenn hinter mir das Funkgerät des Herren in unübersehbarer Montur, der offenbar zwischendrin versucht hat soetwas wie ein Mittagessen zu ergattern, loslegt...

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spmc-12355639674612 02.06.2019, 13:49
78. Die Steuern, die Sie zahlen ...

Zitat von three-horses
"Es gibt Bürgerrechte, aber auch Bürgerpflichten"...oder dem Bürger gegenüber...nur die VdL Truppe, 100-120 Tausend Beamte liegen da auf der faule Haut, es gibt eine Menge Beamte die "nicht mehr können"...das wäre eine gute Therapie, endlich auch für die Allgemeinheit was zu tun. Dann haben wir so um die ab 2 Millionen Junges aus dem Übersee und so und in dem besten Alter vor Ort. Und so auch das Recht zu sagen...die Steuern die ich zahle...das reicht. Allemal.
Sie bilden sich ja ganz schön viel auf Ihre paar Steuergröschchen ein. Meinen Sie, wir anderen bezahlen wenig Steuern? Trotzdem ist auch für Feuerwehren das Geld nicht gerade übbig vorhanden. Und was bitte nützen in der Freiwilligen Feuerwehr Beamte die "nicht mehr können"? Mit denen werden Sie dort nicht besonders glücklich, würde ich sagen.

Die "2 Millionen Junges aus dem Übersee" (warum neigen Sie eigentlich zu maßloser Übertreibung? Es sind wesentlich weniger.) machen bereits mit, wenn man sie lässt. Hier sind bereits einige bei der Feuerwehr und sie machen das gerne.

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tp13 02.06.2019, 14:05
79. eigentlich ganz einfach

Grömitz erzielt sehr erfreuliche Einnahmen durch die Kurtaxe. Wenn die Stadt also keine Freiwilligen bekommt, dann sollen sie eben Feuerwehrleute aus den Einnahmen der Kurtaxe bezahlen. Dann löst sich das Problem von alleine.

Nur dafür sind die vermutlich zu geizig. Den Einwohnern kann man nur empfehlen, schleunigst umzuziehen. Dann können Bürgermeister & Consorten selbst einmal richtig im Dienste der Allgemeinheit arbeiten.

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