Forum: Karriere
Pflegehelfer: Hauptsache Arbeit
Andreas Voigt

Viele Jahre verdiente Lajos Piros gutes Geld bei einem Fernsehdienst. Seit die Firma pleite ist, hält er sich im harten Job eines Pflegehelfers gerade so über Wasser - die Geschichte eines Berliners, der schon bessere Zeiten gesehen hat und mitten in der Niedriglohn-Realität angekommen ist.

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kurtwied3 14.04.2012, 08:32
110. Nein.

Zitat von grouchomax
Gut, gut: Sie haben Angst vor einer gewaltsamen Änderung der Verhältnisse. Weniger vor der Verfügungsgewalt über das sachliche und menschliche Inventar, wodurch die Verteilung des Erarbeiteten geregelt wird. Aber lassen wir das. Bei allem "Pazifismus" Ihrer Seite, Sie sind nicht genötigt, die Schere zwischen Arm und Reich, wenn nicht für gott-, sondern doch als naturgegeben zu verhimmeln.
Die Änderung muss nicht gewaltsam sein. Wenn man den Menschen lange genug erzählt, dass "die Reichen" auf ihre Kosten leben, sich nicht an der "Solidargemeinschaft" beteiligen und Arbeitnehmer "versklavt", wird man die gefürchteten Zustände ganz ohne Gewalt und völlig demokratisch bekommen.

Die "Schere" zwischen Arm und Reich, ergibt sich für mich zum überwiegenden Teil aus der Verschiedenheit der Menschen - und gleichzeitig aus den Bedürfnissen derselben. Denn nicht alle Menschen wollen bzw. können Arbeit anbieten, die gleichermaßen von ihren Mitmenschen gebraucht wird. Der Unterschied in der Nachfrage der angebotenen Arbeit bestimmt zum überwiegenden Teil den Preis bzw. das Gehalt.

Ob man die Schere anhimmelt oder nicht ist so interessant wie, ob man sich mit der Schwerkraft anfreuden kann - es spielt keine Rolle. Es ist gegeben.
Eine von vielen Regierungen, die versucht hat die Schere durch mehr Staatsgewalt zu schließen, ist es eindrucksvoll gelungen - Nordkorea.
Allerdings ziehe ich die "offene Schere" im Westen vor.

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CompressorBoy 14.04.2012, 15:31
111.

Zitat von testthewest
Ein schönes Beispiel für innere Haltung und Wille. Sich nicht hängen lassen, wenn die Arbeit zu schlecht ist, kündigen und woanders weitermachen. Wir können nicht alle Millionäre sein, aber das ist auch nicht notwendig. Dieser Mann ist wie viele. Er arbeitet weniger wegen des Geldes, als der Befriedigung, nach einem Arbeitstag nach Hause zu kommen und sich gut zu fühlen, weil er etwas geleistet hat. Am Ende ist er wahrscheinlich zufriedener als ein Goldman-Sacks Banker.
Ich kann mir vorstellen, Sie fühlen sich nach Absonderung dieses Dummschwatzes sicher wunderbar!

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CompressorBoy 14.04.2012, 16:06
112.

Zitat von Pizza No.7
[...] An so einem Menschen sollten Sie sich ein Beispiel nehmen! Die "gewaltsame Revolution" darf gerne kommen. Und ich hoffe, danach sind wir Schreihälse wie Sie ein für allemal los.
Das hätten Sie wohl gerne: billig und willig.

Aber ich muss Sie enttäuschen: Revolutionen lassen meist Menschen Ihres Schlages dran glauben...

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theodorheuss 14.04.2012, 16:08
113. Sein wir ehrlich!

Zitat von sysop
Viele Jahre verdiente Lajos Piros gutes Geld bei einem Fernsehdienst. Seit die Firma pleite ist, hält er sich im harten Job eines Pflegehelfers gerade so über Wasser - die Geschichte eines Berliners, der schon bessere Zeiten gesehen hat und mitten in der Niedriglohn-Realität angekommen ist.
Niemand braucht diese Alten mehr. Sie sind ein Klotz am Bein der Gesellschaft, kosten nur noch Geld. Unnütze Fresser sozusagen. Das ist jetzt nicht unbedingt meine persönliche Meinung aber ganz sicher der gesamtwirtschaftliche Kontent. Kinder entsorgen ihre Alten in diese Heime und überlassen Pflege und Fürsorge den dort Beschäftigten. Der STAAT, der STAAT solls richten, sich um Oma und Opa, um Mama und Papa kümmern. Besonders dann wenn die Alten kein Haus oder ähnliche Versorgungsleistungen vererben können. Sein wir doch ehrlich, Mutter und Vater, Großmutter und Großvater erfüllen doch nur den Zweck der Gewinnmaximierung der Kinder und Enkel. Fällt dieser part weg landet der Alte in staatlichen Heimen. Wie die Versorgung dort aussieht, who cares really? Und im Hinblick unserer demografischen Entwicklung: Es wird schlimmer und noch VIEL schlimmer werden! Kapitalismus macht eben nicht vor der eigenen Haustür halt. Aber wer will schon 100 werden? In der Tat ist es aber ein wenig befremdlich wie mache Alte an ihrem Dasein klammern trotz Krankheit und Schmerzen und Armut und Einsamkeit. Schwache Charaktere halt, aber eben auch ein Teil der Gesellschaft.

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theodorheuss 14.04.2012, 16:40
114. Im Nachgang;

Zitat von sysop
Viele Jahre verdiente Lajos Piros gutes Geld bei einem Fernsehdienst. Seit die Firma pleite ist, hält er sich im harten Job eines Pflegehelfers gerade so über Wasser - die Geschichte eines Berliners, der schon bessere Zeiten gesehen hat und mitten in der Niedriglohn-Realität angekommen ist.
viele Menschen wissen nicht was so abgeht in solchen Pflegestationen. Ich weiß es weil meine Frau auf einer Solchen beschäftigt ist und ich sie oft von der Arbeit abhole. Da sitz ich dann im Flur: "Sabine komm mal, der Meier hat sich eingekotet ( jeder weiß das der so fett ist das das eine Kraft allein nicht schafft den auch nur im Bett herumzudrehen ) so liegt der dann da für Stunden im schlimmsten Fall.. "Tanja, die Professorin ( war ne ehemalige Lehrerin ) röchelt wieder, sollen wir die lassen oder den Doc rufen " ? "Pilos ( unser Pflegehelfer ) die Schmidt hat eingenäßt, geh mal da hin ich hab jetzt keine Zeit". Und wenn der Pflegehelfer keine Zeit hat: " Dann laß sie halt da liegen aber geh da hin wenn du kannst ". Eine kurze Stippvisite aus 25 Minuten Wartezeit auf einer PFLEGESTATION. Ich spinne? Nein, ganz sicher nicht! Und dies ist ein absolut gut bewertetes Seniorenhaus!

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Spessartplato 14.04.2012, 16:53
115. Auch nicht schlecht

Zitat von jamesbrand
Warum muß man sich immer an Menschen ein Beispiel nehmen, welche fast fast umsonst arbeiten? Ist eine solche von der herrschenden Klasse bewust gestreut um von Ihrer unersättlichen Gier abzulenken?
Wo bleibt eigentlich die Reportage:

Wie verbringt Wulff seine Tage?
Oder Glaeseker?
Wo verjuxt Schröder seine Pension?
Oder Fischer?

Nur so als Kontrast in einer angeblich gerechten Gesellschaft.

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Ingmar E. 14.04.2012, 18:56
116.

Zitat von Sebastian_Deppe
Richtig...Wir zahlen in unserer privaten Seniorenresidenz weit mehr als 9 Euro die Stunde bzw. nicht weniger als ca. 1.700 brutto, oft auch darüber. Und wir haben im Hamburger Raum immer noch Probleme, (gutes) Personal zu finden.. [...] Bei allen Nachteilen des Pflegeberufes: Ein Lächeln des Bewohners und ein "Dankeschön" ist auch eine Entlohnung, die man nicht unterschätzen sollte, leider im Artikel nicht erwähnt.
Ich muss gleich kotzen. Das was ich aus Pflegeheimen kenne ist, dass man entweder total abgestumpft ist, oder sich ständig bei den Bewohnern entschuldigt, weil man erst jetzt Zeit hat sich um sie zu kümmern. Fließbandarbeit.
10Menschen in 2,5h waschen (und dabei die Selbstständigkeit fördern? unmöglich).

Selbst wenn die Bewohner lächeln, man hat ja gar keine Zeit dahin zu schauen, weil man zum nächsten muss.

Haben sie jemals als Ersatz für einen Pflegehelfer oder eine examinierte Pflegekraft so eine Schicht unter heutigen Bedingungen gearbeitet? Ich glaube nicht. Ich kenn Geschichten von Chefs die mal für eine Schicht an die Basis, direkt ans Krankenbett kamen, und dann eher ziemlich schockiert wirkten.

Die nacke Zahl vom Verhältnis Bewohner=Pflegekraft packt einen nicht an, wenn man sie aufm Schreibtisch vor sich hat, das sollte man auch mal erfühlen.
Wenn sie für das Gehalt nicht genügend Personal bekommen, müssen sie das Gehalt höher setzen, ganz normaler Vorgang.

Ich sage immer: jeder der sich diese Arbeit nicht für dieses Minigehalt antun möchte, erhöht perspektivisch mein Gehalt in der Zukunft, weil ich durch den Mangel bessere Verhandlungsposition habe.

Einerseits denken vermutlich manche BWL-infizierten Manager dass diesen Job jeder machen kann, andererseits ist das häufigste was man als Pflegekraft hört "ich könnte das nicht".

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colan 15.04.2012, 00:35
117. Selten so einen Blödsinn gelesen...

Zitat von theodorheuss
viele Menschen wissen nicht was so abgeht in solchen Pflegestationen. Ich weiß es weil meine Frau auf einer Solchen beschäftigt ist und ich sie oft von der Arbeit abhole. Da sitz ich dann im Flur: "Sabine komm mal, der Meier hat sich eingekotet ( jeder weiß das der so fett ist das das eine Kraft allein nicht schafft den auch nur im Bett herumzudrehen ) so liegt der dann da für Stunden im schlimmsten Fall.. "Tanja, die Professorin ( war ne ehemalige Lehrerin ) röchelt wieder, sollen wir die lassen oder den Doc rufen " ? "Pilos ( unser Pflegehelfer ) die Schmidt hat eingenäßt, geh mal da hin ich hab jetzt keine Zeit". Und wenn der Pflegehelfer keine Zeit hat: " Dann laß sie halt da liegen aber geh da hin wenn du kannst ". Eine kurze Stippvisite aus 25 Minuten Wartezeit auf einer PFLEGESTATION. Ich spinne? Nein, ganz sicher nicht! Und dies ist ein absolut gut bewertetes Seniorenhaus!
1. Mir schleierhaft, warum ihre Frau so eine "Kommunikation", zwischen dem Pflegepersonal, nicht in den täglichen Übergaben (falls sie im direkten Pflegebereich tätig ist) zur Sprache bringt bzw. bei der Pflegedienstleitung der Einrichtung vorstellig wird.
2. Was hat eine Hausbewertung mit dem "nichtvorhandensein von Grundsätzen/Intelligenz der zwischenmenschlichen Kommunikation" beim Personal zu tun? Es ist ein Tabu, vor Besuchern bzw.Angehörigen einer Einrichtung Namen von Bewohnern und Geschehnissen lautstark auszubreiten! Ein Verhalten, wie von Ihnen beschrieben, kann ich mir bei examinierten Personal mit 3jähriger Ausbildung+5 Abschlussprüfungen schwerlich vorstellen. (Ihr Satz: Röcheln lassen oder Doc rufen...)
3.Im Pflegebereich, ob Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus
sind Handys Standard (insbesondere auch für Notfälle!) zur Verständigung untereinander. Ebenso Hilfsmittel zum Transport für adipöse Patienten/Bewohner.
4.Wenn es Ihnen auf den "Keks" geht, warum setzen sie sich dann trotzdem auf die Station? Um zu warten, bis doch mal was passiert? Wenn es so ein gutes Haus(jeder weiß inzwischen das eine Benotung nicht viel aussagt) ist, gibt es mit Sicherheit einen Besucherraum bzw.Cafeteria...


Zum Artikel allgemein:

Ich weiß nicht was jemand finanziell erwartet, welcher einen 10 wöchigen Kurs als Pflegehelfer absolviert? Da erlernt man nicht mal annähernd die Basics von der im Text genannten Anatomie, Pflegeprozess etc. Verantwortung für die Arbeiten der Pflegehelfer, Azubis etc. hat immer die exam.PK/WBL etc. und die hat dann wohl mehr Grund sich über das Gehaltsniveau aufzuregen...
Ingesamt wohl ein Artikel mit ´ner Mischung aus Kenntnissen eines Pflegelehrbuches und einer 2 Std.Recherche vor Ort mit der Hilfskraft. Zumindest wäre ich auch mal in der Leitungsebene vorstellig geworden...


MfG

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Plasmabruzzler 16.04.2012, 08:19
118.

Zitat von Cassandra105
Früher gab´s sowas alles nicht, da wurde Mutter oder Vater zuhause gepflegt, zusätzlich, also los.
Willkommen in der Realität: in der Zeit, die Sie beschreiben, wurde bei weitem nicht so viel beruflich gependelt wie heute und man findet selten in der Stadt, in der die Eltern leb(t)en, eine Arbeit. Zu der Zeit konnte man als Familienoberhaupt noch seine Familie ernähren, heute reicht das Gehalt von 2 gerade so aus - vor allem, wenn man verdienstfreie Zeiten (z. B. Übergang von einem ins andere Arbeitsverhältnis) überbrücken muss und selber privat in die Rente einzahlen muss, damit es für einen selber im Alter irgendwie reichen soll.

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Pflegeengel 17.04.2012, 08:09
119.

Zitat von horst-kurt
Bitte beim nächsten Mal besser recherchieren. Der Mindestlohn in der Pflege liegt mittlerweile bei 8,75 und Sonn- und Feiertagszuschläge sind mit diesem Betrag nicht(!) abgegolten. Übrigens steigt der Mindestlohn zum 01.01.2013 auf mind. 9,- EUR. Für meinen Geschmack ist das für die harte Arbeit immer noch ein karger Lohn, aber Spiegel Online sollte durch Falschangaben die Situation bitte nicht noch schlechter darstellen als sie ist.
... an diesen Mindestlohn müssen sich aber PRIVATE Pflegedienste und Heime nicht unbedingt halten !!!

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