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Plädoyer für Kleidervorschriften: Warum Firmen Dresscodes brauchen
Happy Socks

Ein Arzt greift zum Kittel, eine Stewardess zum Kostüm. Und Büroarbeiter? Sie ziehen an, worauf sie gerade Lust haben. Ein großer Fehler, findet Knigge-Expertin Katharina Starlay. Ihre These: Wenn der Chef die Kleiderordnung vorgibt, profitieren alle.

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uhu_13 06.12.2015, 02:25
360. Ausdruck der Profession

Es kommt immer darauf an was: Techniker / Land und Forstwirte sollten auch in den Führungsebenen manchmal Werkstatt/Stall/Waldkontakt haben. Da ist ein Anzug eher hinderlich um da mal "schnell" herüberzugehen.
Ärzte tragen Kittel, die Liste der praktischen Kleidungswahl lässt sich fortsetzen. Letztendlich bleiben noch die Staubsaugerverkäufer, Versicherungsvertreter, Juristen und BWLer ohne Bodenhaftung. Letztere Professionen haben halt Anzug zu tragen - ist aber an der Stelle auch nichts Anderes als der Kittel des Arztes.
Wenn ich mich, im Rahmen des Üblichen, modisch kleiden möchte, mache ich es.

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mazzmazz 06.12.2015, 05:38
361. Schlabberlook als Attitüde...

Nun, ich fürchte der eine oder andere wollte mich nicht verstehen.
Ich habe durchaus differenziert zwischen "Anzug" und "Karohemd mit Funktionsjacke", indem ich z.B. die Chino mit Langarmhemd empfohlen habe.
Auch ordentliche Jeans sind im Büro, je nach Branche, oft o.k.
Ich laufe auch nciht den ganzen Tag mit Anzug herum. Schon gar nicht, um nicht vorhandene Kompetenz auszugleichen.
Wenn ich weiß dass ich heute viel in der Produktion bin, lasse ich den weißen Anzug daheim...;-)

Mit geht es darum, sich angemessen zu kleiden. Mit Shorts und T-Shirt ist dies fürs Büro nicht möglich. Allein schon weil man dazu kein stadttaugliches Schuhwerk mit entsprechenden Socken tragen kann, ohne sich komplett lächerlich zu machen und ein Oberteil ohne Kragen für Herren über 23 Jahre ausserhalb der Wohnung oder der Squash-Halle ohnehin inakzeptabel ist.

Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Man sollte nicht seine ggf. nachlässige Freizeitkleidung zu einem Zeichen von Freigeistigkeit, Kompetenz und "Anzug habe ich nicht nötig" - Attitüde im Büro machen. Ich empfinde das meist als ausgesprochen peinlich.
Die Schlabber-T-Shirts gehen bei IT-Startups ggf. noch durch. Bei Investorengesprächen schadet jedoch ordentlich Kleidung gar nichts. Ich kann das von beiden Seiten aus beurteilen.
Solche T-Shirts besitze ich glaube ich gar nicht.

Was das Thema Gender-dress-gap betrifft, so sehe ich das keineswegsals Nachteil für die Männer an. Auch die Frauen können ja nicht in dem von ihnen in der Freizeit möglicherweise bevorzugten Latex-Mini ins Büro gehen.
Vernünftige, adrette Alltagskleidung unter Beachtung der von mir o.g. Regeln, ergänzt natürlich um nicht abgelatschtes und sauberes Schuhwerk, ist meist völlig o.k. Bei Kundenkontakt kann ein Anzug, ggf. sogar Krawatte, nach wie vor gefragt sein.
Alte Jeans i.V.m. Turnschuhen oder den sich immer mehr verbreitenden Salomon-Funktionssneakers sind etwas für den privaten Bereich, wenn man es schon nicht lassen kann.

Immer aber zieht man sich soweit ordentlich a, dass ein spontaner Kundenbesuch nicht peinlich sein muss. Da reichen dann bei 30°C auch lange Chinos oder saubere, 1-farbige, lochfreie lange Jeans, leichte Halbschuhe und ein Polohemd. Darunter geht jedoch nichts. Das muss klar sein, auch wenn man sich noch so dagegen wehren mag. Zudem derartige Kleidung in guter Qualität auch bei 35°C noch bestens funktioniert. Hochwertige Halbschuhe sind im Sommer sehr viel angenehmer für Träger und Umfeld, als irgendwelche Plastikturnschuhe.

Sie sehen sofort, was in einer Firma los ist, wenn sie als Kunde oder Lieferant das Gebäude betreten und sehen, wie sie empfangen werden. Ist die Bude gammelig und eine Dame in Leggins und Schlabber-Tiger-Shirt schickt Sie zu einem schmutzigen Sessel neben einer vertrockneten Zimmerpflanze? Oder werden Sie von einer adrett gekleideten Dame in einem sauberen Foyer begrüsst?

Still ist wichtig. Wenn mich dann ein IT-ler mit Egoproblemen für inkompetent hält weil ich vernünftig gekleidet bin, wird es mir eine Freude sein, ihm am Konferenztsich binnen 2 min. die argumentativen Schlabbershorts auszuziehen...

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motzbrocken 06.12.2015, 07:22
362. Meine Erfahrung

ist die, je edler der Anzug umso mieser der Charakter. Siehe all die Politiker und Manager. Ich bringe den Verdacht nicht los, dass die Krawatte die Sauerstoffzufuhr ins Gehirn unterbindet.

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annunciataalmaut 06.12.2015, 08:52
363. Merkwürdig

Vielleicht geht diese in einer Zeitschleife festgehaltene Expertin davon aus, dass alle Unternehmen Bestattungsunternehmen sind, in welchen die Toten die Arbeit verrichten. Da kann man selbstverständlich keinen Respekt vor dem Leben erwarten. Arme Frau.

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dschinn1001 06.12.2015, 09:15
364. Das hat Geschmack ...

... nur ist es so, daß sich Kleiderexperten und Personalchefs manchmal dort hinein versteigern, daß wiederum bestimmte Kleider eindeutig auf den Charakter eines Menschen schließen lassen. Da gibt es erfolgreiche Personaler, die glauben automatisch, wenn jemand ohne Krawatte ein Violettes Hemd trägt. Er oder sie sei eindeutig homosexuell oder sonst so ein Schmarrn. Oder wenn jemand schlurft beim Gehen, dann denken sie vielleicht, daß es sich eindeutig um einen Anti handeln müßte. (Gaston Lagaffe läßt grüßen.).

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jujo 06.12.2015, 09:52
365. ...

Zitat von diefreiheitdermeinung
nicht oft genug was Kunden wirklich davon halten. Ich spreche nicht von den Adidas-Trägern vom Kunden im nächsten Dorf sondern von Exportkunden - ganz egal ob aus Korea, Chile, China, Japan oder Indien. Die halten NICHTS von den Rollkragenträgern und Turnschuhfans die sich als Verkaufsmanager vorstellen und deren Chef möchte sich am liebsten verkriechen wenn sie in die Augen seiner geschniegelt auftretenden Kunden blickt. Zu einer Entschuldigung für das überlegere Auftreten des eigenen Personals sind sie inzwischen eh zu feige. Frau Starlay hat völlig recht - die Kleiderordnung in Deutschland ist einer Unordnung und völligen Geschmacklosigkeit gewichen. Ich glaube die Deutschen selbst sind inzwischen so in diesem Trott gefangen, dass sie es nicht mehr selbst fertigbringen ordentlich darüber nachzudenken. Irgendein Kunde wird es ihnen mal sagen müssen - notfalls in dem er den Auftrag NICHT erteilt.
Ich stimme zu.
Ich bin der Meinung, das man vom Begriff dresscode zum Begriff Berufskleidung übergehen sollte.
Die Berufskleidung der Banker ist eben der Anzug, als Beispiel.
Gerade wenn man internationale berufliche Kontakte hat, ist es schlicht unangemessen und respektlos im Schlabber-, freizeitlook aufzutreten. Jedenfalls solange es offiziell ist.

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