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Poker mit dem Chef: Drei Regeln für mehr Gehalt
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Ein Abteilungsleiter will um eine Gehaltserhöhung bitten. Das zweite Kind ist da und eine größere Wohnung muss her - aber sollte er das dem Chef erzählen?

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großwolke 11.05.2017, 13:03
1. Firmenkultur?

Ich würde mich zuallererst mal bei Kollegen umhören, ob das Verhandeln für mehr Gehalt in der Firma ein üblicher und in einer ausreichenden Zahl von Fällen erfolgreicher Vorgang ist. Das ist nicht überall so. Darüberhinaus gilt die Daumenregel von Leistung und Ersetzbarkeit. Bei "Rechnungswesen" und "16 Leute" würde ich schätzen, dass die Chefin mit der harten Haltung richtig liegt. Da stehen vermutlich schon mindestens 2 Leute in den Startlöchern, die nur auf eine Chance warten, sich zu zeigen, sobald der Alte frustriert das Handtuch wirft.

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chichawa 11.05.2017, 14:33
2. Die Empfehlungen sind gut Herr Martens

die meisten Chefs -auch ich- ticken wirklich so. Mann/Frau sollte sich auf ein solches Gehaltsgespräch vorbereiten und strukturiert argumentieren. Spielräume gibt es eigentlich immer.

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fx33 11.05.2017, 15:50
3. Alles Theorie

Alles bloß Theorie. Wenn der Chef nicht will, kann man Argumente haben noch und nöcher, dann gibt's keine Gehaltserhöhung. Auch nicht nach nachweisbaren und sogar außerordentlichen Erfolgen.
Wie teuer für die Firma eine zerstörte Mitarbeitermotivation ist, erkennen viel Chefs nicht.

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Sibylle1969 11.05.2017, 16:01
4.

Es ist traurig, aber viele Unternehmen geben Gehaltserhöhungen nur denjenigen, die danach fragen. Die Schüchternen, die sich nicht trauen oder die sich schwer damit tun, ihre Erfolge und ihre Leistung zu argumentieren, gehen leer aus. Meiner Ansicht nach sollten Unternehmen allen Mitarbeitern automatisch jedes Jahr einen Inflationsausgleich von 1-2% geben. Zusätzlich alle paar Jahre eine größere Erhöhung als Anerkennung für die geleistete Arbeit und den Zuwachs an Erfahrungen, und zwar auch für diejenigen, die sich nicht trauen, danach zu fragen.

Leider ist es aber bei vielen Unternehmen so, dass man keine echten Gehaltssprünge machen kann. In vielen Fällen hilft dann nur ein Jobwechsel.

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ir² 11.05.2017, 16:14
5.

Das Gehalt stellt die Entlohnung für die geleistete Arbeit dar, und keine Prämie für die Familienplanung. Es kann dem Chef egal sein wie die persönliche Situation des Mitarbeiters ist, bezahlt wird nach Leistung. Der Rest ist Privatsache das AN und hat den AG nicht zu interessieren. Ich möchte nicht neben einem Kollegen sitzen der weniger leistet aber mehr verdient - weil er Familie hat....

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ir² 11.05.2017, 16:15
6.

Das Gehalt stellt die Entlohnung für die geleistete Arbeit dar, und keine Prämie für die Familienplanung. Es kann dem Chef egal sein wie die persönliche Situation des Mitarbeiters ist, bezahlt wird nach Leistung. Der Rest ist Privatsache das AN und hat den AG nicht zu interessieren. Ich möchte nicht neben einem Kollegen sitzen der weniger leistet aber mehr verdient - weil er Familie hat....

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Stäffelesrutscher 11.05.2017, 20:13
7.

Ernsthaft? Die Kinderzahl als Kriterium fürs Gehalt anführen? Hat dieser Mensch nie was vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz gehört?

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wincel 11.05.2017, 20:44
8.

Zitat von Stäffelesrutscher
Ernsthaft? Die Kinderzahl als Kriterium fürs Gehalt anführen? Hat dieser Mensch nie was vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz gehört?
Gruendlich lesen hilft, davon wird im Artikel abgeraten.

Ich denke, zu erkunden, ob man ersetzbar ist und wieviel Aufwand Ersatz zu finden und zu trainieren kostet, kann ebenfalls sehr sinnvoll sein.
Sich per LinkedIn oder Aehnlichem auf dem Markt umzusehen nach Alternativen und durchaus auch mal bewerben, selbst wenn man zufrienden ist und sehen, ob man da Chancen hat und fuer welches Gehalt, hilft ebenso, um sich sowohl eine Vorstellung vom eigenen Wert als auch von der Zukunftsalternative zu machen.
Ich weiss, dass es in Deutschland nicht so ueblich ist, den Job zu wechseln, aber die wirklich zuverlaessigen Spruenge im Gehalt oder Lebensqualitaet entstehen tatsaechlich, wenn man aller 3 Jahre oder mehr sich mal umschaut, was Status ist und ob man noch angemessen bezahlt wird, sich der Wert gehalten hat oder er gestiegen ist. Genau das ist Karriereplanung und sollte meines Erachtens parallel mit der Frage nach der Gehaltserhoehung laufen.

Wenn sich der persoenliche Wert erhoeht und man mehr macht, als der Rest und unter "Tarif" bezahlt wird, diese Leistung aber geschaetzt, dann gibt es selbst in finanziell eher klammen Zeiten Mittel und Wege. Man muss allerdings dran bleiben, grade bei groesseren Firmen kann das vom ersten Gespraech bis zur Befoerderung oder Gehaltserhoehung gerne mal ein Jahr dauern. Wenn man allerdings nur nachfragt und dann bei einem ersten Nein sich zurueckzieht, war es wirklich nur "Man wird ja mal fragen duerfen." Sache und das Ganze eine Frage des guten Willens, nicht der Verhandlung (!) und Geschaeftsentwicklung. Da liegen Welten dazwischen.

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upalatus 11.05.2017, 22:45
9.

In mancherlei großen Firma sind private Mitarbeiterzustände (zb Anschaffungen jeglicher Art) durchaus Anlass und Grund für einen Vorgesetzten, jemanden freundschaftlich selbstverständlich höher einzustufen. Offizielle Zuweisung von Phantomwichtigkeiten gegenüber dem ganzweitweg-Personaler, den MA eine Woche auf Weiterbildung schicken (was der MA nie brauchen wird/kann, und gut ist. Bis man's als Neuer und Nestfremder kapiert, dauerts eine Weile: das findet abseits von Realleistung und Realaufgaben statt und erstaunlich einfach. Das kann sich zur gepflegten Firmenkultur auswachsen. Geht aber nur an Orten, wo es keinen direkt geschädigten Boss gibt, dem der Laden gehört, sondern zahlreiche kleine/große Chefs brauchts dazu.

Kurzum, nach sieben Jahren in der Firma als Leiter sollten die privaten Kanäle zu Entscheidern und Vernetzten recht weit gediehen sein. Ohne den maßgeblichen Moment des Privat-Persönlichen halte ich mittlerweile ein signifikantes und kontinuierliches Weiterkommen in Gehalt und Position heute für kaum mehr möglich.

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