Forum: Karriere
Polizei, Bundeswehr, Adidas: Wo Schüler am liebsten arbeiten möchten
DPA

Die schlechten Nachrichten aus der Auto-Branche beeinflussen auch den Nachwuchs: BMW, Audi & Co. stehen bei Schülern nicht mehr hoch im Kurs, zeigt eine Studie. Das liebste Berufsziel ist nun der Öffentliche Dienst.

Seite 1 von 8
Freidenker10 24.07.2017, 17:25
1.

Wissen die Schüler auch was man im ÖD so verdient? Gehälter mit denen man nur schwer eine Familie versorgen kann und von den Mieten in den Städten ganz zu schweigen. Dazu noch Tariferhöhungen die an Lächerlichkeit kaum zu toppen sind! Einzig die Jobsicherheit ist gegeben, aber dafür auch eine unglaublich Spießiges hierarchisches System. Die A-Kriecherei ist quasi Voraussetzung um wenigstens intern weiter zu kommen.

Beitrag melden
Spiegelleserin57 24.07.2017, 17:43
2. gut erkannt!

hinzu kommt der Schichtdienst mit immerhin 12 Stundenschichten und die im Wechsel natürlich! Das heißt im Klartext dass man keine Freizeit mehr richtig planen kann. An Kursen oder Fortbildungen außerhalb des Arbeitgeber ist also nicht zu denken. Das soziale Leben ist deutlich eingeschränkt da auch Wochenenden Dienste anfallen ebenso an den Feiertagen. Eine Familie muss folglich erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen, ebenso der Freundeskreis. Ein Gehalt wiegt dies in keiner Weise auf ganz zu schweigen von der künftigen Rente. Es wäre sinnvoll die Jugendlichen offen und ehrlich über die zukünftigen Berufe aufzuklären.
Viele Jobs werden auch zur Last wenn man dann älter wird und der Schichtdienst belastet die Gesundheit erheblich. Man sollte auch die hohe Verletzungsgefahr, Beispiel Hamburg, deutlich hervorheben.
Wer sich dann immer noch für so einen Beruf entscheidet wird ihn auch mit Freude und hochmotiviert machen.
Im Interesse der Arbeitgeber und der jungen Leute ist wirklich sehr wichtig die Berufe mit allen Vor-und Nachteilen zu zeigen. Sonst sind Frust und Burnout vorprogrammiert was man aber verhindern kann.

Beitrag melden
acitapple 24.07.2017, 17:51
3.

"82 Prozent von ihnen sagten, sie würden sich über Arbeitgeber informieren, die ihr Idol ihnen vorstellt."

Na klasse, fällt die Berufswahl auf den Nonsens, den so ein " Idol" von sich gibt. Man sollte dringend in jeder Schulform pflichtpraktika einführen, damit sich die lieben kleinen VOR der Berufswahl ein Bild von dem machen können was ihnen da vorgeschlagen wird. Ich gucke jetzt mal was lefloid und bros so alles anpreisen. Kann mir nicht vorstellen dass YouTuber die städtische Verwaltung oder das Finanzamt so hochjubeln.

Beitrag melden
bild71 24.07.2017, 17:55
4. #1

Ihre Zuschreibungen bezüglich des OeD sind unzutreffend . Sie meinten wohl die Verhältnisse in der Privatwirtschaft.

Beitrag melden
hegoat 24.07.2017, 18:11
5.

Die Umfrage zeigt, dass die Schüler zwischen der siebten und dreizehnten Klasse überhaupt keinen Schimmer haben, was der Beruf mit sich bringt, sondern eher nach "Coolness"-Faktor entscheiden. Schichtdienst bei der Polizei? Nie drüber nachgedacht. Todesrisiko bei der Bundeswehr? Nie drüber nachgedacht. Und was wollen die bei Adidas, BMW oder ProSieben werden? Hausmeister??

Beitrag melden
Freidenker10 24.07.2017, 18:20
6.

Zitat von bild71
Ihre Zuschreibungen bezüglich des OeD sind unzutreffend . Sie meinten wohl die Verhältnisse in der Privatwirtschaft.
Glauben Sie mir, ich weiß von was ich spreche! Bin selbst im ÖD im Gesundheitswesen tätig, kenne aber auch reichlich andere Bereiche im ÖD. Der Verdienst von Polizisten, Verwaltungsangestellten, Gesundheitswesen usw. ist erbärmlich bei dem Aufgabenberg. Eine Erhöhung der Bezahlung erfolgt nach Dienstjahren und Alter endet aber i.d.R. mit 40 Jahren. Dann ist man von Tariferhöhungen abhängig, die Dank Verdi in den letzten 30 Jahren gerade mal so den Inflationsausgleich geschafft hat, von Reallohnerhöhung kann keine Rede sein! Viele lassen sich dann halt überdurchschnittlich oft Krankschreiben, dass ist auch eine der Wahrheiten des ÖD. Je nach Job ist auch das "Buckeln nach oben" die Voraussetzung weiter zu kommen. Paradebeispiel ein Ministerium. War Jobbedingt mal 6 Monate in einem Landesministerium tätig. Die Herrschaften gehören i.d.R. dem gehobenen Dienst an und sind Beamte. Die verdienen natürlich richtig gutes Geld, aber um nichts in der Welt hätte ich dort länger arbeiten wollen. Staubtrockene Hierarchie, Intrigen und Katzbuckeln sind da angesagt. Nett war nur die Subventionierung der Kantine. Für die Spitzenverdiener kostet das Mittagessen nur 1 Euro, auch typisch! Nein der ÖD hat neben dem Vorteil der Jobsicherheit einfach auch eine Latte an Nachteilen und die muss man kennen!

Beitrag melden
tobias_l 24.07.2017, 18:41
7. gute Entscheidung

der einzige Bereich, in dem man über sein gesamtes Berufsleben einen sicheren Arbeitsplatz hat, ist der öffentliche Dienst. Auch wenn nicht alle A15 verdienen werden, die Sicherheit ist für alle, die einmal eine Familie haben wollen, zehnmal mehr wert. Und wer im höheren Dienst ankommt kann sich über Gehalt überhaupt nicht beschweren, plus PKK und Pensionen mit Faktor 2 gegenüber gesetzlicher Rente.

Beitrag melden
mario_do 24.07.2017, 19:04
8. adidas?

Wie adidas? Sind so viele Schüler bereit, freiwillig nach China, oder Asien generell zu gehen? Respekt!

Ist auch immer das Gleiche. Alle wollen im öffentlichen Dienst arbeiten. Dort hat man wenigstens die Jobsicherheit. Und so schlecht sind die Gehälter auch nicht. Die Zeiten wo man in der privaten Wirtschaft deutlich mehr verdient hat, sind vorbei. Das nimmt sich heute nichts mehr.

Viel anderes ist ja nicht mehr über. Die großen IT Unternehmen wie Google oder Intel und andere gibt es hier ja nicht. Bis auf SAP hat Deutschland kein eigenes großes weltbekanntes IT Unternehmen.

Beitrag melden
**Kiki** 24.07.2017, 19:04
9. Erziehungsdesaster oder Offenbarungseid des Neoliberalismus?

Wenn schon Schüler die Sicherheit im öffentlichen Dienst den möglichen Chancen in weniger sicheren, aber viel interessanteren Berufsfeldern vorziehen, dann haben wir entweder bei der Erziehung unserer Kinder in den letzten ein, zwei Jahrzehnten irgendwas ganz furchtbar falsch gemacht, oder unser Arbeitsmarkt ist eine noch viel schlimmere Zumutung, als es die schärfsten Agenda-2010-Kritiker jemals behauptet haben.

Darüber sollten Familien-, Bildungs- und Arbeitmarktpolitiker einmal zusammen gründlich nachdenken.

Beitrag melden
Seite 1 von 8
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!