Forum: Karriere
Pornodreh in der Freizeit: Was geht den Chef mein Hobby an?
Guido Thomasi

Nach Feierabend kann jeder treiben, was er will. Oder? Eine Erzieherin wurde gefeuert, weil sie in ihrer Freizeit Pornos dreht. Wie weit darf sich der Arbeitgeber ins Privatleben einmischen?

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troy_mcclure 24.07.2014, 12:21
40.

Zitat von dr.joe.66
Aber die Frage nach der Nächstenliebe ist berechtigt. Als Christ ist das für mich in der Bibel klar definiert. Jeder ist mein Nächster. Also muss ich jede/n lieben und annehmen so wie er/sie ist. Das heißt aber nicht, dass ich jede seiner/ihrer Handlungen gutheißen oder tolerieren muss.
"Lieben müssen" ist m.E. ein Widerspruch in sich.

Zitat von dr.joe.66
Gott liebt mich so wie ich bin, aber Er hasst meine Sünde (also die Sachen die ich entgegen seinem Maßstab tue). Genau deshalb ist Jesus ja ans Kreuz gegangen, um für meine Schuld zu bezahlen. Durch meine Sünde bin ich verloren, durch Seine Liebe werde ich gerettet.
Aber Jesus hat doch vor Ihnen gelebt, wie kann er da für Ihre Schuld bezahlt haben?

Zitat von dr.joe.66
Zurück zur Kindergärtnerin. Wäre das die Kindergärtnerin meiner Söhne gewesen, hätte ich ihr ruhig und freundlich gesagt, dass ich ihre Art zu leben respektiere, und sie gebeten meine Art zu leben ebenfalls zu respektieren. Und dann hätte ich ihr gesagt, dass meine und ihre Moralvorstellungen so weit auseinander liegen, dass ich meine Kinder aus dem Kindergarten nehme. Wenn es nicht passt, kann man sich ja im Frieden trennen.
Klingt vernünftig.
PS: heißen Ihre Söhne Tod und Rod?

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theodore96 24.07.2014, 12:22
41. Wertevermittlung mit Pornodarsteller?

Wie sollen Glaubensgemeinschaften künftig noch Profil zeigen können und ihre Werte vermitteln, wenn ihnen mit Hinweis auf die Privatsphäre zugemutet wird, eine Pornodarstellerin zu beschäftigen? Bei pädagogischen Berufsgruppen ist es doch völlig surreal, zu behaupten, was einer außerhalb des Berufsalltag tue, habe nichts mit seiner Tätigkeit zu tun. Wer das ausgerechnet einer kirchlichen Einrichtung zumuten will, dem unterstelle ich entweder Bösartigkeit (Kirchenkritik ist ja gerade en vouge) oder einen fragwürdigen Toleranzbegriff, der individuelle Freiheit über das Gemeinwohl stellt.

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Gudrun 24.07.2014, 12:23
42.

Was sie in ihrer Freizeit täte ginge niemanden etwas an? Aber sie macht es doch durch Veröffentlichung der Filme der breiten Masse öffentlich.

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Peter Werner 24.07.2014, 12:27
43.

Zitat von schlamassel_hoch_12
Unabhängig von den hier beleuchteten Pro- und Contra-Argumenten der Kündigung kann man den Jobverlust als quasi "göttlichen Fingerzeig" betrachten, das so geliebte Hobby zum Beruf zu machen. Finanziell einträglicher als die Arbeit bei der Diakonie dürfte es wohl ohne allzu große Arbeitsbelastung in jedem Fall werden.
Nun ist die Dame bereits 38 Jahre alt, irgendwann ist dann die "natürliche" Grenze für die Mitwirkung in solchen Filmen, dann erreicht.

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Kiste 24.07.2014, 12:28
44.

Ob der Arbeitgeber diese Nebentätigkeit für unmoralisch hält oder nicht, ist in diesem Fall unerheblich. Das entscheidende Argument ist, dass seine "Kunden" abgeschreckt sein könnten und das ist geschäftsschädigend.

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cs01 24.07.2014, 12:30
45.

Schön wie sich hier alle aufregen, dass die Kirche Sonderrechte hätte. Aber die hat nicht nur die Kirche.

Wenn jemand für die SPD arbeitet, z.B. als Redakteur einer SPD-Zeitung, dann wird er auch gefeuert, wenn er in seiner Freizeit für die CDU kandidiert. Wenn ich als AG bestimmte Wertvorstellungen transportieren möchte, dann kann ich von meinen Angestellten verlangen, dass sie diese mittragen. Und wenn die Kirch beschließt, dass Kindererziehung und Porografie nicht zusammenpassen, dann können sie verlangen, dass ihre Erzieher nicht pornografisch tätig sind.

Und ob das Ganze nicht als Nebentätigkeit (glaube nicht, dass die das kostenlos macht) genehmigt hätte werden müssen, steht noch auf einem ganz anderem Blatt.

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dr.joe.66 24.07.2014, 12:31
46. Freie Entscheidung

Zitat von troy_mcclure
Wenn Sie hier schon mit Religion kommen, können Sie mir vielleicht die folgende Frage beantworten: Müsste die Kirche nicht versuchen, sie wieder auf den richtigen Weg zu leiten? Jesus hat sich schließlich auch besonders um die "Außenseiter" gekümmert. Eine Kündigung ist da doch eher kontraproduktiv, da das arme Ding dann ganz in die Pornographie abgleitet...
Hallo troy_mcclure!

Ja, Sie haben da Recht. Jesu Nächstenliebe kümmert sich um diese Frau. So wie Jesus die Ehebrecherin vor der (gesetzesmäßigen) Steinigung rettet, indem er ihren Anklägern den Spiegel vorhält. Allerdings heißt das nicht, dass Jesus Ehebruch gutheißt: "Geh hin und sündige nicht mehr!" sagt er der Frau.

Sorry, wenn ich da nicht klar genug war:
Christ und Porno sind nach Gottes Maßstab nicht vereinbar, also "Sünde". Wenn man Gott ehrlich in sein Leben lässt, also wirklich Christ wird, kommt man früher oder später an den Punkt, an dem man nach Gottes Maßstäben leben will - nicht aus Zwang sondern aus freier Entscheidung. Und fast immer ist die Basis dieser freien Entscheidung die Erfahrung, dass Gott zwar meine Sünde hasst, mich aber trotz meiner Sünde bedingungslos liebt.

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restauradores 24.07.2014, 12:32
47. ???

Zitat von hman2
Kein Arbeitgeber muss es hinnehmen, wenn ein Mitarbeiter den Ruf der Firma gefährdet. Soviel Loyalität kann jeder AG von seinen AN verlangen, denn das sind nebenvertragliche Pflichten. Auch muss kein AG dulden, wenn ein Mitarbeiter in Konkurrenz zu ihm tritt.
Hat sie beim Dreh ihren Arbeitgeber erwähnt oder schlecht gemacht?
Konkurrenz? Kindergarten und Pornodreh? :-)

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amerlogk 24.07.2014, 12:32
48. Sonderrechte aufgrund von Relegion

sind nicht einzusehen.
Sollte der "Chef" ein Problem mit der Dame haben, wird er sich klassisch Alttestamentarisch schon mit einem Blitz oder Plage aus dem Verkehr ziehen. Da er dies siebzehn Jahre unterlassen hat, ist doch bitte die evangelische Kirche gehalten sich nicht einzumischen.

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prefec2 24.07.2014, 12:32
49. Die Kirche und Maria Magdalena

Die Kirche lehrt uns ja immer wieder wie wichtig Vergebung ist und dass man nicht mit Steinen werfen soll. In der Bibel dem heiligen Buch der Christen steht auch drin wie Jesus mit Huren umgegangen sei. Wer derartiges lehrt sollte sich auch mal darin versuchen diese Wiedersprüche auszuhalten. Und hat der Papst nicht letzthin dazu aufgerufen dorthin zu gehen wo die Menschen sind und sich nicht in einer surrealen Scheinwelt aufzuhalten? Zugegeben die Diakonie ist evangelisch, aber in dem Punkt sollte doch Einigkeit herrschen.

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