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Post knickt ein: Nach 88 Zeitverträgen erhält Postbotin feste Stelle
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Am laufenden Band erhielt Anja Helffenstein immer nur befristet Arbeit - 88 Verträge in 17 Jahren. Dann war sie ihre Arbeit ganz los. Nun machte die Post eine überraschende Kehrtwende.

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langenscheidt 13.06.2014, 20:59
30. Zeitarbeitsverträge vernichten Qualität

Eines der dunkelsten Kapitel deutscher Wertarbeit bei Zeitarbeit: die Qualität der Produkte und Dienstleistungen gehen den Bach runter. Immer mehr Groß-Unternehmen geben ihre Arbeit an billige Outsourcer ab. Die Outsourcer widerum haben kaum Betriebsräte, die Entlohnung ähnlich pakistanischen Rostklopfern auf Schiffsfriedhöfen, dementsprechend ist der Kundenservice unter aller Sau, weil unter Zeitdruck. So schön die Arbeitsmarktzahlen aussehen, rechts der CDU gedeiht eine demokratische Neuorientierung.

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comtom 13.06.2014, 21:12
31. Nichts neues

an der Front der Deutschen Post.
Egal wer oder was. Aber Mitarbeiterbindung ist denen ein Fremdwort. Ob nun Bekannte erst bei 7 Verträgen in Folge sind. Eine klagte sich ein und wurde nur ein Vergleich der innerhalb von Minuten zu entscheiden war und zog damit die A-Karte. Nun wieder wechsel des Bereiches und da die Touren die erforderliche Stundenanzahl des Verlgeiches überschreitet (auch nur befristet). So muss Sie nun voraussichtlich eine Woche Vollzeit arbeiten und dann eine Woche frei.
Die Post und viele andere Betriebe machen was sie wollen und unter dem Deckmantel des Arbeitsplatzverlustes tritt die Politik auf der Stelle. Das Sklaventum ist nicht mehr Fern und wenn die Menschen sagen das sie keine Lust mehr haben auf Arbeit und lieber ALG2 beziehen wollen kann ich das durchaus verstehen.

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gctuser 13.06.2014, 21:18
32.

Zitat von terminator_666
Das Problem mit den befristeten Arbeitsverträgen könnte ganz leicht aus der Welt geschafft werden: Abschaffung des Kündigungsschutzgesetzes.
kurz umformuliert:

Das Problem mit den lästigen unbefristeten Arbeitsverträgen könnte ganz leicht aus der Welt geschafft werden: Abschaffung des Kündigungsschutzgesetzes.

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G-R-M 13.06.2014, 21:34
33.

Zitat von elpirate_69
Schauen Sie mal, welcher "Human Resource" Krüppel(mittlerweile aus taktischen Gründen gerne Frauen) in Ihrem Unternehmen diese Entscheidungen fällt. Und wer sitzt darüber und übt Druck auf den Krüppel aus. Das ist das Entscheidende.
Sie meinen, ich sollte den Schuldigen möglichst weit oben suchen? Wenn ich (nur für einen Moment) davon ausgehe, dass wir in einer Demokratie leben, trägt der Wähler letztlich die Schuld, also u. a. Frau Helffenstein selbst. Ich habe einige Kollegen nach der Europawahl gefragt, was sie gewählt haben. Und ich habe noch keinen Nichtwähler getroffen, der sich mir gegenüber geschämt hätte. Viel interessanter als die Europawahl scheint für die Mehrheit meiner Kollegen die Fußballweltmeisterschaft zu sein. Für ihr Wahlverhalten sind sie selbst verantwortlich. Und sie sind auch dafür verantwortlich, wie sie miteinander umgehen. Ich erlebe es häufig, wie der Druck, der von oben kommt, unten weiter verteilt wird. Das muss z. B. nicht sein. Den Druck weiter zu verteilen, bedeutet nichts anderes, als dem Arbeitgeber Arbeit abzunehmen. Druck zu erzeugen, ist schließlich eine Form der Arbeit. Und in meinem Vertrag steht nicht, dass ich für die Erzeugung von Druck bezahlt werde.

"Der Human-Resource-Krüppel" ist insofern lächerlich, als dass er sich unabhängig von seiner Position in der Hierarchie mit der Arbeitgeberseite, oder wenigstens mit dem Unternehmen zu identifizieren scheint, sobald er mit Untergebenen in Kontakt tritt. Selbst, wenn er in der Hierarchie gerade mal eine Position über dem Briefzusteller angesiedelt ist.

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spon-facebook-10000769864 13.06.2014, 21:42
34. Weg mit Kettenverträgen!

Ich freue mich für Anja Helffenstein, dass sie nun endlich mit einer unbefristeten Festanstellung bei der Deutsche Post AG rechnen kann. Und ich wünsche ihr, dass ihr die Post eine Beschäftigung an ihrem bisherigen Einsatzort anbieten wird, und nicht etwa an einem inakzeptablen Ort.

Ich wünsche mir, dass die unsägliche, massenhafte Vorhaltung flexibel einsetzbarer Arbeitskräfte endlich ein Ende findet. Noch dazu in einer Zeit, in der jeden Tag die Politik tönt, wie gut die Wirtschaft in Deutschland läuft, laut Merkel noch nie so gut wie heute. Die Bundesagentur für Arbeit berichtet stolz von geringer Arbeitslosigkeit.

Bei genauem Hinschauen ist jedoch unverkennbar, dass den Preis ein Heer von Menschen bezahlt, die in Kettenverträgen gute Arbeit für wenig Geld leisten. Ohne Perspektive, ohne Sicherheiten, ohne jegliche Möglichkeit für eine Lebens- oder gar Familienplanung.

Man hat den Eindruck, dass Politik und Wirtschaft miteinander kungeln. Ich meine, die Politik sollte sich deutlich mehr für die grundlegenden Interessen der Menschen engagieren, und ihre prallen Selbstdarstellungen nicht auf Kosten menschenverachtender Maßnahmen betreiben.

Ich hoffe, dass es nicht bei lobenswerten Einzelentscheidungen wie im Fall Anja Helffenstein bleibt.

Was wir endlich brauchen ist eine Abschaffung der massenhaften Anwendung von Kettenverträgen. Menschen brauchen Perspektive und Sicherheit. Moderne Sklavenhaltung ist absolut menschenverachtend.

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StörMeinung 13.06.2014, 21:42
35. wenn es noch Gewerkschaften gäbe ...

Zitat von sysop
Am laufenden Band erhielt Anja Helffenstein immer nur befristet Arbeit - 88 Verträge in 17 Jahren. Dann war sie ihre Arbeit ganz los. Nun machte die Post eine überraschende Kehrtwende.
Das gesamte wissenschaftliche Personal an deutschen Universitäten und Hochschulen arbeitet ausschließlich mit Zeitverträgen, und wird nach ein paar Jahren per Gesetz zwangsentsorgt, und muss dann sowieso RAUS, egal wie gut man ist!!!! ... es sei denn, man hat die ersehnte Professorenstelle ergattert, was rein statistisch nur wenigen gelingen kann.

... wenn es noch Gewerkschaften gäbe, würde sich keiner so etwas erlauben, aber diese Pfeifen und korrupten Funktionäre stecken mit den Herren unter einer Decke, und arbeiten sich, damit auch jeder merkt, dass sie noch da sind, dann höchstens mal an relativ anständigen, meistens ausländischen Firmen ab, wie z.B. der alberne Dauerzwist mit Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld.

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yonsito 13.06.2014, 21:57
36. McKinsey sei Dank

Die Post AG ist fest in der Hand der McKinsey-Seilschaften. Geschäftlich startet der Laden zwar trotzdem nicht so richtig durch, aber bei den Mitarbeitern ist bestimmt die eine oder andere Synergie zu heben.

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DerRuferimWald 13.06.2014, 22:07
37. Sehr schön

Man muss die "Grossen" einfach nur mal kräftig anmachen in der Öffentlichkeit, dann kann man was erreichen.

Das Ergebnis ist natürlich sehr zu begrüssen und freut mich für die Dame.

Was noch viel wichtiger ist, ist die Lehre daraus: Die Politik wird so etwas nie verhindern, ganz im gegenteil, sie legalisiert diese Art des Menschanhandels. Aber wenn sich eine Gesellschaft dagegen wehrt, kann die Gesellschaft etwas bewegen. Man braucht keine Politiker (zuindest nicht mehr als Pickel am A...h), man braucht eine vernünftige Gesellschaft.

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spon-1280943165745 13.06.2014, 22:14
38. Ergänzung

Zitat von StörMeinung
Das gesamte wissenschaftliche Personal an deutschen Universitäten und Hochschulen arbeitet ausschließlich mit Zeitverträgen, und wird nach ein paar Jahren per Gesetz zwangsentsorgt, und muss dann sowieso RAUS, egal wie gut man ist!!!! ... es sei denn, man hat die ersehnte Professorenstelle ergattert, was rein statistisch nur wenigen gelingen kann. ... wenn es noch Gewerkschaften gäbe, würde sich keiner so etwas erlauben, aber diese Pfeifen und korrupten Funktionäre stecken mit den Herren unter einer Decke, und arbeiten sich, damit auch jeder merkt, dass sie noch da sind, dann höchstens mal an relativ anständigen, meistens ausländischen Firmen ab, wie z.B. der alberne Dauerzwist mit Amazon Leipzig und Bad Hersfeld.
Sie sollten berücksichtigen das eine Gewerkschchaft nur dann stark ist wenn sie auch Mitglieder hat die bereit sind zu streiken und das ist nur möglich wenn genug Power durch Mitglieder vorhanden ist. Etwas was in vielen Branchen eben nicht so ist. Für die Universitäten Zeitverträge pauschal abzulehnen. Es gibt da doch viele zeitlich begren zte Forschungsprojekte für die sich Zeitverträge förmlich aufdrängen. Bei Ihnen scheint mir Ihr Beitrag aber von Frust gepch mir.rägt zu sein. Die Frage ob Sie in der Gewerkschaft sind rspare i

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singpat 13.06.2014, 22:15
39. Frechheit

Zitat von sysop
Am laufenden Band erhielt Anja Helffenstein immer nur befristet Arbeit - 88 Verträge in 17 Jahren. Dann war sie ihre Arbeit ganz los. Nun machte die Post eine überraschende Kehrtwende.
Es ist besonders erstaunlich, dass sich der oeffentliche Dienst (zB Lehrer) und staatsnahe Unternehmen in dreister Weise dieses menschenverachtenden Instruments bedienen. Und das sage ich als BWLer.
Befristete Vertraege sind zunaechst nichts schlechtes. Fuer die Spitzenabdeckung ist das ein wichtiges Instrument. Die Alternative waere, den Kuendigungsschutz erheblich einzuschraenken, das ist aber in Deutschland nicht mehrheitsfaehig.
17 Jahre in ein und demselben Job befristet hingehalten zu werden ist unmoralisch. Eigentlich dachte ich ja, dass Kettenvertraege nur fuer 2 Jahre moeglich sind.

Und ohne oeffentliche Berichterstattung, wuerde die Frau jetzt keine feste Anstellung haben. Das sagt ja eigentlich schon alles.

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