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Probezeit: Kann der Chef ohne Begründung kündigen?
Corbis

Drum prüfe, wer sich ewig bindet: Fast immer vereinbaren Unternehmen und Mitarbeiter eine Probezeit. Dabei lernen sie einander kennen und testen, ob die Zusammenarbeit funktioniert - abruptes Ende nicht ausgeschlossen.

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dipl.inge83 03.12.2015, 06:51
1.

Habe in der Vergangenheit 2 mal innerhalb der Probezeit gekündigt, auch wenn es im CV wahrscheinlich nicht sehr attraktiv wirkt. Einmal nach 6 Wochen, das andere Mal nach 5 Monaten, trotz netter Kollegen, etc.. Jedes Mal lagen die Versprechungen über die Arbeitsinhalte weit entfernt von der Realität und es gab auch keine Aussicht auf Besserung. Blöd, wenn man dafür eine aussichtsreichere Stelle aufgegeben hat und auch noch Rennerei wegen neuer Wohnung hatte. Seit dem bin ich eher skeptisch bzgl. der Ankündigungen und Schilderungen seitens des AG im Vorfeld. Ohne unmittelbare Bekanntschaften im Unternehmen ist es leider schwierig zu ergründen weshalb der Vorgänger das Weite gesucht hat.

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anderermeinung 03.12.2015, 07:00
2. der letzte Satz:

"Viele Arbeitgeber vergessen das oft." (Dass auch Arbeitnehmer kündigen können). Nicht nur die Arbeitgeber vergessen das. Auch gut qualifizierte Beschäftigte. Schimpfen und jammern ist halt bequemer. Auch für die "Minderleister". Irgendwann ist es auch im unbefristeten Arbeitsverhältnis zu spät, wenn sie zu alt sind.

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Promet 03.12.2015, 07:11
3. Was sagt die Agentur für Arbeit?

"Auch gilt die Probezeit in die andere Richtung. Wer als Mitarbeiter feststellt, dass das Unternehmen, die Aufgabe, die Kollegen oder auch die Chefs nicht passen, kann innerhalb der Probezeit mit einer Frist von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen kündigen. Viele Arbeitgeber vergessen das oft." Wird dann auch das Arbeitslosengeld 1 ohne Sperrfrist und Abstriche gezahlt, falls man noch keine neue Beschäftigung hat. Wenn das nicht der Fall sein sollte, wäre dieses Kündigungsrecht des Arbeitnehmers in den meisten Fällen ein hypothetisches. Ich denke, da hat die Agenda 2010 auch ein Wörtchen mitgeredet. Arbeitsplätze sind nämlich trotz aller gegenteiligen Beteuerungen von Presse und Politik ein rares Gut. In den 70gern war das anders. Da konnte man ohne Probleme als Arbeitnehmer kündigen, weil, man konnte sofort eine besser bezahlte Stelle antreten. Von solchen Zuständen können die meisten Arbeitnehmer von heute nicht mal mehr träumen, weil sie die nie erlebt haben. Sie sind meist Gefangene ihres Jobs. Die Probezeit nutzt daher faktisch nur dem Arbeitgeber? Deshalb vergessen die Arbeitgeber auch die Möglichkeit der Kündigung durch den Arbeitnehmer in der Probezeit. Ich bitte um Aufklärung! Sperrfrist beim Arbeitslosengeld 1 bei Eigenkündigung des Arbeitnehmers in der Probezeit ja oder nein oder jein.

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freebiker 03.12.2015, 07:24
4. Völlig überholte Regelung

im Zeitalter der befristeten Arbeitsverträge. Wenn in der ersten Befristung von sechs Monaten eine Probezeit vereinbart ist geht es doch nur um das Aushebeln von Kündigungsfristen.... Das Recht auf Kündigung aus wichtigem Grund bleibt schliesslich unberührt. Wenn Arbeitgeber meinen, über unsinnige Befristungen Mitarbeiter in den ersten zwei Jahren elegant im Stil von hire ans fire loswerden zu können, gehört im Gegenzug im Rahmen der Gerechtigkeit die Probezeit im befristeten Vertrag abgeschafft.

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Fruusch 03.12.2015, 07:38
5. Der letzte Absatz ist der wichtigste!

Die Probezeit ist kein alleiniges Druckmittel des Arbeitgebers, sie ist in beide Richtungen wirksam. Passt mir die Firma nicht, oder stellt sich die Chefin als cholerisch heraus, darf ich genau so schnell kündigen. Firmen haben davor viel Angst, denn dann müssen sie die Stelle wieder neu besetzen, und das kostet schnell mehrere Tausend bis Zehntausende Euro, je nach Stelle.

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M.W. aus A. 03.12.2015, 07:59
6. Fazit aus dem Artikel:

In den ersten 6 Monaten soll ich mich gut benehmen.

Dank an die Autoren, da wäre ich nie drauf gekommen!

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RudiRastlos2 03.12.2015, 08:25
7.

Natürlich kann der Arbeitnehmer auch in der Probezeit kurzfristig kündigen, aber welche Chancen hat man dann noch auf dem Arbeitsmarkt, wenn man nicht sofort in einer andere Beschäftigung übergehen kann? Die Trennung während der Probezeit hat für den Arbeitnehmer in der Regel weit schwerere Folgen als für den Arbeitgeber. Trotzdem halte ich es für ein nützliches Instrument.

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Frankerl 03.12.2015, 08:36
8. Schade nur,

dass wenn der Arbeitnehmer in der Probezeit kündigt, es dem Arbeitsamt nicht interessiert, dass man das Recht dazu hatte; die Sperrfrist greift trotzdem!

Also lieber nicht von diesem Recht gebrauch machen...

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crisp2k 03.12.2015, 08:37
9. Korrektur

Wollen die Parteien das Arbeitsverhältnis über die Probezeit hinaus fortsetzen ist nicht zwangsläufig ein neuer Arbeitsvertrag zu schließen. Der bereits geschlossene Vertrag kann trotz einer Befristung formlos fortgesetzt werden.

Nicht zutreffend ist, dass der Arbeitgeber nach Ablauf der Kündigungsfrist einen Kündigungsgrund haben muss. In Kleinbetrieben mit nicht mehr als zehn bzw fünf regelmäßig beschäftigen Arbeitnehmern findet das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung. Die Kündigung bedarf nicht der sozialen Rechtfertigung. Sie ist lediglich auf Willkür zu überprüfen.

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