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Prozess um beklebten Firmenwagen: "Mit so einem Puffauto fahre ich nicht"
DPA

Den neuen Dienstwagen fand er anstößig: Ein Mitarbeiter eines Kaffeevertriebs weigerte sich, ein mit nackten Frauenbeinen beklebtes Auto zu fahren - und wurde gefeuert. Zu Unrecht, entschied nun das Arbeitsgericht.

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monolithos 14.10.2015, 15:11
1. Führungsaufgabe Kommunikation

Der Streit sagt viel über das Arbeitsklima in dem Betrieb aus. Ein vernünftiger Chef hätte erst mal mit seinen Mitarbeitern darüber gesprochen. Dabei hätte ein anderer Kollege das geschmacklose Auto zugeteilt bekommen können, ohne dass jemand gekündigt werden muss. Aber Kommunikation ist anscheinend keine Führungsaufgabe mehr. An Stelle des Angestellten hätte ich mich allerdings auch nicht von Anfang an so stur gestellt, sondern erstmal ausprobiert und anschließend dem Chef durch die Blume gesagt, dass das Design so gar nicht ankommt bei den Kunden.

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trader_07 14.10.2015, 15:12
2. Eine meines Erachtens...

Eine meines Erachtens richtige Entscheidung des Arbeitsgerichts. Eine fristlose Kündigung ist sicherlich nicht gerechtfertigt, sondern nur eine Kündigung unter Einhaltung der gültigen Frist. Passt also....

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JaguarCat 14.10.2015, 15:13
3. Die Werbung ist nicht sexistisch

Die Werbung ist nicht sexistisch. Sondern einfach nur dämlich. Was hat Kaffee-Trinken mit entblösten Beinen zu tun? Richtig: Nichts!

Sexistisch wäre es, wenn der Kaffee nur an Frauen oder nur an Männern verkauft würde, oder wenn dargestellt würde, dass Frauen, die Kaffee trinken, minderwertig sind, oder dergleichen mehr. Das ist aber hier nicht der Fall. Zwar tendieren Frauenrechtlerinnen dazu, die Darstellung von nackter Frauenhaut erst mit "minderwertig" und dann mit "sexistisch" gleichzusetzen. Doch dieser Minderwertigkeitsreflex ist wirklich nur im Kopf der Feministinnen. Die Leute gucken ja hin, nicht, weil sie die Beine minderwertig finden, sondern, weil sie sie attraktiv finden.

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jakam 14.10.2015, 15:21
4.

Recht hat der Mann - dieses Fahrzeug ist eine Zumutung. Auch für Frauen, die diesen Lowball-Müll in der Öffentlichkeit sehen müssen. Muß das denn immer sein, diese Unterschichtendenke, daß Frauen nur Sexobjekte sind? Zum Speiben, von dieser Firma würde ich nichts kaufen, wenn man mit so einem peinlichen Fahrzeug ankommt.

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ironbutt 14.10.2015, 15:28
5. Viele unbekannte Faktoren

Wir wissen ja nicht,, ob Herr W. der EINZIGE Mitarbeiter mit einem solchen Auto ist, oder ob er - als langjähriger Fahrer - nur als ERSTER ein neues Auto im neuen Design bekommen hat. Den Diskriminierungsvorwurf halte ich daher auch für unsinnig/überzogen. Ich persönlich finde das Design auffällig - und daher zweckdienlich/gelungen, aber meine Meinung diesbezüglich komplett ist unerheblich.

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Stäffelesrutscher 14.10.2015, 15:32
6.

Hat das Gericht vor seiner Entscheidung, einen Angestellten zu feuern, weil er sich weigert, zum Affen gemacht zu werden, eigentlich auch mal ins Grundgesetz geschaut? Artikel 1? Menschenwürde?

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enfield 14.10.2015, 15:34
7. tja...schon verrückt

die Beklebung der Karre ist ja nun eindeutig sexistisch, da (nackte) Frauenbeine (in dieser Position und mit Pumps) nun mal klar nix mit Kaffee oder Kaffeemaschinen zu tun haben. Das ist auch weniger eine Interpretationssache als Werbeethik über die breites Einverständnis herrscht. Man beachte die regelmäßig angeprangerten Sexismus-Beispiele aus und in der Werbebranche.
Ich verstehe nicht, warum nicht (auch) in diesem Punkt das Gericht Verhältnismäßigkeiten berücksichtigt und sich nur auf das Mitarbeiterverhalten konzentriert. Schon allein die Gestaltung des Autos ist nicht nur geschmacklos sondern auch nicht akzeptabel - oder muss ich grundsätzlich auch akzeptieren, mir ein lustiges buntes Hütchen aufzusetzen, wenn mein Arbeitgeber das möchte und es mich ja ansonsten nicht körperlich beeinträchtigt? Ich denke nicht.

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tetaro 14.10.2015, 15:41
8.

Zitat von JaguarCat
Die Werbung ist nicht sexistisch. Sondern einfach nur dämlich. Was hat Kaffee-Trinken mit entblösten Beinen zu tun? Richtig: Nichts! Sexistisch wäre es, wenn der Kaffee nur an Frauen oder nur an Männern verkauft würde, oder wenn dargestellt würde, dass Frauen, die Kaffee trinken, minderwertig sind, oder dergleichen mehr.
Ich glaube kaum, dass Ihre Ansicht mehrheitsfähig ist. Die Objektivierung der Frau als reine Bedürfniserzeugerin in einer derart wenig subtilen Form spricht eher für das Gegenteil.
Als Frau würde ich mir neben einer solchen Werbung ausgeprochen entblößt vorkommen.

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enfield 14.10.2015, 15:42
9. Sie liegen klar falsch!

Zitat von JaguarCat
Die Werbung ist nicht sexistisch. Sondern einfach nur dämlich. Was hat Kaffee-Trinken mit entblösten Beinen zu tun? Richtig: Nichts! Sexistisch wäre es, wenn der Kaffee nur an Frauen oder nur an Männern verkauft würde, oder wenn dargestellt würde, dass Frauen, die Kaffee trinken, minderwertig sind, oder dergleichen mehr. Das ist aber hier nicht der Fall. Zwar tendieren Frauenrechtlerinnen dazu, die Darstellung von nackter Frauenhaut erst mit "minderwertig" und dann mit "sexistisch" gleichzusetzen. Doch dieser Minderwertigkeitsreflex ist wirklich nur im Kopf der Feministinnen. Die Leute gucken ja hin, nicht, weil sie die Beine minderwertig finden, sondern, weil sie sie attraktiv finden.
Selbstverständlich ist die Werbung sexisitisch - aus den Gründen, die Sie u.a. nennen! Die Darstellung von (Frauen-)Körperteilen zur Erregung der Aufmerksamkeit für Produkte ohne jeden Zusammenhang impliziert einen "Wert" (attraktiv), der weder vereinbart noch angemessen ist - egal ob Sie "attraktiv" positiv bewerten oder nicht.
Was Sie im weiteren Verlauf Ihrer schlicht sachlich falschen Darstellung ansprechen, ist Diskriminierung und hängt mehr&oder weniger mit Sexismus zusammen aber ist nicht das selbe.
Soviel dazu - weil's mir wichtig ist!

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