Forum: Karriere
Prozess um falschen Mediziner in Kassel: "Ich bin trotzdem Arzt, ich schwöre bei Gott
Rolf Vennenbernd/ DPA

Ein 37-Jähriger arbeitete monatelang als falscher Arzt. Vor dem Kasseler Landgericht muss er sich nun unter anderem dafür verantworten, einem Baby ein ungeeignetes Medikament verschrieben zu haben.

Seite 2 von 5
Horst Haber 15.07.2019, 17:02
10. Kleiner Tipp für Kommentator #1

Anstatt darüber zu jammern, wie böse die Welt zu einem medizinischen Talent wie ihnen ist, könnten sie auch Dinge tun, die ihre Wartezeit verkürzen können. Eine Möglichkeit ist die Teilnahme am Test für medizinische Studiengänge (TMS). Mir brachte die erste Version dieses Tests vor 30 Jahren einen sofortigen Studienplatz, acht Wartesemester blieben mir erspart. Und es gibt an manchen Unis wohl auch weitere Möglichkeiten, einen Bonus auf die Wartezeit zu erhalten. Link für den TMS: https://www.tms-termine.de/ . Also nicht jammern, sondern etwas tun. Ein Studium ist kein Anrecht, es ist ein Privileg!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hadriani 15.07.2019, 17:04
11. Arzt oder nicht Arzt ...

Zur Aufgabe des einzustellenden Betriebes vor Arbeitsbeginn gehört die Kontrolle der entsprechenden Unterlagen. Allerdings schützen auch diese manchmal nicht. Ich kann mich an einen Fall erinnern, als ein "hochangesehener Leberchirurg aus England" im OP defizitär arbeitete, daraufhin gegangen wurde. Hinterher entpuppte sich die Wahrheit: Der Mann flog wegen grober medizinischer Körperverletzung aus England raus. Ihm wurde verboten, jemals wieder in UK medizinisch tätig zu werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frazis 15.07.2019, 17:07
12. Wie wird eigentlich von unseren Behörden

kontrolliert, ob jemand tatsächlich auch Arzt ist, wenn er aus Kriegsländern kommt und keine nachprüfbaren oder gar keine Papiere und Diplome vorweisen kann? Gerade bei Ärzten muss zwingenderweise dieser Berufsnachweis ohne Kompromisse durchgeführt werden. Beim geringsten Zweifel darf es natürlich keine Anerkennung und Anstellung als Arzt geben. Dafür ist gerade dieser Beruf bei möglichen Zweifeln vollkommen ungeeignet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gelber Rabe 15.07.2019, 17:21
13. Geht heute auch noch über die Bundeswehr.

Allerdings muß man sich wohl ziemlich lange verpflichten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
im_ernst_56 15.07.2019, 17:27
14. Nicht die Landesärztekammer

Zitat von apfeldroid
Es gibt viele "Ärzte", die weder ein Pass besitzen noch nie eine Uni von innen gesehen haben. So lassen sie sich anstellen und lernen mit angeblich 25 Jahren Erfahrung die Grundsätze der Medizin, da sie nichts können, wechseln sie häufig die Stelle, nach 4-5 Jahren können sie Deutsch und 3-4 Medikamente. Wohin die Landesärzzekammer schauen ist mir ein Rätsel. Ich kenne mindestens 3 reele Beispiele für fehlende Qualität, es ist kein Ausnahmefall!
Für die Erteilung der Approbation als Arzt aufgrund ausländischer Zeugnisse ist nicht die Landesärztekammer, sondern die Approbationsbehörde zuständig. Lediglich für die Umschreibung der Facharztanerkennung ist die Landesärztekammer zuständig. Wenn es aber schon an der Approbation fehlt, dann wäre die zu unrecht ausgestellte Facharzturkunde fast das geringere Problem. Dem Bericht über den Prozeß vor dem LG Kassel zufolge, soll der Angeklagte Approbationen und Facharztanerkennungen gefälscht haben. Was hätte da die Landesärztekammer verhindern sollen? Die kann nur tätig werden, wenn sie eine Anzeige erhält. Immerhin ist die Sache nach einigen Monaten und nicht erst nach Jahren aufgefallen. Für ein Behördenversagen sehe ich nach den Bericht keinen Anhaltspunkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stäffelesrutscher 15.07.2019, 17:33
15.

"Ich bin trotzdem Arzt, ich schwöre bei Gott." - Da es keinen Gott gibt, ist das erst recht ein Grund, ihm nicht zu glauben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
im_ernst_56 15.07.2019, 17:44
16. Wirksame Kontrolle ist schwierig

Zitat von frazis
Wird eigentlich von unseren Behörden kontrolliert, ob jemand tatsächlich auch Arzt ist, wenn er aus Kriegsländern kommt und keine nachprüfbaren oder gar keine Papiere und Diplome vorweisen kann? Gerade bei Ärzten muss zwingenderweise dieser Berufsnachweis ohne Kompromisse durchgeführt werden. Beim geringsten Zweifel darf es natürlich keine Anerkennung und Anstellung als Arzt geben. Dafür ist gerade dieser Beruf bei möglichen Zweifeln vollkommen ungeeignet.
Bei Ärzten mit ausländischen Urkunden und Diplomen muss die Approbationsbehörde (Approbation) und die Landesärztekammer (Facharztanerkennung) die Echtheit der Urkunden und die Gleichwertigkeit eines im Ausland absolvierten Studiums bzw. der Weiterbildung zum Facharzt prüfen. In dem Fall aus Kassel scheint es aber so gewesen zu sein, dass der angebliche "Arzt" deutsche Urkunden gefälscht hat und sich mit diesen Urkunden beworben hat. Im digitalen Zeitalter ist es leider nicht allzu schwer, Urkunden zu fälschen. Vielleicht müssten sich die zuständigen Behörden Gedanken darüber machen, wie man die Urkunden über die Approbation und die Facharztanerkennung etwas fälschungssicherer macht. Ein Problem ist auch, dass bei Bewerbungen natürlich nicht Originale, sondern nur Kopien der Urkunden eingereicht werden. Das erleichtert die Täuschung erheblich. Die Frage ist, ob man gesetzlich regeln könnte, dass sich bei Ärzten, Zahnärzten, Tierärzten und Apothekern potentielle Arbeitgeber die Originale vorlegen lassen müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Antalyaner 15.07.2019, 17:48
17.

Die Überprüfung, ob jemand eine ausländische berufliche Qualifikation erworben hat und diese mit entsprechenden Urkunden/Belegen etc. nachweisen kann, obliegt den zuständigen Landesbehörden. Gibt es irgendwelche Zweifel, können Feststellungsverfahren z.B. durch theoretische-praktische Prüfungen an geeigneten Institutionen angeordnet werden, die Auskunft über den tatsächlichen Qualifikationsstand des Antragstellers geben. Ist ein Bewerber im Besitz von anerkannten Urkunden, so besteht keine Pflicht des Arbeitgebers diese rück zu überprüfen. Anders sieht es natürlich mit gefälschten Unterlagen aus. Da kriegen der Arbeitgeber bezw. eher die Arbeitskollegen gerade in hoch spezialisierten Berufen schnell mit, ob der "Kollege" über die tatsächliche Qualifikation verfügt oder nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
madameping 15.07.2019, 17:51
18.

Zitat von uboot84
engagierten und willigen Gymnasialabgängern wird der Zutritt zum Medizinstudium verwehrt, weil sie kein 0,9 Abizeugnis haben. So sieht die Zukunft aus, wenn sich bei Zulassung und Finanzierung des Medizinstudiums nichts ändert!
Naja, wenn der Abi-Schnitt nicht reicht, dann studiert man vorher vielleicht etwas anderes, um die Wartezeit zu seinem Wunsch-Studium zu überbrücken. Oder man macht alternativ erst eine Ausbildung zum Beispiel zur/m Krankenschwester/Krankenpfleger oder dergleichen und fängt dann mit dem Medizinstudium an. Ich sehe da kein Problem.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
extra330sc 15.07.2019, 17:56
19.

Zitat von apfeldroid
Es gibt viele "Ärzte", die weder ein Pass besitzen noch nie eine Uni von innen gesehen haben. So lassen sie sich anstellen und lernen mit angeblich 25 Jahren Erfahrung die Grundsätze der Medizin, da sie nichts können, wechseln sie häufig die Stelle, nach 4-5 Jahren können sie Deutsch und 3-4 Medikamente. Wohin die Landesärzzekammer schauen ist mir ein Rätsel. Ich kenne mindestens 3 reele Beispiele für fehlende Qualität, es ist kein Ausnahmefall!
Nach 4-5 Jahren können die Deutsch? Wäre das nichts für Sie?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 5