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Rangliste der Praxiseinnahmen: Das sind die Top-Verdiener unter den Fachärzten
DPA

Was nehmen Praxen in Deutschland ein? Das Statistische Bundesamt hat es ausgerechnet. Augenärzte verdienen sehr gut - werden aber von einer Gruppe weit übertroffen.

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dweird 15.08.2017, 19:24
1. Reinertrag und Gewinn

Äh... "Der Reinertrag, nicht zu verwechseln mit dem Gewinn, ist die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben der Praxis"
Nun ja, die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben ist eben doch der (zu versteuernde) Gewinn oder der Verlust. Die Schulden (z.B. Kredite für Praxis und Inventar) sind die Finanzierung des Vermögens des Eigentümers (also idR. des Arztes). Wie schon richtig gesagt, entspricht der Reinertrag eher dem Brutto-Einkommen eines Arbeitnehmers. Und der kann von seinem Verdienst ja nun auch nicht die Kreditraten für's Eigenheim abziehen.

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Consanesco 15.08.2017, 19:26
2.

Die genannten Zahlen verweisen auf das grundlegende Problem. Fächer mit wirklich hohem Zeitaufwand, die den Arzt als ganzen Menschen fordern, werden im Vergleich zu solchen wie der Radiologie viel zu schlecht bezahlt. Technisch-prozedurale Disziplinen hingegen goutiert man mit großen Summen an Geld.

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hansriedl 15.08.2017, 19:27
3. Die meisten Tierärzte

verdienen schon viel mehr als niedergelassene Hausärzte.
30 Euro nur fürs ansehen, Behandlungen, Röntgen, Bluttest steigern die Kosten ins unendliche.
Wenn man Glück hat, u. es braucht keine OP, nur Medikamente wie in meinen Fall.
Erste Diagnose, Nierenschaden. zweite nach einer Woche Lebertumor, keine überlebens Chance für mein Kätzchen, es musste eingeschläfert werden. Behandlungskosten total 350 Euro.

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sharkslayer 15.08.2017, 19:46
4. ...

Radiologen sind so gut wie nie in Einzelpraxis niedergelassen, da sie die nötigen Geraeteinvestitionen alleine niemals stemmen könnten. Die zitierten 850K sind Reingewinn pro Praxis und nicht pro Praxisinhaber! Hier könnte man ja fast Böswilligkeit unterstellen.

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nachdenk71 15.08.2017, 20:00
5. Reinertrag = Gewinn

Der im Artikel beschriebene Reinertrag ist gleichzeitig der Gewinn. Hiervon sind lediglich die privaten Einkommensteuern und Vorsorgeaufwendungen abzuziehen. Die Ergebnisse sind nicht identisch mit brutto oder netto bei Lohnsteuerzahlern. Radiologen sind schon immer die Höchstverdiener gewesen, im Gegensatz zu Tierärzten (sie verdienen am wenigsten) oder Kinderärzten.
Zahnärzte, die als besondere Gruppe gelten, sind beim Einkommen im oberen Drittel angesiedelt.

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Benjowi 15.08.2017, 20:15
6. Lizenz zum Gelddrucken.

Wenn Ingenieure sich so aufführen würden-und die haben keineswegs ein einfaches Studium zu bestehen, würde ein VW-Golf wohl um 1 Million Euro kosten! Die vermeintliche Gesundheit ist offensichtlich ein guter Grund zum unendlichen Abkassieren und man kann sich die Frage stellen, ob die derzeitige Organisation unserer Krankenversorgung tatsächlich vernünftig ist, zumal im Vergleich mit anderen Staaten zwar eine der teuersten Lösungen, die gerade mal für eine knapp durchschnittliche Versorgung reicht, gewählt wurde.

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swenschuhmacher 15.08.2017, 20:25
7.

Wer jetzt von einer Karriere als Radiologe träumt, dem sei gesagt, dass diese Ärztegruppe auch die teuersten Anschaffungen unter den niedergelassenen Fachärzten tätigen muss. Der Gerätepark muss sicherlich das halbe Berufsleben lang abbezahlt werden. Mit einem "Eigenheim" kann man das natürlich nicht vergleichen, da man ohne diese Investitionen den Beruf nicht ausüben kann.
Insgesamt dürfte daher der tatsächliche Gewinn bei Radiologen im Rahmen dessen liegen, was auch andere Disziplinen erreichen.

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susa_pilar 15.08.2017, 20:28
8. Ausbildung

13 Schuljahre bis zum Abitur, 6 Jahre Studium, 5 Jahre Facharzt-Ausbildung + 3 Jahre Zusatzbezeichnung (...ohne gibt es ja kaum noch [zB Neuroradiologie]) macht zusammen 27 Jahre Ausbildung! Dann vielleicht noch Promotion und sogar Habilitation? Wollen wir diese hervorragend ausgebildeten Fachkräften für ihren Dienst an unserer Gesundheit nicht vernünftig bezahlen? Bedenklicher finde ich, dass MIT dem Gesundheitssystem so viel Geld verdient wird...

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der_mitdenker 15.08.2017, 20:28
9. Die zahlen sind lediglich grobe Orientierungswerte

Es gibt nur wenige Ärzte die allein aufgrund des Einkommens die Fachrichtung auswählen. Ob man mit 350.000 € Bruttoeinkommen im Jahr wirklich glücklicher wird als mit 250.000 € sei mal dahingestellt. Junge Ärzte suchen den Job immer mehr nach anderen Kriterien wie Familienfreundlichkeit oder Freizeit aus. Zum vielgescholtenen Radiologen muss man sagen: Will man eine Radiologiepraxis eröffnen, steht man bevor man den ersten Euro verdient, schon mit 1 Million Euro in der Kreide. Dieser Kredit muss erstmal abbezahlt werden, das ist schon mal ein immenses Risiko. Außerdem ist das eine extrem eintönige Arbeit, für die nicht jeder geschaffen ist. Man braucht außerdem sehr große Praxisräume, verbraucht sehr viel Strom, zahlt wesentlich mehr Assistenten, zahlt für den technischen Support und alle paar Jahre neue Geräte usw. usf.
Zum Thema Orthopädie: Orthopäden stehen 3-4 Tage komplett im OP und operieren zwischen 4-8 Patienten täglich. Das ist, wenn man den Aufwand in Betracht zieht, extrem hart verdientes Geld. Die anderen 1-2 Tage ist Sprechstunde angesagt.
Wegen des Geldes braucht keiner Arzt zu werden. Ich sage nur Wochenenddienste, Nachtdienste, Bereitschaft, Rufdienst, Kassendienst, Notarzt. Da kann man es auch einfacher haben ;D.
Wenn man noch überlegt dass die Schule 3 Jahre länger dauert und dann noch das Studium 6 Jahre (Facharzt 6 Jahre), man also 9 Jahre weniger für seine Altersvorsorge tun konnte. Kann man nur zu dem Schluss kommen dass das Geld in jedem Fall redlich verdient ist.
Übrigens: Hausärzte (und auch Notaufnahmen) kriegen von eurer Krankenkasse pro Quartal (oder Besuch in der Notaufnahme) ca. 40 €..... Billiger als der nächste Ölwechsel Leute. :P

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