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Rangliste der Praxiseinnahmen: Das sind die Top-Verdiener unter den Fachärzten
DPA

Was nehmen Praxen in Deutschland ein? Das Statistische Bundesamt hat es ausgerechnet. Augenärzte verdienen sehr gut - werden aber von einer Gruppe weit übertroffen.

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mocodelpavo 16.08.2017, 10:48
90. Da wäre ich für

Zitat von susa_pilar
13 Schuljahre bis zum Abitur, 6 Jahre Studium, 5 Jahre Facharzt-Ausbildung + 3 Jahre Zusatzbezeichnung (...ohne gibt es ja kaum noch [zB Neuroradiologie]) macht zusammen 27 Jahre Ausbildung! Dann vielleicht noch Promotion und sogar Habilitation? Wollen wir diese hervorragend ausgebildeten Fachkräften für ihren Dienst an unserer Gesundheit nicht vernünftig bezahlen? Bedenklicher finde ich, dass MIT dem Gesundheitssystem so viel Geld verdient wird...
Stimmt, diese Qualifikation muss VERNÜNFTIG bezahlt werden. Heißt also, dass die Gehälter von niedergelassenen Spezialisten sich irgendwo in der Mitte zwischen jetzt und dem aktuellen Gehalt eines angestellten Krankenhausarztes treffen müssten. Die Niedergelassenen verdienen viel zu viel, die Angestellten zu wenig.

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mocodelpavo 16.08.2017, 10:48
91. Da wäre ich für

Zitat von susa_pilar
13 Schuljahre bis zum Abitur, 6 Jahre Studium, 5 Jahre Facharzt-Ausbildung + 3 Jahre Zusatzbezeichnung (...ohne gibt es ja kaum noch [zB Neuroradiologie]) macht zusammen 27 Jahre Ausbildung! Dann vielleicht noch Promotion und sogar Habilitation? Wollen wir diese hervorragend ausgebildeten Fachkräften für ihren Dienst an unserer Gesundheit nicht vernünftig bezahlen? Bedenklicher finde ich, dass MIT dem Gesundheitssystem so viel Geld verdient wird...
Stimmt, diese Qualifikation muss VERNÜNFTIG bezahlt werden. Heißt also, dass die Gehälter von niedergelassenen Spezialisten sich irgendwo in der Mitte zwischen jetzt und dem aktuellen Gehalt eines angestellten Krankenhausarztes treffen müssten. Die Niedergelassenen verdienen viel zu viel, die Angestellten zu wenig.

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victoreidelstedt 16.08.2017, 10:50
92. Was Journalisten einfach überfordert....

Rohertrag, Reingewinn, Gewinn - Wer sich mit kaufmännischen Begriffen nicht auskennt und auch nicht mit der Wirklichkeit der Berufsausübung von Ärzten sollte lieber nicht für den Spiegel schreiben. -
Die Tatsache:
Einzelne Fachgruppen sind zwischenzeitlich durch Investoren quasi enteignet, zumal beispielsweise eine Röntgenpraxis durch einen einzelnen Arzt nicht mehr finanziert werden kann.
Auf der anderen Seite wird verschwiegen wieviel Hunderte Millionen die Oligarchen der Labormedizin verdienen, wiel sie noch immer ihre Leistungen nach Gebührenordnungen abrechnen dürfen und damit zugleich das Gesundheitssystem aussaugen!

Will der Spiegel wirklich di alte "Beutelschneider der Nation" Geschichte des Stern aus den 70er Jahren wiederbeleben?
Peinlich!

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mocodelpavo 16.08.2017, 10:53
93. Ärzte lieber auf Medizin konzentrieren lassen

Zitat von swenschuhmacher
Wer jetzt von einer Karriere als Radiologe träumt, dem sei gesagt, dass diese Ärztegruppe auch die teuersten Anschaffungen unter den niedergelassenen Fachärzten tätigen muss. Der Gerätepark muss sicherlich das halbe Berufsleben lang abbezahlt werden. Mit einem "Eigenheim" kann man das natürlich nicht vergleichen, da man ohne diese Investitionen den Beruf nicht ausüben kann. Insgesamt dürfte daher der tatsächliche Gewinn bei Radiologen im Rahmen dessen liegen, was auch andere Disziplinen erreichen.
Das wäre aber ein starkes gegen eine unternehmerische Tätigkeit von Ärzten, denn von Betriebswirtschaft hätten sie dann keine Ahnung. Unternehmen beispielsweise ziehen die Investitionskosten in Form von Abschreibungen vom Reinertrag ab. Das fällt dann alles unter die Betriebskosten.
Generell sehe ich es sowieso sehr kritisch, dass man von Ärzten verlangt, auch selbständige Unternehmer zu sein. Offensichtlich beherrschen sie dieses Handwerk nämlich nicht, was nicht schlimm ist, denn sie lernen es ja auch nicht im Studium. Warum sollen sie es dann machen?
Der bessere und fairere Ansatz ist der der Polykliniken (z.B. in Skandinavien), dort sind die Ärzte angestellt und konzentrieren sich auf ihr Handwerk. Hier sind leider die besten Unternehmer nicht unbedingt die besten Ärzte.

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Nordstadtbewohner 16.08.2017, 10:58
94. Neid ist ein schlechter Ratgeber

Viele, die sich über die angeblich zu hohen Einkünfte der Ärzte aufregen, haben selbst nicht mal Abitur, geschweige denn haben sie jemals eine Uni betreten. Ein Medizinstudium ist kein Zuckerschlecken.

Auch im medizinischen Bereich sollte das Prinzip der Wirtschaftlichkeit oberste Priorität haben. Wer eine gute medizinische Behandlung will, der sollte auch selbst dafür zahlen. Dass so viele dies nicht verstehen, liegt vor allem daran, dass das System der gesetzlichen Krankenkassen Ärzte dazu zwingt, ihre Leistungen unter Marktwert anbieten zu müssen.

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_gimli_ 16.08.2017, 11:14
95.

Zitat von Don_Draper
Die Motivation, um den Beruf des Arztes zu ergreifen, sollte weiterhin der Wunsch sein, anderen Menschen helfen zu wollen. Natürlich muss er von seinem Einkommen leben können, aber das kann ja wohl die überwiegende Mehrheit der Ärzte, oder? Wenn niemand mehr Arzt werden will, weil er dabei nicht reich werden kann, dann bekomemn wir eben die Gesellschaft, die wir verdienen.
Warum legen wir an Ärzte ständig andere moralische Maßstäbe an wie an Ingenieure oder Manager? Warum verlangen wir, dass ein Arzt sich durch Studium, Praktikum und Facharztausbildung quält, ohne dass er dabei das Ziel verfolgt, später wohlhabend zu werden, wogegen nahezu alle Ingenieure, die ich kenne (mich eingeschlossen) ihren Arbeitgeber maßgeblich nach finanziellen Aspekten ausgewählt haben? Dieses Gerede vom Arztsein als Lebensziel, um Menschen zu helfen, ist komplett naiv und hat mit der Realität nichts zu tun. Wir leben in einer Marktwirtschaft.

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_gimli_ 16.08.2017, 11:24
96.

Zitat von mocodelpavo
Stimmt, diese Qualifikation muss VERNÜNFTIG bezahlt werden. Heißt also, dass die Gehälter von niedergelassenen Spezialisten sich irgendwo in der Mitte zwischen jetzt und dem aktuellen Gehalt eines angestellten Krankenhausarztes treffen müssten. Die Niedergelassenen verdienen viel zu viel, die Angestellten zu wenig.
Die Gehälter der Krankenhausärzte müssen steigen, nicht die der Niedergelassenen sinken. Wenn ein Oberarzt im Krankenhaus das gleiche Gehalt bekommt, wie ein Teamleiter im mittleren Konzern und der Arzt das Gleiche wie ein Ingenieur im oberen tariflichen Bereich (von Außertariflichen gar nicht zu sprechen), unter Berücksichtigung der Verantwortung und des Schicht-Stresses, brauchen wir uns nicht wundern, dass die Ärzte aus deutschen Krankenhäusers das Weite suchen.

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allessuper 16.08.2017, 11:27
97. DA haben Sie exakt die Lage erfasst.

Zitat von Consanesco
Die genannten Zahlen verweisen auf das grundlegende Problem. Fächer mit wirklich hohem Zeitaufwand, die den Arzt als ganzen Menschen fordern, werden im Vergleich zu solchen wie der Radiologie viel zu schlecht bezahlt. Technisch-prozedurale Disziplinen hingegen goutiert man mit großen Summen an Geld.
Deutschland ist Exportnation, auch in Heilmittel- und med. Technik. Deswegen ist es wichtig, im Inland viel umzusetzen. Insofern ist das schon so gewollt. Lieber eine Röntgenaufnahme und eine OP mehr als ein Gespräch mit Introspektion. Das bringt materiell nicht so viel Umsatz, wenn jemand "nur" seine Lebensgewohnheiten ändert. Deswegen landet Deutschland dieses Jahr im internationalen Ranking auch an 20. Stelle was die Qualität der medizinischen Versorgung angeht - hinter Andorra und Griechenland. Wir wissen halt, wo wir unsere Prioritäten haben: Durchökonomisierung! Papierwahn! Vorwärtsverteidigung! Gesundheits-Profit-Center! Von daher ist es kein Wunder, wenn immer mehr gute Ärzte ihre Kassenzulassung zurückgeben. Diese Zahlen werden leider nicht publiziert. Aber sie sollten öffentlich gemacht werden. Wieviele Ärzte haben zum Beispiel im 2. Quartal 2017 ihre Kassenzulassung zurückgegeben? Dafür werden Krankenkassen immer mehr in Fachzentren umorganisiert, da sie sich "gegen die Konkurrenz" durchsetzen müssen und profitabel sein sollen. Deswegen grassiert selbst bei ehemals guten Krankenkassen wie die Techniker heute der Rinderwahn. Eine Hand weiß nicht, was die andere tut, es wird erst einmal alles abgelehnt, was am Ende viel teurer wird, da manche Leistungen einfach notwendig sind. Alles, was hier als "unsere Werte" angebetet wurden bröckelt nach und nach. Was kommt lässt nichts Gutes erahnen, denn der Rinderwahn nimmt eher an Beschleunigung zu. Was helfen würde wäre ein Cut. Krankenkassen sollten nicht untereinander konkurrieren, das ist falsch verstandene Marktwirtschaft. Es sollte eine Grundkrankenkasse geben, und darüber hinaus Optionen auf Beihilfen, für die jeweils optiert werden kann. Aber da Frau Merkel & Co, das Wohl der Konzerne im Auge hat, und nicht das Wohl der Bürger, werden sich wieder Bayer-Monsanto & Co. durchsetzen. Tja, viele Ärzte mögen wohl über die Stränge geschlagen haben und sich mehr für ihre Immobilienfonds als für ihre Patienten, aber das ganze System ist leider marode. Vielleicht sollten wir wie in Bhutan das Brutto-Nationalglück in die Verfassung aufnehmen? Dann würden sich sofort einige Themen von allein erledigen, da die Logik dahinter menschlich und unschlagbar ist.

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MeinungVonMir 16.08.2017, 11:29
98. Abschreibung...

Zitat von swenschuhmacher
Wer jetzt von einer Karriere als Radiologe träumt, dem sei gesagt, dass diese Ärztegruppe auch die teuersten Anschaffungen unter den niedergelassenen Fachärzten tätigen muss. Der Gerätepark muss sicherlich das halbe Berufsleben lang abbezahlt werden. Mit einem "Eigenheim" kann man das natürlich nicht vergleichen, da man ohne diese Investitionen den Beruf nicht ausüben kann. Insgesamt dürfte daher der tatsächliche Gewinn bei Radiologen im Rahmen dessen liegen, was auch andere Disziplinen erreichen.
und genau deswegen dürfen die Radiologen die Kosten für die Geräte ja auch abschreiben, was dann 1:1 den Gewinn und damit die Steuern senkt, was man mit den Raten für das Eigenheim eben auch nicht kann... Wenn die Radiologen die Dinger überhaupt noch kaufen und nicht leasen...

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elvito78 16.08.2017, 11:29
99. Das muss ein Fehler sein.

Diese Zahlen sind eher die Einnahmen, vor Abzug aller Kosten wie Personal, Miete, Steuern etc. Beispiel Allgemeinmedizin München: Durschnittliche Patientenzahl im Quartal sind hier 850, d.h. 3400/a. Durschnittliche Vergütung pro Schein sind hier ca. 70€ --> 3400x70€=238k€. Davon muss man noch Personal, Miete, IT, Verbrauchsmaterial, Geräte (mit Wartung), Gründungskredit, Herrn Schäubles schwarze 0 etc. bezahlen. Da bleiben dann ca. 80k€ netto/a. Das macht bei einer 60h Woche (habe ich locker, eher mehr) die man dafür kalkulieren muss einen Stundenlohn von ca. 27,78€ netto. Dafür haben meine Kollegen und ich eine jahrzehntelange Ausbildung gemacht, wie die bekloppten in der Klinik geschuftet und müssen uns nun hier im Forum den Sozialneid des Plebs anhören. Well done SPON! Vielleicht schreibt ihr mal lieber darüber warum ein überführter Betrüger wie z.B. Herrn Winterkorn immer noch nicht im Gefängnis sitzt.

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