Forum: Karriere
Rat vom Agenturchef: "Liebe deine Familie. Aber nie deinen Job"
John M. John/ fischerAppelt

Immer gut drauf, scheinbar nie gestresst. Wie macht er das bloß? Manager Frank Behrendt war für Kollegen ein Rätsel - bis er die wichtigsten Job-Ratschläge in eine Liste packte. Hier sind seine zehn Tipps.

Seite 7 von 10
Newspeak 02.10.2015, 13:32
60. ...

Zitat von Christoph
Nachdem Sie nun alle Nachteile der Erwerbsarbeit aufgezählt haben und angesichts der Tatsache, dass das letzlich alles nur aus Zwang, der Abhängigkeit vom Geld, stattfindet, wie kann man das ernsthaft lieben, außer durch ein gehöriges Maß an Selbstbetrug? Selbst wenn man etwas als Beruf hat, was man auch als Hobby machen würde - wer würde sich schon freiwillig so lange damit beschäftigen, wie es zum Geldverdienen notwendig ist? Und wer würde akzeptieren, durch Zwang daran gehindert zu werden, woanders hinzugehen und was anderes zu machen, wenn der Zwang ein anderer wäre als die Abhängigkeit vom Geld?
Sie verstehen offensichtlich, nicht, daß es durchaus Tätigkeiten geben kann, die man so gerne macht, daß man darüber jeden zeitlichen Zwang vergisst. Gerade Leute, die ein Hobby obsessiv betreiben, schauen nicht auf die Uhr und nicht auf das, was sie investieren. Und wenn dann z.B. die Kollegen nett sind, man auch mal einen Kaffee zwischendurch zusammen trinken kann, und wenn die Arbeit sonst auch in hohem Maße selbstbestimmt gemacht werden kann, im Rahmen der Vorgaben, dann macht das wirklich Spaß. Deswegen muß man immer noch morgens aufstehen, ja, man muß immer noch zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten sein, ja, aber diesen Zwang nimmt einem niemand, auch der Urmensch musste sehen, wie er etwas zu essen bekommt, auch da gab es schon diesen Zwang. Das ist keine Eigenschaft der Arbeitswelt, sondern der Welt an sich. Bedanken Sie sich bei Ihrem Schöpfer. Natürlich, hätten wir den Kapitalismus nicht, dann würden uns Maschinen vielleicht Arbeit abnehmen, dann gäbe es mehr Freizeit. Aber dann gäbe es vielleicht wirklich auch weniger Innovation. Vielleicht hätten wir dann keine Smartphones? Das Schlimme ist doch vor allem, daß nicht nur der Zwang zur Arbeit besteht, sondern daß dann auch noch die Arbeitsbedingungen, inklusive der Entlohnung, unmenschlich sind. DAS muß man ändern. Man muß vor allem auch die Mentalität hierzulande ändern, daß man nur ein vollwertiger Mensch ist, wenn man arbeitet. DAS ist das Problem.

Die meisten Menschen wissen doch ehrlich gesagt auch gar nicht, was sie sonst mit ihrer Zeit anstellen sollten. Sinnvolles. Nicht nur einfach vor der Glotze hängen. Und die meisten Menschen wollen beschäftigt sein, weil Arbeit auch Anerkennung gibt, entweder, weil ich etwas geschaffen habe und das sehe, oder weil ich Lob dafür bekomme, weil ich darüber Sozialkontakte habe, oder eben "nur", und das sollte aber dann auch das Mindeste sein, eine faire Entlohnung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
L!nk 02.10.2015, 13:52
61. Rat vom Agenturchef

Punkt 10 scheint besonders bei Arbeitgebern beliebt zu sein. Nur keine Sympathie für die Untergebenen aufkommen lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
forschung 02.10.2015, 14:20
62.

Was ein genialer Artikel! Schade nur, dass es wohl wenige gibt, die wirklich verstehen, was der Mann mehr oder weniger in seiner Kernaussage rüber bringt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasandereich 02.10.2015, 14:35
63. fischerAppelt... aha

Ich hatte vor ca. 10 Jahren mal ein Vorstellungsgespräch bei fischerAppelt. So einen respektlosen Umgang mit einem potenziellen Mitarbeiter/Kollegen habe ich woanders nie erlebt. Es war das einzige Interview meiner Karriere, in dem ich arrogant angegangen und meine Leistungen systematisch niedergemacht wurden. Stresstests gern, aber nicht so! Bin dann auch pampig geworden. Als dann überraschend trotzdem der Anruf kam, man würde mich gern einstellen, habe ich abgelehnt. Ein Arbeitsumfeld mit solchen Umgangsformen musste ich mir nicht geben. Aber vielleicht hat sich ja seitdem Einiges geändert...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dr._sheldor 02.10.2015, 16:07
64. Ich habe einen Beruf

Und keinen Job! Beruf kommt von Berufung und ja ich liebe ihn!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frankbehrendt63 02.10.2015, 16:16
65. Dankeschön!

Liebe Feedbackgeber, ich habe jeden einzelnen Beitrag gelesen und freue mich über die grosse Resonanz. Völlig ok ob Zustimmung oder Kritik - jeder der hier Zeit investiert leistet einen Beitrag zu einer wie ich finde wichtigen Diskussion über ein zentrales Thema.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
markus_wienken 02.10.2015, 16:21
66.

Zitat von dr._sheldor
Und keinen Job! Beruf kommt von Berufung und ja ich liebe ihn!
In der Tat sollte man an seinem Beruf/Tätigkeit hängen und ihn mögen und nicht eine Firma.
Ich mag meinen Beruf auch, lieben geht eindeutig zu weit, das behalte ich meiner Familie, also Menschen vor.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marcomagic 02.10.2015, 17:38
67. hmm

gar nicht schlecht.
aber der erste Punkt schockiert mich brutal
klar mag das bei einem Marketing-Werbe-Kommunikations-Fuzzi stimmen, aber viele Menschen schaffen und / oder erhalten durch ihre Arbeit und ihre Entscheidungen Arbeitsplaetze und damit Existenzen ihrer Mitmenschen.
stabile Jobs, die die Grundlage fuer Familien und die Zukunft sind.
das hat nichts mit Monopoly zu tun - das letzte Mal als ich das spielte kamen da keine Menschen vor.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ismir Uebel 02.10.2015, 18:27
68. Monopoly

Sagt der Lokführer: "Laß mal auswürfeln, wohin wir heute fahren."
Sagt der Fluglotse: "Laß mal auswürfeln, welcher als nächstes runterkommt."
Sagt die Ärztin: "Laß mal auswürfeln, Blinddarm oder Leber."
Sagt die Lehrerin: "Laß mal auswürfeln, Gymnasium oder Hauptschule."
Ist doch schön, wenn Leute ihren Job nur als Spiel sehen und nicht ernst nehmen. Das erklärt vieles.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
glueckhans5 02.10.2015, 18:55
69. Klugheit zählt

Zitat von HansPa
Was sind das für Ratschläge? Welcher Arbeitnehmer ist denn so bescheuert seine Tätigkeit, die andere reich macht, über die eigene Familie zu stellen? Muss irgendwie eine deutsche Story sein. In den USA kümmert sich außerhalb seiner Arbeitszeit keine Sau um seinen Job!!
Stimmt, man muß ganz klar Prioritäten setzen. ich habe schon vor Jahren innerlich gekündigt und werde die letzten Jahre vor der Rente mit Krankfeiern und vielleicht sogar Arbeitslosengeldbezug verbringen.

Es ist nämlich nicht wichtig, daß man möglichst viel einzahlt, sondern es zählt, daß man möglichst viel rausholt. Mit dem Laden verbindet mich keinerlei Loyalität. Die Kriecher und Treter dort sollen sich abzappeln wie sie wollen. Ich will leben und eine positive Work-Life-Balance schaffen.

Mir ist es nur noch wichtig für möglichst wenig Leistung und Mühe (die ohnehin nicht honoriert werden) möglichst viel Geld einzustreichen. Wer sich in einem deutschen Unternehmen noch abrackert und wer mit viel Fleiß und Schweiß möglichst viel Steuern und Abgaben für den Staat erarbeitet, der kann nicht ganz gescheit sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 10