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Reaktionen auf Vorschlag zu Mehrarbeit: "Eine bodenlose Frechheit"
DPA

Wenn viele Pfleger ein paar Stunden mehr pro Woche arbeiteten, sei beim Pflegenotstand viel gewonnen, sagt Gesundheitsminister Spahn. Pflegekräfte finden die Idee empörend - der CDU-Politiker fühlt sich missverstanden.

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wasistlosnix 20.09.2018, 20:17
60. Er ist doch auch für ein Pflichtjahr

Dann sollte er mit seinem Pflichtjahr mal sofort beginnen und in der Pflege arbeiten. Aber das will er ja seinen Eltern nicht antun. Dafür sollen andere länger arbeiten.

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ornis 20.09.2018, 20:31
61. kleine Berechnung

Für faire Arbeitsbedingungen bei gleichzeitiger Sicherung der Ausbildungsbedingungen auf vernünftigem Niveau bräuchten wir auf unserer Station (Herzchirurgie, "Normalstation" mit 32 Monitorbetten) etwa 50% zusätzliches Personal. Ich habe bereits vor ca 12 Jahren die Notbremse gezogen und auf 85% Arbeitszeit reduziert, noch weniger konnte und kann ich mir nicht leisten. Wenn jeder von uns 50% mehr arbeitet um nach Spahns Vorstellungen die eigenen Arbeitsbedingungen zu verbessern, wäre selbst ich bei einer 49-Stunden-Woche. Ist es wirklich das, was Herrn Spahn vorschwebt?
Er hat offensichtlich immer noch nicht begriffen, daß bereits seine Vorgänger seit 30 Jahren den damaligen Pflegenotstand vollkommen ignoriert haben und diesen im Gegenteil mittlerweile schleichend in eine Pflegekatastrophe überführt haben.
Spahns bisherige Vorstellungen einer Festschreibung von Mindestbesetzungen in Krankenhäusern (soweit ich sie über die Medien nachvollziehen konnte) verpflichten gerade mal maximal 25% aller Kliniken zu Neueinstellungen - und bieten den restlichen mindestens 75% sogar noch eine Blaupause zu weiterem Stellenabbau!
Herr Spahn, denken Sie progressiv, falls Sie dazu überhaupt in der Lage sind. Oder Sie werden verlieren. Dann aber leider auch unzählige Pflegekräfte in Deutschland, die weit mehr zu verlieren haben als Sie!

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Guerilla_77 20.09.2018, 20:38
62. ...

Zitat von barbe
Beitrag Zu einem Gehalt das zum sterben zu viel und zum Leben zu wenig ist. Als allein stehende Frau kann ich davon nur existieren aber nicht im (Überfluss) Leben. Das ist das Eine, das Andere ist , wir arbeiten immer mehr Stunden wie die Verträge. Erhalten aber nur Urlaub nach Vertrag und ebenso Weihnachtsgeld. Mehrarbeit zählt da nicht. Ich habe heute den 11. Tag gearbeitet, morgen ist es der 12. Tag. Danach einen Tag frei, den dankenswerter Weise eine Kollegin arbeitet. Da vorgesehen war, dass ich 19 Tage durcharbeiten soll, da Kollegen auch mal Urlaub machen müssen. Die Kollegen in der Pflege sind am Limit aber das will keiner wahrhaben. Es wird sich auch nicht viel daran änderten, da gute Leute schon lange ausgestiegen sind, obwohl sie ihren Beruf lieben und gerne mit Menschen gearbeitet haben.
Die "untertourigen" Verträge sind aber in Deutschland, genau bei den Arbeitssklaven bei der Leih/Zeitarbeit/Werksverträgen standard.

Da ich selbst aus einem Klinikum komme, weiss ich aber das auch medizinisches Personal(etlicher Bereiche zb. auch MTAs und MFAs) ebenso behandelt werden - keine Sorge.

Wollte nur sagen das das Usus ist zb. nen 80h Vertrag angedreht zu bekommen und 160+ zu arbeiten, damit die "Firmen" dann bei krank und Urlaub wieder nur den Satz für 80h bezahlen müssen.
Was arbeitsrechtlich natürlich falsch ist, ich würde da einfach mal mit dem Anwalt dran gehen, nennt sich - betriebliche übung(besser bekannt als gewohnheitsrecht)...

Das große Problem das Krankenhäuser/Kliniken und andere haben ist "Notfall" respektive Patientenversorgung.
Die Krankenhäuser und Kliniken wollen garkeine Personalplanung die was taugt, die werfen einfach "Notfall/Patientenversorgung" in den Raum und insbesondere Halbstaatsbedienstete(öffentlicher Dienst) haben dann keine Chance dagegen vorzugehen...

Der Staat hat schon "gut aufgepasst" wenn es darum geht seine Bediensten gefügig und billig zu halten, viele öffnungklauseln im Tarif, Personalräte(keine BRs) die nicht viel mehr dürfen als dumm-schwätzen(zahnlose Tiger) uvm. .... da darf man sich keine Illusionen machen.

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frankfurtbeat 20.09.2018, 20:42
63. der ...

der "nette" Spahn ist wie viele andere gewählte Volksvertreter anscheinend zu einfach gestrickt. Alles was bisher aus dessen Richtung kam war für die Tonne ... das gleiche sehen wir bspw. im Verteidigungsministerium, im Finanzministerium etc.
Seit Jahrzehnten im Politgeschäft, die Welt da draußen kennt man letztendlich überhaupt nicht aber erlaubt sich Urteile und schwachsinnige Lösungen zu präsentieren. Gibts denn nicht noch jobs bei der DB für diese Spezie? Demokratie mit Einbindung der Bürger ist gefordert - nicht morgen sondern jetzt!!!

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Guerilla_77 20.09.2018, 20:46
64. ...

Zitat von jla.owl
Ihr PflegerInnen könnt doch an euren Arbeitsplätzen übernachten (Betten sind doch da), essen könnt ihr auch dort, könntet doch sogar eure Wäsche dort mit abgeben... dann schafft ihr locker 100 Stunden in der Woche, und weil ihr dann soviel sparen könnt (keine Miete, keine Nebenkosten, keine Freizeitausgaben), könnt ihr das auch für den gleichen Monatslohn machen. Und wenn das halt alle von euch tun, habt ihr sogar noch Zeit, euch mal während der Arbeitszeit zu unterhalten. Er hat doch Recht, also, stellt euch nicht so an. Umd weil ich das jetzt allea so schön gesagt habe, würdet ihr mich doch alle wählen... Liebe Grüße, Euer nächster Bundeskanzler!
Den Kanzlerkandidaten wähle ich nicht... ;)

Er hat nämlich übersehen das das Essen, zwecks Steueroptimierung, weggeworfen wird, wer übrig gebliebenes einwandfreies Essen(kommt vor auf Intensivstationen und Krebsstationen wo nicht mehr/garnicht vernünftig gegessen wird...) zu sich nimmt - wird abgemahnt..... ausser Sie sind Arzt/Professor, die dürfen das.


P.S.:Duzentfach, Stationsübergreifend und mehrere Jahre im eigenen Klinikum mit "erlebt/gehört".

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genervtneu 20.09.2018, 20:47
65. Jetzt zeigt er sein wahres Gesicht...

Ein Bubi, der in seinem Leben, außer seiner kaum verhehlten Machtgeilheit zu frönen , irgendeine ehrliche Arbeit oder Leistung für diese Gesellschaft erbracht und sich dazu als "Konservativer" geriert will den unterbezahlten und überlasteten Pflegekräften jetzt auch noch Mehrarbeit abverlangen.
Wo will dieser "Konservative" hin, was will er bewahren, er versucht gerade die kümmerlichen Reste der Solidargemeinschaft zugunsten des neoliberalen Wirtschaftlichkeitswahns zu zerstören? Will er auf diesem Trümmerhaufen den Frühkapitalismus wiederbeleben ?
Ich würde mit diesem schrägen Vogel mal ein längeres Vier-Augen-Gespräch führen wollen um herauszubekommen, ob ihm die Machtgeilheit die Sinne vernebelt oder ob er wirklich ein noch fieserer Jünger des Neoliberalismus ist und er das wirklich für "konservativ" hält. Da ging ja FJS schon fast als Sympathieträger durch, weil man seine Ausfälle unter bajuwarischer Folklore abhaken konnte, aber bei Spahn wirkt der Unfug immer so krankhaft ernst.

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simon.gunkel.5 20.09.2018, 20:48
66. Na super analysiert...

hat der Bundesgesundheitsminister die Lage. Es wäre halt schön, wenn er sich darüber informieren würde wie viele Stunden Pflegekräfte in Teilzeit tatsächlich leisten (die im Artikel genannten Werte von 40-50 Überstunden auf dem Zeitkonto im Normalfall und 120 in der Spitze finde ich schon fast putzig, 150 ist bei mir gängig und mein Höchstwert nach einem Jahr im Betrieb lag bei über 360). Die Anzahl der PK und PFK denen mit dem Verweis "Wir brauchen Köpfe, keine Stunden" eine Erhöhung ihrer vertraglichen Soll-Stunden verwehrt wurde in meinem Bekanntenkreis ist beträchtlich (und ich habe mehrere Monate kämpfen müssen um von einer 20 auf eine 30-Stunden Woche zu kommen - meine durchschnittlichen Ist-Stunden pro Monat lagen während dieser Zeit mehrfach über 40, da kam dann auch ein ordentlicher Anteil der Plusstunden her). Aus diesem Grund kenne ich auch eine ganze Reihe PK, die in mehr als einer Einrichtung tätig sind und dann z.B. 30/10 oder 20/20 Wochenstunden leisten. Sollen die jetzt in beiden Einrichtungen noch mehr Stunden arbeiten?
Das in Pflegeberufen Teilzeit gang und gäbe ist liegt nicht zuletzt an der alten Weisheit: Wer viel frei hat, kann mehr einspringen. Und nebenbei, wenn man jemanden mit 30-Wochenstunden einstellt, die Person 40 Stunden arbeitet und man dann Überstunden auszahlt, dann gilt für die Lohnfortzahlung an Feiertagen, im Urlaub und im Krankheitsfall natürlich eine angenommene reguläre Arbeitszeit von 6 statt 8 Stunden. Das macht bei Mindestlohn in der Pflege und bei durchgehender Gesundheit eben auch schon wieder gute 750 Euro pro Jahr. Irgendwas muss ja schließlich auch für die Investoren übrig bleiben.
Wenn das "U" im Dienstplan für "unbezahlte Rufbereitschaft" steht, dann isses halt Bettgalgenhumor.

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mariakäfer 20.09.2018, 20:49
67. Der Pflegedienst

der zur Mutter meines Nachbarn kommt hat immer Zeit für ein Stück Kuchen oder ein warmes Mittagessen.....

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zausi 20.09.2018, 20:50
68. fur was muss ein Oberarzt

290000 ? im Jahr verdienen, macht 24000 ? im Monat. 12 Weniger dafür 4 Kräfte einstellen. Eben so kann Spahn abzweigen überhaupt mehr als 7000? im Monat braucht kein einzelner Mensch... nur ich Menschen...

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frenchie3 20.09.2018, 20:59
69. Ist das nicht zum Verzweifeln?

Die armen Politiker werden immer falsch verstanden. Nie wird gehört was sie sagen wollten, immer nur was sie gesagt haben

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