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Rechtsanspruch auf Homeoffice: Ab ins Heim?
DPA

Er gibt nicht auf: Zum zweiten Mal in diesem Jahr versucht Arbeitsminister Hubertus Heil, das Thema Rechtsanspruch auf Heimarbeit auf die Agenda zu heben. Ist das zeitgemäß - oder Unsinn?

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flyte 03.10.2019, 11:31
1. In Zeiten des Klimaschutzes eine Selbstverständlichkeit

Es gibt einfach viel zu viele Menschen, die tagtäglich ihre Aktentasche durch die Welt fahren, um den Tag dann an Rechner und Telefon zu verbringen. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Es verursacht nicht nur riesige Mengen CO2, sondern ist reine Zeitverschwendung. Rechner und Telefon gibt es auch zu Hause. Homeoffice sollte die Normalität sein, der Besuch im Büro die Ausnahme.
Das geht sicher nicht für alle Berufsgruppen, aber doch für verdammt viele...

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bastetqueen 03.10.2019, 11:33
2. Ich liebe das Homeoffice, aber ...

Als Programmiererin habe ich jahrelang im Homeoffice gearbeitet und kenne daher die Vor- und auch die Nachteile. Homeoffice ist keine Lösung für mangelnde Kinderbetreuung, und es ist auch selten möglich, am Eßtisch die Arbeit zu erledigen. Für die Karriere ist es nicht förderlich, dazu benötigt es ständige Präsenz am Arbeitsplatz, so daß das Management auch die Person mit der Arbeit verknüpfen kann - obwohl hier eine Mischung aus Homeoffice und Arbeitsplatz möglich ist.
Der Job muss digital zu erledigen sein, separates Arbeitszimmer und gute Internetanbindung sind notwendig.
SEHR wichtig ist zudem die Abgrenzung von Privat- und Arbeitsleben, ich habe mich beispielsweise immer so angezogen, daß ich sofort ins Büro fahren konnte - also nicht in Sweatsachen herumschlunzen (klingt doof, aber hat tatsächlich Auswirkungen auf die Arbeitsleistung).
Jetzt, am Ende meiner Karriereambitionen, würde ich begrüßen, wenn mein Arbeitgeber mir das Homeoffice gestattet. Muss ich mal ansprechen ... ;-)

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theexpertspeaks 03.10.2019, 11:53
3. Heimarbeit zerstoert den Teamgeist

Wiener Beitrag here it’s eight, macht ein allgemeiner Rechtsanspruch auf Heimarbeit keinen Sinn. Und zwar nicht nur bei Baeckern, KFZ Mechanikern oder Chirurgen, sondern auch bei Berufen, die eine Zusammenarbeit im Team erfordern, und das ist vermutlich bei der Mehrzahl der Berufe der Fall. Mitarbeiter*innen, die dauerhaft(!) von zu Hause arbeiten verlieren den Kontakt zu Kollegen*innen, zur Firma und werden irgendwann wie externe Dienstleister wahrgenommen. Sie gehoeren nicht mehr wirklich zum Team, denn sie trinken keinen Kaffee oder Tee mit anderen Teammitgliedern mehr und es fehlt der Smalltalk, der Office Gossip und der soziale Kontakt. Und mal ganz ehrlich ~ macht es wirklich gluecklich, immer zu Hause zu sitzen?
Nicht alles was technisch moeglich ist, macht auch wirklich Sinn.

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großwolke 03.10.2019, 12:09
4. Den Markt entscheiden lassen?

Programmierer, Journalisten, Controller undundund, die Liste von Berufen, die man grundsätzlich am Schreibtisch ausübt und demzufolge auch von daheim erledigen kann ist lang. Aber, wie im Artikel rausgearbeitet, ist sie endlich. Das macht einen Rechtsanspruch unsinnig. Wer Heimarbeit möchte, der kann das doch bei der Wahl seines Arbeitgebers berücksichtigen. Home-Office nicht möglich? Dann halt dahin gehen, wo es möglich ist. Dieses Recht haben wir nämlich bereits.

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makromizer 03.10.2019, 12:18
5.

Wenn man gleichzeitig beim Kündigungsschutz lockert, fände ich das völlig ok. Aber es gibt nun mal Mitarbeiter die selbstständig und vertrauenswürdig damit umgehen, und andere, die keinen Finger krümmen, sobald der Chef mal nicht hinter ihnen sitzt.

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Algorab 03.10.2019, 12:34
6. gute Alternative

Ich habe jahrelang ein oder zweimal pro Woche in Heimarbeit gearbeitet. Dafür muss sich die Arbeit allerdings eignen, der Arbeitsplatz muss den Anforderungen entsprechen und man muss nicht meinen, man könne dabei noch Kinder betreuen und Haushalt und Garten in Ordnung halten. Auch daheim ist das Arbeitszeit. Manchmal hat mich gestört, dass ich Papierunterlagen nicht zur Hand hatte, die noch nicht digitalisiert waren. Auch das ist ein Kriterium, ich will und durfte ja auch nicht haufenweise Unterlagen nach Hause schleppen. Ich selbst fand dass Ganze sehr angenehme und meine Arbeit konnte ich gut durchführen. Ein Recht auf Home-Arbeit muss eben auch gewisse Anforderungen erfüllen. Am besten fand ich, dass mir die Fahrerei zum Arbeitsplatz und zurück erspart blieb.

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drhibbert 03.10.2019, 12:39
7. Achtung

Wenn die Arbeit problemlos im Home Office erledigt werden kann, dann besteht ein hohes Risiko, dass man bald komplett durch Code ersetzt wird.

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sponuser936 03.10.2019, 12:42
8. Würde mir nie einfallen

Zitat von bastetqueen
ich habe mich beispielsweise immer so angezogen, daß ich sofort ins Büro fahren konnte - also nicht in Sweatsachen herumschlunzen (klingt doof, aber hat tatsächlich Auswirkungen auf die Arbeitsleistung).
Nie im Leben würde ich mich beim Homeoffice so anziehen wie im Büro. Ich arbeite nachweislich produktiver in Schlabbersachen. Ein weiterer Vorteil des Homeoffice ist ausserdem, nicht ganz so einfach erreichbar zu sein. Die Leute können nicht einfach mal eben reinschneien, sondern sind dann oft gezwungen eine sauber formulierte eMail zu schreiben, was oftmals sowieso notwendig ist.

Ich halte Homeoffice für eine ganze Reihe von Berufen für eine hervorragende Sache. Allerdings nicht dauerhaft, sondern höchstens 1-2 mal die Woche. Ansonsten läuft man schnell Gefahr, nicht mehr "dazu zu gehören".

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kohle+reibach 03.10.2019, 13:09
9. Heimarbeiter

Ich gehöre auch zu den glücklichen Arbeitnehmern, die HomeOffice in Anspruch nehmen können. Ich möchte es nicht mehr missen, spart es mir jede Menge Zeit und auch Geld. Von unnötigen Fahrten, die meinen CO2 Abdruck erhöhen, mal ganz abgesehen.

Im Moment ist die Rechtslage aber so, das der Arbeitgeber lediglich 50% der Arbeitszeit im HomeOffice gewährt. Würde er mehr gewähren, müsste er für eine, von der Berufsgenossenschaft genehmigte, Arbeitsumgebung sorgen (Stuhl, Tisch etc... beistellen).
Das müsste aus meiner Sicht gelockert werden.

Die Arbeitsleistung ist meiner Meinung nach höher, da man tatsächlich nicht so häufig gestört wird, als säße man im Büro.

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