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Rechtsanspruch auf Homeoffice: Ab ins Heim?
DPA

Er gibt nicht auf: Zum zweiten Mal in diesem Jahr versucht Arbeitsminister Hubertus Heil, das Thema Rechtsanspruch auf Heimarbeit auf die Agenda zu heben. Ist das zeitgemäß - oder Unsinn?

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mwroer 03.10.2019, 14:18
20.

Zitat von kohle+reibach
Ich gehöre auch zu den glücklichen Arbeitnehmern, die HomeOffice in Anspruch nehmen können. Ich möchte es nicht mehr missen, spart es mir jede Menge Zeit und auch Geld. Von unnötigen Fahrten, die meinen CO2 Abdruck erhöhen, mal ganz abgesehen. Im Moment ist die Rechtslage aber so, das der Arbeitgeber lediglich 50% der Arbeitszeit im HomeOffice gewährt. Würde er mehr gewähren, müsste er für eine, von der Berufsgenossenschaft genehmigte, Arbeitsumgebung sorgen (Stuhl, Tisch etc... beistellen). Das müsste aus meiner Sicht gelockert werden. Die Arbeitsleistung ist meiner Meinung nach höher, da man tatsächlich nicht so häufig gestört wird, als säße man im Büro.
Ja wenn das bei Ihnen so funktioniert - prima!

Viele haben aber weder die häuslichen Voraussetzungen noch die Selbstdisziplin damit es es funktioniert. Da ich nicht weiß was Sie mit 'gestört' im Zusammenhang mit 'Büro' meinen gehe ich da nicht drauf ein.

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sschuste 03.10.2019, 14:19
21.

Zitat von Koda
Wer dagegen einen Schreib- & Laberjob hat, kann dagegen gerne zuhause bleiben.
Ich hab mit Computern zu tun. Die stehen in Singapur, Dublin, Frankfurt oder irgendwo in Ohio oder was weiß ich wo. Es spielt keine Rolle, wo ich mich aufhalte und ob ich diese Rechner vom Büro aus, von zu Hause aus oder von Hammerfest-Süd aus verwende. Meine Kollegen sitzen in Berlin, Mumbai, Chicago und sonstwo. Es spielt auch keine Rolle, ob ich da im Büro bin oder zu Hause, wenn die mich kontaktieren. Die rufen nämlich kein Telefon an, das im Büro steht, sondern mich. Alles, was ich für meinen Job brauche, ist dort vorhanden, wo sich mein Computer befindet. Ich muss nicht unbedingt im blöden Großraumbüro sitzen.

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Frank N. Stein 03.10.2019, 14:19
22. Homeoffice oder freier Tag?

Bei uns gibt es die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten.
Ich nutze das gerne, aber erst seit die Kinder aus dem Haus sind.
Meine Firma bezahlt mich für die Arbeit und nicht für die Kinderbetreuung.
Leider gibt es bei uns auch den Spruch: "Bei xy brauchst Du nicht anrufen, der ist im Homeoffice ...".
Darum empfinde ich das Thema als sehr zwiespältig.
Darf jeder Homeoffice machen? Wenn nicht, wer entscheidet? Und ist die Entscheidung objektiv? Hat der LKW-Fahrer auch ein Recht auf Homeoffice? Und ist eine Verweigerung von Homeoffice nicht schon ein Zeichen von Misstrauen?

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loepi 03.10.2019, 14:24
23. Puuuuuh

Was soll das polemische Vergleichen mit Bäckern und Ärzten? Es sollte der Logik nach doch klar sein, dass nur derjenige dann ein Recht auf Heimarbeit hat, der das auch bewerkstelligen kann...

Zum Thema: ich fände das Recht auf Heimarbeit gut. Ich bin da in der Regel produktiver und spare mit 3 Stunden Fahrtzeit. Negativ ist der fehlende Kontakt zu den Kollegen. Da aber über uns aufgrund dreier Standorte das Damoklesschwert der Standortschließung schwebt, wäre ein Recht auf Heimarbeit toll. Denn wir können alle von zuhause arbeiten und müssten dann nicht am Arbeitsplatz 500 km entfernt...

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Die blaue Katze 03.10.2019, 14:48
24. Ihr Fazit

Zitat von bastetqueen
Als Programmiererin habe ich jahrelang im Homeoffice gearbeitet und kenne daher die Vor- und auch die Nachteile. Homeoffice ist keine Lösung für mangelnde Kinderbetreuung, und es ist auch selten möglich, am Eßtisch die Arbeit zu erledigen. Für die Karriere ist es nicht förderlich, dazu benötigt es ständige Präsenz am Arbeitsplatz, so daß das Management auch die Person mit der Arbeit verknüpfen kann - obwohl hier eine Mischung aus Homeoffice und Arbeitsplatz möglich ist. Der Job muss digital zu erledigen sein, separates Arbeitszimmer und gute Internetanbindung sind notwendig. SEHR wichtig ist zudem die Abgrenzung von Privat- und Arbeitsleben, ich habe mich beispielsweise immer so angezogen, daß ich sofort ins Büro fahren konnte - also nicht in Sweatsachen herumschlunzen (klingt doof, aber hat tatsächlich Auswirkungen auf die Arbeitsleistung). Jetzt, am Ende meiner Karriereambitionen, würde ich begrüßen, wenn mein Arbeitgeber mir das Homeoffice gestattet. Muss ich mal ansprechen ... ;-)
Ihr Homeoffice ist genau wie im Büro: sie ersparen sich die Fahrt ins Büro mit den Nachteil nur beschränkt Kontakt zu den Kollegen und der Firma zu haben. Wovon viele völlig daneben träumen, ist die Vermischung von arbeiten und privat. zuhause Essen heißt auch essen Zubereiten und Spülen, Einkaufen heißt Unterbrechung und Abwesenheit. Familie heißt Ablenkung und Störung. Ihr Kind macht Blödsinn und jetzt ist nichts mit arbeiten, sondern Sie sind die nächsten zwei stunden mit ihrem Kind beschäftigt, usw.. Vielleicht kommt es auch zum Streit mit der Frau, und wieder ist das weiterarbeiten gestört. Es sind sehr viele Dinge, die vom Arbeiten abhalten und die meisten werden einen Büroplatz vorziehen, wenn sie wirklich arbeiten wollen, es sei denn sie haben ihr abgeriegeltes Büro wie sie daheim.

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Die blaue Katze 03.10.2019, 14:54
25. Ich habe mit Computern zu tun ?

Zitat von sschuste
Ich hab mit Computern zu tun. Die stehen in Singapur, Dublin, Frankfurt oder irgendwo in Ohio oder was weiß ich wo. Es spielt keine Rolle, wo ich mich aufhalte und ob ich diese Rechner vom Büro aus, von zu Hause aus oder von Hammerfest-Süd aus verwende. Meine Kollegen sitzen in Berlin, Mumbai, Chicago und sonstwo. Es spielt auch keine Rolle, ob ich da im Büro bin oder zu Hause, wenn die mich kontaktieren. Die rufen nämlich kein Telefon an, das im Büro steht, sondern mich. Alles, was ich für meinen Job brauche, ist dort vorhanden, wo sich mein Computer befindet. Ich muss nicht unbedingt im blöden Großraumbüro sitzen.
Computer sind nette Maschinen. Eigentlich haben die keinerlei Bedürfnisse und dass die überhaupt was von Ihnen wollen kann ich mir nicht so recht vorstellen.

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villazurfroehlichenkatze 03.10.2019, 15:01
26.

Zitat von theexpertspeaks
Wiener Beitrag here it’s eight, macht ein allgemeiner Rechtsanspruch auf Heimarbeit keinen Sinn. Und zwar nicht nur bei Baeckern, KFZ Mechanikern oder Chirurgen, sondern auch bei Berufen, die eine Zusammenarbeit im Team erfordern, und das ist vermutlich bei der Mehrzahl der Berufe der Fall. Mitarbeiter*innen, die dauerhaft(!) von zu Hause arbeiten verlieren den Kontakt zu Kollegen*innen, zur Firma und werden irgendwann wie externe Dienstleister wahrgenommen. Sie gehoeren nicht mehr wirklich zum Team, denn sie trinken keinen Kaffee oder Tee mit anderen Teammitgliedern mehr und es fehlt der Smalltalk, der Office Gossip und der soziale Kontakt. Und mal ganz ehrlich ~ macht es wirklich gluecklich, immer zu Hause zu sitzen? Nicht alles was technisch moeglich ist, macht auch wirklich Sinn.
Es ist doch aber möglich, einen Mittelweg zu finden, z.B. 3 'Tage Büro, 2 Tage Teleworking. Mein Mann pendelt jeden Tag mindestens 3 Stunden lang, wenn er Teleworking genehmigt bekommt, ist er zuhause, wir können uns zwischenzeitlich mal auf einen Kaffee zusammensetzen, plaudern, kuscheln usw. Das ist natürlich schöner als ihn mindestens 12 Stunden gar nicht zu sehen.
Dennoch wird natürlichs eine Produktivität überprüft und er geht 3 Tage pro Woche ins Büro, weshalb auch die Anbindung ans Team vorhanden ist.

Ich habe eine gewisse Zeit im Support für eine Spielefirma gearbeitet, wir waren nur online Kollegen da wir über die gesamte Weltkugel verstreut waren, dennoch ergab sich über Discord beispielsweise eine sehr herzliche Athmosphäre, viele sind noch heute gute Freunde obgleich sie sich nie persönlich kennengelernt haben.

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Profdoc1 03.10.2019, 15:04
27. Anekdodische Sichtweisen

Jaaa, ich könnte jetzt auch noch dazu etwas schreiben, bringt aber nichts.
Jeder Person hat dazu eine subjektive Sichtweise (ja, nein, vielleicht) und begründet diese mit einem singulären Beispiel.
Ich versuche es mal zu generalisieren: Für diejenigen, für die Homeoffice überhaupt in Frage kommt, reicht das aktuelle Gesetz völlig aus. Darüberhinaus gibt es Situationen in denen Homeoffice wegen interner Belange nicht gewährt werden kann.
Ein Recht auf HO kann demnach nicht geben.
So wie ich die Sozis kenne, wollen die das jetzt mit aller Gewalt wieder ...... bringt aber nix.

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villazurfroehlichenkatze 03.10.2019, 15:07
28.

Zitat von Frank N. Stein
Bei uns gibt es die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten. Ich nutze das gerne, aber erst seit die Kinder aus dem Haus sind. Meine Firma bezahlt mich für die Arbeit und nicht für die Kinderbetreuung. Leider gibt es bei uns auch den Spruch: "Bei xy brauchst Du nicht anrufen, der ist im Homeoffice ...". Darum empfinde ich das Thema als sehr zwiespältig. Darf jeder Homeoffice machen? Wenn nicht, wer entscheidet? Und ist die Entscheidung objektiv? Hat der LKW-Fahrer auch ein Recht auf Homeoffice? Und ist eine Verweigerung von Homeoffice nicht schon ein Zeichen von Misstrauen?
Aber es ist doch logisch und auch durchaus nicht so absurd wie Herr Patalong es hier formuliert, wenn der Rechtsanspruch davon abhängig gemacht wird, ob er überhaupt betriebstechnisch möglich ist.
Natürlich kann weder die Krankenschwester, der Gehirnchirurg, der Feuerwehrmann usw. von Zuhause aus arbeiten, das versteht sich von selbst. Doch noch immer wird es ja bei Berufen, bei denen es von der reinen Arbeit her keinen wirklich zwingenden Grund gibt, Teleworking abzulehnen, ein Stolperstein gelegt. Natürlich hat der LKW-Fahrer keine Möglichkeit seine Lieferung per HomeOffice nach Paris zu bringen, aber wenn er beispielsweise sich gerade in Bezug auf das neue Softwaresystem fortbildet und nach der Schulung noch 3-4 hat um sich noch einmal ganz genau einzulesen, dann spricht nichts dagegen, dass er davon 1-2 Tage zuhause ist.

Eine Verweigerung von Homeoffice sollte daher genau auf die Gründe abgeklopft werden. Auch zum Schutz der Arbeitnehmer sollte aber klar definiert werden, welche Sicherheitsvorschriften greifen, wie die Versicherungsleistungen sich definieren usw - nicht, dass der Arbeitnehmer während der Homeoffice-Zeit sich wegen fehlender Sicherheitsvorschriften einen Trojaner einfägt, über ein loses Kabel stolpert bzw. alle Updates usw. dann finanziell von ihm erledigt werden müssen.

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villazurfroehlichenkatze 03.10.2019, 15:14
29.

Zitat von Koda
Wie verträgt ich dies mit der Arbeit von Ärzten, Krankenschwestern, Polizisten, Ladenbesitzern, Tankstellenetreibern, Landwirten, Lehrerinnen und Lehrern, Mechanikern, Handwerkern, Labormitarbeitern (z.b. in der chem. Industrie) etc. All diesen Leuten nutzt das Recht auf einen Heimarbeitsplatz nichts. Weil eben deren Tätigkeiten eine Präsenz VOR Ort verlangen. Wer dagegen einen Schreib- & Laberjob hat, kann dagegen gerne zuhause bleiben.
Damit hast du doch schon erfasst, worum es geht. Jedem Tankstellenbetreiber, Polizisten auf Streife usw. ist doch klar, dass sie ihre Streifenarbeit oder aber den Verkauf von Waren im Direktverkauf usw. nicht von zuhause aus abwickeln können.
Aber du erwähnst z.B. Landwirte. Viele arbeiten ja bereits von Zuhause aus, nämlich vom eigenen Hof aus. Handwerker sind natürlich viel unterwegs, aber viele von ihnen sind auch Einzelunternehmer und erledigen die Buchhaltung z.B. sowieso schon zuhause, sie verzichten auf ein Büro.

Es geht bei dem Recht auf Heimarbeit/Teleworking aber darum, dass bei jenen, bei denen dieses möglich wäre, der Arbeitgeber nicht mehrohne triftige Gründe "nein" sagen kann.
Ein Beispiel:
Software-Admin
Wenn es Termine usw. gibt, ist es logisch, dass er diese nicht von Zuhause wahrnehmen kann, doch für Zeiten, in denen er beispielsweise Fernwartung übernimmt, wäre dies möglich.

Der Streifenpolizkst, der seine Berichte noch anfertigen muss, könnte dies auch zuhause erledigen. Der tankstellenbetreiber kann seine Buchhaltung von Zuhause aus erledigen, die Verkäuferin natürlich muss vor Ort sein.

Dass insofern ein Recht auf Heimarbeit natürlich nicht bedeutet, dass der Gehirnchirurg nun verlangen kann, dass man ihm zuhause noch ein top ausgestattetes Heim für Operationen hinstellt, dürfte allen klar sein, diese Argumentation dient oft nur als Nebelkerze für den eigentlichen Anspruch und in diese Falle ist auch Herr P. getappt.

Eben um zu verhindern, dass der Chirurg mit solch einem Anspruch ankommt, gibt es ja die Einschränkungen.

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