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Rückschritt: Frauenanteil in Dax-Vorständen sinkt
DPA

Von der angestrebten Frauenquote in Vorstandsetagen sind die Dax-Unternehmen weiter weg als je zuvor: Nur noch 5,5 Prozent der Vorstände sind weiblich. Bis 2016 sollen es 30 Prozent sein.

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bezim 19.07.2014, 16:49
30. wen soll's wundern

Die Tante bei Yahoo kommt nicht aus drn Verlusten, die bei Karstadt schmeisst das Handtuch. So stellt man sich nun mal keine Führungspersönlichkeiten vor.

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Criticz 19.07.2014, 22:19
31. Erklärungsmuster und Verschlimmerung

Zitat von hoping.kangaroo
Sie wollen mir doch nicht ernsthaft sagen, dass Vorstandsposten allein nach Gesichtspunkten der Gerechtigkeit, Leistung und Fairness vergeben werden? Wenn man sich mit Studienwahlverhalten von Frauen, Altersstruktur von Vorstaenden etc. auseinandersetzt, kann man gar nicht umhin zu erkennen, dass Frauen keine Chance auf einen Vorstandsposten haben, auch wenn sie MINT studieren, hart arbeiten und faehig sind! Gucken Sie sich die Zahl bitte noch mal an: 5,5%! Wie erklaeren Sie mir das? Ich kann Ihnen versichern, dass der Frauenanteil in Ingenieurswissenschaften schon vor 30 Jahren hoeher war als 5,5%.
Schön was Sie hier alles "versichern" - ich setze lieber auf Fakten:

"Nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) waren 2010 von allen erwerbstätigen Ingenieuren in Deutschland nur rund 16 Prozent Frauen." (Quelle: zeit.de: http://www.zeit.de/2013/38/frauenanteil-ingenieure).
Bezogen auf das Verhältnis Lehrstuhlinhaber/Studentinnen räumt selbst die- nun sicherlich nicht chauvinisitische - Zeit ein:"Gemessen an den vergleichsweise geringen Studentinnenzahlen, ist dieser Anteil allerdings nicht so klein."

So, und jetzt beschäftigen Sie sich noch mit der Altersstruktur und dann wird da ein Schuh draus (googeln Sie IHK-Studien dazu), denn der Anteil weibl. Ingenieure früher war noch kleiner und wir reden hier von Studenten - nicht (viel älteren) Vorständen.

I.ü. unterliegen Sie einem Denkfehler wenn Sie meinen, ein Anteil X unter Studierenden müsste sich eins zu eins in den Vorstandsetagen widerspiegeln. Da spielen dann auch Karrierewille (im Schnitt bei Männern ausgeprägter, wohl traditionell geprägt durch Pflicht Ernährer zu sein) usw. eine Rolle. Andernfalls müssten wir i.ü. auch Behinderte, Ausländer usw. ihrem Bevölkerungsanteil in Vorständen mittels Quote implementieren...anders gesagt: warum nur Frauen privilegieren?

Abschließend: ich habe nie behauptet dass solche Posten nur nach Leistung usw. vergeben werden. Natürlich nicht, Vitamin B/soziale Herkunft dürften z.B. ganz maßgebend sein. NUR: da fallen Männer genauso durchs Raster die nicht im Netzwerk sind. Eine Geschäftsführertochter wird immer noch bessere Chancen haben als ein Migrantensohn, warum also Geschlechterquoten?

Und - ganz entscheidend - die Frauenquote wäre ein weiteres Kriterium dass die von Ihnen genannten (Leistung, Gerechtigkeit...) geradezu torpediert - den mit den von Ihnen genannten hat das Geschlecht rein gar nichts zu tun. Ergo: eine Quote verschlimmert es nur.

Noch Fragen?

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Criticz 19.07.2014, 22:29
32. Wir sollten uns nicht wundern...

Zitat von bezim
Die Tante bei Yahoo kommt nicht aus drn Verlusten, die bei Karstadt schmeisst das Handtuch. So stellt man sich nun mal keine Führungspersönlichkeiten vor.
Es war - und ist - einfach sehr schick Frauen, ob erfahren oder (ausreichend) qualifiziert oder nicht, auf Vorstandsposten/Aufsichtsratsposten zu haben. Der Zeitgeist geht seinen Weg.

Und dann der Druck der Politik - machen Unternehmen das Spiel nicht mit, kommt der Gesetzgeber und zwingt sie.

Ein Dilemma, die falschen Leute auf den falschen Posten und zudem noch alles nichts anderes als Geschlechterdiskriminierung von Männern.....und Sie zählen die ersten Resultate dieser Entwicklung auf.

zur Klarstellung: von mir aus können 100% der Vorstände Frauen sein (mir ist das Geschlecht schlichtweg egal).....wenn es nicht auf öffentlichen oder politischen Druck hin erfolgt, sondern rein nach Können.

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loops-2000 20.07.2014, 07:11
33.

Wieso Rückschritt?

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caruso2 20.07.2014, 09:20
34. Keine Chance?

Zitat von hoping.kangaroo
Wenn man sich mit Studienwahlverhalten von Frauen, Altersstruktur von Vorstaenden etc. auseinandersetzt, kann man gar nicht umhin zu erkennen, dass Frauen keine Chance auf einen Vorstandsposten haben, auch wenn sie MINT studieren, hart arbeiten und faehig sind! Gucken Sie sich die Zahl bitte noch mal an: 5,5%! Wie erklaeren Sie mir das?
Keine Chance haben also die armen Frauen, obwohl Führungskräfte schon Prämien (€!) bekommen, wenn sie Frauen befördern. Glauben sie wirklich, dass Männer lieber Chauvis sind und Frauen nicht befördern, anstatt die Prämie zu kassieren? Wenn es um höhere Führungspositionen geht, ist die Argumentation über die MINT-Fächer Unsinn, da Vorstände z. B. selten Ingenieure sind. Da sind eher Fächer vertreten wie Wirtschaftswissenschaften, Jura etc. Also Fächer wo der Frauenanteil recht hoch ist und weiter zunehmen wird, weil junge Männer aufgrund ihrer Diskriminierung in der Schule und im Zugang zu NC-Studienfächern, diese Fächer nicht studieren können. Es gibt einen ganz einfachen Grund warum Frauen selten in höchsten Führungspositionen ankommen. Sie opfern der Karriere nicht soviel Privatleben, Zeit mit Kindern etc. wie Männer. Wenn Akademikerpaare ein Kind bekommen (und da Frauen meist sozial aufwärts heiraten, sind damit die meisten Frauen, die für eine Top-Karriere in Frage kommen, abgedeckt.), bleibt wie selbstverständlich die Frau zu Hause und kümmert sich erstmal wenigstens ein Jahr um das Baby um danach wieder halbtags einzusteigen. Das die Karriere dadurch zumindest so gebremst wird, dass sie nicht mehr in Top-Positionen führt, ist klar und im übrigen auch keine Diskriminierung, denn Männern würde es genauso gehen. Frauen entscheiden sich auch freiwillig für diesen Weg, selbst wenn Betreuungsangebote vorhanden sind, geben sie ihr Kind nicht wieder nach 8 Wochen ab. Und das wichtigste: Frauen wollen in der Regel nicht, dass der Partner zu Hause bleibt. Häufig wird da der finanzielle Aspekt vorgeschoben, weil er meist mehr, mindestens aber nicht weniger, verdient (sonst wäre er ja nicht geheiratet worden). Es ist vielmehr so, dass Frauen den Männern gar nicht die Kinder überlassen wollen. Tatsächlich wird die Entscheidung, dass Frau zu Hause bleibt in der Regel gar nicht von den Paaren diskutiert. Die Frau will mit dem Kind zu Hause bleiben und der Mann dürfte gar nicht. In der Praxis sind die Rollenmuster beim Mann allerdings so verinnerlicht, dass er gar nicht auf die Idee kommt, von seiner Partnerin zu fordern länger mit dem Kind zu Hause zu bleiben. Seine Partnerin würde ihm wahrscheinlich auch einen Vogel zeigen.
Man könnte es auch zusammen fassen: Frauen kommen so selten in hohe Führungspositionen, weil sie diese in deutlich geringerem Umfang anstreben und weniger bereit sind dafür zu Opfern als Männer.
Die Quote, die von der Frauenlobby gefordert wird, soll es Frauen ermöglichen mit weniger Aufwand als Männer Karriere zu machen. Bei unteren Führungspositionen klappt das bereits, allein durch die Thematisierung von "Frauenbenachteiligung" und durch Androhung einer Quote. Reicht ihnen das zur Erklärung?

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kfp 20.07.2014, 11:24
35.

Zitat von Criticz
Schön was Sie hier alles "versichern" - ich setze lieber auf Fakten
Ich auch: http://www.gate4engineers.de/ingenie...n-technik.html

Zitat von
Während die Arbeitslosenquote bei den Männern bei 3,8 Prozent liegt, erreicht sie bei Frauen 8,4 Prozent. (Quelle: Verband Deutsche Ingenieure e.V., VDI Statistikportal)
Kleiner Tipp: Arbeitslosenquote betrifft die, die auch tatsächlich arbeiten wollen, nicht die in Babypause, mit reichem Ehemann o.ä...

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