Forum: Karriere
Ryanair-Flugbegleiterin packt aus: "Wenn ihr für 20 Euro in den Urlaub fliegt, hat da
REUTERS

Sie muss ihre Verpflegung fürs Flugzeug selbst mitbringen, verdient wenig - und bei Flugausfällen gar nichts: Hier berichtet eine Flugbegleiterin von Ryanair von ihren miserablen Arbeitsbedingungen.

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ich2010 26.07.2018, 12:26
130.

Zitat von huz6789
Es sind die Kunden, die sich schämen sollten, eine solche Dienstleistung zu einem solchen Preis nachzufragen und den Mitarbeitern vom Sessel aus dabei auch noch zuzuschauen, wie sie systematisch ausgebeutet werden. Ryanair nutzt nur neoliberale und ausbeutungsverhindernde Gesetzgebung besonders gewissenlos aus, um etwas anzubieten, was man eigentlich nicht anbieten darf. Ein Flug Baden-Baden > Barcelona > Baden-Baden muss wahrscheinlich einfach mindestens 400-500 EUR kosten. Anders als bei Aldi-Lebensmitteln, die für Arme vielleicht die einzige Möglichkeit sind, bin ich beim Fliegen der Meinung, dass man halt nicht oder weniger fliegen kann, wenn man es nicht leisten kann.
ryanair macht nichts illegales. für arbeiter ohne ausbildung wird generell nicht mehr bezahlt. das ist bei der putzkraft genauso wie eben hier als flugbegleiter. leiharbeiter gibts überall warum dann auch nicht bei einer airline?
flugbegleiter war mal ein prestigeträchtiger job. mittlerweile schon lange nicht mehr. das ist massengeschäft.

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carahyba 26.07.2018, 12:30
131. #4

Zitat von zjtwhluc
Das Geschäftsmodell von Ryanair geruht darauf die Prozesse zu optimieren und dadurch Komplexität zu reduzieren und die Kosten zu minimieren. Beispielsweise: #1 Nur Boeing Flugzeuge = günstige Einkaufspreise bei den Flugzeugen; jeder Pilot kann auf jeder Maschine eingesetzt werden; Wartung etc.; #2 Geringe Bodenstandzeit, dadurch können mehr Flüge pro Tag durchgeführt werden, als bei anderen Airlines. #3 Reduzierung der Logistikkosten
Sie haben #4 vergessen, absolute Ausbeutung des Kaninenpersonals und miese Bezahlung der Piloten, hier hat jemand 200.000 EURO gepostet, das übliche "bis zu", das nie erreicht wird.

Raynair konnte "bis zu" 100 Piloten entlassen, weil sie bis zu 150 Piloten ständig in Wartestellung haben. So ist das auch beim Kabinenpersonal. Stellen Deutsche in England ein obwohl die noch keine örtliche Arbeitserlaubnis haben und lassen die Menschen mit der Bürokratie hängen, weil der Zeitvertrag mit einer iririschen Leiharbeiterfirma läuft. Der Standort ist aber ein Flughafen bei London.
Viele Frauen kommen aus Bosnien, Kroatien, Serbien, die haben ihre Mühe eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, kennen die bürokratischen Hürden in den einzelnen Ländern nicht und erhalten nirgendwo Hilfe. Die Behörden nutzen diese Situation aus, schicken die Leute absichtlich in den Wind.

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unglaublich_ungläubig 26.07.2018, 12:32
132.

Zitat von Kleinunternehmer
Man fliegt mit Ryanair und gibt den Flugbegleiterinnen ein ordentliches Trinkgeld. Da weiss ich dann auch, dass das Geld wirklich dort ankommt, wo es hin soll. Oder man sollte einen Hut rumgehen lassen und jeder wirft zwei Euro rein. Das würde vermutlich schon ausreichen, das Gehalt zu verdoppeln - trotz Billigticket.
Bei O'Leary können Sie da aber auch nicht sicher sein, dass Trinkgeld bei denen ankommt, denen Sie es geben wollen. Dem traue ich jede Schweinerei zu. Eine bekannte Burgerbraterei streicht auch alle Trinkgelder ein, die sie nicht verhindern können.

Wenn Sie dem Kabinenpersonal etwas Gutes tun wollen, dann seien Sie vor allem eins: freundlich. Egal was ist, die können garantiert nichts dafür.

Ich hatte mal eine berufliche Phase, da bin ich in 2 Jahren bestimmt 200x Ryanair geflogen, einfach weil es keine Alternative gab (der Preis wäre nicht entscheidend gewesen; in der Projektphase davor war's immer British Airways). Ich kannte alle Crews, und die kannten mich. Über ein freundliches Lächeln und einen ehrlich gemeinten Dank für ihre Arbeit sind die durchaus froh, denn das kriegen sie beileibe nicht so arg oft. Im Gegenzug durfte ich von pushback bis gate schlafen; die wussten alle, dass ich die Sicherheitsbelehrung auswendig kann.

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tchantchès 26.07.2018, 12:33
133.

Zitat von lenni2
Ryanair würde sicher jedem Mitarbeiter mehr Geld gönnen, wenn der Preiskampf nicht so stark wäre.
Ich fürchte, Sie haben die Philosophie von Herrn O’Leary nicht ganz verstanden. Der gönnt niemand etwas. Wenn der Preiskampf - den er übrigens selbst anheizt - nicht so stark wäre, würde er nur noch mehr Gewinn machen. Die Mitarbeiter würden davon keinen Pfennig zu sehen bekommen.

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kuschl 26.07.2018, 12:36
134. Nicht nur die „Angestellten“

Es sind ja nicht nur die „Angestellten“, die so mies behandelt werden. Indirekt wirken sich die Knebelverträge dieser Firma mit den Flughäfen, die sie anfliegt, auch auf das Bodenpersonal der Airports aus! Das Personal von Ryanair, wenn man überhaupt davon sprechen kann, wird mit den Füßen abstimmen! Luftfahrtpersonal wird knapp und da sind Gesellschaften mit miesen Bedingungen zuerst dran. Es werden noch mehr Flüge ausfallen!

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carahyba 26.07.2018, 12:38
135.

Zitat von razer
"Das hat mit Ryanair nichts zu tun." Das ist natürlich kompletter Unsinn. Das "Leiharbeitsmodell" ist nach wie vor ein integraler Bestandteil des "Ryanairgeschäftsmodells". Siehe auch die "Lehrgeldforderung".
Die "Ausbildung" wird von Tochterfirmen von Ryanair betrieben, auch die Leiharbeitsfirmen sind Tochtergesellschaften von Raynair. Das geht so weit, das es Wohngemeinschaften gibt, die von Tochterunternehmen von Raynair betrieben werden, wo das Kabinenpersonal in der Nähe der Flughäfen wohnt.

Das ist alles kapitalistische Wirtschaftsform auf die Spitze getrieben.

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jaodernein 26.07.2018, 12:39
136. Fingerzeig

Zitat von themistokles
Lesen Sie doch einfach nochmal den Anfang des Artikels. Viele Menschen haben schlicht keine andere Wahl an bessere Jobs zu kommen. Auf diese auch noch mit dem Finger zu zeigen, ist schlechter Stil.
Ich zeige nicht mit dem Finger, ich möchte das Ganze nur einmal aus einer anderen Perspektive betrachten. Denn an den Billigflügen sind ja längst nicht nur die Arbeitsbedingungen prekär.
Und wie hier schon einige andere Kommentare beschreiben: Es können nicht Arbeitsplätze, die keinerlei Vorausbildung oder Fremdsprachenkenntnisse erfordern, gleich bezahlt werden wie höherqualifizierte Jobs. Wäre dies so, hätte die Dame von Ryanair gar keine Chance mehr auf einen Arbeitsplatz, denn dann würden sich höherqualifizierte bewerben.
Ich bin übrigens noch nie mit einer Billigairline geflogen. Sie?

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ingo.adlung 26.07.2018, 12:43
137. Gestern kann ein Fernsehbericht über einen Copiloten ...

Zitat von estark
@ 110 Das sind die Gehälter von Kapitänen. Offenbar hat Ryanair keine festangestellten Copiloten, dazu werden keine Zahlen Online gestellt. Wo finde ich eigentlich Zahlen, wie bei Ryanair das Verhältnis Festangestellte zu Leiharbeitern ist ?
... der 67,50 € pro Stunde verdient - was sich zunächst nicht nach Sozialfall anhört - aber nur für die Zeit die er wirklich in der Luft ist (wenn etwa ein Flug gestrichen wurde, dann bekommt er nichts) und dann gilt er zusätzlich noch als selbstbeschäftigter Mitarbeiter, der somit auch noch alle Sozialabgaben selbst leisten muss, wenn er versichert sein will. Da bleiben von den 67,50 € der wirklichen Flugstunde, auf eine "normale" 35-40 Stunden Arbeitswoche skaliert nicht mehr viel übrig.

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DonG 26.07.2018, 12:43
138. @womo88

Langsam müsste es sich doch mal beim größten Ignoranten rumgesprochen haben, dass 100 FLUGstunden im Monat keine 100 Arbeitsstunden sind, sondern eher das doppelte auf innereuropäischen Strecken. 12-16stündige Arbeitstage sind keine Seltenheit.

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themistokles 26.07.2018, 12:54
139.

Zitat von jaodernein
Ich zeige nicht mit dem Finger, ich möchte das Ganze nur einmal aus einer anderen Perspektive betrachten. Denn an den Billigflügen sind ja längst nicht nur die Arbeitsbedingungen prekär. Und wie hier schon einige andere Kommentare beschreiben: Es können nicht Arbeitsplätze, die keinerlei Vorausbildung oder Fremdsprachenkenntnisse erfordern, gleich bezahlt werden wie höherqualifizierte Jobs. Wäre dies so, hätte die Dame von Ryanair gar keine Chance mehr auf einen Arbeitsplatz, denn dann würden sich höherqualifizierte bewerben. Ich bin übrigens noch nie mit einer Billigairline geflogen. Sie?
Nein. Ich fliege aber auch generell nicht gerne. Und nochmals: lesen Sie bitte den Anfang des Artikels:

"Laut der Gewerkschaft Ver.di sind die meisten Flugbegleiterinnen bei Ryanair zwischen 18 und 30 Jahre alt und kommen aus wirtschaftlich gebeutelten Krisenländern in Süd- oder Osteuropa."

Es geht mithin nicht um die Qualifikation sondern um die Jobaussichten in den jeweiligen Ländern oder Regionen allgemein. Das Beispiel im Artikel ist nur eines unter vielen. Schauen Sie sich auch einmal die Jugendarbeitslosigkeit in den jeweiligen Ländern an. Manche Menschen haben einfach gar keine andere Jobchance, ungeachtet ihrer Ausbildung.

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