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Schlaflose Manager: Der Feind in meinem Bett
Corbis

Unproduktiv, unwirtschaftlich, überflüssig: Schlaf ist für viele Manager vertane Zeit, sie beschränken ihn auf ein Minimum. Doch damit tun sie ihren Firmen keinen Gefallen, glaubt Übermüdete Chefs fällen Entscheidungen wie Betrunkene. Die Folgen sind fatal.

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Spassbremse 04.12.2013, 08:30
20. Natürliche Selektion

Die Natur hält in so einem Fall wunderbare Mechanismen bereit, um solche Auswüchse zu minimieren bzw. zu unterbinden: wer regelmäßig, über einen längeren Zeitpunkt, die Bedürfnisse seines Körpers grob ignoriert, wird automatisch aussortiert. Herzinfarkte, Schlaganfälle, usw.; es gibt eine Menge (für den Betroffenen natürlich sehr unschönen) "Maßnahmen", die auch dem uneinsichtigsten "Leistungsträger" eine klare Kante zeigen. Gut, der Lerneffekt bleibt in den meisten Fällen aus, da der Betroffene selbst nicht mehr handlungsfähig ist - aber zumindest die Nachfolger können sehen - und lernen.

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snoook 04.12.2013, 08:45
21. Zeichen von Schwäche, nicht von Stärke!

Ich sehe das mit den vier Stunden Schlaf anders: Diese Manager können nur schlafen, wenn sie hundemüde ins Bett steigen. Dann schlafen sie vier Stunden und sobald der Körper aufgetankt hat, liegen sie ohnehin wach: grübeln, denken, machen Konzepte, schreiben Mails.
Sie sind also gehetzte, getriebene und keinesfalls "Macher"!
Und noch ein Wort zum Golf: Das wird immer so abgetan als "Zeitfresser" und "Managerspielzeug". Wer aber keine fünf Minuten abschalten kann, sollte mal auf den Golfplatz gehen - und sei es nur zum Schnupperkurs. Das fordert den ganzen Menschen und man vergisst für ein paar Stunden wirklich alles, was es sonst noch auf der Welt gibt, wirlich wahr!

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tharimar 04.12.2013, 08:46
22. Schlechtes Beispiel

Zitat von
Bei Managern hat die Arbeit immer Vorfahrt. Nicht so bei Lkw-Fahrern. Sie müssen Ruhezeiten einhalten. Man lässt sie mit ihren Mehrtonnern nur über die Straßen rollen, wenn sie ausgeschlafen sind.
Bei Kraftfahrern geht es um Lenkzeiten, nicht um Arbeitszeiten. Be- und Entladetätigkeiten vor Fahrtantritt bzw. zum Ende werden davon nicht berührt. Lt. EU-Arbeitszeitrichtlinie sind Kraftfahrer sogar eine der Berufsgruppen, deren Arbeitszeit die maximal erlaubte Arbeitszeit überschreiten darf.

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philippweis 04.12.2013, 08:47
23. Nicht nur ein Mangerproblem

Nicht nur Manager sind von dieser Problematik betroffen. Viel zu oft verhandeln auch Politiker*innen bis tief in die Nacht hineien. Zuletzt konnte man das beim Koalitionsvertrag beobachten. Dort wird auch mit einigem Ethos darüber berichtet, dass die "Big Points" erst am Schluss verhandelt werden, wenn alle schon mürbe sind.

Das fängt aber schon auf den unteren Ebenen an. Zum einen glauben viele Nachwuchspolitiker aus einer falschverstandenen "Transparenz und Offenheit"-Kultur, dass sie "24/7" erreichbar sein müssen und lassen das Handy auch Nachts an.
Zum anderen belegen sie so viel Ämter, dass die Zeit, die man normalerweise für Ehrenämter investieren sollte nicht ausreicht.

Ich mache mir schon länger Gedanken darüber, dass man diese Menschen viel früher abholen müsste, damit sich solche Dinge erst garnicht einschleifen.

lg
@PhilippWeis

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geallago 04.12.2013, 08:53
24. Es kommt darauf an !

Acht bis maximal zehn Stunden hochkonzentrierte Arbeit pro Tag reicht auf Dauer. Wer mehr arbeitet, arbeitet ineffektiv und macht Fehler oder bummelt. Oftmals haben Manager die falschen Voraussetzungen für die Ausübung ihrer Tätigkeit. Da wird ein Rechtsanwalt oder Wirtschaftsfachmann zum Vorsitzenden eines Elektrokonzerns berufen. Besser wäre da ein Ingenieur.
Der RA kann dann die Prioritäten nicht richtig setzen. Auch das kann dann zu überlangen Arbeitszeiten führen - die persönlich latente Unsicherheit oder die Überforderung.

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lecon 04.12.2013, 09:06
25. Das heißt...

Zitat von Clara1
Ich schlafe pro Nacht circa 11 Stunden. Verdiene im Schnitt 24.000 €/monatlich nach Abzug aller Kosten - ich habe mir mit 24 eine eigene Firma aufgebaut und habe heute einen bequemen 8 Stunden Arbeitstag. Nebenbei promoviert, studiert und trotzdem noch Zeit gehabt. Perfekt organisiert und klug kommt man auch zu hervorragenden Ergebnissen und hat viel Leben (Freizeit) und wenig Arbeit. Ich bin übrigens (erst) 31 Jahre alt UND auch noch weiblich ;-)
...dass alle, die nicht Ihrem Lebenskonzept folgen, dumm sind? Vielleicht hat einfach nicht jeder die Möglichkeit – aus welchen Gründen auch immer – eine eigene Firma "aufzubauen". Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass Sie einfach Glück gehabt haben? Denn das unterscheidet Selfmade-Personen meistens nicht vom gemeinen Manager:

1. der Glaube, man habe alles nur seiner Leistung oder seinem Intellekt zu verdanken
2. das ewige Heischen nach Anerkennung und Applaus für die in 1. genannte Fehlattribuierung.

Und nein, ich bin kein Manager...

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bissig 04.12.2013, 09:08
26.

Zitat von kf_mailer
fehlende entschlusskraft, kompetenz nicht vorhanden, fachwissen gleich null und immer bedacht mit dem hintern an die wand zu kommen. so sieht diese spezies in grossunternehmen aus.
Insbesondere fehlende Entschlusskraft, vor allem, wenn Umstrukturierungen anstehen - da gilt die Devise: Nur nicht auffallen. Wer nichts macht, macht nichts verkehrt. Denen geht es nicht um das Wohl der Firma, sondern nur um das eigene - wie bei Politikern eben. Wobei es bei beiden Spezies natürlich Ausnahmen gibt. Das sind dann aber nicht unbedingt die, die es ganz nach oben schaffen.

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armi-nator 04.12.2013, 09:13
27.

Muss der Wehrle-Bub eigentlich das halbe Internet mit seinen Ergüssen vollschütten und uns damit noch mehr unserer knappen Zeit stehlen?

Ist der ein Pfarrer oder sowas ähnliches? Hat er irgendetwas von den Zusammenhängen verstanden, die zu diesen Zuständen geführt haben? Nein hat er nicht.

Er erhebt geschickt den Zeigefinger, und verdient sich eine goldene Nase damit, dass ihm die armen Opfer und Sklaven der Globalisierung hinterherlaufen und an den Lippen seiner Predigten hängen.

Iss doch wahr.

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armi-nator 04.12.2013, 09:15
28. Das klingt fantastisch, Clara

Zitat von Clara1
Ich schlafe pro Nacht circa 11 Stunden. Verdiene im Schnitt 24.000 €/monatlich nach Abzug aller Kosten [...] Ich bin übrigens (erst) 31 Jahre alt UND auch noch weiblich ;-)
Dürfen wir noch ein Stichwort über die Branche erfahren, die solche Ergebnisse heutzutage noch erlaubt?

Grüße Armin

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horstovic 04.12.2013, 09:17
29. Ist wohl so

Guter Artikel und richtig ist er auch. Wobei es bei Karstadt wohl eher nicht an zu wenig Schlaf gelegen hat, sondern daran, dass der Herr Manager sich mit seinem anderen Unternehmen bereichern wollte und deshalb die Karstadt Häuser an sich selbst verkauft und überteuert zurückgemietet hat. Das ist doch relativ ausgeschlafen

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