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Schlaflose Manager: Der Feind in meinem Bett
Corbis

Unproduktiv, unwirtschaftlich, überflüssig: Schlaf ist für viele Manager vertane Zeit, sie beschränken ihn auf ein Minimum. Doch damit tun sie ihren Firmen keinen Gefallen, glaubt Übermüdete Chefs fällen Entscheidungen wie Betrunkene. Die Folgen sind fatal.

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Locusta 06.12.2013, 12:02
40. Verschiedene Gründe.

Zitat von sysop
Der individuelle Schlafbedarf ist unterschiedlich. Auch früher gab es Leute, die nach eigener Angabe mit 4 Stunden Schlaf gut auskamen. Die freuten sich, in der Nacht für diverse Hobbies Zeit zu finden.

Heute gibt es verschiedene Gründe, warum Manager und Politiker auf Schlaf und Freizeit verzichten.

Fangen wir mal bei den Meetings an, die bis zum frühen Morgen dauern:

Man versucht den Zeitpunkt abzuwarten, an dem die Verhandlungspartner restlos erschöpft sind und sich "wie Betrunkene" über den Tisch ziehen lassen.

Pech, wenn man selbst als Erster diesen Zustand erreicht hat.

Ein anderer Grund ist die erhoffte Aussenwirkung. Manche Vorgesetzte oder Wähler lassen sich beeindrucken, wenn Manager, Angestellte, Politiker noch spät in der Nacht "ihr Letztes geben". So versucht man, Inhalte als besonders wichtig/staatstragend darzustellen und die eigene Person als "unverzichtbaren Leistungsträger" erscheinen zu lassen.

Dann ist - besonders bei weniger qualifizierten, weniger befähigten, weniger intelligenten Personen die Angst, irgendetwas Entscheidendes zu verpassen.

Ein weiterer Grund ist die schwachsinnige ideologische Überhöhung von rein quantitativer Arbeitsmessung. Derjenige, der die meiste Zeit am Arbeitsplatz verbringt, gilt als der Tüchtigste.

Und ein letzter Grund ist die Angst vor dem Absturz in "Hartz IV". Diese Angst macht auch viele Angestellte erpressbar, die eigentlich auf Schlaf und Freizeit Wert legen würden. Angestellte haben Angst, ihren Job zu verlieren, wenn sie nicht rund um die Uhr unbezahlte Mehrarbeit leisten.

Diese Erpressbarkeit wäre z.B. durch ein BGE ausser Kraft zu setzen.

Diese Erpressbarkeit wäre auch beendet, wenn Leute selbstbewusst das Risiko von "Hartz IV-Zeiten" in Kauf nehmen würden.

Nach dem Motto "wir leisten unsere vertraglich vereinbarte Arbeit, aber nichts darüber hinaus".

Es wäre ein interessantes Experiment zu beobachten, was geschieht, wenn die Leute nach einem normalen Arbeitstag nicht mehr erreichbar wären.

Eine anfänglich verstärkte Kündigungswelle würde vermutlich schnell abebben. Kein Konzern kann es sich leisten, seine ganzen Mitarbeiter zu entlassen.

Ich glaube auch nicht, dass es dann in Deutschland plötzlich keine Unternehmen mehr gäbe.

Ein Erpressungsinstrument, das Politik aufgebaut hat, läuft über Sozialneid.

Jemand lebt "auf Kosten anderer" lautet der Vorwurf. Und Politik spekuliert darauf, dass die "ANDEREN" dann über gesellschaftliche Sanktionen den nötigen Druck ausüben.

Das könnte man ignorieren. Wenn "diese ANDEREN" eine derart schwachsinnige Arbeits-/Leistungsideologie unterstützen, bekommen sie halt auch mal die Quittung.

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