Forum: Karriere
Schräge Stellenanzeige: "Sie erwarten nichts? Bewerben Sie sich bei uns!"
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"Wir suchen eine eierlegende Wollmilchsau, bieten Überstunden und schmales Gehalt" - mit dieser entwaffnenden Annonce sucht ein Pflegedienst Personal. Fürchtet der Chef nicht, Bewerber abzuschrecken?

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draufen 17.01.2015, 10:25
10.

Meine Mutter (85 Jahre) war kürzlich nach einem Unfall zeitweise pflegebedürftig und wenn ich mir die Rechnungen des Pflegedienstes anschaue, frage ich mich, wie man auf den Satz "Pflege darf in unserer Gesellschaft nichts kosten" kommen kann, denn die waren brutalst hoch und jede kleinste Zusatzleistung kostete extra, so dass sie sich auf das absolute Minimum beschränken musste.

Ich dachte eigentlich, wegen des Fachkräftemangels würden die PflegerInnen ein ordentliches Gehalt bekommen aber das ist ja wohl nicht so. Irgendjemand muss sich bei den Preisen aber die Taschen füllen und das ist in diesem Fall wohl wie so oft der, der am lautesten jammert - Herr Buchholz und die anderen Eigentümer / Träger der Pflegedienste.

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hermannheester 17.01.2015, 10:27
11. Einsicht in die Aussicht

Das ist eigentlich ein Vorteil. Wenn selbst die Personalleitung die Misere erkannt hat und Mitarbeiter und die die es werden wollen, darüber gleich und im vornherein aufklärt! Der Alltag bringt es wohl sowieso schnell an den Tag.

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Kranken-pfleger 17.01.2015, 10:49
12. Grundsicherung

Nach 30 Jahren in der Pflege und Unterhaltspflicht für ein Kind (natürlich wird der Umgang von der Mutter verhindert) Schlaganfall der Dank des Vaterland Grundsicherung. Das ich trotz der Gehbehinderung im zweiten Stock lebe interessiert niemanden. Aber als ich noch bettlägerig war wurde mein Krankengeld gepfändet da ich nicht mehr arbeite reicht 800€ völlig aus.

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aladar_m 17.01.2015, 10:52
13. Mindestlohn?

Schade, dass bei dem Gespräch nicht gefragt wurde, ob denn der Teil mit den 850 € brutto auch Satire war.

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quark@mailinator.com 17.01.2015, 11:03
14. Selten

Selten zeigt sich die Ungerechigkeit in unserer Gesellschaft so offensichtlich, wie bei Kranken- und Altenpflegern. Ja, niemand muß das machen, aber wenn es niemand machte, wie sollte es dann gehen, bei den wenigen Kindern heutzutage ?

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RainerCologne 17.01.2015, 11:25
15. top

Gut, wie sich der Herr selbst ins aus spielt:
will 850? zahlen und beschwert sich dass er kaum Berwerbungen bekommt...
ich würde den Job sofort machen. Einstiegsgehalt 50k und ich unterschreibe.

Es gibt keinen Fachkräftemangel, es haben sich doch schon zwei Damen beworben.

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rattentier@gmx.de 17.01.2015, 12:14
16.

Oh was hier für qualifizierte Kommentare dabei sind. Der mediziner rät von krankenpflege ab, und die Kunden beschweren sich über die Preise. dem Mediziner: Danke und übernehmen Sie doch bitte in Zukunft ihre Tätigkeiten selbst, anstatt sie zu delegieren, dann braucht es auch weniger Pflegekräfte. Oder wir ändern mal was an der definition von ärztlicher/pflegerischer Tätigkeit, damit das katheterlegen und blutabnehmen auch angemessen honoriert wird.
Den empörten Kunden: Rechnen Sie das ganze mal durch inklusive Anfahrtszeit und wie viel Minuten für jede minimale Tätigkeit draufgehen, dann überlegen Sie wie viele Patienten in acht Stunden besucht werden können und wie viel von der Summe letztendlich noch übrig bleiben muss für die Pflegekraft. Abzüglich nämlich den Büro-Mitarbeitern, den Materialkosten, Fahrzeuge, Schulungen für Fachpersonal etc etc.
Ja so macht das ganze keinen Spaß und ich hoffe dass wir irgendwann mal das ganze system auf den Kopf stellen können, denn lange dauert es sowieso nicht mehr bis es zusammenbricht.
Werde mich jetzt weiter mit meinem examen befassen und mir die Laune nicht verderben lassen.

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Ylioppilasjuhla 17.01.2015, 13:21
17. Davon geht heute ein Bewerber aus

"Wir suchen eine eierlegende Wollmilchsau, bieten Überstunden und schmales Gehalt"

Da ist keine Ironie, das ist ehrlich.

"Suchen Ausländer, der nicht widersprechen kann."
"Hamsterrad sucht fitten Hamster".
"Bieten Arbeit, wenn Sie Geld mitbringen."

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Dr.Watson 17.01.2015, 13:51
18. Och Joh!

Zitat von glorieux
Ich habe gerade eben von den 100 Mio Jahresgehalt eines Herrn Wiedeking, Wendelin gelesen. Es zeigt sich recht deutlich wie verkommen dieses System ist. Wir haben ja gerade auch gelernt, dass bei Satire alles erlaubt ist. Ist das hier jetzt noch real life in unserem System? Das sind leider harte Fakten, marktgerechte Demokratie halt.
... dann haben Sie vermutlich falsches gelesen bzw. lesen wollen. In dem von Ihnen genannten Artikel, wurde glasklar dargestellt, das das Gehalt des Herrn Wiedeking 2 Mio. € + 500.000 Prämie betrug.
Der Betrag von rund 98 Mio. € wurde diesem als Gewinnbeteiligung ausgezahlt, als Gegenleistung seine private unternehmerische Patronatserklärung (Haftung) für Porsche. Es dürften wohl in den Fällen kriselnder Unternehmen, wie es Porsche damals war, die meisten Mitarbeiter absolut nicht bereit sein, für dieses Unternehmen auch noch die private Haftung zu übernehmen und diejenigen für vollkommen blöde erklären die das doch tun - aber dann geifern, wenn später doch wider Erwarten die Früchte des Risikos eingenommen werden können; wahrhaft verkommen!

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haltetdendieb 17.01.2015, 14:11
19. Dann sollten wir den Beruf wieder den Ordensschwestern überlassen!!

Zitat von Sibylle1969
...warum der Beruf des Altenpflegers/der Altenpflegerin so schlecht bezahlt ist. Früher wurde nämlich die Altenpflege unentgeltlich von Ordensschwestern erbracht, die in ihrer Gemeinde tätig waren. Als es dann immer weniger Ordensschwestern gab
...Das sollte sich doch ändern lassen. Wenn der "Freie Markt" ruft, dann müsste es doch auch wieder möglich sein, das Bild der Ordensschwester wieder attraktiv zu regenerieren. Nachdem in den letzten vierzig Jahren auch der letzten Frau klar gemacht wurde, Kind ist nicht, die Wirtschaft braucht Dich um auch Dich zu verheizen, gibt es bestimmt mehr als genug Frauen, die sich von den Vorteilen des Ordensberufs überzeugen lassen. Ein Chef, der alle glücklich macht. Ordensfrauen haben die längste Lebenserwartung neben Johannes Heesters, der aber ist keine Ordensfrau! Ordensfrauen können viel meditieren - ist total angesagt - man vielmehr frau könnte dann zwischen Hatha, Kundalini, Teshido, Zen und auch christlicher Meditation wählen. Ein positives Leitbild müssten Wirtschaft und Katholische, hilfsweise evangelische Kirche, doch schnell erstellen können. Und am Lebensabend hat frau auch keine Sorgen, weil frau von den Ordensschwestern gepflegt wird. Dieser Aufruf geht dann hauptsächlich an Frauen, wo die Kinder aus dem Haus sind und der Mann sich mit einer Jüngeren amüsiert! Also, ich sehe da große Chancen! Ein kleiner Mangel bleibt leider: Die Wirtschaft will die weibliche Arbeitskraft lieber selbst zu billigsten Preisen verheizen. Wird wohl doch nichts mit den Ordensfrauen, aber die Idee sollte man im Kopf behalten!

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