Forum: Karriere
Schräge Stellenanzeige: "Sie erwarten nichts? Bewerben Sie sich bei uns!"
DPA

"Wir suchen eine eierlegende Wollmilchsau, bieten Überstunden und schmales Gehalt" - mit dieser entwaffnenden Annonce sucht ein Pflegedienst Personal. Fürchtet der Chef nicht, Bewerber abzuschrecken?

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liborum 17.01.2015, 15:23
20. @14

bei Aúshilfs-und Teilzeitkräften - NEIN. Keine Satire.

Alten- und Krankenpflege lebt nur von der immer noch vorhandenen "Berufung" der MA. Aber nach einigen Jahren oder Monaten ist dann auch Schluß. Finanziell, körperlich und seelisch.

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thomweb 17.01.2015, 20:25
21. Am Besten die Kugel geben

Die humoristische Stellenanzeige aus einer Stadt, in der ich 13 Jahre arbeiten musste, bringt die Lage in der Branche auf den Punkt. Ich habe vor 20 Jahren während des Studiums in der Altenpflege gearbeitet. Der Job ist mies bezahlt und laugt einen aus. Dazu noch psychisch belastend, wenn man von Patienten, die nicht mehr Herr ihrer Sinne sind, angegriffen, bespuckt, zerkratzt, angestochen, geschlagen wird. Das ist trotzdem kein Grund, mit dem Knüppel so lange auf den widerborstigen Alten einzuschlagen, bis der Patient endlich still ist. Vielleicht sogar für immer.
Und es gibt auch gute Gründe dafür, dass Altenpflegerinnen kaum über 40 sind. Einen dicken Menschen zu heben, und das alleine, weil es zuwenig Personal gibt, ist Schwerarbeit. Dann lieber Zementsäcke.
In ca. 30 Jahre werde ich selber auf der Seite der Patienten stehen. Ich bin geburtenstarker Jahrgang. Für die Pflege ist dann niemand mehr da. Da überlegt man wirklich, lieber freiwillig aus dem Leben zu scheiden, als monatelang in den eigenen Exkrementen liegen zu müssen, am Decubitus zu leiden und an einer Infektion mit multiresistenten Keimen zu verrecken - Erfahrung aus den letzten Monaten meiner Mutter.

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tubolix 18.01.2015, 12:27
22. ... und immer sind die Fachkräfte schuld ...

Fachkräftemangel ist nur zum Teil richtig: es mangelt an jenem Teil der Fachkräfte, welche nicht bereit sind für dumpinglöḧne stunden ohne ende zu schrubben.
eigenartigerweise besteht dieser mangel nicht in
branchen, welche bis dato noch gute bis gerechte löhne zahlen.
in einer wahren marktwirtschaft sollte eigentlich die nachfrage den preis bestimmen. das dem nicht so ist sagt doch aus, daß einiges schief läuft.

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tubolix 18.01.2015, 12:40
23. nee, hamse nich ...

Zitat von glorieux
Ich habe gerade eben von den 100 Mio Jahresgehalt eines Herrn Wiedeking, Wendelin gelesen.
... hätten Sie wirklich, dann wüssten Sie auch, daß es sich dabei keineswegs um ein Gehalt, sondern zum großteil um gewinnbeteiligungen handelt. im gegenzug trug Hr. Wiedeking auch einen beträchtlichen teil des geschäftsrisikos. wäre porsche den bach runter gegangen und Wiedeking verarmt hätte sich Ihr neid sicher in ganz engen grenzen gehalten.

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spon-facebook-10000216344 18.01.2015, 19:12
24. das ist erts der Anfang!

in 30 Jahren werden 50% der Deutschen älter als 60 sein, Es wird entweder Pleger oder Feuerwehrmänner oder polizisten geben., denn Arbeiter, Bauern uva brauchen wir auch noch. es sin natürlich damit auch alle -innen gemeint. Es sind trotzdem zu wenig. Viel Spass bei der Verwaltung des Mangels!

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rhim 19.01.2015, 00:43
25. Traurig

Ich habe allergrößte Achtung vor denen, die in Pflegeberufen arbeiten. Was ich nicht verstehe ist, dass sich unsere Regierung nicht genug darum kümmert, sehr gut ausgebildete Pflegekräfte z.B. aus Asien zu rekrutieren. Wenn diese in ihren Heimatländern für den nötigen Deutschkurs selbst bezahlen müssen, dann wundert es nicht, dass die dann doch lieber in Englisch sprachige Länder gehen. Mal wieder ein Beispiel von verfehlter Einwanderungspolitik.

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bonngoldbaer 19.01.2015, 13:24
26.

Zitat von meckeronkel
Oder sogar universeller wie in Japan: Jeder kann unentgeltlich in der Altenbetreuung arbeiten und bekommt die geleistete Arbeit als Guthaben für eine spätere eigene Pflege vom Staat garantiert gutgeschrieben - wahlweise kann er diese Stunden auch für eigene Angehörige "ausgeben".
Nein danke. Ich möchte, wenn es einmal so weit ist, von qualifizierten Kräften gepflegt werden und nicht von Leuten, die keine Ahnung haben aber noch "Punkte" für die eigene Pflege benötigen.
Wer eine angemessene Bezahlung für Pflegekräfte fordert, muss allerdings auch mit der Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung einverstanden sein. Qualität zum Nulltarif gibt es in keinem Bereich.

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franz.urbanek 19.01.2015, 21:33
27. Denk ich an Deutschland in der Nacht....

Die Pflege von Alten ist eine Schuld, die die gesamte Gesellschaft den Pflegebedürftigen schuldet. Das heißt aber, daß die Kosten aus dem Bundeshaushalt zu bestreiten sind. Alle Arten von Einkommen und Gewinne sind zur Deckung heranzuziehen. Dann können auch leistungsgerechte Gehälter gezahlt werden. Dazu müsste sich die Regierung allerdings an die Gewinne der Konzerne wagen. Die drohen dann mit dem Umzug nach Rumänien und so bleibt nur der deutsche Michel, dem man ohne Gegenwehr in die Tasche greifen kann. Also wird sich an der finanziellen Ausstattung der Pflege nichts ändern.

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