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So arbeitet Deutschland: Job fürs Leben oder ständig was Neues?
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Heute hier, morgen dort: Das Arbeitsleben ist mittlerweile eine Verkettung schneller Jobwechsel, so denken viele. Doch stimmt das überhaupt? Die Fakten auf einen Blick - in der Infografik.

fletcherfahrer 01.09.2017, 20:46
1. Bei uns in der Firma gehört es zum guten Ton...

...von der Lehre bis zur Rente durchzumachen. Ich selbst habe jetzt 45 Jahre voll und eine Menge Vorstände kommen und gehen sehen. Beständigkeit kann nicht schaden.

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Sibylle1969 01.09.2017, 21:08
2.

Ich arbeite in der Software-Branche, die ist amerikanisch geprägt, dh ausgiebige Hire&Fire-Mentalität. Ich bin seit gut 20 Jahren im Beruf und bin derzeit bei Firma Nummer 10, durchschnittliche Verweildauer also nur gut zwei Jahre. Selber gekündigt habe ich nur 3mal, ansonsten hieß es betriebsbedingte Kündigung mit Sozialauswahl. Also der deutsche Kündigungsschutz hat mir noch nie etwas genutzt.

Ich kenne nur wenige Leute, die richtig lange beim selben Arbeitgeber sind oder waren. Meist bei großen Konzernen, oder sie sind Beamte oder im öffentlichen Dienst.

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adh 02.09.2017, 08:54
3. Job ist nicht gleich Betriebszugehörigkeit

Ich bin jetzt seit ca 18 Jahren im Job. Erst bei 2 Firmen aber schon mindestens beim 6. Job. Man kann nämlich auch innerhalb der Firma wechseln. Mir scheint, das wird im Artikel nicht berücksichtigt.

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labuday 02.09.2017, 13:07
4. ausserdem ist ein schneller Wechsel in jungen Jahren die beste

Gelegenheit Karriere zu machen. In der IT/Beratungsbranche ist es üblich, nach 2 bis 3 Jahren zu wechseln und das bei 4 bis 5 Jobs. Man erreicht damit nicht nur bessere Erfahrungen, sondern auch eine steile Karriere und sehr sehr viel Geld. Zu Recht - wer flexibel und fleissig ist, hat es sich verdient.

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Dr. Murks 05.09.2017, 12:59
5. So habe ich es auch erlebt

Zitat von Sibylle1969
Ich arbeite in der Software-Branche, die ist amerikanisch geprägt, dh ausgiebige Hire&Fire-Mentalität. Ich bin seit gut 20 Jahren im Beruf und bin derzeit bei Firma Nummer 10, durchschnittliche Verweildauer also nur gut zwei Jahre. Selber gekündigt habe ich nur 3mal, ansonsten hieß es betriebsbedingte Kündigung mit Sozialauswahl. Also der deutsche Kündigungsschutz hat mir noch nie etwas genutzt. Ich kenne nur wenige Leute, die richtig lange beim selben Arbeitgeber sind oder waren. Meist bei großen Konzernen, oder sie sind Beamte oder im öffentlichen Dienst.
Es gab allerdings in der letzten mittelständischen IT Firma Mitarbeiter die 15 Jahre dabei waren.
Allerdings nur der Kern, etliche waren zwischendurch in einer Beschäftigungsgesellschaft geparkt, jetzt hat wieder ein Multi das sagen und der dünnt in mehreren Wellen aus. Er hat halt MArktanteile und Know-How gekauft, allerdings nicht sehr erfolgreich.

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Dr. Murks 05.09.2017, 13:01
6. Aber nur in jungen Jahren

Zitat von labuday
Gelegenheit Karriere zu machen. In der IT/Beratungsbranche ist es üblich, nach 2 bis 3 Jahren zu wechseln und das bei 4 bis 5 Jobs. Man erreicht damit nicht nur bessere Erfahrungen, sondern auch eine steile Karriere und sehr sehr viel Geld. Zu Recht - wer flexibel und fleissig ist, hat es sich verdient.
Fachkräfte haben trotz vorgeblichen Mangels ab Ende 40 kaum noch Chancen auf einen neuen Job.

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shotaro_kaneda 05.09.2017, 17:25
7.

Die Statistik mit den Jahren der Betriebszugehörigkeit können sie knicken. Die Babyboomer der 1955-1969 Jahre stellen einen großen Anteil der Beschäftigten, die zum Großteil in guten und unbefristeten Altverträgen angestellt sind. Sofern man nicht unter altersbedingter Arbeitslosigkeit leidet (aber die werden ja nicht erfasst,gehören keinem Betrieb an). Gleiches gilt wahrscheinlich für Angestellte bis zur Wende. In den nächsten 10-15 Jahren gehen die Babyboomer in Rente, der wahrscheinlich größte Arbeitgeber (der ÖD) stellt verstärkt nur noch befristet ein und will Stellen abbauen usw... . Kurz: Die Statistik wird wahrscheinlich die nächsten Jahre kippen. Man sieht ja auch an den Befristungen gerade bei jüngeren und den mageren Lohnerhöhungen, dass Betriebe nicht gerade dazu bereit sind Angestellte lange zu binden.

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