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So geht Arbeit: Wenn das Zeugnis absurd gut ist
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"Gäbe es eine bessere Note als 'sehr gut', würde sie unser Mitarbeiter bekommen." Solche Sätze im Arbeitszeugnis sollten Sie misstrauisch machen. Ebenso wie ein fehlender Abschiedsgruß.

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vox veritas 17.03.2017, 10:22
1.

Und wie soll man einen Mitarbeiter beurteilen, der nur befriedigende, ausreichende oder gar schlechte Leistung erbracht hat? Wäre doch mal eine Abwechslung, wenn auch das mal erläutert wird.

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no__comment 17.03.2017, 10:32
2. Arbeitszeugnisse sind der größte Schwachsinn

Jeder kann ein wohlmeinendes Zeugnis verlangen und kein Arbeitgeber halt Lust auf einen Rechtsstreit mit dem scheidenden Arbeitnehmer, also werden nur 1er-Arbeitszeugnisse ausgestellt, egal wie gut oder schlecht die geleistete Arbeit war. Das ist gut für die schlechten und schlecht für die tatsächlich guten Arbeitnehmer und am eben sinnlos für die Personalabteilungen der einstellenden Firmen. Wer sich das ausgedacht *kopfschüttel*

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sir wilfried 17.03.2017, 10:38
3. absurd

Das hieße letztlich, gegebenenfalls müsse ein Vermieter dem Mietnomaden bescheinigen, stets pünktlich seine Miete gezahlt und die Wohnung in blitzblankem Zustand übergeben zu haben

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horstvonork 17.03.2017, 10:38
4. Naja,

man kann den Spieß auch umdrehen und das Arbeitszeugnis, das einem ausscheidenen Mitarbeiter ausgestellt wird als Selbstbenotung eines Unternehmens sehen. Das wird neuen Arbeitgebern dann deutlich, wenn sie das Personal aktiv aufgrund der bekannten Leistungserbringung abwerben. Wenn dann ein Zeugnis auf dem Tisch kommt, dass dem eigenen Eindruck der Leistungen des zukünftigen Mitarbeiters nicht entspricht, kommt eher das Kopfschütteln über den Marktbegleiter und die Besprechung des Zeugnis im Gespräch wird zur heiteren Runde. So ein Zeugnis habe ich nach 14 Jahren auch erhalten - unter dem Strich drückt es eher die gekränkte Eitelkeit des Unternehmensinhabers als die Leistung seines Mitarbeiters auch... Zeugnisse kann halt nicht jeder lesen und schreiben.

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unzensierbar 17.03.2017, 10:40
5.

Das Problem ist das Verbot von Negativem im Zeugnis. Nicht falsch verstehen. Ich finde es gut, dass es so ein Verbot gibt, allerdings muss dieses auch richtig durchgesetzt werden. Eine Geheimsprache wie in Zeugnisen heute sollte verboten werden, nicht dass so Dinge wie "zur vollen/zur vollesten/ zur Zufriedenheit" nicht negativ gewertet werden können.

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keithpalmer 17.03.2017, 10:42
6. Warum immer aus einer Perspektive des Arbeitnehmers

Dies ist nicht der erste Artikel auf SPON der sich als Ratgeber für den unbescholtenen Arbeitnehmer positioniert. Das steht für mich in einem krassen Missverhältnis zu dem was ich so erleben darf. Mein Unternehmen trennt sich gerade für eine unmoralische Summe von einem Angestellten der sich jahrelang so unfassbar daneben benommen hat (Kollegen beleidigt, Vorgesetzte verunglimpft, Dokumente entwendet, Anstiftung zur Falschaussage vor dem Arbeits-Gericht) das es unerträglich war. Obwohl er diverse vom Arbeitsgericht bestätigte Abmahnungen dafür erhalten war er als BR-Mitglied unkündbar und hat sich regelmäßig daneben benommen.
Ich darf dem jetzt ein Zeugnis schreiben wo genau das Gegenteil von dem drin steht, was er sich so geleistet hat.
Wäre schön wenn SPON auch mal die andere Seite beleuchten würde.

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horstvonork 17.03.2017, 10:43
7.

Zitat von vox veritas
Und wie soll man einen Mitarbeiter beurteilen, der nur befriedigende, ausreichende oder gar schlechte Leistung erbracht hat? Wäre doch mal eine Abwechslung, wenn auch das mal erläutert wird.
So ein Mitarbeiter sollte seiner Leistung bewusst sein, deshalb könnte man sich auf ein einfaches Arbeitszeugnis einigen. Auf qualifiziertes Arbeitszeugnis, welches ergänzend die Leistungen des Mitarbeiters beinhaltet sollte man dann verzichten, denn der Zwang zur positiven Bewertung lässt den Arbeitgeber bei Nachfragen/Referenzen nicht unbedingt gut aussehen...

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static2206 17.03.2017, 10:44
8. Arbeitszeugnisse sind weniger wert als Klopapier

mit letzterem kann man sich wenigstens noch den Hintern säubern.
Ich habe mittlerweile sogar die Erfahrung gemacht, dass Arbeitgeber gar kein Zeugnis mehr verlangen. Ich habe zwar von jedem meiner Ex-Brötchengeber eins aber vorzeigen musste ich schon lange keins mehr. Man könnte Arbeitsgerichte sehr entlasten, wenn man diese dämlichen Zeugnisse verbieten würde. Ein reines, objektives Tätigkeitszeugnis sollte mehr als ausreichend sein.

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Nania 17.03.2017, 10:47
9.

Ich kann ja irgendwie alle Seiten verstehen:
- der Arbeitnehmer: möchte ausschließen, dass ihm ein negatives Arbeitszeugnis weitere Karrieremöglichkeiten verbaut. Gleichzeitig möchte er natürlich das bestmögliche Ergebnis haben und schlussendlich auch ein faires Zeugnis und keines, dass auf "die Nase passte mir nicht" gründet. Eine Bewertung ist aber schwer, weil wohl die meisten davon ausgehen, zumindest doch gute bis sehr gute Arbeit geleistet zu haben

- der Arbeitgeber: würde gerne ein faires Zeugnis ausstellen, dass aber leider ab und an auch mal beinhalten würde, dass der Arbeitnehmer nicht in allen Bereichen gute Arbeit geleistet hat. Es hilft halt auch anderen Unternehmen, wenn im Arbeitszeugnis drinstünde: "arbeitet besser alleine als im Team". Wenn das dann einfach auch nur eine wahre Aussage wäre, wäre das ja noch okay. Aber in Wirklichkeit steckt wohl dahinter: "ist ein miesepetriger Sack, der mit Kollegen nicht klar kommt."

- der neue Arbeitgeber: möchte natürlich wissen, wen er sich ins Haus holt.

Aber: ich glaube nicht, dass Arbeitszeugnisse in der derzeitigen Form da wirklich einen Beitrag zu leisten können. Denn, wie schon der Artikel sagt, Arbeitszeugnisse sind verklausuliert, voller Fallen, kaum realistisch und in letzter Instanz auch noch wenig aussagekräftig.

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