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So geht Arbeit: Wenn das Zeugnis absurd gut ist
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"Gäbe es eine bessere Note als 'sehr gut', würde sie unser Mitarbeiter bekommen." Solche Sätze im Arbeitszeugnis sollten Sie misstrauisch machen. Ebenso wie ein fehlender Abschiedsgruß.

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tororosoba 17.03.2017, 12:12
30. Gibt's das auch woanders?

Gibt es die Tradition der Arbeitszeugnisse mit ihren festen Formulierungen denn noch irgendwo anders? Als ich unter das Fallbeil kam (in Japan bei einer amerikanischen Firma), gab es überhaupt kein Zeugnis. Hätte ich nach einer anderen Anstellung gesucht, dann hätte ich dort Referenzen angegeben, und meine ehemaliger Chef oder Partner innerhalb der Firma hätten einen Anruf bekommen. Wozu Arbeitszeugnisse, die dann doch zusammengelogen werden?

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j.vantast 17.03.2017, 12:37
31. Unsinnig und überflüssig

Allein die Tatsache dass Arbeitszeugnisse "wohlwollend" formuliert werden müssen macht sie in der Regel zu einem wertlosen Fetzen Papier. Die meisten Zeugniss die ich so sehe sind nahezu identisch, als würden die Aussteller ein Formblatt dafür nutzen. Wenn jemand eine unpünktliche faule Sau ist, dann muss es auch erlaubt sein das in einem Zeugnis festzuhalten.

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olfnairolf 17.03.2017, 12:43
32. unsinnig

Dank übereifriger und realitätsfremder Richter haben Arbeitszeugnisse mittlerweile keine Aussage mehr. Wir selbst schreiben nur noch Standardfloskeln in die Zeugnisse und lesen keine mehr.

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Pless1 17.03.2017, 12:48
33.

Zitat von vox veritas
Und wie soll man einen Mitarbeiter beurteilen, der nur befriedigende, ausreichende oder gar schlechte Leistung erbracht hat? Wäre doch mal eine Abwechslung, wenn auch das mal erläutert wird.
Im Prinzip ist das so:

- stets zur vollsten Zufriedenheit = sehr gut mit *
- zur vollsten Zufriedenheit = sehr gut
- stets zur vollen Zufriedenheit = gut
- zur vollen Zufriedenheit = befriedigend
- überwiegend zur vollen Zufriedenheit = ausreichend
- überwiegend zu unserer Zufriedenheit = nicht ausreichend

Ganz verheerend sind Formulierungen wie:

- zeigte Verständnis für die Arbeit = hat nichts geleistet
- war stets bemüht = hat nichts hingekriegt

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kenterziege 17.03.2017, 12:51
34. Wenn man heute einen unfähigen.....

.....oder illoyalen Mitarbeiter auf Basis vieler Abmahnungen, Ärger und teurer juristischer Beratung und mit einem satten Handgeld endlich los ist, dann schreibt man ihm ein so gutes Zeugnis, dass er nicht meckern kann. Da das inzwischen üblich ist, geben Arbeitgeber auf Zeugnisse nichts mehr. Wirklich gute Leute brauchen das auch nicht. Da gibt es andere Informationen.
Das ist keine "unbarmherzige" Aussage eines Arbeitgebers, sondern es müssen im Interesse des gesamten Teams manchmal auch Leute an die Luft gesetzt werden. Motto: Ein schlechter Geselle treibt zehn Gute zur Hölle!

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sojetztja 17.03.2017, 12:55
35.

"Am Ende bekam der Arbeitnehmer Recht: Er habe Anspruch auf ein Zeugnis, das ganz sachlich und wohlwollend seine Arbeitsleistungen beschreibt. Alles andere habe da nichts zu suchen." Wie soll man "wohlwollend" sagen, dass der Arbeitnehmer ein fauler Sack war?
Das alles wäre ganz einfach, wenn die Zeugnisse (im Guten wie im Schlechten) ehrlich sein DÜRFTEN.
Diese ganze Sprachverwirrung entsteht ja nur durch die gesetzlichen Vorgaben, die dire Chefs quasi zum Verklausulieren zwingen, so dass man am Ende gar nicht mehr durchblickt. Ist es so gemeint, wie es da steht? Ist es als Verklausulierung gemeint? Was, wenn ein Chef (in einem Kleinbetrieb z.B.) selbst sich mit den Verklausulierungen nicht auskennt? Dann meint er es gut, es wird aber negativ interpretiert?

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wll 17.03.2017, 12:55
36. Kein Titel

Zitat von unzensierbar
Das Problem ist das Verbot von Negativem im Zeugnis. Nicht falsch verstehen. Ich finde es gut, dass es so ein Verbot gibt, allerdings muss dieses auch richtig durchgesetzt werden. Eine Geheimsprache wie in Zeugnisen heute sollte verboten werden, nicht dass so Dinge wie "zur vollen/zur vollesten/ zur Zufriedenheit" nicht negativ gewertet werden können.
Tja, wenn ein Arbeitszeugnis nur noch Lobesarien enthalten darf, dann kann man das Ganze auch gleich komplett abschaffen, meinen Sie nicht?

Meiner Ansicht nach sollte ein Arbeitszeugnis durchaus auch negative Punkte enthalten dürfen, solange diese belegbar sind - beispielsweise durch die Leistungsbeurteilungen des Mitarbeiters während seines Beschäftigungsverhältnisses oder dessen Stempelzeiten bei Unpünktlichkeit. Es soll ja - zumindest theoretisch - möglichen Arbeitgebern einen Eindruck über den Bewerber geben, ansonsten ist es imho vertane Zeit. Und ein Mitarbeiter, der schlechte Leistungen erbringt oder sich unpassend verhält, hätte sich ein entsprechendes Arbeitszeugnis auch redlich verdient. Wenn man allerdings von politischer Seite keine ehrlichen Arbeitszeugnisse will, schön und gut. Dann kann man sie aber auch gleich verbieten und durch einen reinen Tätigkeitsnachweis ersetzen. Wenn schon, dann auch konsequent...

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ksail 17.03.2017, 13:09
37. Einfache Lösung:

Wenn man wirklich wissen will, was hinter dem Weggang eines Bewerbers aus seiner alten Firma steckt, dann ruft man am besten denjenigen, der das Arbeitszeugnis unterschrieben hat, direkt an und stellt ein paar Fragen unter dem Vorwand der Validierung und der Unklarheit. Ist absolut legitim und habe ich und wurde bei mir schon mehrfach gemacht.

Im Nebensatz hört man dann alles Wissenswerte raus. Auch der Bewerber kann ja nichts dagegen haben, dass derjenige, den er als Zeugen benennt, sein Zeugnis noch einmal bestätigt.

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Christoph 17.03.2017, 13:17
38.

Zitat von akkronym
Das Arbeitszeugnis zeugt vor allem von Einem: Die Menschen werden als Betriebsmittel gesehen, ihr Wert ist ihre "Performanz".
Was soll das speziell mit Arbeitszeugnissen zu tun haben? Das bezieht sich doch viel mehr auf ungefähr die gesamte Erwerbsarbeit.

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goggo64 17.03.2017, 13:45
39. Arbeitszeugnisse wertlos

Da Arbeitgeber mittlerweile durch die Rechtslage faktisch verpflichtet sind, nur Gutes zu schreiben, sind die Zeugnisse bedeutungslos, da alle Bewerber gute Zeugnisse vorweisen können. Das kann nicht im Interesse derer sein, die ihre gute Bewertung auch tatsächlich verdient haben.

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