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So geht Arbeit: Wie Sie am besten auf eine Abmahnung reagieren
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Sie bekommen eine Abmahnung - sind Sie bald Ihren Job los? Keine Panik. Wer sich jetzt beherrschen kann, kommt glimpflich davon.

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Pride & Joy 19.09.2016, 13:13
10. Theorie versus Praxis

Zitat von michael.woehler
M.E. stellen Sie die Rechte des Betriebsrates hier falsch dar. Der Betriebsrat hat ein Informationsrecht zu Abmahnungen und kann auch an einem Abmahnungsgespräch teilnehmen, wenn es der betroffene Mitarbeitende wünscht. Eine Mitbestimmung besteht allerdings nicht. Und es ist kein Erfordernis, dass vor einer Abmahnung ein Deeskalationsgespräch stattfinden muss.
Danke, Sie haben recht, dass das Recht zur Mitsprache von dem entsprechenden AN auf den BR übertragen werden kann und sollte, diesen zu unterstützen, zu beraten und zu begleiten, denn ein BR ist ja eine Mitarbeitervertretung.

Näheres wird hier: https://www.haufe.de/personal/person..._HI569883.html gut dargestellt. Von all diesen Optionen habe ich aber nichts im Artikel gelesen.

Schade!

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Pride & Joy 19.09.2016, 13:18
11. Real - Ihre, oder meine Wahrheit?

Zitat von manicmecanic
In Ihrem Wolkenkucksheim.Die reale Arbeitswelt sieht so aus daß in vielen Firmen kein Betriebsrat da ist und schon siehts mau aus mit Ihren Möglichkeiten aber das ist ja aus Wolkenkuckucksheim gesehen kein Problem.
Im Prinzip liegt es an den AN selbst eine MV zu wählen. Jeder Betrieb kann dies ab einer Anzahl von 5 festen MA tun.
Näheres s. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Betriebsratswahl

Die reale Arbeitswelt ist ein unbestimmter Begriff und um auf das Thema zurück zu kommen: Ich wollte nie wieder in einem Betrieb ohne diesen arbeiten!

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eulenspiegel1979 19.09.2016, 13:55
12. Dafür gibt es eine Lösung

Zitat von tronx
...gibt es notorisch Abmahnungen und Ermahnungen etc. Natürlich erst wenn man sich total unter die 70 Stunden Woche unterwirft. Dann wird gesucht und durch immer perfidere Anordnungen auch gefunden. Falls man dann nicht anfängt dem Despoten den Arsch zu lecken dann fliegt man raus und er lächelt sich vor Gericht tot, verlieren tut er sowieso aber du bist dann Arbeitslos und wirst durch die Agenda zwangsenteignet....
Suchen Sie sich einen neuen Arbeitgeber und kündigen Sie. Bleiben Sie dabei objektiv, gelassen und fair. Auch wenn das verdammt schwer fällt, damit ärgern Sie den alten Chef am meisten.
Ganz ehrlich, so einen Sklaventreibermist muss sich doch niemand antun. Die Faust sollten Sie in der Tasche lassen. Selbst wenn diese einwandfrei aufs Auge passen würde.

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eigene_meinung 19.09.2016, 13:56
13.

Leider gibt es Arbeitgeber, die - besonders wenn wieder einmal eine "Restrukturierung" ansteht - unliebsame oder ältere Mitarbeiter mit absurden Vorwürfen belegen, um ihnen dann im ersten Schritt ihre Aufgaben wegzunehmen und sie im zweiten Schritt rauszuwerfen. Wenn man sich nicht von Anfang an mit allen zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln wehrt, wird man sicher verlieren. Das Verhältnis zum Arbeitgeber ist sowieso schon zerrüttet. (Arbeitgeber heißt meistens nur direkter Chef. Die Personalabteilung überprüft prinzipiell dessen Behauptungen nicht, auch nicht nach einer Beschwerde mit Vorlage von Beweisen für das Fehlverhalten des Chefs.)

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ctwalt 19.09.2016, 14:42
14. Ich kann mich noch gut an meine erste und einzige Abmahnung erinnern.....

Ich lag krank im Bett und wurde telefonisch darauf hingewiesen, daß ich am ersten Tag meiner Krankheit eine Krankmeldung abzugeben hätte. Dummerweise stand in meinem Arbeitsvertrag, daß eine ärztliche Krankmeldung erst ab dem dritten Tag vorzuliegen hat. Meine Aussage hierzu interessierte natürlich niemanden, die mündliche Abmahnung vor Dritten wurde trotzdem ausgesprochen. Inzwischen arbeiten bei MSH nur noch Menschen mit Arbeitsverträgen, die schon ab dem ersten Tag einer eventuellen Krankheit eine Lohnfortzahlung durch die Krankenkasse erhalten. Nicht wahr, M.C. und Dr. S.W. ???

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hbblum 19.09.2016, 14:53
15. Warum....

Zitat von tronx
...gibt es notorisch Abmahnungen und Ermahnungen etc. Natürlich erst wenn man sich total unter die 70 Stunden Woche unterwirft.
...kündigen Sie dann nicht einfach und suchen sich was neues? Jeder ist doch seines eigene Glückes Schmied.

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olivervöl 19.09.2016, 15:05
16. Kommt drauf an

Eine Abmahnung braucht nicht bedeuten, dass man etwas falsch gemacht hätte. Ich habe als Betriebsrat mehrere Abmahnungen erhalten, ohne dass darin belastbare oder nachweisbare Vorwürfe drin gestanden hätten. In einer hieß es, Herr V. hätte am Freitag nachmittag das Telefonbuch offen auf seinem Schreibtisch liegen gelassen. Ich habe mich erkundigt und erfahren, dass der Geschäftsführer mir einen Dämpfer verpassen wollte. Die Personalabteilung war dagegen gewesen und deshalb eine unsinnige Abmahnung formuliert, die vor Gericht niemals Bestand gehabt hätte. Weshalb darüber aufregen? Ich habe das ignoriert und das war gut so.

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SasX 19.09.2016, 15:20
17.

Zitat von Sabin Chen
also bei Ikea ist eine Abmahnung tatsächlich eine Kündigung. Vorab gibt es Ermahnungen und zuviele davon führen auch zur Abmahnung.
Juristisch kann dies nicht sein. Denn eine Abmahnung dient dazu, dass der Arbeitnehmer sein Verhalten ändern kann. Bei einer gleichzeitigen Kündigung ist das nicht möglich.

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mir-san-mir 19.09.2016, 15:49
18. Gut dargestellt

Hut ab! Für einen Nicht-Arbeitsrechtler haben Sie das Thema sehr treffend dargestellt. Allerdings würde ich aus meiner langjährigen Praxis niemanden raten, gegen eine Abmahnung isoliert Klage einzureichen. Wenn die Abmahung vom Gericht für rechtens erachtet wird, steht sie dem Arbeitgeber als taugliches Instrument für etwaige weitere Schritte zur Verfügung. Wenn die Abmahnung für unrechtmäßig erachtet wird, ist sie zwar aus der Personalakte zu entfernen und taugt nicht für weitere Schritte, aber letzteres ist auch dann der Fall, wenn die Rechtmäßigkeit einer Abmahnung z.B. in einem nachfolgenden Kündigungsschutzverfahren indizent geprüft wird. Wird dabei festgestellt, dass die Abmahnung nicht gerechtfertigt war, ist in aller Regel eine auf sie - und ggf. weitere Abmahnungen - basierte Kündigung unwirksam. Insofern ist zumindest aus rechtlicher Sicht der Rat: Ruhe bewahren, aber möglichst keinen weiteren Anlass für eine Abmahnung aus gleichen oder ähnlichen geben. Eine Häufung von Abmahnungen aus völlig unterschiedlichen Gründen reicht dann nicht zur Kündigung, wenn die Abmahnung 1 eine andere Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten (z.B. unentschuldigtes Fehlen) moniert als Abmahung 2 (z.B. die im Artikel erwähnte "unterbliebene Überprüfung von Absperrungen"). Für Abmahnungen gilt nicht: viel hilft viel. Ganz im Gegenteil: wer zu viel abmahnt, kann sich um die Kündigungsmöglichkeit bringen, wenn der Arbeitnehmer nach der x-ten Abmahnung nicht mehr ernstlich mit der angedrohten weitergehenden Konsequenz in Form der Kündigung rechnen musste. Auch hier heißt es also genau prüfen, ob bei einer zweiten Abmahnung wegen desselben Verstoßes bereits die Schwelle zur Kündigung erreicht wurde oder ob eine weitere Abmahnung noch die erforderliche Warnfunktion hat. Die Faustformel lautet hier: je kleiner die Vertragsverletzung, um so eher ist eine weitere Abmahnung erforderlich - und umgekehrt. Wer z.B. nach 35 Dienstjahren einen Pfandbon unberechtigt einlöst (Fall Emmely läßt grüssen...) ist laut BAG nur abzumahnen ("Bagatellkündigung"). Wer dies aber nochmals tut, dürfte auch beim BAG den Kredit verspielt haben.

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mir-san-mir 19.09.2016, 15:57
19.

Zitat von Pride & Joy
Richtig! Erst einmal hat die Mitarbeitervertretung in Betrieben nach § 80 Abs. 2 BetrVG ein Mitspracherecht. Zweitens ist ein Betriebsrat dazu da vor einer eventuellen Abmahnung ein Deeskalationsrespräch mit der Geschäfstleitung zu führen und ein Mitbestimmungsrecht, wann und an wen diese erfolgt. 3. Ist diese MV ebenso dazu da an einem Gespräch mit dem betreffenden MA und dem AG teilzunehmen. 4. Hat der MA nach erfolgter Abmahnung ein Beschwerderecht nach § 84 und § 85 BetrVG. Grüße
Falsch!
Der Arbeitgeber ist nicht gehalten, den Betriebsrat vor Ausspruch einer Abmahnung gem. § 80 Abs. 2 BetrVG zu unterrichten. Insofern gibt es nur ein nachgelagerter Unterrichtungsrecht des BR, sofern der abgemahnte Mitarbeiter sich an diesen wendet.
Eine Beschwerde nach §84, 85 BetrVG ist zwar grundsätzlich möglich, kann aber leicht zum Bummerrang werden, wenn der BR die Rechtmäßikgeit der Abmahnung einräumen muss oder im Verfahren nach § 85 BetrVG letztlich eine Einigungsstelle dies bestätigen würde.

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