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So geht Arbeit: Wie Sie am besten auf eine Abmahnung reagieren
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Sie bekommen eine Abmahnung - sind Sie bald Ihren Job los? Keine Panik. Wer sich jetzt beherrschen kann, kommt glimpflich davon.

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leser58 19.09.2016, 17:56
30. Unberechtigte Abmahnungen sollen verunsichern

Anfang der 90er hatte ich Ärger mit meinem Chef. Zur Vorgeschichte. Ich selbst war lange in der Mitarbeitervertretung tätig, hätte mir aber einen Betriebsrat gewünscht. Der Chef selbst scheute diesen wie der Teufel das Weihwasser. Als er zwei Mitarbeitervertreter aus der MAV nicht akzeptierte, riefen diese das Arbeitsgericht an, dass dann entschied, dass es für unseren Betrieb (eine große Behinderteneinrichtung in Oberschwaben keinen Tendenzschutz gibt und somit ein Betriebsrat Pflicht ist. Ich kommentierte dieses "Eigentor" in einer Mitarbeiterbesprechung und stand ab da auf der Abschussliste.
Insgesamt kassierte ich an die 20 Abmahnungen, denen ich allen schriftlich widersprach. Eine Mitarbeiterin wurde auf mich angesetzt, ihr wurde eine Belohnung ausgelobt, wenn sie einen Entlassungsgrund für mich abliefern würde.
Mit häufigen Versetzungen innerhalb der Einrichtung sollte ich weich gekloppt werden, was allerdings nicht klappte. Denn ich wehrte mich vor dem Arbeitsgericht und bekam Recht und durfte ab da nicht mehr versetzt werden. Die Richterin bescheinigte meinem Arbeitgeber in mehreren Fällen reine Schikane.
Ich blieb, der Chef wurde kurz darauf vor Gericht gestellt, da er mit dubiosen Geschäften 12 Millionen DM in den Sand gesetzt und den Bestand der Einrichtung gefährdet hatte. Leider kam er mit einer Bewährungsstrafe davon. Mit seinem Abgang kam Ruhe in Einrichtung. Als ich später mit dem Betriebsratsvorsitzenden meine Personalakte einsah, war weder Abmahnungen noch meine Erwiderungen zu finden.
Mein Rat, nicht einschüchtern lassen, sich gegen unberechtigte Vorwürfe wehren, im Notfall rechtlichen Beistand über Betriebsrat oder auch Anwalt holen.
Eine richtig gute Erfahrung hab ich nebenbei auch noch gemacht. Als ich von meinem Chef mit einem besonders abstrusen Vorwurf konfrontiert wurde, musste ich einfach laut lachen. Das hat ihn richtig erschüttert, er wurde bleich und sagte nichts mehr.

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manicmecanic 19.09.2016, 21:49
31. Pride and Joy

Wieder abgehobenes Gerede,denn da gibt es nicht Ihre oder meine Wahrheit.Es ist wie ich sagte Realität mit den sehr vielen Firmen ohne Betriebsrat und auch die von Ihnen angesprochene Gesetzeslage ändert NICHTS an der realen Arbeitswelt.Ich hatte das Pech fast mein ganzes Berufsleben in solchen Firmen zu arbeiten und selbst wenn sie dann theoretisch ab 5 einen installieren könnten,haha,tun Sie das mal in so einer kleinstFirma.Alles schon erlebt,da sind Sie dann nicht mehr lange Mitarbeiter.

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Join_Me 20.09.2016, 08:01
32.

Zitat von ctwalt
Inzwischen arbeiten bei MSH nur noch Menschen mit Arbeitsverträgen, die schon ab dem ersten Tag einer eventuellen Krankheit eine Lohnfortzahlung durch die Krankenkasse erhalten. Nicht wahr, M.C. und Dr. S.W. ???
Das ist Schwachsinn.
Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist gesetzlich vorgeschrieben.

https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/entgfg/gesamt.pdf

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mantrid 20.09.2016, 09:13
33. Gelbe Karte

Rechtlich ist die Abmanhung zunächst ohne jede Bedeutung. Sie dient eigentlich nur dazu, bei einer Kündigung einen Beweis zu liefern, dass die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für den AG unzumutbar ist. Es ist eine Art "Gelbe Karte". Bei der "Roten Karte" muss es dann ein weiteres "Foul" gegeben haben und sie muss im "selben Spiel", also zeitnah und aus gleichem Grund folgen und nicht Jahre später. Falls es einen BR gibt, kann dieser der Kündigung widerspechen und es bleibt auch immer noch der Weg zum Arbeitsgericht. Und da ist der AG in der Beweispflicht und muss sowohl den alten Verstoß (Abmahnung) und den neuen Verstoß beweisen. Fall man aber schon beim Arbeitsgericht sitzt, geht es meistens nur noch darum ob und in welcher Höhe eine Abfindung gezahlt wird. Und ein paar Monatsgehälter, die noch mit Steuern und Sozalabgaben belastet sind, ersetzen keinen Job.

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free1789 20.09.2016, 13:34
34. Öffentlicher Dienst ist am schlimmsten

Ich bin Mitarbeiter einer Tochtergesellschaft einer deutschen Großstadt.
Seit drei Jahren haben wir einen neuen Geschäftsführer, der mit Abmahnungen nur so um sich wirft.
Mehrmals hat er bereits vor Gericht verloren. Aber kein Umdenken nirgends.
Würde bekannt, wie er öffentliche Gelder verschleudert - er wäre die längste Zeit GF gewesen!
Aber der Rote Filz wirkt bis zur Presse in dieser Stadt. Da ist ein Einzelner absolut chancenlos.

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wauz 21.09.2016, 21:29
35. So einfach ist das nicht

Zitat von Join_Me
Das ist Schwachsinn. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist gesetzlich vorgeschrieben. https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/entgfg/gesamt.pdf
Es ist tatsächlich für Kleinbetriebe und für geringfügige Beschäftigung möglich, ihre Beschäftigten so zu versichern, dass die Lohnfortzahlung nicht direkt vom Betrieb geleistet wird. Ähnliches gilt für die Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfällen. Das geht dann über die Berufsgenossenschaft.

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gutes_essen 22.09.2016, 09:32
36.

Zitat von wauz
Es ist tatsächlich für Kleinbetriebe und für geringfügige Beschäftigung möglich, ihre Beschäftigten so zu versichern, dass die Lohnfortzahlung nicht direkt vom Betrieb geleistet wird.
Wie heisst eine solche Versicherung? Mir ist da keine bekannt.

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