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Sozialauswahl: Wie Chefs unrechtmäßig kündigen
Corbis

In Bayern bekommt eine Mutter von fünf Kindern eine Kündigung - betriebsbedingt. Dabei hätten vor ihr andere gekündigt werden müssen. Jetzt ist der Fall vor Gericht. Doch dort gewinnt meist der, der die besten Nerven hat.

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ulli558 11.11.2014, 07:58
50. Die andere Seite der Medaille

Nicht erwähnt wurde in dem Artikel auch, was sich VORHER zugetragen hat.
Das Arbeitsrecht schützt den Arbeitnehmer - selbst bei groben Vergehen und Nichterfüllung der gestellten Aufgaben gibt es für den Arbeitgeber keine Möglichkeit, Mitarbeiter zu entlassen, ohne vorher einen langwierigen Mahnungsprozess eingegangen zu sein - dies ist besonders in kleinen betrieben höchst schädlich für die Moral und zwingt Kollegen, nichterbrachte Arbeitsleistung über lange zeit zu ersetzen, bevor Konsequenzen folgen können.

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Aurora vor dem Schilf 11.11.2014, 08:06
51. Seltsamer Deutscher Kündigungsschutz

... führt zu unnötigen Verzerrungen. Warum sollte ein AG freiwillig Leute einstellen, die er dann nicht mehr los wird? Alte, Leute mit Kindern, Behinderte? Diese Gruppen haben es auch deshalb schwerer, weil der AG sie schwerer wieder los wird als junge gesunde Männer.

Entlassen zu werden ist immer schlimm, keine Frage. Aber warum wird etwas Alltägliches in Deutschland zum Verbrechen gestempelt? Jedem, der die Möglichkeit hat, empfehle ich die heilsame Erfahrung einer Tätigkeit in der Schweiz. - Völlig ohne Kündigungsschutz. Dabei kann man lernen, sich nach einer Kündigung kurz zu schütteln, um dann nach vorn zu schauen.

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Werner Holt 11.11.2014, 08:09
52. Dann stellt sich doch glatt die Frage

Zitat von Freidenker10
Naja, das Rechtsprinzip unseres Systems ist: Recht bekommt der der es sich leisten kann... Wer kein Geld hat gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen, ist der Depp in unserem Land! Also nichts wirklich neues...
ob nicht auch die Bundesrepublik ein Unrechtsstaat ist, wenn das geltende Recht dergestalt ausgehebelt werden kann.Denn was nutzt mein Recht auf dem Papier, wenn es objektiv nicht durchgesetzt werden kann.

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fatherted98 11.11.2014, 08:14
53. letzlich...

...verliert immer der Arbeitnehmer. Selbst wenn er den Lohn nachbezahlt bekommt, die Kündigung unwirksam ist, er/sie eine Abfindung rausschlägt...der Arbeitsplatz ist flöten und einen neuen zu finden meist ab einem bestimmten Alter fast schon unmöglich...insofern kann man es den AG nur so schwer und so teuer wie möglich machen.

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hikaru 11.11.2014, 08:18
54. Vor Gericht und beim Glücksspiel

verdient am Ende (und auf Dauer) immer die Spielbank, resp. das Justizsystem. Die Institutionen sind sich selbst Zweck genug und dienen keineswegs einem äußeren Zweck, also den "Gesetzen" oder gar "Gerechtigkeit", "Ausgleich" oder sonstigem, was man sich naiverweise vorstellen möchte.

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Artgenosse 11.11.2014, 08:18
55. habe schon Schlechteres gelesen,

habe aber auch schon Qualifizierteres über Arbeitsrecht gelesen.

Wenn man schon den Fall der 5-fachen Mutter als Aufhänger nimmt - gab es einen Betriebsrat? Der ist zwingend vor einer beabsichtigten Kündigung anzuhören. Wie hat der reagiert? Das wäre der erste Prüfungspunkt, bevor man zur Rechtfertigung nach dem KSchG kommt, und hätte im Artikel mal erwähnt werden sollen. Aber es geht ja mehr darum, auf die Tränendrüse zu drücken und beim Leser Emotionen hervorzurufen, als ihn anständig zu informieren...

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zyim 11.11.2014, 08:22
56.

Zitat von Plasmabruzzler
Was ich nicht verstehe ist die Tatsache, dass man bei Einstellung oder Nichtberücksichtigung sämtliche Register aus dem AGG Topf ziehen kann - so dass der bestqualifizierte Mensch die Stelle erhalten soll. Nicht der Jüngste, der Schönste usw. Warum greifen diese Mechanismen bei Kündigung nicht? Kinder sind schließlich Privatsache und stellen kein Qualifikationsmerkmal für eine Stelle dar. Wenn besagte Frau auf ihrer Position zu den Besten gehört, soll ihr nicht gekündigt werden. Wenn sie aber unzureichende Arbeitsergebnisse leistet, dann schon.
Kinder sind keine Privatsache, solange diese später Ihre Rente (und die der anderen) zahlen. Sozialauswahl ist auch bis zu einem gewissen Grad in Ordnung, allerdings gibt es garantiert auch Personen, die dies ausnutzen.

Es ist wie immer schwer, den Sachverhalt im Nachhinein aufzuklären. Es kann sein, dass der AG ein Schwein ist, es kann sein, dass der AN es ist. Gibt schließlich auf beiden Seiten komische Personen, die Gesetze umgehen oder ausnutzen.

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pittiken 11.11.2014, 08:45
57.

Zitat von Plasmabruzzler
Was ich nicht verstehe ist die Tatsache, dass man bei Einstellung oder Nichtberücksichtigung sämtliche Register aus dem AGG Topf ziehen kann - so dass der bestqualifizierte Mensch die Stelle erhalten soll. Nicht der Jüngste, der Schönste usw. Warum greifen diese Mechanismen bei Kündigung nicht? Kinder sind schließlich Privatsache und stellen kein Qualifikationsmerkmal für eine Stelle dar. Wenn besagte Frau auf ihrer Position zu den Besten gehört, soll ihr nicht gekündigt werden. Wenn sie aber unzureichende Arbeitsergebnisse leistet, dann schon.
Wenn die Frau unzureichende Arbeitsergebnisse geleistet hat, dann kann man sich auch wegen dieser kündigen. Warum soll ihr dann betriebsbedingt gekündigt werden.

Arbeitgeber kündigen auch ganz gern, wenn das Betriebsergebnis schwach ist und wenn sie dann vor dem Arbeitsgerecht die Hosen runterlassen müssen, sprich den Kontoauszug rüberreichen sollen, dann wird die KÜndigung dann auch zurückgezogen.

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docmillerlulu 11.11.2014, 08:51
58. Ähm - Sozialauswahl mag den AG nicht schmecken,

... Tatsache ist aber daß nur die Allgemeinheit dem AG Marktzugang gewährt, Straßen baut, Arbeitnehmer in die Welt setzt und ausbildet und ihm weitreichenden Investitionsschutz gewährt. Vor diesem Hintergrund darf sich der eine oder andere ehemalige FDP Wähler gerne fragen ob er sich da ganz aus dem Solidaritätsprinzip zurückziehen darf.

Und wer sich als AG über mangelnde Arbeitsfreude beklagt sollte mal darüber nachdenken warum man sich für 20, 30 Jahre in einem Unternehmen aufreiben sollte, wenn ein nichtiger Anlass einen auf die Straße bringt.

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pittiken 11.11.2014, 09:00
59.

Zitat von rambazambah
verzichtbarer? Es gibt Menschen die haben keine Kinder um in der Berufswelt flexibler zu sein - müssen sie auch, um die Kollegen aufzufangen, die Kinder haben. Kind krank - Kollege krank, der Kinderlose fängt es auf. Ferienzeit: Kind Ferien - Kollege Ferien, der Kinderlose fängt es auf. Selbst dann, wenn der Kinderlose, in diesem Fall ich, die Kinderlose mit einem Lehrer zusammen ist. Pech gehabt! Der Kollge mit Kindern bekommt die Ferien - auch wenn seine Kids die Ferien bei Oma verbringen... Die arme Frau hat 5 Kinder und wird entlassen! Aufschrei! Wird eine kinderlose Frau entlassen, juckt das kein Mensch, aber auch sie muss ihre Rechnungen bezahlen!!
Also die Zeit, wo der Kinderhabende wegen Krankheit der Kinder ausfällt sind sehr begrenzt, oder wollen Sie behaupten, das die Mutter eines 16jährigen daheim bleibt, wenn dieser nicht zur Schule gehen kann wegen Krankheit?

Wenn Sie als Kinderlose nur allen mit einem Kinderhabenden in der Firma sind, dürfte die Ferienzeit kein Problem darstellen, drei Wochen der Kinderhabende, drei Wochen die Kinderlose mit einem Lehrer als Freund.
Sonst sollen alle Kinderlosen doch froh sein, nicht mehr in der überteuerten Ferienzeit Urlaub machen zu müssen, in der übrigen Zeit kann man ganz viel Geld sparen.

Rechnungen müssen wir alle begleichen. Der Grund bei der Bevorzugung von Kinderhabenden bei der Sozialwahl bei betriebsbedingten Kündigung ist wohl die Versorgungspflicht gegenüber den Kindern und das der Kinderlose wohl eher einen neuen Job bekommt als der Kinderhabende.

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