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Sozialer Aufstieg in Deutschland: Sechs Generationen lang arm
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Kinder aus armen Familien verdienen oft später kaum mehr als ihre Eltern. Die OECD hat nun berechnet, wie lange es dauern kann, die Hürde Herkunft zu überwinden.

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dr.eldontyrell 15.06.2018, 11:17
1. Zwei Dinge:

Erstens: Es ist so gewollt.
Zweitens: Umgekehrt geht es ungleich schneller...
ende der kommunikation
mcp

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icheb66 15.06.2018, 11:19
2. Deutschland will es so....

.....denn die Mehrheit wählt immer wieder KONSERVATIV. Und die primäre Prämisse dieser Denkweise ist; Alles so so bleiben wie es ist. Erstaunlicherweise trägt sogar der Großteil derer, die eigentlich eine Änderung herbeiführen möchten dazu bei, indem Sie z.B. gar nicht wählen. Und die die oben sind, haben ja keinen Grund etwas ändern zu wollen. Es sei denn die Umverteilung von unten nach oben, oder besser aus der Mitte nach oben, noch zu forcieren. Und auch die Mitte ist nicht in der Lage zu erkennen, dass sie für alles zahlt. Sowohl die Subventionen und Steuergeschenke der Reichen, wie auch die Leistungserbringung für die untere Gesellschaftsschichten. Schließlich hat man der Mitte erfolgreich eingeredet, dass das Problem der Gesellschaft unten liegt und nicht oben steht.

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m.sc. 15.06.2018, 11:24
3. Studium

Studieren ist ohne Unterstützung der Eltern kaum möglich. Das BAföG reicht kaum, um sich die Miete eines Zimmers zu leisten, teure Fachbücher sind nicht immer in der Bibliothek und müssen gekauft werden.
zusätzlich landen Nachwuchswissenschaftler an Unis in der Regel auf halben Stellen, was auch kaum reicht. Im Studium habe ich daher sehr selten Kommilitonen getroffen, deren Eltern nicht auch studiert haben.

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SPONU 15.06.2018, 11:28
4. Herkunft überwinden...

Meine Grosseltern (Kriegsgeneration) starteten mit NICHTS. Weder mütter- noch väterlicherseits. Erzogen insgesamt vier Kinder und arbeiteten Tag- und Nachtschichten in der Metallindustrie. Auf kleinem Raum wohnte man in einer wenig privilegierten Gegend einer hessischen Industriestadt.
Meine Eltern? Sachbearbeiter, von den Grosseltern nichts geerbt. Sparsamkeit und kluges Wirtschaften mit dem Familieneinkommen ermöglichten zuerst Hauskauf, dann ein weiteres Haus. Durch meine ununterbrochene Berufstätigkeit und Sparsamkeit war ich inzwischen auch selbst in der Lage, Vermögen aufzubauen.

Weder meine Grosseltern noch meine Eltern, noch ich waren jemals irgendwo auf einer Behörde und haben die Hand aufgehalten. Niemals wäre es meiner Familie in den Sinn gekommen, Sätze zu sagen wie "Der Staat soll...der Staat muss". HartzIV? ALGII? Stütze? Gab es damals nicht und man wäre auch zu stolz gewesen, Almosen zu akzeptieren. Man erschaffte (im wörtlichen Sinne) sich selbst etwas.

Nichts verachte ich mehr als heute Habenichtsgeneration, die mit ihrem fetten Hintern nicht hochkommt, nicht hochkommen will sondern nur Forderungen stellt. Der Staat (d.h. ich als voller Steuerzahler) soll doch bitteschön! Keine Arbeit? Der Staat muss.
Kinder? Teuer, aber egal...der Staat soll doch bitteschön. Keine Bildung? keine Zeit zum Lernen. Der Staat soll doch bitte das Niveau absenken.
Und JA, ich akzeptiere natürlich dass es vereinzelt Menschen gibt die unverschuldet wegen z.B. Krankheit in eine Notsituation geraten.
Alle anderen aber, physisch und psychisch fit sollen gefälligst für sich selbst sorgen und nicht darauf warten, dass ihnen der Vorstands posten bei einem Dax-Konzern auf dem Silbertablett serviert wird.

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dasfred 15.06.2018, 11:36
5. Immer nur die einfache Erklärung

Als ob vor einer Generation alle Bessergestellten in die Kita gingen. Vielmehr hat die ganze Lebenssituation von Kindern mit dem Aufstieg zu tun. Angehörige ihrer Schicht leben jeweils mehr oder weniger eng zusammen und verkehren fast ausschließlich untereinander. Die Schule vorort, der Sportverein und andere Freizeitgestaltungen sind den Kindern ihrer Schicht vorbehalten. Wenn Konstantin und Maximilian zum Feldhockey oder Segeln gehen, toben Kevin und Murat auf dem Bolzplatz. Musikalische Früherziehung ist ein Thema der Oberschicht, Playstation eher ein Thema im Wohnsilo. Die Kinder lernen noch vor der Grundschule, wo ihr Platz ist und verinnerlichen es.

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schubidubiduu 15.06.2018, 11:38
6. Studie wiederholen

Aber mit Personen, die in den neuen Bundesländern in den 80ern und den 90ern zur Schule gingen. Ich vermute mal, dass sich die Ergebnisse nicht bestätigen lassen würden. ... Am Ende kommt es darauf an, welches Bild in den Elternhäusern in Bezug auf Bildung und Anstrengungsbereitschaft vermittelt wird. Schule und Kita sicherlich auch, aber die können nicht in dem Maße prägen, wie das unmittelbare familiäre Umfeld.

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eggie 15.06.2018, 11:44
7.

Und damit das auch schön so bleibt, bzw noch mehr prozentual dazugehören werden und sich auf gar keinen Fall mehr was ändert, sorgen CDU und SPD dafür, dass das öffentliche Bildungssystem in Gänze auf den Hund kommt und ein Dach über dem Kopf zunehmend undenkbar werden wird. Aber hey, wir haben die Mietpreisbremse und die Schwarze Null.

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eagle2014 15.06.2018, 11:45
8. Wahrheit

In Deutschland bleibt fast jeder unten, auch sogenannte Gutverdiener... nur die Familien die damals unter der Naziherrschaft und den Judenmorden profitieren konnten sind auch heute noch wirklich ganz oben.... natürlich wird heute auch alles dafür getan, dass es auch so bleibt...

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icheb66 15.06.2018, 11:49
9. Das war gestern....

Zitat von SPONU
Meine Grosseltern (Kriegsgeneration) starteten mit NICHTS. Weder mütter- noch väterlicherseits. Erzogen insgesamt vier Kinder und arbeiteten Tag- und Nachtschichten in der Metallindustrie. Auf kleinem Raum wohnte man in einer wenig privilegierten Gegend einer hessischen Industriestadt. Meine Eltern? Sachbearbeiter, von den Grosseltern nichts geerbt. Sparsamkeit und kluges Wirtschaften mit dem Familieneinkommen ermöglichten zuerst Hauskauf, dann ein weiteres Haus. Durch meine ununterbrochene Berufstätigkeit und Sparsamkeit war ich inzwischen auch selbst in der Lage, Vermögen aufzubauen........
....alles schön und gut, was Sie hier anführen. Damals hatten wir auch eine Aufstiegsgesellschaft. Wer nicht dumm und faul war, konnte es zu etwas bringen, selbst aus dem Nichts. Wer heute aus dem Nichts anfängt, wird dort bleiben. Vom Tellerwäscher zum Millionär, das war einmal. Das liegt u.a. daran, dass Einkommen aus Arbeit im Vergleich zu leistungslosem Einkommen mit viel zu hohen Abgaben belastet wird. Da kann man so fleissig sein, wie man will. Die Hürden für den Einstieg in ein Berufsleben, das ein sorgenfreies Leben und vielleicht sogar den Aufbau von Vermögen ermöglicht, war noch nie so hoch wie heute. Und das ist so gewollt. Also schätzen Sie sich glücklich, dass Sie von der guten alten Zeit, wo es noch solche Aufstiegsgeschichten gab, profitieren können.

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